Geschichte Russlands

Russische Geschichte und Politik

Zum Tod von Michail Gorbatschow
:Vom unerfüllten Traum, eine Diktatur zu demokratisieren

Er hat den Kalten Krieg beendet, die Wiedervereinigung ermöglicht - und sich selbst als Führer eines Weltreichs abgeschafft. Nun ist Michail Gorbatschow im Alter von 91 Jahren gestorben.

SZ PlusVon Lars Langenau

Weitere Artikel

„K-278 Komsomolez“
:Sowjetisches U-Boot-Wrack vor Norwegen strahlt radioaktiv

37 Jahre nach dem Untergang wurde nachgemessen: Die Messwerte liegen bis zu 800 000 Mal höher als normal – und das in einer der fischreichsten Regionen der Welt. Warum Forscher dennoch Entwarnung geben.

Literatur
:Wie wär’s mit einem Atomsprengkopf?

Kristof Magnussons Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist eine heitere Geheimagenten-Komödie kurz nach Ende der Sowjetunion.

SZ PlusVon Florian Kaindl

Buch zur „Wiedergutmachung“ für NS-Verbrechen
:Versöhnung verpflichtet

Was denken NS-Opfer über die Entschädigungsleistungen aus Deutschland? Darüber war bisher wenig bekannt. Die Interviews zeigen: Vergebung ist möglich, aber dabei geht es um viel mehr als nur Geld.

SZ PlusRezension von Robert Probst

Politisches Engagement
:Und in diesem Land wollt ihr leben?

AfD, BSW und ihre publizistischen Geschütze in Berlin lehren: Dies wäre die Zeit für ein Engagement, das über die „Achtsamkeit“ des heute üblichen Aktivismus deutlich hinausgeht.

SZ PlusGastbeitrag von Marko Martin

MeinungAtomare Aufrüstung
:Auch wenn Trump alles ins Rutschen bringt: Deutschland darf nicht mitrutschen

Ist Trump ein Grund für die Bundesrepublik, aus den großen Verträgen auszusteigen und Kernwaffen anzuschaffen? Von der Bedeutung des Rechtsgrundsatzes „rebus sic stantibus“.

SZ PlusKolumne von Heribert Prantl

Malerei
:„Es gibt keinen Künstler, der so angefeindet wurde wie ich“

Georg Baselitz  gilt als einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsmaler. Ein Gespräch zu seinem 88. Geburtstag – über Hass als Antrieb und die Freiheit nach dem Entschluss, die Welt auf den Kopf zu stellen.

SZ PlusInterview von Reinhard Brembeck

Ökonomie im Kalten Krieg
:Neoliberalismus Ost

Die Perestroika war sowjetischer Thatcherismus, Reagan und Thatcher machten nichts anders als eine neoliberale Perestroika. So lautet die originelle These des Historikers Fritz Bartel. Doch damit lässt er einiges außer Acht und ebnet alle Unterschiede ein.

SZ PlusRezension von Tim B. Müller

Westliche Staaten an Russlands Grenze
:Der Aggressor im Osten

Der Historiker Oliver Jens Schmitt erzählt brillant vom Jahrhunderte dauernden Kampf der Gesellschaften vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer gegen russische Potentaten.

SZ PlusRezension von Renate Nimtz-Köster

Treffen in der deutschen Hauptstadt
:In Berlin wird jetzt über das Schicksal der Ukraine verhandelt

In der deutschen Hauptstadt beraten US-Gesandte mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij über die Bedingungen für Friedensverhandlungen mit Russland. Am Montag sollen die Europäer mit am Tisch sitzen.

SZ PlusVon Daniel Brössler

Viktor Remizov: „Permafrost“
:Mit gefährlich funkelnder Aktualität

Der russische Schriftsteller Viktor Remizov hat ein mitreißendes Epos über eines der wahnwitzigsten Projekte des Stalinismus geschrieben. Sogar in Russland wurde „Permafrost“ zum Bestseller. Ein Anruf beim Autor.

SZ PlusVon Sonja Zekri

Nachkriegsschicksal
:Verschleppt in Stalins Reich

Der Germeringer Karl Breuninger verbrachte seine Kindheit in der UdSSR. Sein Vater sollte ein Flugabwehrsystem gegen die Spionageflüge der USA entwickeln. Nach dem Krieg wurde der Physiker mit seiner Familie in die Sowjetunion deportiert.

SZ PlusVon Peter Bierl

Biografie
:Der mysteriöse Mullah

Über Ali Chamenei, Irans Obersten Führer, weiß man wenig, auch wenn er seit 1989 regiert. Jetzt ist eine erste Biografie in deutscher Sprache erschienen. Über den Protagonisten erfährt man darin nicht viel Neues, dafür aber Details aus der Geschichte der Islamischen Republik.

Rezension von Raphael Geiger

Polen und Deutschland
:„Wir vergeben und bitten um Vergebung“

Wie ein Brief polnischer Bischöfe an ihre deutschen Brüder zur Inspiration für Willy Brandts Kniefall in Warschau wurde – und warum er heute wieder umstritten ist.

SZ PlusVon Viktoria Großmann

Analyse des chinesisch-russischen Verhältnisses
:Zwischen Kooperation und Konflikt

Von wegen „grenzenlose Freundschaft“. Sören Urbansky und Martin Wagner zeigen, wie sich über die Jahrhunderte das Verhältnis zwischen Peking und Moskau immer wieder wandelte. Die einzige Konstante bis heute: tief verwurzeltes Misstrauen.

SZ PlusRezension von Stefan Messingschlager

Friedenspreisträger Karl Schlögel
:„Was Putin betrifft, hatte ich nie Illusionen“

Der Hochmut des russischen Präsidenten sei ungebrochen, sagt der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel. Ein Gespräch über Europas anhaltende Naivität und die Frage, wie lange der Krieg noch anhält.

SZ PlusInterview von Jens-Christian Rabe

Neue Biografie über Hermann Göring
:Massenmord und Ritterspiel

Der Journalist Andreas Molitor porträtiert die NS-Größe Hermann Göring, der für die Ausbeutung der Sowjetunion zuständig war. Einige Kindheitserlebnisse werden jedoch für den späteren Verbrechensweg arg überinterpretiert.

SZ PlusRezension von René Schlott

Klassik
:Leuchten aus der Tiefe der Zeiten

Meister der Verknappung und der religiösen Meditation: Eine Würdigung zum 90. Geburtstag des Komponisten Arvo Pärt.

SZ PlusVon Michel Stallknecht

Zeitgeschichte
:„Adenauer war ein Glücksfall für die ‚führerlosen‘ Deutschen“

Nachdem die Bundesrepublik im Westen verankert war, machte sich Adenauer 1955 zu seinem historischen Besuch in Moskau auf: Der Historiker Norbert Frei darüber, ob die Reise wirklich so ein diplomatisches Meisterstück war und wieso es eine weitere Adenauer-Biografie braucht.

SZ PlusInterview von Joachim Käppner

Gesellschaft
:„Wenn man lacht, wird man lockerer“

100 Jahre alt und noch immer auf der Bühne: Ludwig Sebus ist wohl der älteste Karnevalssänger der Welt – mindestens aber Kölns. Ein Gespräch über die heitere Kunst des Lebens und Überlebens in schweren Zeiten.

SZ PlusInterview von Harald Hordych

Weimarer Dreieck
:Wie Merz, Macron und Tusk Putin stoppen wollen – zumindest in Moldau

Vor der Parlamentswahl in einem Monat stärken der Deutsche, der Franzose und der Pole der pro-europäischen Präsidentin Maia Sandu den Rücken – und versprechen eine Zukunft in der EU.

Von Daniel Brössler

Diplomatie
:Dann eben mit den Taliban

Russland hat als erstes Land die Machthaber in Kabul offiziell anerkannt. Dahinter steckt klares Kalkül. Folgen jetzt auch andere Staaten? Und wie verhält sich Deutschland?

SZ PlusVon Tobias Matern und Frank Nienhuysen

Historie: Stalingrad
:Eine Schlacht, die niemals zu Ende geht

In Deutschland hat „Stalingrad“ an Aktualität verloren, es ist in die Geschichte gerutscht. In Russland ist es eindeutig aus der Geschichte wieder herausgetreten – zur Rechtfertigung eines Angriffskrieges.

SZ PlusVon Kurt Kister

Film
:Der Tag, als Breschnew Kusshändchen warf

Die Doku „Der Helsinki-Effekt“ über die KSZE-Konferenz von 1975 ist ein rührendes Hohelied auf die Kunst der Diplomatie. Und: saukomisch.

SZ PlusVon Alex Rühle

Jüdischer Widerstand in der NS-Zeit
:Kampf gegen die Vernichtung

Jüdischer Widerstand gegen das NS-Regime in Europa war viel mehr als nur ein symbolischer Akt in aussichtsloser Lage. Zwei Bücher zeigen eindrücklich, wie Tausende aufbegehrten – etwa im Warschauer Ghetto.

SZ PlusRezension von Markus Roth

Litauen
:Aufrüsten, bevor die Russen kommen

Litauens Verteidigungsministerin will die Wehrpflicht ausbauen und die Rüstungsindustrie hochfahren. Sie verweist auf die leidvollen Erfahrungen ihres Landes mit sowjetischen Besatzern, die auch ihre Familie geprägt haben.

Von Viktoria Großmann

Zum Tod von Juri Grigorowitsch
:Patriarch des Spitzenschuhs

Juri Grigorowitsch war der eiserne Herrscher des sowjetischen Balletts, er hinterlässt einige kyrillische Buchstaben in der Tanzgeschichte. Ein Nachruf.

SZ PlusVon Dorion Weickmann

Vernichtungskrieg im Osten
:Die böse Sowjetunion

Der Historiker Jochen Hellbeck beklagt in Deutschland eine „Verdrängung“ des Leids der Menschen in der UdSSR 1941–1945 und der Leistung der Roten Armee. Belegen kann er seine These allerdings kaum.

Rezension von Joachim Käppner

Raumfahrt
:Sowjetische Sonde nach 53 Jahren ins Meer gestürzt

1972 sollte „Kosmos-482“ die Venus erreichen und war dann nach gescheiterer Mission jahrzehntelang in der Erdumlaufbahn unterwegs. In welchem Zustand die Überbleibsel der Raumsonde nun sind, ist unklar.

Raumfahrt
:Achtung, sowjetische Sonde von oben

Die Raumsonde „Kosmos 482“ sollte 1972 eigentlich zur Venus fliegen, schaffte es aber nie aus dem Erdorbit heraus – und wird in den nächsten Tagen auf die Erde stürzen. Sie könnte in einem Stück aufschlagen. Nur wo?

Von Theresa Palm

Bücher über das Kriegsende vor 80 Jahren
:In der Niemandszeit

Der Alltag der Menschen in der Ausnahmesituation des Frühjahrs 1945 ist Gegenstand zahlreicher Bücher zum Kriegsende. Doch nur Tagebucheintrag an Tagebucheintrag zu reihen, reicht nicht für eine große Erzählung zwischen Katastrophe und Neubeginn.

SZ PlusRezension von Robert Probst

Brandenburg
:Ein lauter Streit um ein stilles Gedenken

Russlands Botschafter nimmt an einer Feierstunde teil, die an die sowjetischen und deutschen Opfer einer großen Weltkriegsschlacht vor 80 Jahren erinnert. Eine Empfehlung des Auswärtigen Amts, ihn davon auszuschließen, stößt nun auf heftige Kritik.

Russischer Roman
:Ein Brief, geschrieben mit Blut

Der russische Schriftsteller Georgi Demidow starb im Glauben, sein Werk sei vernichtet. Ein zweiter, unvergesslicher Roman erscheint nun auf Deutsch und erzählt die Geschichte eines sowjetischen Gefangenen.

SZ PlusVon Lothar Müller

Erste fundierte Biografie über Stepan Bandera
:Der verehrte Fanatiker

Den ukrainischen Radikalnationalisten Stepan Bandera umwabern zahllose Mythen. Grzegorz Rossoliński-Liebe hat sein Leben, seine Gewalttaten und den Kult nach seinem Tod akribisch erforscht. Jedoch fehlt an vielen Stellen die nötige Differenzierung.

SZ PlusRezension von Guido Hausmann

Ismail Kadares letztes Buch „Der Anruf“
:Hallo, hier spricht Ihr Diktator

In seinem letzten Buch „Der Anruf“ versuchte der albanische Schriftsteller Ismail Kadare, ein Rätsel der Weltgeschichte zu lösen, das ihn lebenslang umtrieb. Und hat dabei der Unsterblichkeit seines Berufsstands, der Dichter, noch ein Denkmal gesetzt.

SZ PlusVon Sonja Zekri

Russlanddeutsche Spätaussiedler
:„Postsowjetische Belastungsstörung“

2,5 Millionen Russlanddeutsche haben hier eine neue Heimat gefunden. Ira Peter ist eine von ihnen und erzählt von alten Bräuchen, Diktaturerfahrungen und dem Unwillkommensein.

SZ PlusVon Cord Aschenbrenner

Zum Tod von Schachweltmeister Boris Spasski
:Das Glück im Scheitern gefunden

Boris Spasskis Name blieb stets verbunden mit dem Schach-Jahrhundertmatch während des Kalten Kriegs – und seiner Niederlage gegen Bobby Fischer. Dabei interessierte er sich nie für Politik, umso mehr aber für die Menschen, die er traf.

Nachruf von David Kulessa

Deutsche Russlandpolitik seit der Wiedervereinigung
:Falsch abgebogen

Der Historiker Bastian Matteo Scianna hat für die deutsche Russlandpolitik die Metapher vom „Sonderzug nach Moskau“ erdacht.  Schonungslos zeigt er die Fehler von Kohl, Schröder, Steinmeier und Merkel auf.

SZ PlusRezension von Daniel Brössler

Olga Grjasnowa: „Juli, August, September“
:Die Erinnerung ist ein unzuverlässiges Biest

In Olga Grjasnowas „Juli, August, September“ fragt sich eine junge Mutter: Wie jüdisch sind wir eigentlich? Und welche Geschichten gebe ich meinen Kindern weiter? Ein berührend suchender Familienroman.

SZ PlusVon Christiane Lutz

SZ JetztIdentität
:Ich, eine Russlanddeutsche

Wenn unsere Autorin jemand nach ihrer Herkunft fragt, wird es kompliziert. Über das Gefühl, sich nirgendwo zugehörig zu fühlen – und den Wunsch nach einer Community.

SZ PlusEssay: Nina Schermal, Illustration: Federico Delfrati

Europa im Zweiten Weltkrieg
:Das Nazi-Gift der Entmenschlichung

Bis zu 230 Millionen Menschen mussten zwischen 1939 und 1945 unter deutscher Besatzung leben. Tatjana Tönsmeyer erzählt das konsequent aus der Perspektive der Betroffenen – und lässt dabei leider nationale Unterschiede außer Acht.

Rezension von Clemens Klünemann

Alfred Herrhausen
:Stillstand ist der Tod

Ein Deutsche-Bank-Chef als Cowboy der Weltgeschichte, der mal eben so die Wiedervereinigung eintütet? So porträtiert ein ARD-Mehrteiler den 1989 ermordeten Alfred Herrhausen – unbedingt sehenswert.

SZ PlusVon Lisa Nienhaus

Forschungsprojekt „Memocracy“
:„Autoritäre Regime haben Angst vor Kritik“

Die Ukraine – kein eigener Staat? Kein Pole hat je mit den Nazis kollaboriert? Immer wieder verzerren Regierungen bewusst die Geschichte. Juristin Angelika Nußberger erklärt im Interview, wie man mit solchen Lügen umgeht.

SZ PlusInterview von Jakob Wetzel

Deutsche Terrorherrschaft in Polen
:„Brutales Vorgehen, größte Härte“

Was die NS-Besatzer zwischen 1939 und 1945 in Polen angerichtet haben und warum es noch immer Streit über Reparationen gibt. Ein Überblick.

SZ PlusVon Robert Probst

Litauen
:Und jetzt alle!

Gemeinsames Singen ist in Litauen, Lettland und Estland bedeutend: Zum Liederfest in Vilnius, einer Massenveranstaltung mit Zehntausenden Besuchern, kommen viele Auswanderer zurück in ihre alte Heimat.

Von Viktoria Großmann

75 Jahre Grundgesetz
:Das Bonn-Berlin-Drama

Während die Sowjets die geteilte Stadt blockierten, erarbeitete der Parlamentarische Rat das Grundgesetz. Sabine Böhne-Di Leo erinnert an die bewegten Zeiten, als der Kalte Krieg begann.

Rezension von Cord Aschenbrenner

Stilkritik
:Blinken rockt

Wie gut das tut: US-Außenminister Antony Blinken nimmt in einer Bar in Kiew die E-Gitarre in die Hand, spielt einen alten Neil-Young-Song - und weckt Erinnerungen an Billy Joels Jahrhundert-Konzert in Leningrad.

Von Martin Zips

Abhöranlage bei München
:Lost Place aus dem Kalten Krieg

Nahe dem Schleißheimer Flugplatz hatte Radio Freies Europa bis in die Neunzigerjahre eine Anlage – allerdings nicht, um Programme nach Osten zu senden, sondern um den Funk aus dem sowjetischen Machtbereich abzuhören.

SZ PlusVon Sabine Wejsada und Robert Haas (Fotos)

Dem Geheimnis auf der Spur
:Der verschwiegene Gau

1957 ereignete sich in der Sowjetunion eine Atomkatastrophe, die fast so schwer war wie Tschernobyl. Nur erfuhr die Welt kaum von dem Unfall bei Kyschtym. Was passierte in der geheimen Anlage tatsächlich?

SZ PlusVon Fabrice Braun

Russlands Krieg in der Ukraine
:"Putin ist nicht verrückt"

Der britische Russland-Experte Mark Galeotti über die unheimliche Rationalität des Kreml-Chefs - und die wahren Gefahren für den Westen.

SZ PlusInterview von Cathrin Kahlweit

Das Politische Buch
:Sowjetisch bedrohte Zone

Christian Neef schildert die Schreckensherrschaft der Geheimdienste in Ostdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Von den "Säuberungen" im Sinne Stalins lernte auch KGB-Mann Putin für sein Willkürregime.

SZ PlusRezension von Ralf Husemann

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