Innenminister Dobrindt will bei Deutschkursen sparen – Bildungseinrichtungen und Hilfsorganisationen sind entsetzt. Sie sehen in den Kürzungen einen Rückschlag für die Integration von Ausländern und die Qualifikation dringend benötigter Arbeitskräfte.
Nachruf
:Die KämpferIN
Marlies Krämer setzte sich für die Gleichbehandlung von Frauen ein, als das noch kaum jemand tat. Auch dank ihr tragen Tiefdruckgebiete jetzt auch Männernamen. Zum Tod einer Unermüdlichen.
Tag der Muttersprache
:An der Grenze zum kulturellen Rassismus
Wer Dialekt spricht, wird im Zweifel immer noch für ein bisschen beschränkt gehalten. Das muss sich schleunigst ändern, sagt der Chef des Bunds Bairische Sprache – und er hat auch ein paar konkrete Ansätze dafür.
Sachbuch
:Der Mann, der sich an Wörtern stößt
David Hugendick ist erfolgreicher Journalist – und er stottert. Eine Eigenheit, die er in seinem Buch „Jetzt sag doch endlich was“ ergründet. So schön hat selten jemand über stockende Sprache geschrieben.
Glosse
:Das Streiflicht
Playmobil-Figürchen waren bislang eiserne Schweiger. Jetzt wurde spruchreif, dass sie bald reden können. Ist das eine gute Nachricht?
Sprachkritik
:Kulturschaffende: Schafft euch ab!
Ein Begriff aus dem Wörterbuch des Nationalsozialismus wird immer populärer als Selbstbezeichnung von Künstlern und Medienmenschen. Warum stört das keinen?
SZ-Kolumne Typisch deutsch
:In Damaskus wird jetzt auffällig häufig Deutsch gesprochen
Millionen Syrer haben in den vergangenen Jahren in Deutschland gelebt, gelernt und gearbeitet. Für viele ist Deutsch Teil ihres Alltags, ihrer Identität - und damit kehren sie nun zurück.
Nordrhein-Westfalen
:Wer nicht gut genug Deutsch spricht, muss ein Jahr früher zur Schule
Jeder dritte angehende Grundschüler in NRW fällt durch den vorschulischen Sprachtest. Künftig sollen alle, die das betrifft, schon mit fünf Jahren Deutschunterricht bekommen.
Sprache
:„Sondervermögen“ ist Unwort des Jahres
Der Gebrauch des Begriffs in der öffentlichen Kommunikation verdecke, was mit ihm eigentlich gemeint sei – nämlich die Aufnahme von Schulden, so das Urteil der Jury.
Deutscher Alltag
:Wann sind wir?
Das Jahr 2026 wird mancherorts Verspätung haben, weil das vorausfahrende Jahr 2025 noch nicht angekommen sein wird. Ein Rückblick mit Zukunft.
Wer spricht noch Bairisch?
:Ausgleichsbairisch statt echter Dialekt: Was Sprachforscher per App herausgefunden haben
Mit der App „DaBay“ versuchen Forscher herauszufinden, wie intensiv in Bayern noch Bairisch, Fränkisch und Schwäbisch gesprochen wird. Eine Erkenntnis: Der Dialekt stirbt nicht aus – aber er verändert sich.
Sprache
:„KI-Ära“ ist Wort des Jahres 2025
Der Einfluss der KI stehe für einen „epochalen Wandel“, so die Jury. Auf dem zweiten Platz landet der Ausdruck „Deal“, eines der Lieblingswörter von US-Präsident Donald Trump.
Haftbefehl
:Ach du meine Goethe
Stehen die Texte des Rappers Haftbefehl auf einer Stufe mit den großen deutschen Klassikern? Was seine Sprache so besonders macht – und weshalb sie trotzdem nicht gleich auf den Stundenplan muss.
Lyrik und Rap
:„Deepe Message in die Fresse“
Rapper wie Haftbefehl haben die vulgäre Pöbelei auf Deutsch in Mode gebracht? Keineswegs. Ein Blick in die Literaturgeschichte zeigt: Leidenschaftlich beschimpft haben sich Dichter schon vor Jahrhunderten.
Georg-Büchner-Preis
:Zwischen allen Fronten
Die Akademie für Sprache und Dichtung verleiht ihre wichtigsten Preise an Ursula Krechel, Dan Diner und Ilma Rakusa, und ein Wochenende lang geht es um Wahrheit, Lüge und wie man der simplen Empörung widersteht.
Interview mit Sprachforscher
:„Es gibt leider viele Vorurteile über die deutsche Sprache“
Was ist eigentlich schönes Deutsch? Ein Gespräch mit dem Sprachforscher Roland Kaehlbrandt über Weltschmerz, die Texte von Herbert Grönemeyer – und „Das crazy“, das Jugendwort des Jahres.
Sprache
:„Das crazy“ ist Jugendwort des Jahres
Das hat der Langenscheidt-Verlag auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.
„Jugendwort des Jahres“
:Heute noch tuff, morgen schon cringe
„Das crazy“ heißt das neue „Jugendwort des Jahres“. Wahrscheinlich wird es genauso schnell wieder aus dem Sprachschatz verschwunden sein wie die meisten seiner Vorgänger. Warum erfinden Jugendliche eigentlich permanent neue Ausdrücke?
Dialekt im Freistaat
:Wie fit sind Sie im Bairischen?
Zipfelbritschn? Breznsoiza? Keine besonders freundlichen Bezeichnungen für das Gegenüber – oder? Testen Sie, wie gut Sie Mundart verstehen.
Kolumne: „Wie redet ihr denn?“
:Sie können es kaum erwarten
„Zeitenwende“, „Epochenumbruch“: Warum reden in letzter Zeit so viele das Ende der Welt, wie wir sie kennen, herbei?
Stilkritik
:Freiheit für den Apostroph
Auch in Österreich darf es künftig „Gusti’s Würstelstand“ oder „Bärbel’s Treff“ heißen. Pingeligen Worthütern stellen sich da freilich die Nackenhaare auf. Hilft aber nichts, Deppen sind längst Alltag.
MeinungTolles Wording
:Gendern pfui, Denglisch hui? Eine kleine Sprachkritik
Gendern verunstaltet „unsere schöne deutsche Sprache“? Well, das macht auch der Kanzler, wenn er Sätze mit englischen Versatzstücken bildet. Sein hybrider Ausdruck drängt eine noch wichtigere Frage auf: Welche Sprache sprechen wir überhaupt?
MeinungPro und Contra
:Ist es richtig, dass offizielle Stellen das Gendern verbieten?
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer untersagt in seiner Behörde Binnen-I und Gendersternchen. Für die einen ist dies ein Dienst an der Sprache, für andere schlicht Diskriminierung.
Bedrohte Sprachen
:Halunder soll leben
Der Student Jakob Martens möchte das alte Helgoländer Friesisch mittels künstlicher Intelligenz retten. Doch warum sollte man eine sterbende Sprache überhaupt retten wollen?
Aktuelles Lexikon
:Woher kommt das Wort Ferien?
„Feriae“ – das bezeichnete im alten Rom noch einzelne Feiertage. Doch schon Papst Silvester I. war der Meinung: Eigentlich ist jeder Tag ein „giorno feriale“.
Schule
:Viele Schüler müssen erst einmal Deutsch lernen
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund haben oft nur geringe Kenntnisse der Landessprache. Ein neues Programm soll helfen, das zu ändern. Ein Unterrichtsbesuch an der Mittelschule Lochham.
Pflegenotstand
:„Mei Knie tut weh wie d'Sau“
Warum spricht der Patient im Bett von einem Schwein? Viele ausländische Pflegekräfte tun sich schwer mit den Dialekten ihrer Patienten. In Markgröningen lernen sie jetzt Schwäbisch.
MeinungSprachmodelle
:Man kann sich kaum noch vor der pappsüßen KI retten
Nachrichten, die vor Freundlichkeit triefen, überfluten unsere Postfächer. Selbstgeschriebene, ungeschliffene Texte sind bald nur noch Liebhaberstücke.
MeinungSZ JetztDeutsche Eigenheiten
:Wieso imitieren Deutsche so gerne Dialekte?
Mundart, stellt unser Autor fest, löst in seinen Landsleuten viel aus, und sichert nicht nur ihm auf Partys zuverlässig Lacher. Von Schrippen und Semmeln – und Überheblichkeit.
Bayerisches R
:Rrrroll für mich, Bayern!
Die Bayern sind bekannt für ihr gerolltes Zungenspitzen-R. Vor 300 Jahren war das noch anders: Da wurde im gesamten deutschsprachigen Raum noch fleißig gerollt. Dann wanderte das R von der Zungenspitze in den Rachen – nur in Bayern blieb es ganz weit vorne. Warum eigentlich?
Sprachkritik
:Krieg den Phrasen! Aber proaktiv!
„Und scho sama wieda draußn!“: Wer in einem Wiener Kaffeehaus einen „Caffè Latte“ bestellt, muss damit rechnen, dass der Ober ihn des Hauses verweist. Richtig so?
Gymnasien in Bayern
:Das waren die Aufgaben im Deutsch-Abitur 2025
5900 Schülerinnen und Schüler brüteten im Freistaat über diesen Prüfungsfragen. Hätten Sie die Antworten gewusst?
Sprachlabor
:Wie entsteht Heu?
Ferner: Trump, der sich nun wie ein Monarch gebiert.
Ostern
:Feiert die Eier!
Ostereiersuche mal anders: Diese Zeitungszeilen enthalten mehr als 200-mal den Laut „ei“. Wie fein!
Deutschtests für Kindergartenkinder
:„Bürokratischer Irrsinn, diagnostischer Unsinn“
Der Bayerische Lehrerverband hat eine klare Meinung zu den ersten Deutschtests für Tausende bayerische Kindergartenkinder und hinterfragt die Effizienz des Verfahrens. Dass die Elternbriefe komplex und kaum verständlich sind, macht die Sache nicht leichter.
Reaktion auf Pisa-Schlappe
:Verpflichtende Sprachtests für Kita-Kinder: Chaos oder Segen?
Bis Anfang Mai werden Zehntausende bayerische Kinder in ihren künftigen Grundschulen getestet. Wer nicht gut genug Deutsch kann, bekommt Förderunterricht, damit der Start in der Schule klappt. Aber wie gut funktioniert das vor Ort?
Sprachlabor
:Zu Wasser und Luft
Ferner die Kunde, dass Pilze „Hinterpolige“ sind.
Kolumne „Schön doof“
:Du, ich, Groko, jetzt
Friedrich und Lars duzen sich. Das Trend-Pronomen hat sich durch deutsche Unternehmen und bis in die Koalitionsverhandlungen gekämpft. Von Erfolgen und Grenzen der zweiten Person Singular.
Sprachlabor
:Zweite und erste Frau
Ferner: Warum „Ungläubige“ in Gänsefüßchen gehören
Sprachlabor
:Fehlgebiert
Ferner: Sind Anschläge per se gleich Attentate?
Glosse
:Das Streiflicht
Bewegung im Reich der Wörter: Angela Merkel verwahrt sich gegen den Titel „Putinversteherin“, und als teuerstes Wort – 50 Milliarden Euro wert – konnte sich „Zusätzlichkeit“ etablieren.
18 Monate vor der Einschulung
:Bayern prüft Deutschkenntnisse bei Kindern – verpflichtend
Mit schlechten Sprachkenntnissen ist die Einschulung von Kindern schwierig. Damit niemand durchs Raster fällt und schon in der ersten Klasse frustriert abschaltet, werden Mädchen und Jungen ab sofort schon im Kindergartenalter geprüft. Das klingt dramatischer, als es ist.
Protestaktion
:Tausende Tassen für Friedrich Merz
Friedrich Merz sagte im Wahlkampf, er wolle Politik für die Mehrheit der Menschen machen, die „alle Tassen im Schrank“ haben. Daraufhin schickten Hunderte Leute ihr überflüssiges Porzellan an die CDU-Parteizentrale.
Aktuelles Lexikon
:Macker
Etikett, das die Grünen nun Markus Söder zuweisen. Ist von ihnen nicht als Kompliment gemeint.
Sprachlabor
:Geht schon!
Warum das Komma nicht nur für den Opa wichtig ist.
Sprachlabor
:Merz’ Wähnen
Ferner: Ein Baby-Hacker oder ein Hacker-Baby sowie die Frage, wer schlauer ist, das Huhn oder der Hahn?
Das Bairische ist bedroht
:„Jetzt schnabeln sogar de oidn Weiber auf Englisch!“
Die deutsche Sprache wird malträtiert wie selten zuvor - und das Bairische droht ganz zu verschwinden. Und das, obwohl Dialekt besonders viele Emotionen weckt. Über die Wege zu seiner Rettung gibt es unterschiedliche Ansichten. Ein Essay zum Tag der Muttersprache.
Kulturvermittlerin im Gefängnis
:„Was im Haftbefehl steht, ist für mich nicht entscheidend“
Vor ihr sitzen Mörderinnen oder Enkeltrick-Betrügerinnen: Die ehemalige Mittelschullehrerin Alexandra Prechtel bietet in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim Deutschunterricht, Mal-Zeit und Lesungen an. Über einen Job hinter Mauern.