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Newsblog zu Corona und Reisen:Spanien und Portugal zählen zu neuen "Hochinzidenzgebieten"

Windiges Wetter auf Mallorca

Am 23. Januar herrscht stürmisches Wetter auf Mallorca - und auch das RKI hat keine erfreulichen Meldungen für Spanien.

(Foto: dpa)
  • Die Coronavirus-Pandemie hat das Reisen in ungekannter Weise verändert. Was müssen Urlauber beachten? Wo gelten welche Regeln, wo gibt es eine Reisewarnung? Welche Grenzen öffnen oder schließen sich wieder? Aktuelle Nachrichten im Überblick.
  • Erstmals stuft Deutschland einige Staaten als Corona-Hochrisikogebiete ein.
  • Die Seychellen erlassen geimpften Touristen aus einer ganzen Reihe von Ländern - darunter Deutschland - die Quarantäne.
  • Was Sie jetzt zum Reisen wissen sollten: Fragen und Antworten zu Urlaub in Zeiten der Pandemie finden Sie hier.

Spanien und Portugal unter den Hochinzidenzgebieten

22. Januar: Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung - mit Wirkung ab 24. Januar - erstmals mehr als 20 Länder als Hochinzidenzgebiete ein, für die dann leicht verschärfte Einreiseregeln gelten. Wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilte, handelt es sich um folgende Länder: Ägypten, Albanien, Andorra (Fürstentum Andorra), Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Estland, Iran, Israel, Kolumbien, Kosovo, Lettland, Libanon, Litauen, Mexiko, Montenegro, Nordmazedonien, Palästinensische Gebiete, Panama, Portugal, Serbien, Slowenien, Spanien, Tschechien, USA.

In die Kategorie der Virusvarianten-Gebiete für Regionen und Länder mit einem besonders hohen Infektionsrisiko durch Mutationen fallen derzeit Brasilien, das Vereinigte Königreich, Irland und Südafrika.

Reisende aus "normalen" Risikogebieten müssen sich spätestens 48 Stunden nach Einreise in Deutschland auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie zehn Tage in Quarantäne, können sich davon allerdings durch einen zweiten negativen Test ab Tag fünf vorzeitig befreien lassen. Der Unterschied bei den Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten: Der Test muss bereits höchstens 48 Stunden vor Einreise erfolgen. Außerdem können die Ausnahmeregeln für die Quarantäne eingeschränkt werden. Das ist aber Sache der einzelnen Bundesländer.

Bei den "normalen" Risikogebieten gibt es zum 24. Januar kaum Veränderungen. Neu auf dieser RKI-Liste sind die französischen Überseegebiete Mayotte und Saint-Barthélemy sowie Malaysia als ganzes Land. Entwarnung kommt lediglich für die Regionen Attika und Nördliche Ägäis in Griechenland und die Provinz Innlandet in Norwegen.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Urlauber können bereits gebuchte Reisen stornieren.

Seychellen erleichtern Einreise für Geimpfte

21. Januar: Der Inselstaat im Indischen Ozean setzt ein erstes Zeichen in der Frage, ob das Reisen für Menschen mit Impfschutz gegen Corona erleichtert werden sollte: Geimpfte Touristen aus bestimmten Ländern - dazu gehört auch Deutschland - dürfen nach Angaben des Auswärtigen Amts ab sofort ohne Quarantäne ins Land. Voraussetzung ist, dass sie beide Spritzen erhalten haben und seit der zweiten Impfung mindestens zwei Wochen vergangenen sind. Zusätzlich müssen sie einen negativen PCR-Test vorlegen. Für nicht-geimpfte Reisende bleibt es bei einer zehntägigen Quarantäne. Und ganz gleich, ob mit oder ohne Immunisierung: Nach der Rückkehr nach Deutschland ist die Selbstisolation in jedem Fall Pflicht, denn die Seychellen gelten aus deutscher Sicht als Corona-Risikogebiet.

Strengere Regeln für Brasilien-Rückkehrer

19. Januar: Auch in Brasilien kursieren besonders ansteckende Mutationen des SARS-CoV-2-Erregers. Das südamerikanische Land wird deshalb nun vom Robert-Koch-Institut als Virusvarianten-Gebiet geführt wie zuvor schon Großbritannien, Irland und Südafrika. Wer von dort nach Deutschland zurückkehrt, muss bereits bei der Einreise ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen. Unabhängig davon bleibt es bei der Verpflichtung, sich umgehend in Quarantäne zu begeben. Sie kann frühestens nach fünf Tagen durch einen weiteren Test beendet werden.

Einreise nach Großbritannien nur noch mit negativem Corona-Test

18. Januar: Wer nach Großbritannien will, muss nun einen negativen Test bereits vor der Ankunft machen; dieser darf nicht länger als 72 Stunden zurückliegen. Trotzdem müssen Einreisende in eine zehntägige Quarantäne - egal, aus welchem Land sie kommen. Die Selbstisolation kann frühestens ab dem fünften Tag durch einen weiteren negativen Corona-Test beendet werden. Die Regelung soll bis mindestens Mitte Februar gelten.

Die britische Regierung hat die Einreiseregeln verschärft, um sich effektiver vor der Einschleppung neuer Corona-Varianten aus anderen Ländern zu schützen. Für Brasilien, wo Mutationen entdeckt wurden, und mehrere andere südamerikanische Länder sowie Portugal gilt sogar ein Einreiseverbot.

Australien will Grenzen wohl auch 2021 geschlossen halten

18. Januar: Australien lässt internationalen Reiseverkehr voraussichtlich auch 2021 nicht zu. "Ich denke, das ist die große Frage. Aber ich glaube, die Antwort ist Nein", sagte der Chefmediziner der australischen Regierung, Brendan Murphy. Selbst wenn ein großer Teil der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft sei, könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Geimpften es weiterhin an andere übertragen könnten. "Ich denke, dass es den größten Teil dieses Jahres immer noch erhebliche Grenzbeschränkungen geben wird", so Murphy.

Das Land hat seine Grenzen seit März 2020 geschlossen. Auch wegen dieser Maßnahme ist Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern vergleichsweise sehr glimpflich durch die Pandemie gekommen. Es wurden insgesamt bisher knapp 29 000 Infektionen verzeichnet, etwa 900 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Das Leben ist vielerorts mittlerweile wieder relativ normal. Für zahlreiche Reiseunternehmen, Fluggesellschaften und Familien, die Angehörige im Ausland haben, seien die Pläne aber eine bittere Nachricht, so das Nachrichtenportal news.com.au.

Strengere Test-Pflichten nach Aufenthalt in Risikogebiet

13. Januar: Deutschland setzt im Kampf gegen das Coronavirus - wie schon im Sommer - auf verpflichtende Tests für Reiserückkehrer: Wer sich in den zehn Tagen vor seiner Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss künftig spätestens 48 Stunden nach seiner Rückkehr einen negativen Test vorweisen. Das sieht der Entwurf einer Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den das Bundeskabinett beschlossen hat. Sie soll am 14. Januar in Kraft treten.

Noch strenger sind die Regeln für Rückkehrer aus Staaten, in denen die Infektionszahlen besonders hoch sind oder neue ansteckendere Virus-Varianten kursieren. Sie müssen schon vor der Einreise zum Test gehen und das Ergebnis beispielsweise der Fluggesellschaft vorlegen. Als Gebiete mit besonders hohen Infektionszahlen sollen Länder gelten, in denen es mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen gibt.

Unverändert in Kraft bleibt die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten: Frühestens nach fünf Tagen darf man sich testen lassen, um bei einem negativen Ergebnis die ansonsten zehntägige Selbstisolation vorzeitig zu beenden. Außerdem wird eine Online-Registrierung unter www.einreiseanmeldung.de verlangt. Ab 1. März erhalten Einreisende dann auch per SMS Informationen über die in Deutschland geltenden Einreise- und Infektionsschutzmaßnahmen.

Österreich verlangt Online-Registrierung

12. Januar: Österreich verlangt von Einreisenden ab Freitag eine Online-Registrierung. Ausnahmen gibt es lediglich für Pendler, für den Transit sowie bei familiären Notfallsituationen, wie aus der entsprechenden Verordnung des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Erfasst werden Name, Geburtsdatum und Mail-Adresse sowie die Wohn- und die Aufenthaltsadresse in Österreich (hier finden Sie das Formular). Nach 28 Tagen sollen die Daten wieder gelöscht werden. An den Quarantänepflichten für Einreisende ändert sich nichts: Zehn Tage lang müssen sie sich isolieren, ab dem fünften Tag können sie sich "freitesten". Nur einige wenige Herkunftsländer wie Australien, Finnland, Japan oder Neuseeland sind davon ausgenommen.

Dänemark verschärft Reisebeschränkungen für alle Länder weltweit

11. Januar: Außenminister Jeppe Kofod rät den Dänen vor jeglichen Reisen ins Ausland ab, auch Dienstreisen sollten nicht mehr stattfinden. Zugleich werden nur noch Personen ins Land gelassen, die einen triftigen Grund für die Einreise haben und einen negativen, maximal 24 Stunden alten Corona-Test vorweisen können, wie Justizminister Nick Hækkerup sagte. Als triftige Gründe gelten etwa Besuche naher Angehöriger. Andere bislang ausreichende Gründe - etwa ein Studium oder Au-pair-Aufenthalt - werden vorübergehend gestrichen. Für Einwohner der Grenzregionen in Deutschland und Schweden sowie den Warentransport und Transitverkehr sollen aber Ausnahmen gelten. Weil aber Teststationen überlastet waren, wurden zahlreiche Grenzpendler ohne Zertifikat abgewiesen oder warteten stundenlang auf einen Schnelltest. Insgesamt wurden am Montagmorgen 600 Menschen an der deutsch-dänischen Grenze abgewiesen.

Menschen aus Schleswig-Holstein sowie aus Südschweden mit triftigem Einreisegrund - dazu zählen ein Arbeitsplatz in Dänemark sowie nahe familiäre Kontakte und feste Beziehungen - müssen einen negativen Corona-Test vorweisen können, der höchstens eine Woche alt ist. Ohne einen solchen Grund muss ein negativer Test vorgelegt werden, der nicht älter als 24 Stunden ist. In Schleswig-Holstein lebende Dänen können ohne Einreisegrund und Corona-Attest einreisen. Die verschärften Reisebeschränkungen sind wie andere Corona-Maßnahmen in Dänemark zunächst bis zum 17. Januar in Kraft. Außenminister Kofod sagte, man sei besonders besorgt, dass ansteckendere Virus-Varianten nach Dänemark eingeschleppt werden. Die zunächst in England aufgetretene Corona-Mutation ist bereits einige Dutzend Mal im Land nachgewiesen worden.

© SZ.de/ihe/kaeb/edi/mit Material von dpa/Reuters/AFP
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