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Newsblog zu Corona und Reisen:Nachtzugverbindungen werden zeitweise eingestellt

Unwetter Norditalien

Venedig und weite Teile Italiens sind wieder Risikogebiet.

(Foto: dpa)
  • Die Coronavirus-Pandemie hat das Reisen in ungekannter Weise verändert. Was müssen Urlauber beachten? Wo gelten welche Regeln, wo eine Reisewarnung? Welche Grenzen öffnen oder schließen sich wieder? Aktuelle Nachrichten im Überblick.
  • Das Nachtzugangebot aus Österreich und der Schweiz nach Deutschland wird für mehrere Wochen fast komplett eingestellt.
  • Die Liste der Corona-Risikogebiete wächst weiter, auch die Ausnahmen für die Türkei werden gestrichen. Die Reisewarnung für die Kanaren dagegen entfällt wieder.
  • Was Sie jetzt zum Reisen wissen sollten: Fragen und Antworten zu Urlaub in Zeiten der Pandemie finden Sie hier.

Schleierfahndung in Grenzgebieten soll ausgeweitet werden

28. Oktober: Reisen nur noch, wenn es unbedingt nötig ist, diese politische Devise gilt im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland ebenso wie in vielen Nachbarländern. Zusätzliche Kontrollen oder Grenzschließungen wie noch im Frühjahr sind von deutscher Seite aber derzeit nicht geplant. In den grenznahen Regionen soll allerdings verstärkt darauf geachtet werden, dass sich Rückkehrer aus Risikogebieten an die Quarantäne-Auflagen halten: "Dazu wird die Schleierfahndung an allen deutschen Grenzen in einem Radius von 30 Kilometern intensiviert, um auch bei denjenigen, die per Auto aus Risikogebieten einreisen, die Einhaltung der Corona-Bestimmungen kontrollieren zu können", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der Bild-Zeitung.

Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich künftig auch elektronisch registrieren: Die Entwicklung der Digitalen Einreiseanmeldung ist laut Bundesinnenministerium abgeschlossen. Sie ersetzt die bisher verwendeten Aussteigekarten und kann voraussichtlich ab 8. November auf dem Smartphone, dem Tablet oder über den PC abgerufen werden.

Innerhalb von Deutschland sind im November überhaupt keine touristischen Reisen mehr erwünscht: Ab 2. November dürfen Übernachtungsangebote "nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt" werden, beschlossen Bund und Länder am 28. Oktober. Das Übernachtungsverbot ist Teil des Maßnahmenpakets gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus. Auch auf Besuche bei Verwandten solle verzichtet werden, ebenso wie auf "überregionale tagestouristische Ausflüge", so der eindringliche Appell.

ÖBB-Nachtzüge fallen für mehrere Wochen aus

28. Oktober: Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) stellen wegen der Pandemie vorübergehend wieder den Großteil ihrer Nachtzüge nach Deutschland ein. Zwischen 8. November und 2. Dezember entfallen alle Nightjet-Verbindungen aus Österreich und der Schweiz nach Deutschland mit Ausnahme der Strecke Wien-Berlin, wie ein ÖBB-Sprecher sagte. Wegen steigender Infektionszahlen und Reisebeschränkungen sei die Auslastung stark gesunken.

Konkret geht es um die Strecken Wien-Hamburg, Wien-Düsseldorf, Innsbruck-Düsseldorf, Innsbruck-Hamburg, Zürich-Berlin und Zürich-Hamburg, außerdem noch Wien-Brüssel und Innsbruck-Brüssel. Betroffene Fahrgäste seien informiert worden und könnten auf Tageszüge umbuchen oder sich den Fahrkartenpreis erstatten lassen. Im Dezember sei die Wiederaufnahme rechtzeitig zu den Winterferien geplant.

Reisewarnung wieder für die gesamte Türkei

28. Oktober: Nur noch bis 8. November sind die bei deutschen Urlaubern beliebten Mittelmeerregionen Aydin, Izmir, Muğla und Antalya von der Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die Türkei ausgenommen. Seit Anfang August galt dort eine Sonderregelung: Touristische Reisen waren wieder möglich, die Urlauber mussten sich aber vor ihrer Ausreise Richtung Deutschland auf eigene Kosten auf Covid-19 testen lassen. Ab 9. November ist nun die gesamte Türkei wieder Corona-Risikogebiet, Rückkehrer müssen sich in Deutschland in Quarantäne begeben.

Dänemark schließt Grenzen für die meisten deutschen Urlauber

22. Oktober: Wegen der steigenden Infektionszahlen in Deutschland beschränkt Dänemark Urlaubsreisen zwischen beiden Ländern. Die dänische Regierung warnt Landsleute vor unnötigen Reisen nach Deutschland und will umgekehrt viele Urlauber aus Deutschland nicht mehr ins eigene Land lassen. Ausgenommen sind etwa Deutsche, die ein Ferienhaus vor Ort besitzen, wie Außenminister Jeppe Kofod sagte. Ein triftiger Grund für die Einreise kann gegeben sein, wenn ein Deutscher in Dänemark arbeitet oder seine Familie oder seinen Partner besuchen will.

Wer sich im Land aufhalte, müsse nun nicht überhastet abreisen. Eine Ausnahme gelte zudem für das an Dänemark grenzende Bundesland Schleswig-Holstein, weil dort die Infektionsrate unter 30 Fällen pro 100000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen liegt. Die Maßnahme steht in Übereinstimmung mit der vergangene Woche in der EU beschlossenen Corona-Ampel. Danach können Länder Restriktionen für Urlauber aus anderen Mitgliedsstaaten einführen, wenn die Ampel - wie mittlerweile für Deutschland - auf gelb steht. Auch andere EU-Länder wie Estland haben bereits solche Beschränkungen für Urlauber aus Deutschland eingeführt.

Polen, Schweiz und fast ganz Österreich: Neue Corona-Risikogebiete ausgewiesen - Kanarenwarnung entfällt

22. Oktober: Die Liste der Corona-Risikogebiete wächst weiter, darunter sind auch immer mehr als Reiseziele beliebte Länder und Regionen. Verbunden mit der Einstufung als Risikoregion ist immer auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Sie gilt ab 24. Oktober nun für fast ganz Österreich (nur Kärnten und zwei Gemeinden in Vorarlberg und Tirol sind ausgenommen, außerdem für die Schweiz, ebenso für große Teile Italiens, beispielsweise Rom, Mailand, Venedig, die Toskana, Sardinien und Südtirol. Immerhin eine gute Nachricht gibt es: Die Kanarischen Inseln wurden von der Liste gestrichen. Dort ist die Zahl der Neuinfektionen gesunken.

Weitere neue Risikogebiete sind nun ganz Großbritannien bis auf die Kanalinseln und Überseegebiete sowie Irland, Polen und Liechtenstein. Hinzu kommen einzelne Regionen in Bulgarien, Estland, Kroatien, Schweden, Slowenien und Ungarn.

Zu einem Corona-Risikogebiet wird ein Land oder eine Region, wenn mehr als 50 neue Covid-19-Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen registriert wurden. Damit verbunden ist in der Regel eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Wie sich die Infektionslage in ihrem Urlaubsland entwickelt, welche Hygieneregeln und Warnungen gelten, erfahren Reisende in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts, die aktuelle Liste der Risikogebiete veröffentlich das Robert-Koch-Institut.

Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss aber entweder einen aktuellen Nachweis vorlegen, dass er nicht mit Covid-19 infiziert ist, oder sich nach der Heimkehr testen lassen - und in Quarantäne, bis das negative Ergebnis vorliegt.

Mecklenburg-Vorpommern hebt Quarantänepflicht auf

17. Oktober: Entspannen an der Ostsee? Das war für Menschen aus Corona-Risikogebieten zumindest in Mecklenburg-Vorpommern bislang so gut wie unmöglich: Sie mussten mindestens fünf Urlaubstage in Quarantäne verbringen, bevor ein zweiter negativer Covid-19-Test ihnen den Weg in die Städte und an die Strände freimachte. Doch das soll sich vom 21. Oktober an ändern.

Nach wochenlangem Streit und wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche darauf, dass ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Die bislang strenge Regelung galt nur in Mecklenburg-Vorpommern, war die bundesweit schärfste und hatte für massive Kritik gesorgt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen lange Zeit auf dem Sonderweg bestanden, lenkte nun aber angesichts abschlägiger Urteile zum Beherbergungsverbot in einer Reihe anderer Bundesländer ein.

Schweiz schickt Urlauber aus Berlin und Hamburg in Quarantäne

9. Oktober: In Hamburg sind schon Herbstferien, in Berlin stehen sie an - doch wer in die Schweiz reisen will, müsste dort die Ferienzeit in Quarantäne verbringen: Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen stuft das Schweizer Bundesamt für Gesundheit sowohl das Land Berlin als auch das Land Hamburg als Risikogebiete ein. Die Bestimmungen treten am 12. Oktober in Kraft. Wer seine Hoffnungen jetzt auf einen negativen Corona-Test setzt, wird doppelt enttäuscht: In der Schweiz entbindet auch dieser nicht von der Pflicht, sich zehn Tage zu isolieren.

Ähnliche Bestimmungen gelten bereits für einige Regionen in Frankreich, Österreich und Italien sowie für Dutzende Länder weltweit. Ausgenommen sind generell Grenzgebiete, weil dort viele Menschen leben, die als Pendler in der Schweiz arbeiten. Dort steigen die gemeldeten Infektionszahlen sprunghaft, am 9. Oktober waren es knapp 1500 innerhalb eines Tages.

Kreuzfahrtverband beschließt Testpflicht

8. Oktober: Nur mit einem negativen Covid-19-Test sollen Kreuzfahrt-Passagiere künftig an Bord dürfen. Die Cruise Lines International Association (Clia), größter Verband der Kreuzfahrtindustrie, teilte mit, dass der Test für Gäste und Crewmitglieder verpflichtend sein soll - mit sofortiger Wirkung und bindend für Schiffe mit mindestens 250 Passagieren. Wann und wie Mitarbeiter und Gäste auf das Coronavirus getestet werden, dürften die Reedereien selbst entscheiden.

Zu Beginn der Pandemie waren auch Kreuzfahrtschiffe zu Corona-Hotspots geworden, sämtliche Reisen wurden abgesagt. Ganz allmählich läuft das Kreuzfahrtgeschäft wieder an. Die Reedereien begannen mit Kurzreisen ohne Landgang, mittlerweile werden auch wieder Landausflüge angeboten. An Bord gelten Abstands- und Hygienevorschriften, Passagiere müssen ihre Körpertemperatur messen lassen. Doch das Risiko bleibt: Die Reederei Hurtigruten machte Schlagzeilen, als es auf einem ihrer Schiffe zu Infektionen kam, die man dann auch noch zu vertuschen versuchte.

© SZ.de/ihe/kaeb/edi/mit Material von dpa/Reuters/AFP
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