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Newsblog zu Corona und Reisen:Belgien und Finnland verschärfen Reiseregeln massiv

Muss die Einreise wirklich sein? Ein belgischer Polizist kontrolliert Reisende in Brüssel.

(Foto: AFP)
  • Die Coronavirus-Pandemie hat das Reisen in ungekannter Weise verändert. Was müssen Urlauber beachten? Wo gelten welche Regeln, wo gibt es eine Reisewarnung? Welche Grenzen öffnen oder schließen sich wieder? Aktuelle Nachrichten im Überblick.
  • Erstmals stuft Deutschland einige Staaten als Corona-Hochrisikogebiete ein.
  • Finnland lässt Urlauber nicht mehr einreisen, Belgien untersagt seinen Bürgern auch Ausreisen.
  • Was Sie jetzt zum Reisen wissen sollten: Fragen und Antworten zu Urlaub in Zeiten der Pandemie finden Sie hier.

Belgien und Finnland verschärfen Reiseregeln massiv

27. Januar: Bis zum 1. März sind Reisen über die belgischen Grenzen nicht mehr gestattet, sofern sie nur einem Ziel dienen: Urlaub und Freizeit. Das Verbot soll im Straßen-, Flug-, Schiffs- und Schienenverkehr kontrolliert werden. Allerdings gibt es Ausnahmen: Der Warenverkehr fließt weiterhin, und auch Besuche bei einem Ehe- oder Lebenspartner, Reisen aus beruflichen oder Studiengründen sowie für Beerdigungen naher Verwandter bleiben erlaubt. Einwohner der Grenzregion dürfen ebenfalls ins Nachbarland. Wer für sich eine der Ausnahmen in Anspruch nimmt, muss eine "ehrenwörtliche Erklärung" ausfüllen.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich vergangene Woche darauf verständigt, den Reiseverkehr angesichts besonders gefürchteter Varianten des Coronavirus auszubremsen. Belgien geht mit dem Verbot allerdings darüber hinaus. Das Königreich mit 11,5 Millionen Einwohnern will so auch seine verhältnismäßig gute Corona-Lage bewahren.

Aus demselben Grund verschärft Finnland wieder seine Reiseregeln: Um Mitternacht traten die neuen Einreisebeschränkungen in Kraft, Ausländer werden nur noch in Ausnahmefällen ins Land gelassen. Das gilt etwa für Arbeitskräfte mit wichtigen Funktionen; familiäre Gründe können ebenfalls geltend gemacht werden. Alle Einreisenden werden zu einem Corona-Test aufgefordert. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 25. Februar.

Überall können sich Reiseregeln derzeit schnell ändern - besonders aktuelle Informationen bieten die Deutschen Botschaften sowie das Auswärtige Amt in seinen Länderinformationen.

Auch Island lässt geimpfte Touristen ohne Quarantäne einreisen

25. Januar: Solche Nachrichten freuen Menschen mit Fernweh und die Touristikbranche - Island erlaubt Menschen, die bereits gegen das Coronavirus geimpft sind, mit einem Nachweis einzureisen. Damit entfallen die zwei PCR-Tests, die sonst bei der Ankunft sowie nach fünf bis sechs Tagen Quarantäne vorgeschrieben sind. Ebenfalls von Test und Quarantäne befreit sind Reisende, die nachweislich von einer COVID-19-Infektion genesen sind.

Spanien und Portugal unter den Hochinzidenzgebieten

22. Januar: Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung - mit Wirkung ab 24. Januar - erstmals mehr als 20 Länder als Hochinzidenzgebiete ein, für die dann leicht verschärfte Einreiseregeln gelten. Wie das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilt, handelt es sich um folgende Länder: Ägypten, Albanien, Andorra (Fürstentum Andorra), Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Estland, Iran, Israel, Kolumbien, Kosovo, Lettland, Libanon, Litauen, Mexiko, Montenegro, Nordmazedonien, Palästinensische Gebiete, Panama, Portugal, Serbien, Slowenien, Spanien, Tschechien, USA.

In die Kategorie der Virusvarianten-Gebiete für Regionen und Länder mit einem besonders hohen Infektionsrisiko durch Mutationen fallen derzeit Brasilien, Großbritannien, Irland und Südafrika.

Reisende aus "normalen" Risikogebieten müssen sich spätestens 48 Stunden nach Einreise in Deutschland auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie zehn Tage in Quarantäne, können sich davon allerdings durch einen zweiten negativen Test ab Tag fünf vorzeitig befreien lassen. Der Unterschied bei den Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten: Der Test muss bereits höchstens 48 Stunden vor Einreise erfolgen. Außerdem können die Ausnahmeregeln für die Quarantäne eingeschränkt werden. Das ist aber Sache der einzelnen Bundesländer.

Bei den "normalen" Risikogebieten gibt es zum 24. Januar kaum Veränderungen. Neu auf dieser RKI-Liste sind die französischen Überseegebiete Mayotte und Saint-Barthélemy sowie Malaysia als ganzes Land. Entwarnung kommt lediglich für die Regionen Attika und Nördliche Ägäis in Griechenland und die Provinz Innlandet in Norwegen.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Urlauber können bereits gebuchte Reisen stornieren.

Seychellen erleichtern Einreise für Geimpfte

21. Januar: Der Inselstaat im Indischen Ozean setzt ein erstes Zeichen in der Frage, ob das Reisen für Menschen mit Impfschutz gegen Corona erleichtert werden sollte: Geimpfte Touristen aus bestimmten Ländern - dazu gehört auch Deutschland - dürfen nach Angaben des Auswärtigen Amts ab sofort ohne Quarantäne ins Land. Voraussetzung ist, dass sie beide Spritzen erhalten haben und seit der zweiten Impfung mindestens zwei Wochen vergangenen sind. Zusätzlich müssen sie einen negativen PCR-Test vorlegen. Für nicht-geimpfte Reisende bleibt es bei einer zehntägigen Quarantäne. Und ganz gleich, ob mit oder ohne Immunisierung: Nach der Rückkehr nach Deutschland ist die Selbstisolation in jedem Fall Pflicht, denn die Seychellen gelten aus deutscher Sicht als Corona-Risikogebiet.

Strengere Regeln für Brasilien-Rückkehrer

19. Januar: Auch in Brasilien kursieren besonders ansteckende Mutationen des SARS-CoV-2-Erregers. Das südamerikanische Land wird deshalb nun vom Robert-Koch-Institut als Virusvarianten-Gebiet geführt wie zuvor schon Großbritannien, Irland und Südafrika. Wer von dort nach Deutschland zurückkehrt, muss bereits bei der Einreise ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen. Unabhängig davon bleibt es bei der Verpflichtung, sich umgehend in Quarantäne zu begeben. Sie kann frühestens nach fünf Tagen durch einen weiteren Test beendet werden.

Einreise nach Großbritannien nur noch mit negativem Corona-Test

18. Januar: Wer nach Großbritannien will, muss nun einen negativen Test bereits vor der Ankunft machen; dieser darf nicht länger als 72 Stunden zurückliegen. Trotzdem müssen Einreisende in eine zehntägige Quarantäne - egal, aus welchem Land sie kommen. Die Selbstisolation kann frühestens ab dem fünften Tag durch einen weiteren negativen Corona-Test beendet werden. Die Regelung soll bis mindestens Mitte Februar gelten.

Die britische Regierung hat die Einreiseregeln verschärft, um sich effektiver vor der Einschleppung neuer Corona-Varianten aus anderen Ländern zu schützen. Für Brasilien, wo Mutationen entdeckt wurden, und mehrere andere südamerikanische Länder sowie Portugal gilt sogar ein Einreiseverbot.

Australien will Grenzen wohl auch 2021 geschlossen halten

18. Januar: Australien lässt internationalen Reiseverkehr voraussichtlich auch 2021 nicht zu. "Ich denke, das ist die große Frage. Aber ich glaube, die Antwort ist Nein", sagte der Chefmediziner der australischen Regierung, Brendan Murphy. Selbst wenn ein großer Teil der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft sei, könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Geimpften es weiterhin an andere übertragen könnten. "Ich denke, dass es den größten Teil dieses Jahres immer noch erhebliche Grenzbeschränkungen geben wird", so Murphy.

Das Land hat seine Grenzen seit März 2020 geschlossen. Auch wegen dieser Maßnahme ist Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern vergleichsweise sehr glimpflich durch die Pandemie gekommen. Es wurden insgesamt bisher knapp 29 000 Infektionen verzeichnet, etwa 900 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Das Leben ist vielerorts mittlerweile wieder relativ normal. Für zahlreiche Reiseunternehmen, Fluggesellschaften und Familien, die Angehörige im Ausland haben, seien die Pläne aber eine bittere Nachricht, so das Nachrichtenportal news.com.au.

Strengere Test-Pflichten nach Aufenthalt in Risikogebiet

13. Januar: Deutschland setzt im Kampf gegen das Coronavirus - wie schon im Sommer - auf verpflichtende Tests für Reiserückkehrer: Wer sich in den zehn Tagen vor seiner Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss künftig spätestens 48 Stunden nach seiner Rückkehr einen negativen Test vorweisen. Das sieht der Entwurf einer Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den das Bundeskabinett beschlossen hat. Sie soll am 14. Januar in Kraft treten.

Noch strenger sind die Regeln für Rückkehrer aus Staaten, in denen die Infektionszahlen besonders hoch sind oder neue ansteckendere Virus-Varianten kursieren. Sie müssen schon vor der Einreise zum Test gehen und das Ergebnis beispielsweise der Fluggesellschaft vorlegen. Als Gebiete mit besonders hohen Infektionszahlen sollen Länder gelten, in denen es mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen gibt.

Unverändert in Kraft bleibt die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten: Frühestens nach fünf Tagen darf man sich testen lassen, um bei einem negativen Ergebnis die ansonsten zehntägige Selbstisolation vorzeitig zu beenden. Außerdem wird eine Online-Registrierung unter www.einreiseanmeldung.de verlangt. Ab 1. März erhalten Einreisende dann auch per SMS Informationen über die in Deutschland geltenden Einreise- und Infektionsschutzmaßnahmen.

Österreich verlangt Online-Registrierung

12. Januar: Österreich verlangt von Einreisenden ab Freitag eine Online-Registrierung. Ausnahmen gibt es lediglich für Pendler, für den Transit sowie bei familiären Notfallsituationen, wie aus der entsprechenden Verordnung des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Erfasst werden Name, Geburtsdatum und Mail-Adresse sowie die Wohn- und die Aufenthaltsadresse in Österreich (hier finden Sie das Formular). Nach 28 Tagen sollen die Daten wieder gelöscht werden. An den Quarantänepflichten für Einreisende ändert sich nichts: Zehn Tage lang müssen sie sich isolieren, ab dem fünften Tag können sie sich "freitesten". Nur einige wenige Herkunftsländer wie Australien, Finnland, Japan oder Neuseeland sind davon ausgenommen.

© SZ.de/ihe/kaeb/edi/mit Material von dpa/Reuters/AFP
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