Fahnen schwenkende Menschen und "Danke, Russland"-Plakate: Nach dem Veto Moskaus gegen eine UN-Resolution zu Syrien wird der russische Außenminister Lawrow in Damaskus von jubelnden Assad-Anhängern empfangen. Bei einem Treffen mit dem syrischen Machthaber verständigen sich beide Seiten offenbar auf eine erweiterte Beobachtermission. Syrien geht indes weiter brutal gegen Aufständische vor. Frankreich und Italien ziehen ihre Botschafter aus Damaskus zurück.
Streit über die Pachtzahlungen, als Zuschussgeschäft verrufen: Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat den Pachtvertrag mit den privaten Betreibern der Rennstrecke Nürburgring gekündigt - was aber wohl ein juristisches Nachspiel haben wird. Die Betreiber wollen "nicht tatenlos zusehen" und gegen die Entscheidung vorgehen.
Nach wochenlangen Oppositionsprotesten hat der maledivische Präsident Mohamed Nasheed seinen Rücktritt erklärt. Zuvor hatten Soldaten mit Gummigeschossen auf Polizisten gefeuert. Auslöser für die Unruhen war die Festnahme eines Richters, der die Freilassung eines prominenten Regierungskritikers angeordnet hatte. Ein neuer Präsident steht schon bereit.
Kurzmeldungen
im Überblick
Der "Berliner Kreis" - eine Gruppe konservativer Politiker in der CDU - droht sich als eigener Parteiflügel zu etablieren. Auf seinem Programm steht der "Kampf gegen die Konturlosigkeit". Viele Mitglieder sind mit dem Modernisierungskurs von Parteichefin Merkel nicht einverstanden. Generalsekretär Gröhe hat die Kritiker nun ins Adenauer-Haus eingeladen.
Von
Robert Roßmann, Berlin
Ägypten ist seit 1979 einer der größten Empfänger amerikanischer Auslandshilfe. Weil das Land 19 amerikanische Stiftungsarbeiter vor Gericht stellen will, droht Washington nun mit dem Ende der Militärhilfe. Ägyptens Machthaber wiederum werfen den USA vor, die Unruhen im Land zu schüren.
Von
Reymer Klüver, Washington
Meinung
Noch lässt der Damaszener Herrscher sein Volk weiter zusammenschießen - ungestraft. Doch Assads Tage sind gezählt. Die Frage ist: Wie geht es weiter in Syrien, wo eine Versöhnung nach elf Monaten mit Tausenden Toten unvorstellbar ist und ein Militärputsch den Aufständischen nicht helfen würde? Das syrische Volk hat erschreckende Perspektiven.
Ein Kommentar von
Tomas Avenarius
Im Auftrag seines Präsidenten: Mihai Razvan Ungureanu, derzeit Chef des Auslandsgeheimdienstes, soll dem zurückgetretenen Premier Boc folgen - und Rumänien aus der Krise führen. Unklar ist jedoch, ob das Parlament dem Vorschlag zustimmen wird.
Von
Klaus Brill
Russland und China blockieren aktuell eine UN-Resolution gegen Syrien. Doch was würde diese überhaupt bringen? Wie geht es in Syrien weiter? Ein Interview mit Heiko Wimmen, Forscher bei der Stiftung Wissenschaft und Politik.
Von
Kathrin Hollmerjetzt.de
Ein CDU-Kandidat auf rot-grünen Plakaten? Was wie ein Versehen wirkt, ist die offizielle Kampagne der Konservativen in Schleswig-Holstein. Ihr Spitzenkandidat Jost de Jager zeigt sich vor der Landtagswahl farblich flexibel. Die Opposition reagiert hämisch.
Von
Jasmin Off
Meinung
Die Kanzlerin setzt im französischen Wahlkampf allein auf Amtsinhaber Sarkozy. Nicht ganz selbstlos: Dessen Herausforderer Hollande könnte ihr europapolitisches Werk zerstören. Doch je offener Merkel den chancenreichen Sozialisten jetzt brüskiert, desto mehr kostbare Zeit braucht das Zusammenraufen nach einem Sieg Hollandes.
Ein Kommentar von
Daniel Brössler
US-Präsident Obama verschärft die Sanktionen gegen Iran. Damit setzt er in dem exkalierenden Streit um Teherans Atomprogramm vorerst auf eine diplomatische statt eine militärische Lösung. Trotzdem hält er sich alle Optionen offen.
Die Lorbeeren für die deutsche Einheit bekam allein Helmut Kohl. Sein Außenminister rückte an den Rand. Doch eine neue Biographie über den FDP-Mann zeigt, wie viel Einfluss Hans-Dietrich Genscher tatsächlich hatte.
Von
Bernhard Küppers
Ein großer Stolperstein auf dem Weg zu einer Regierung aus den rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah ist aus dem Weg geräumt: der Streit um das Amt des Ministerpräsidenten. Bis zu Neuwahlen übernimmt es Präsident Abbas. Doch bei der Hamas gibt es Streit.
Meinung
Seit 60 Jahren sitzt die britische Königin Elisabeth II. auf dem Thron, präsentiert sich als pflichtbewusste und bescheidene Regentin. Formal ist sie machtlos - doch die Monarchin mischt sich durchaus ein, auf ihre ganz eigene Art. In die Geschichtsbücher eingehen wird sie wohl auch mit einem Rekord.
Ein Kommentar von
Christian Zaschke, London
Egal ob zur Koalition in Berlin oder zum Krieg in Libyen: Auf den folgenden Seiten finden Sie Nachrichten und Analysen, Hintergründe und Meinungen - das Archiv der politischen Berichte auf sueddeutsche.de.
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