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Reisen in Zeiten der Pandemie:So beginnt die Sommersaison in Europa

Spain's Phased Exit From Coronavirus Lockdown Varies By Region

Playa de Levante in Spanien

(Foto: David Ramos/Getty Images)

Wie geht es nun mit dem Reisen wieder los - und was müssen Griechenland-Urlauber unbedingt dabei haben? Ein Überblick für beliebte Ferienziele.

(Stand 3. Juli)

In Europa sind die Grenzen auch für Touristen wieder geöffnet. Die weltweite Reisewarnung ist grundsätzlich ab dem 15. Juni für die Mitgliedstaaten der EU, Großbritannien, die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein durch Reisehinweise ersetzt worden. Für derzeit drei Länder bleibt es allerdings noch bei der Warnung des Auswärtigen Amts: Norwegen und Finnland müssen erst ihre Einreisesperre für Ausländer aufheben. In Schweden ist die Zahl der Neuinfektionen aktuell zu hoch.

Fernreisen liegen tatsächlich noch in der Ferne. Für mehr als 160 Länder hat die Regierung die Reisewarnung für Touristen bis zum 31. August verlängert. Außenminister Heiko Maas rät den Deutschen zudem, vorsichtig und realistisch zu bleiben. Es komme nun "auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen an". Der Urlaub 2020 werde "wenig zu tun haben mit dem Urlaub, den man kennt" - denn überall in Europa gebe es Beschränkungen und Auflagen, "an den Stränden, in den Restaurants, in den Innenstädten". Und: Eine Rückholaktion wie im März werde es nicht noch einmal geben.

Hier ein Überblick, wie die Sommersaison in Europa beginnt.

Griechenland

Seit 18. Mai dürfen sich die Griechen wieder frei innerhalb ihres Landes bewegen und Tavernen, Bars und Badestrände besuchen. Hotels, die vor der Krise im ganzen Jahr geöffnet hatten, empfangen seit Anfang Juni wieder Gäste, die Saisonhotels ziehen seit 15. Juni nach. Ab 1. Juli öffnen die Regionalflughäfen, vorher waren schon Flüge nach Athen und Thessaloniki möglich. Museen und archäologische Stätten sind geöffnet. Zudem ist geplant, dass am Meer wie am Pool Liegen und Sonnenschirme in einem Abstand von drei bis fünf Metern voneinander entfernt stehen müssen.

Wer einreisen will - egal ob auf dem See-, Luft- oder Landweg - muss sich spätestens 48 Stunden vor der Abreise online anmelden, um bei der Ankunft einen QR-Code vorweisen zu können. Dann könnte es sein, dass die Urlauber einen kostenlosen Covid-19-Test machen müssen. Dieser ist auch für bestimmte Abflugorte vorgeschrieben, egal welche Nationalität der Urlauber hat. Bis das Testergebnis vorliegt, müssen sich die Reisende an ihrem Ziel 24 Stunden lang selbst isolieren (mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Auswärtigen Amtes).

Österreich

Das Land hat seit dem 4. Juni alle Einreisebeschränkungen gegenüber den Nachbarstaaten aufgehoben, seit 16. Juni ist auch die Grenze zu Italien wieder frei passierbar. Deutsche Italienreisende dürfen auf ihrem Weg durch Österreich nun Pausen einlegen.

In Österreich wurden die Öffnungen mit großer Erleichterung registriert. Schließlich sind deutsche Gäste mit rund 57 Millionen Übernachtungen pro Jahr das Rückgrat der Tourismusindustrie. Nachdem Gaststätten, Outdoor-Zoos und Museen schon seit 15. Mai wieder öffnen durften, konnten ab 29. Mai auch Schutzhütten, Hotels samt Wellnessbereichen, Bergbahnen und Sehenswürdigkeiten unter Auflagen in Betrieb gehen. So ist etwa außerhalb der eigenen Gästegruppe weiterhin auf einen Abstand von einem Meter zu achten. Ansonsten sind die Einschränkungen in den Hotels gering, innerhalb einer Gästegruppe wird kein Sicherheitsabstand gefordert, auch Buffets und der Besuch des hoteleigenen Wellnessbereichs sollen möglich sein. Seit 15. Juni ist das Tragen von Mund- und Nasenschutz nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie für Angestellte in manchen Dienstleistungsberufen Pflicht.

Italien

Italien hat bereits am 3. Juni seine Grenzen für EU-Bürger geöffnet und die Reisefreiheit innerhalb des Landes wiederhergestellt. Die Region Emilia-Romagna etwa, zu der Badeorte wie Rimini und Cattolica gehören, hat die Strände geöffnet, auch Strandbäder dürfen den Betrieb aufnehmen. Hotels und Campingplätze sind offen, ebenso Museen, Restaurants und, wichtig: Eisdielen. Die Betreiber der Strandbäder müssen Schirme und Liegen in einem größeren Abstand aufstellen: Pro Sonnenschirm sind zwölf Quadratmeter Fläche vorgeschrieben. Zwischen den Reihen muss ein Mindestabstand von drei Metern eingehalten werden. "Stewards" sollen Gäste zu ihrem Schirm begleiten. Pizza wird man - mit Abstand - im Strandrestaurant essen können. Oder man lässt sie sich an die Liege bringen. Toiletten und Kabinen müssen nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert werden - das dürfte eine der größten Herausforderungen für die Betreiber sein. Ausreichend Atemschutzmasken sollte man stets dabei haben und unterwegs auf Fiebermessungen gefasst sein. Seit Anfang Juni stehen auch einige der größten Touristenmagneten des Landes wieder offen - wie das Kolosseum und die Vatikanischen Museen in Rom und die Uffizien in Florenz. Seit 15. Juni dürfen auch Kinos, Theater und Opernhäuser wieder Gäste empfangen.

Spanien

Die Spanier tasten sich gerade in die Freiheit zurück. Am 21. Juni wurde nach Monaten des Corona-Lockdowns der Notstand aufgehoben, nachdem die Zahl der Neuinfektionen stark gesunken ist. Damit herrscht Reisefreiheit, die Grenzen wurden für Bürger aus den Schengenstaaten geöffnet, die 14-tägige Quarantänepflicht nach der Einreise ist entfallen. Seit 1. Juli müssen Flugreisende allerdings ein Formular im Spain-Travel-Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen. Das Formular erzeugt einen QR-Code, der bei der Einreise vorgelegt werden muss. Alternativ kann eine kostenlose App genutzt werden - und bis 31. Juli auch noch ein Papierformular. Für den Hotelbetrieb wurden Hygiene-Richtlinien erarbeitet, landesweit muss an öffentlichen Orten immer dann ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wenn der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Bereits am 15. Juni sind die ersten von bis zu knapp 11 000 deutschen Urlauber nach Mallorca aufgebrochen. Auf den Balearen-Inseln begann damit der Testlauf für den Sommerurlaub in Corona-Zeiten.

Portugal

Das Land am Atlantik hatte bisher viel weniger unter der Pandemie zu leiden als der große Nachbar Spanien, was Infektionen und Todesfälle betrifft. Nach dem Erfolg des frühen und strengen Lockdowns lief Ende April ein Drei-Phasen-Plan zu Lockerungen an. Seit dem 18. Mai dürfen die Portugiesen unter anderem wieder Restaurants, Cafés und Kneipen besuchen, seit 1. Juni Kinos, Theater und Einkaufszentren unter Auflagen. Das Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern ist stark vom Tourismus abhängig, der etwa 15 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht - die Rettung der Sommersaison war also ein wichtiges Thema. Am 15. Juni gingen die Grenzen wieder auf. Als regionale Schwerpunkte mit den meisten Neuinfektionen nennt das Auswärtige Amt derzeit den Norden, die Stadt Porto sowie den Großraum Lissabon, wo zuletzt auch wieder lokale Lockdowns angeordnet wurden.

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Schweiz

Hotels, Restaurants, Museen, Seilbahnen und andere touristische Einrichtungen proben mit einheimischen Gästen schon seit einigen Wochen den Betrieb mit Hygiene- und Abstandsvorschriften. Die Grenzen wurden am 15. Juni für Gäste aus der EU und mehreren weiteren Staaten geöffnet - ab 6. Juli allerdings wieder mit Quarantäneauflagen für Einreisende aus 29 Ländern, darunter USA, Schweden, Brasilien und Russland. Wegen steigender Fallzahlen ist dann auch ein Mund- und Nasenschutz in allen öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Viele große Sommerfeste wie das Montreux-Jazzfestival, das Filmfestival in Locarno oder das große Festival der klassischen Musik in Luzern fallen zwar aus. Weil die Beschränkung von Besucherzahlen aber immer weiter gelockert wird, planen viele Veranstalter nun doch kleinere Kulturfeste.

Frankreich

Frankreich hat länger als viele andere Länder an Ausgangsbeschränkungen festgehalten. Die Einreise aus EU- und Schengenstaaten sowie Großbritannien und Nordirland ist seit 16. Juni wieder ohne besonderen Reisegrund möglich. Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser haben für Urlauber geöffnet, auch die Restaurants empfangen im ganzen Land wieder Gäste. Freizeitangebote sind wieder verstärkt möglich, alle Strände und Parks sind zugänglich. Große Museen und Monumente dürfen ebenfalls wieder Besucher empfangen. Seit dem 25. Juni genießen Gäste auch wieder den Blick vom Eiffelturm.

Malta

Malta war von Covid-19 vergleichsweise gering betroffen. Seit 1. Juli dürfen Urlauber unter anderem aus Deutschland ohne Quarantäneauflagen wieder kommen. Sie müssen allerdings eine Selbstauskunft über ihren vorherigen Aufhenthaltsort abgeben und am Flughafen mit einem Covid-19-Test rechnen: Bei der Ankunft wird die Körpertemperatur aller Reisenden gescreent, bei Auffälligkeiten auch genauer nachgemessen. Je nach Ergebnis kann ein Test erforderlich sein. Im Land läuft der Ferienbetrieb nach der Devise Hygiene und Abstand: Restaurants sollen nach Möglichkeit nur auf der Terrasse servieren, die Strände müssen täglich gereinigt, Sonnenschirme und Liegen desinfiziert und mit mindestens zwei Metern Abstand aufgestellt werden.

Zypern

Die Mittelmeerinsel heißt Urlauber wieder willkommen - allerdings nur, wenn sie aus Ländern mit wenigen Neuinfektionen kommen. Deutschland gehört derzeit dazu, die Länderliste wird wöchentlich überprüft und je nach Infektionslage angepasst. Allerdings müssen sich auch Reisende aus Deutschland vor dem Abflug online registrieren, um einen Cyprus Flight Pass zu erhalten. Dafür ist ein Fragebogen auszufüllen und ein weitgehender Haftungsverzicht gegenüber der Republik Zypern in Bezug auf eine Covid-19-Erkrankung zu erklären. Der Flight Pass gehört ausgedruckt ins Gepäck. Nur Personen über 65 Jahren dürfen den Fragebogen mit der Hand ausfüllen, er wird dann am Flugschalter zur Verfügung gestellt. Auch mit Tests am Flughafen müssen Urlauber rechnen. Sie werden nach dem Zufallsprinzip durchgeführt, bei einzelnen ausgewählten Flügen auch bei sämtlichen Passagieren.

Kroatien

Kroatien ist vorgeprescht. Bereits seit Mitte Mai dürfen alle EU-Bürger einreisen, die an der Grenze eine Buchungsbestätigung vorweisen können. Für Bundesbürger ist ebenso wie für die Bewohner von neun weiteren Staaten Ende Mai auch diese Vorschrift gefallen: Sie müssen an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Dazu gibt es ein Formblatt, das vorab heruntergeladen werden kann. "Wir leben vom Tourismus. Es liegt in unserem Interesse, dass möglichst viele Menschen zu uns kommen", sagte der kroatische Präsident Zoran Milanović. Im Land wurden vergleichsweise wenig Covid-19-Fälle registriert. Hotels, Restaurants und Campingplätze sind geöffnet, auch die Strände. Es gilt die Abstandsregel von 1,5 Metern, die Kellner müssen Masken tragen. Auch die Fähren zu den Inseln fahren wieder.

Slowenien

Das kleine Land zwischen Alpen und Adria lässt seit 8. Juni Reisende aus Deutschland und 16 anderen europäischen Ländern ohne Auflagen ein- oder durchreisen, beispielsweise nach Kroatien. Für den Strandbetrieb an der 46 Kilometer langen slowenischen Küste gelten vorerst Einschränkungen: Im öffentlichen Raum und bei Freizeit-Aktivitäten ist ein Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten. Restaurants und Cafés dürfen seit 18. Mai nicht mehr nur auf ihren Terrassen, sondern auch wieder in Innenräumen bedienen. Seit dem 1. Juni sind wieder alle Hotels geöffnet.

Niederlande

"Bitte kommen Sie nicht einfach auf gut Glück", mahnte unlängst Ministerpräsident Mark Rutte. Urlaubsunterkünfte sollten unbedingt vorab reserviert werden, heißt es in den amtlichen Mitteilungen für Touristen. Bungalowparks öffnen stufenweise und es werden auch wieder Ferienhäuser vermietet. Seit dem 1. Juni können sie jeweils von mehreren Familien gemeinsam genutzt werden. Auf Campingplätzen und in Ferienparks stehen auch Duschen und WCs wieder zur Verfügung. Seit Monatsbeginn empfangen die Museen Besucher - vorausgesetzt, sie melden sich vorher online an. Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen jeweils maximal 30 Gäste bewirten - allerdings auch nur für die, die reserviert haben. Ab Juli sind dann bis zu 100 Gäste erlaubt.

Belgien

Auch Belgien kehrte Mitte des Monats ein Stück weit zur Reise-Normalität zurück. Seit 15. Juni sind die Grenzen für Reisende aus 31 europäischen Ländern geöffnet. Schon seit längerem dürfen Belgier zumindest Besuch von Verwandten aus dem Ausland empfangen. Zudem dürfen sie selbst zu Verwandten oder zum Einkaufen in Nachbarländer wie Deutschland oder die Niederlande fahren. Mittlerweile haben auch Restaurants, Cafés und Bars wieder den Betrieb aufgenommen.

Dänemark

Am 15. Juni hat Dänemark seine Grenzen zumindest wieder für Reisende aus Deutschland, Island und Norwegen geöffnet. Bedingung ist, dass sie mindestens sechs Übernachtungen gebucht haben. Wer als Deutscher ein Sommerhaus in Dänemark besitzt oder seinen Partner in dem Land besuchen will, durfte bereits seit Ende Mai einreisen. Einwohner Schleswig-Holsteins können zudem wieder ohne triftigen Einreisegrund über die Grenze nach Dänemark fahren.

Schweden (Reisewarnung gilt noch)

Die Warnung wird aufrechterhalten, weil "Schweden die Neuinfiziertenzahl von weniger als 50 Fällen pro 100 000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen" überschritten habe, heißt es beim Auswärtigen Amt. Die Grenzen sind für EU-Bürger jedoch geöffnet. Schweden hat mit deutlich lockereren Maßnahmen auf die Pandemie reagiert als der Rest Europas und immer noch mit vergleichsweise hohen Corona-Zahlen zu kämpfen. Mittlerweile fliegen wieder einige Maschinen aus Deutschland nach Stockholm, die Fährverbindungen etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde werden ohnehin weitgehend befahren. Und auch innerhalb Schwedens ist es seit einigen Tagen erlaubt, unbegrenzt von A nach B zu fahren.

Norwegen (Reisewarnung gilt noch)

Auf Norwegen müssen deutsche Skandinavienfans länger verzichten. Die Einreise aus Deutschland ist noch nicht ohne weiteres möglich. Es gilt eine zehntägige Quarantäne. Ob es mit dem Sommerurlaub in den norwegischen Fjorden klappt, ist deshalb fraglich. Seit 15. Juni erlauben die Norweger wieder Reisen von und ins restliche Skandinavien mit Ausnahme des schwedischen Festlands, wie Regierungschefin Erna Solberg am 12. Juni bekanntgab. Mit Blick auf Länder mit ähnlich positiven Corona-Entwicklungen wie Deutschland sagte sie jedoch: "Wir können nicht alles auf einmal öffnen. Wir müssen Schritt für Schritt vorgehen." Bis zum 20. Juli wolle man das Vorgehen überprüfen.

Finnland (Reisewarnung gilt noch)

Das Land öffnet sich für Reisende aus dem Baltikum und dem Großteil Skandinaviens. Die Grenzkontrollen für den Straßen-, Flug- und Fährverkehr nach Estland, Lettland, Litauen, Norwegen, Dänemark und Island wurden zum 15. Juni aufgehoben. Das gilt nicht für Finnlands wichtigstes Nachbarland Schweden, das derzeit noch mit verhältnismäßig hohen Corona-Zahlen fertig werden muss. Die Einreise für Touristen aus Deutschland ist noch nicht erlaubt. Deshalb gilt die Reisewarnung weiterhin. Ab 13. Juli könnte sich das ändern, dann sollen Reisen aus Ländern möglich sein, die innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner verzeichnet haben. Deutschland wäre derzeit dabei.

Island

Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik gibt internationalen Reisende seit 15. Juni die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit will die Regierung eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft geben. Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein. Kinder sind von den Tests ausgenommen. Geplant ist zudem, dass Touristen eine Tracing-App herunterladen und gebrauchen müssen, mit der Infektionsketten besser verfolgt werden können.

Großbritannien

Die Städtereise nach London oder der Roadtrip durch Cornwall könnten bald wieder möglich sein. England lockert seine im Zuge der Corona-Pandemie getroffenen Quarantäne-Vorschriften für Einreisende: Besucher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich laut einer Mitteilung des Verkehrsministeriums ab 10. Juli bei ihrer Ankunft nicht mehr selbst für 14 Tage isolieren. Nach wie vor sind sie aber verpflichtet, sich elektronisch zu registrieren und ihre Adressdaten zu hinterlassen. In Wales, Schottland und Nordirland bleibt auch die Quarantänepflicht in Kraft. Ab 4. Juli dürfen Pubs, Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und viele andere Einrichtungen wieder öffnen, die Abstandsregel wird von zwei Metern auf einen Meter verringert, sofern andere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen werden. So müssen Pub-Besucher beim Betreten ihre Kontaktdaten hinterlassen. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Großbritannien derzeit noch ab.

Tschechien

Tschechien öffnete seine Grenze schon am 5. Juni wieder für Touristen aus Deutschland, Österreich, der Slowakei und Ungarn. Ein negativer Corona-Test muss seither nicht mehr vorgelegt werden. "Wir müssen zur Normalität zurückkehren", sagte Regierungschef Andrej Babis. Deutsche machen traditionell die größte Gruppe unter den ausländischen Touristen aus - 2019 wurden mehr als zwei Millionen Übernachtungsgäste aus der Bundesrepublik gezählt. Die Prager Altstadt, vor der Krise von Overtourism gezeichnet, füllt sich allmählich wieder. Hotelgäste, die mehrere Tage bleiben, belohnt die Hauptstadt mit kostenlosen Kulturgutscheinen. Reisende treffen auf ein Land, das vom Coronavirus weitgehend verschont geblieben ist.

Slowakei

Auch die Slowakei hat die Pandemie bisher relativ gut überstanden. Seit 10. Juni dürfen Deutsche wieder einreisen, mit dem 14. Juni endete der für 90 Tage verhängte Notstand. Hotels und Wellness-Einrichtungen, Museen und Galerien, Schlösser und Burgen dürfen öffnen. Restaurants können wieder besucht werden, dort soll eine Abstandsregel von zwei Metern gelten. Mund-Nasen-Schutz ist nicht für Gäste, wohl aber für die Angestellten in Restaurants und Hotels Pflicht.

Polen

Das Land hat seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern am 13. Juni geöffnet. Einreisende EU-Ausländer und Polen müssen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne. Hotels, Einkaufszentren sowie Restaurants und Cafés sind mittlerweile geöffnet. Gleiches gilt für Friseursalons und Kosmetikstudios, Schwimmbäder und Fitnessstudios. Das Verbot der polnischen Regierung für internationale Flüge ist mittlerweile aufgehoben.

Ungarn

Ungarn hat alle Beschränkungen im Personenverkehr mit Deutschland aufgehoben, deutsche Staatsbürger können seit 7. Juni ohne Auflagen einreisen. Ungarn, die aus Deutschland zurückkehren, müssen nicht mehr 14 Tage in Heimquarantäne.

Bulgarien

Das Urlaubsland am Schwarzen Meer rüstet sich für eine Sommersaison unter Corona-Auflagen. Seit 1. Juni ist Deutschen die Einreise ohne Quarantäne gestattet. An den langen Badestränden stehen die Liegestühle bereits in großen Abständen. Dosierspender mit Desinfektionsmitteln sowie Isolierräume für Coronavirus-Fälle sollen zum Standard gehören. Die kleineren Hotels nehmen bereits heimische Touristen auf. Auch Restaurants, Cafés, Museen, Kinos sowie Fitnesszentren und Shoppingmalls sind geöffnet.

Rumänien

Auch hier werden die Schwarzmeer-Strände wieder geöffnet. Es sind aber Mindestabstände von zwei Metern zwischen Liegestühlen, Sonnenschirmen und Café-Tischen vorgeschrieben. Zudem dürfen die Rumänen seit 1. Juni frei innerhalb des eigenen Landes reisen. Der Betrieb von Gaststätten unter freiem Himmel wird erlaubt, Open-Air-Veranstaltungen dürfen bis zu 500 Teilnehmer haben. Nach Angaben der rumänischen Grenzpolizei dürfen Ausländer aber weiterhin nur als Transit-Touristen oder aus nachgewiesenen triftigen beruflichen Gründen einreisen.

Für zwei weitere, bei Deutschen besonders beliebte Urlaubsländer am Mittelmeer gibt es vorerst keine Aufhebung der Reisewarnung:

Türkei

Am 1. Juni ist der inländische Flugverkehr aufgenommen worden, seit Mitte Juni finden auch internationale Flüge statt. Für Hotels wurde ein Zertifizierungssystem erarbeitet, Tische im Restaurant und Liegestühle am Strand sollen mit größerem Abstand gestellt werden, an den Eingängen soll es Wärmekameras geben. Speisen könnten am Buffet abgepackt angeboten oder direkt am Tisch serviert werden, Zimmer nach dem Gästewechsel speziell gereinigt, gelüftet und mit Ultravioletttechnik überprüft, das Gepäck schon bei der Ankunft systematisch desinfiziert werden. Hinzu kommen Fiebermessungen und Corona-Tests direkt bei der Ankunft am Flughafen sowie Pandemieschulungen für das Personal. Die bislang im Land geltenden Einschränkungen sind seit 1. Juni gelockert: mit wiedereröffneten Cafés und Restaurants, Stränden, Parks und Museen. Die Türkei drängt auf eine Aufhebung der Reisewarnung. Das Land erfülle dafür die Kriterien, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu am 2. Juli bei einem Besuch in Berlin. Sein deutscher Amtskollege Heiko Maas sicherte ihm eine Prüfung zu. Man werde im Einklang mit der EU entscheiden.

Ägypten

Es ist weiterhin unklar, wann an beliebten Ferienorten wie Hurghada und Scharm el Scheich wieder Normalität einkehrt. Hotels sind inzwischen für einheimische Urlauber geöffnet; bis 1. Juni durften 25 Prozent der Gästebetten belegt sein, seither 50 Prozent. Die Hotels müssen unter anderem Desinfektionsmittel am Eingang bereitstellen und das Gepäck bei Ankunft und Abreise desinfizieren; sie dürfen weder ein Buffet aufstellen noch Wasserpfeifen reichen.

Für Urlauber aus dem Ausland sind die Grenzen aber nach wie vor geschlossen. Deutschlands Botschafter Cyrill Jean Nunn warnte am 9. Juni in einem Landsleute-Brief vor "weiter steigenden Gesundheitsgefahren" und riet den in Ägypten verbleibenden Deutschen, erneut über eine Heimreise nachzudenken. "Das ägyptische Gesundheitssystem stößt derzeit an seine Grenzen", schrieb Nunn.

© SZ/mai/haag/sfi/ave/dop/ihe/kaeb/edi/mit Material von dpa/aner
Haus hinter Dünen der Ostsee bei Ahrenshoop auf der Halbinsel Fischland/Darß

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