Eine der größten und härtesten Auseinandersetzungen in der deutschen Wirtschaft geht ihrem Ende entgegen: Die Deutsche Bank will Schadenersatz für ihren Ex-Vorstand Rolf Breuer leisten. Der hatte in einem Interview die Bonität des Medienkonzerns Kirch bezweifelt. Die Einigung kommt überraschend - immerhin zahlt die Bank nun eine enorme Summe. Doch Josef Ackermann will ein "intaktes Haus" hinterlassen.
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Klaus Ott
Erst verzockt ein Jung-Trader zwei Milliarden, dann brechen die Gewinne im Investmentgeschäft weg. Nun kürzt die größte Bank der Schweiz die Bonuszahlungen für ihre Investment-Banker um mehr als die Hälfte - eine kleine Gruppe von Angestellten bekommt jedoch weiterhin Hunderttausende Euro extra.
Der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau, arbeitet nun als freier Berater für die Deutsche Bank. Er soll globe Sicherheitsrisiken abschätzen.
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Zehn Jahre nach Einführung des Euros lagern noch Milliarden D-Mark versteckt in Deutschland. Tauchen sie wieder auf, sind sie oft kaputt, aber nicht verloren. Denn auch beschädigtes Bargeld wird getauscht - im Nationalen Analysezentrum in Mainz.
Ein letztes Mal präsentiert Josef Ackermann die Jahresbilanz seiner Deutschen Bank - und muss verkünden, dass ausgerechnet das Investmentgeschäft seines Nachfolgers Jain schwächelt. Über die Klagen in den USA reden der Alte und der Neue ungern. Dafür kürzen sie den Mitarbeitern die Boni.
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Jannis Brühl
Es sollten ja unbedingt zehn Milliarden Euro sein: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wollte sich mit einem glanzvollen Ergebnis verabschieden. Gemessen an dieser Zielmarke hat er den Abschied verpatzt. Zum Jahresende 2011 machte die Bank im laufenden Geschäft sogar einen Verlust. Deshalb sollen jetzt die Boni für die Mitarbeiter gekürzt werden.
Helle Aufregung in der Schweiz: Die alteingesessene Privatbank Wegelin stürzt über den Steuerstreit mit Amerika - Bankchef Konrad Hummler steht vor den Trümmern seines Lebenswerks. Nun packt auch andere Geldhäuser die Angst vor der Strafverfolgung.
Von
Wolfgang Koydl
Ausgerechnet Anshu Jain. Ausgerechnet der Mann also, der mit Boni für riskante Finanzgeschäfte mehr verdient hat als Josef Ackermann, soll in seiner kommenden Rolle als Chef der Deutschen Bank den großen Deutschland-Kümmerer geben. Er soll das "Deutsche" in der Bank erhalten. Doch Jain holen alte Affären ein.
Von
Caspar Busse, Harald Freiberger und Hans-Jürgen Jakobs
Die Deutsche Bank hatte vor Ausbruch der Finanzkrise in großem Stil Wertpapiere fabriziert, die später zahlreiche Investoren in existentielle Schwierigkeiten brachten. Davon war auch die IKB betroffen, die von der Staatsbank KfW am Ende vor dem Bankrott gerettet werden musste. Nun hofft die KfW auf Hilfe aus den USA.
Europas Schuldenkrise ist längst eine Bankenkrise. Deshalb holt Deutschland den Bankenrettungsfonds wieder hervor. Doch die Finanzinstitute werden auf europäischer Ebene gerettet - ohne Transparenz. Was die Regierungschefs der EU und die Europäische Zentralbank im Moment machen, dient vor allem den Interessen der Bankaktionäre.
Ein Gastbeitrag von
Gerhard Schick
Banken und Versicherer verhandeln mit Griechenland: Sie sollen mindestens auf die Hälfte ihrer Forderungen an das klamme Land verzichten. Doch während sie mit der Regierung um den Zinssatz feilschen, kommt der größte Gläubiger des Landes ungeschoren davon: die Europäische Zentralbank. Jetzt macht der Internationale Währungsfonds den Notenbankern Druck. Auch sie sollen Milliarden abschreiben.
Die Bundesfinanzagentur verlangt von ihren Kunden Ausweiskopien. Erboste Anleger kündigen deshalb ihre Konten, auch wenn die Agentur mittlerweile bedauert, dass ihre Anschreiben zu Irritationen geführt haben. Der Fall beschäftigt nun auch die Datenschützer.
Von
Andreas Jalsovec
Die US-Hypothekenpapiere waren Teufelszeug: Zunächst verdienten die Banken prächtig daran, doch dann stürzten sie die ganzen Welt in eine gigantische Krise. Und nun? Plötzlich sind diese Wertpapiere wieder begehrt. Die Credit Suisse kauft der US-Notenbank ein gewaltiges Paket ab.
Die Steuer soll kommen. Zur Not auch nur in den Euro-Ländern. So will es die Kanzlerin, aber ihr Koalitionspartner FDP ist strikt dagegen. Sie hat zwar eine Alternative zur Finanztransaktionssteuer, doch die dürfte der Spekulation an den Märkten kaum entgegenwirken. Und das könnte sich im Wahlkampf zu einem Problem auswachsen.
Von
Thorsten Denkler, Berlin
Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger will Aktionäre vor Unheil bewahren - zur Not mit öffentlichen Attacken auf Konzerne und Bosse. Nun gibt im Prozess um Marktmanipulationen ein früherer Aktionärsschützer Insiderhandel zu. Die Schutzgemeinschaft weist die Verantwortung von sich.
Von
Klaus Ott
Von Commerzbank bis WestLB: Bald müssen die deutschen Banken erklären, wie sie an mehr Kapital kommen wollen. Während die Commerzbank noch ein großes Finanzloch hat, kann die Deutsche Bank entspannen - allein ihre Gewinne dürften den Kapitalbedarf größtenteils decken.
Von
Harald Freiberger, Frankfurt
Sie müssen das Geld der Anleger vermehren und jonglieren tagtäglich mit Millionenbeträgen. Fondsmanager stehen unter enormem Druck, verdienen viel Geld - doch sie profitieren nur, wenn ihre Kunden gewinnen.
Von
Jörg Billina
Vernichtendes Urteil für die Regierung Orban: Mit der Abstufung Ungarns durch Fitch bewerten nun alle drei großen Ratingagenturen die Anleihen des Landes als hochriskant. Fitch wundert sich vor allem über die unorthodoxe Politik Ungarns. Die Regierung versicherte ihren Bürgern umgehend, dass die Spareinlagen sicher seien. Zumindest - bis zu einer bestimmten Grenze.
Es geht um Macht und um nationale Eitelkeiten: An diesem Dienstag berät das Direktorium der Europäischen Zentralbank über die Ernennung eines neuen Chefvolkswirts. Gute Chancen auf diese Position hat der Deutsche Jörg Asmussen, doch ein Franzose könnte ihm in die Quere kommen.
Von
Helga Einecke, Frankfurt
In der Krise gibt es ständig neue Ideen, wie man den Euro retten könnte. Dummerweise haftet vielen ein großer Makel an: Sie sind mit den existierenden Verträgen nicht vereinbar - würden also einen glatten Rechtsbruch bedeuten. Eine Übersicht.
Von
Helga Einecke
Genug von den großen Finanzkonzernen? Seit dem Lehman-Kollaps gelten mächtige Banken bei vielen Menschen als Inbegriff von Maßlosigkeit und Unmoral. Für Anleger gibt es zunehmend Alternativen, die ein paar Prozent Rendite bringen und das Gewissen beruhigen. Von Ökobanken bis zum islamischen Banking lautet das Motto: etwas weniger Gier.
Von
Jannis Brühl
Eine kleine Raiffeisenkasse in Baden-Württemberg macht vor, wie das Geschäft mit dem Geld ganz unaufgeregt ablaufen kann. Die Kunden lieben die Dorfbank und melden sich aus allen Teilen Deutschlands. Aber das Institut in Gammesfeld lehnt sie ab: Es will gar nicht wachsen.
Von
Hans von der Hagen und Sonja Sydow, Gammesfeld
Kein Zugriff auf die Computer und Blackberrys: Die Schweizer Credit Suisse verordnet ihren Händlern längere Ferien. Freiwillig würden sie nicht Pause machen. Während dieser Zeit will die Bank mögliche Betrüger in den eigenen Reihen aufspüren und vom Tricksen abhalten. Denn das kann Banken Milliarden kosten.
Von
Walter Niederberger
Unterschiedlicher könnte die Wahrnehmung kaum sein: In der Schuldenkrise verfallen die Banken in Panik und lagern ihr Geld lieber für Mini-Zinsen bei der EZB, als es untereinander zu verleihen. Die Realwirtschaft hingegen bleibt gelassen. Unternehmen und Verbände sehen bislang keine Anzeichen für eine Rezession. Dabei könnte die Verunsicherung der Banken auch sie treffen.
Von
Marc Beise und Helga Einecke
Die Banken scheuen das Risiko. Fast eine halbe Billion Euro haben sich große Finanzhäuser zuletzt bei der Europäischen Zentralbank geliehen. Jetzt wird klar: Anders als erhofft, geben sie das Geld nicht für Investitionen an Unternehmen weiter, sondern legen große Summen wiederum bei der EZB an. 411 Milliarden Euro haben sie dort mittlerweile geparkt - zu Mini-Zinsen.