:„Ich habe mich oft gefragt: Merkel, warum sagst du denn nichts?“
Die Journalistin Marieke Reimann fordert eine zweite Wende, diesmal in den Köpfen. Ein Gespräch über nicht ausrottbare Klischees, Ungerechtigkeiten – und darüber, warum einige erfolgreiche Ostdeutsche ihre Herkunft immer noch verstecken.
Podcast „Ist das gerecht?“
:Auf manche Idee der AfD hätte auch die SPD kommen können
Wer Rechtswähler erreichen will, muss mehr tun, als sie pauschal als demokratiefeindlich abzustempeln, mahnt der Görlitzer Schriftsteller Lukas Rietzschel, dessen Roman „Sanditz“ gerade für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde.
MDR
:Schaut auf diesen Sender
In Mitteldeutschland wird gerade die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entschieden. Die AfD will bei einem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt die Rundfunkverträge kündigen. Ein Besuch beim MDR, wo es um alles geht, was den Osten umtreibt.
CDU-Ministerpräsidenten
:Eine Ansage an den eigenen Kanzler
Die Ost-Ministerpräsidenten der CDU wenden sich gegen einen zentralen Punkt der Rentenreform und fordern mehr Rücksicht beim Umbau der Sozialsysteme. Sie bekommen postwendend Widerspruch – von einer Ostdeutschen.
Rechte Jugend
:Hakenkreuze und Bomberjacken sind jetzt wieder Lifestyle
Manuela Müller erzählt in Artikeln und Büchern klug und schnörkellos, wie die rechte Subkultur in ihrer Stadt Zwickau zum Mainstream wird. Hat sie noch Hoffnung? Ein Stadtrundgang.
Ostdeutschland
:Nackttanz mit der Stasi
War die Untergrundkunst der DDR letztlich ein Produkt des MfS? Eine Retrospektive und ein Buch von Gabriele Stötzer werfen eine Frage neu auf, die auch von Punks heute noch debattiert wird.
Literatur
:Ostdeutschland, später
Eine Familie, die zerfällt, in einer Welt, die aus dem Leim geht: Trotzdem heißt Angelika Klüssendorfs großes Gegenwartspanorama „Trost“. Warum? Das hat viel mit ihrem unvergleichlichen Stil zu tun.
Berlin
:Warum so arm, warum so unsexy?
Der Historiker Stefan Wolle schreibt eine Zeitgeschichte Berlins, erkenntnisreich ist das gerade für Wessis jüngerer Jahrgänge. Doch er hat Schwierigkeiten, des ewig gegenwärtigen Charakters der Hauptstadt Herr zu werden.
Journalismus
:Holger Friedrich gibt Geschäftsführung seiner Medienholding ab
Der Berliner Verleger Holger Friedrich zieht sich in den Aufsichtsrat der Ostdeutschen Medienholding zurück, die hinter Publikationen wie der „Berliner Zeitung“ steht. Die neue Führung steht bereits fest.
Landtagswahlen
:Die Grünen wollen den Absturz im Osten abwenden
Ostdeutschland gilt als Problemzone der Partei. Helfen sollen jetzt Beschlüsse für niedrigere Strompreise und bessere Bildung. Und die Grünen wollen nahbarer werden.
MeinungParteitag
:Für eine echte Wende fehlt den Grünen noch das Zeug
Cem Özdemir als Vorbild? Welchen Kurs die Partei nach dem Erfolg von Baden-Württemberg einschlagen will, ist noch immer offen. Um aber Erfolg zu haben, muss sie sich entscheiden.
Rekordtemperaturen in Deutschland
:„Heute ist der letzte Tag der extremen Hitzewelle“
Tagelang hat Deutschland unter extremen Temperaturen gelitten. Nun ist Abkühlung in Sicht. Doch zuvor drohen teils heftige Gewitter.
Interview mit Juli Zeh
:„Ein wachsender Teil der Menschen ist gar nicht mehr erreichbar“
Die Schriftstellerin Juli Zeh über das Gerechtigkeitsproblem in Deutschland, den Frust vieler Bürger und das Amt des Bundespräsidenten.
Theaterfestival in Chemnitz
:Am Limit
Gerade war Chemnitz Kulturhauptstadt Europas, jetzt gastiert dort das Festival „Theater der Welt“. Schön international, schön glänzend. Völlig unklar ist, wie es mit dem maroden Schauspielhaus weitergeht.
ExklusivJobs der Zukunft
:Welche Regionen und Branchen gewinnen und verlieren
Der deutsche Arbeitsmarkt ändert sich in den kommenden zehn Jahren drastisch. Finden Sie hier heraus, wie sich die Beschäftigung in der eigenen Stadt oder im eigenen Landkreis entwickelt.
Journalismus
:Und jetzt eine neue Welt
Der Verleger Holger Friedrich hat eine Politikberatungsfirma gegründet. Auch in seinen Zeitungen versucht er, Einfluss zu nehmen – und wirbt für mehr Offenheit gegenüber autokratischen Herrschern.
Fernsehen
:Reden wir über Zorn
Auf der Suche nach den Ursprüngen der Wut reist die ARD durch Deutschland – und stößt auf gut gelaunte Menschen. Klarer ist der Unterschied zwischen medialer und privater Stimmungslage selten zu beobachten.
Zukunftszentrum Halle
:„Wir werden kein DDR-Museum sein“
Uta Bretschneider ist seit Mai Programmdirektorin des Zukunftszentrums in Halle. Im Interview erklärt sie, was Westdeutsche noch über den Osten lernen müssen und welche Parallelen es zwischen deutscher Einheit und Bergbau gibt.
Sachbuch
:Wurde die Literatur der DDR ausgelöscht?
Ostdeutsche Literatur sei nach dem Mauerfall systematisch aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt worden, schreibt der Literaturwissenschaftler Carsten Gansel. Aber kann das stimmen?
Studie
:Ostdeutsche Wirtschaft droht Anschluss zu verlieren
Nach Ostdeutschland fließen weniger private Investitionen und Fachkräfte fehlen auch. Das bremst das Wachstum. Ohne Gegenmaßnahmen könnte der Abstand zum Westen wieder steigen.
USA
:„... und dann passiert die Krise direkt um mich herum“
Christina Morina hat als Historikerin ein Jahr in den USA gelehrt – und fragt sich nun im Buch „Das amerikanische Beben“: Helfen Vergleiche aus der Geschichte, um Trump zu verstehen? Ein Gespräch.
Kunstbiennale Venedig
:Check your Ostdeutschness
Henrike Naumann und Sung Tieu bringen Hoffnung und Horror der Wendezeit auf die Kunstbiennale in Venedig. Kann das mehr sein als Identitätsbewirtschaftung? Aber ja.
Literatur
:Zuhören, bis es wehtut
Lukas Rietzschel ist jung, ostdeutsch und erfolgreicher Schriftsteller. Also soll er sie ständig erklären: „die Ostdeutschen“. Und wenn es „die“ gar nicht gibt? Unterwegs mit einem Mann, der die Menschen manchmal selbst nicht versteht – aber es zumindest versucht.
ARD-Mittagsmagazin
:MDR streicht „Mima“
Der Umzug des „Mittagsmagazins“ zum MDR sollte ostdeutsche Lebenswirklichkeiten ins bundesweite ARD-Programm bringen. Jetzt wird es nach zweieinhalb Jahren schon wieder weggespart.
Erbschaften
:Erben? Was denn?
Zwei Prozent vom Erbschaftssteueraufkommen: Das ist der Anteil, den die Ostdeutschen haben an dem, was in Deutschland vererbt wird. Im Westen ist das vielen gar nicht klar. Natürlich ist das sozialer Sprengstoff, alte Wunden können so jedenfalls nicht heilen.
Katholische Kirche
:Kirche zu verkaufen: barock, gebraucht, Verhandlungsbasis
Die Mitglieder werden weniger, die Instandhaltung ist teuer. Also hatte Kirchenmann Sebastian Ulbrich eine Idee: Er stellte die Erfurter Crucis-Kirche bei einem Kleinanzeigen-Portal ein. Nun bekommt er Post. Viel Post.
Treibstoffversorgung
:Moskau dreht wieder am Ölhahn
Kaum beschließt der Bundestag den Tankrabatt, droht den Deutschen der nächste Ärger: In einer Woche will Russland die Durchleitung kasachischen Öls nach Schwedt beenden.
Sepp Müller
:Dieser Mann soll Mittel gegen die hohen Spritpreise finden
Er ist selten um ein schmissiges Statement verlegen und leitet eine Taskforce der Bundesregierung. Das bekommt nun seine Parteifreundin Katherina Reiche zu spüren.
Ostdeutschland
:Mit Lust aufs Unfertige
Uta Bretschneider wird Chefin des Zukunftszentrums Deutsche Einheit in Halle. Die Soziologin aus Sachsen hat ein Herz für die Provinz und wenig Berührungsängste.
Cornelia Geißler und Carsten Gansel
:Der Blick zurück
Viele Ostdeutsche fühlen sich in der Bundesrepublik noch heute benachteiligt, übergangen und um ihre Geschichte betrogen. Woran kann das liegen? Ein Gespräch mit der Literaturkritikerin Cornelia Geißler und dem Germanisten Carsten Gansel.
Literatur
:Der Ost-Erklärer, der kein Ost-Erklärer sein will
Lukas Rietzschel gilt schon länger als die junge literarische Stimme aus den neuen Bundesländern. In seinem neuen Roman „Sanditz“ steigert er sich zu großer Erzählkunst. Anruf bei einem Skeptiker, der den Hype noch nicht glauben will.
„Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“
:Chefredakteur geht drei Wochen nach Erstveröffentlichung
Gerade drei Wochen ist es her, seit die erste Ausgabe der OAZ gedruckt wurde. Bei der Nachfolge für Dorian Baganz könnte die Herkunft eine Rolle spielen.
MeinungJobs
:Warum fördert der Staat Teilzeit, wenn er Vollzeit will?
Die Politik beklagt, dass zu viele Menschen zu wenig arbeiten. Sie trägt aber mit Fehlanreizen selbst dazu bei – auf Kosten der Frauen und der Wirtschaft.
MeinungBrandenburg
:Sie probieren es jetzt mal mit Bescheidenheit
SPD und CDU haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Wie gut die Partner fortan regieren, wird Folgen für das ganze Land haben – besonders den Osten.
Journalismus
:Im Osten geht die Sonne auf
Der Verleger Holger Friedrich will mit seiner neuen „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ etwas gegen Schieflagen im gesamtdeutschen Gespräch tun. Was in den ersten Ausgaben zu Russland, der AfD oder dem Frankfurter Bahnhofsviertel zu lesen war.
Befragung
:Die Deutschen misstrauen ihren politischen Institutionen
Forscher haben die Stimmung im Land ergründet. Die Menschen sind alarmierend unzufrieden. Reformen lehnen die meisten allerdings ab – vor allem dann, wenn es um die Rente geht.
Nachruf auf Henrike Naumann
:Sie hat Möbel ernst genommen
Für Henrike Naumann war Wohnen politisch. Nun ist die 1984 geborene Künstlerin verstorben. Bis zuletzt hat sie an ihrem Beitrag für den deutschen Pavillon in Venedig gearbeitet. Ein Nachruf.
Jana Hensels neues Buch über Ostdeutschland
:Boah, Demokratie
Die Journalistin Jana Hensel erklärt die Hinwendung vieler Ostdeutscher zu einer rechtsextremen Partei mit den sozialen Verwerfungen nach der Wiedervereinigung. Das giftige Erbe der SED blendet sie aus. Und verfälscht sogar Fakten.
MeinungLandgrabbing
:Ran an die Spekulanten
Boden wird immer knapper. Das treibt die Preise für Bauland und Agrarflächen in schwindelerregende Höhen. Nur wenige profitieren, während immer mehr Menschen darunter leiden. Das kann so nicht weitergehen.
Brandenburg
:Die Koalition ist zu Ende, und die Regierung? Bleibt erst mal die alte
Nach dem Bruch des Bündnisses mit dem BSW will Brandenburgs SPD-Ministerpräsident Woidke jetzt erst einmal eine Minderheitsregierung führen – und mit der CDU reden. Kann das gutgehen?
Debatte
:Die Sieger der Geschichte
Stasi-Mitarbeiter, Kinder von NVA-Offizieren und SED-Mitglieder prägen neuerdings entscheidend das Bild dessen, was „der Osten“ will, denkt und ist. Wie konnte es so weit kommen?
Der Kabarettist Steffen Möller über Polen
:„Es gibt kein Land, dem wir ähnlicher sind“
Der Kabarettist Steffen Möller ist ein Grenzgänger zwischen Polen und Deutschland. Aber wie begegnen sich die beiden Nachbarn im Alltag? Ein Interview über Gartenzwerge, deutsch-polnisches Eheglück und die Irrwege der nationalistischen Propaganda.
Technologie
:Wenn die KI Ostdeutsche für dümmer hält
Bayern sind schlauer als Sachsen-Anhalter und ein Arzt ist ein weißer Mann mit Kittel und Stethoskop: Sprachmodelle wie Chat-GPT lernen aus dem Internet und fluten es zugleich mit Klischees und falschen Informationen. Was hilft?
Bücherschau-Eröffnung mit der Schriftstellerin Annett Gröschner
:„Bildet Banden!“
Die 66. Münchner Bücherschau im Haus der Kunst beginnt mit einer Rede der Berliner Schriftstellerin Annett Gröschner. Die versucht, sich auch in harten Zeiten das „utopische Vorstellungsvermögen“ zu bewahren.
Sachbuch
:Im Labor der Zeitenwende
Der Historiker und Journalist Simon Strauß spürt im brandenburgischen Prenzlau den Druck, unter dem das Land gerade steht – und findet ein paar ungeahnte Lösungen.
„Stadtbild“-Äußerungen
:Merz, der Belehrbare
Eine Woche lässt Bundeskanzler Friedrich Merz die Debatte um seine „Stadtbild“-Äußerungen laufen – dann erklärt er sie doch noch. Offenbar auch auf Drängen des Vizekanzlers.
MeinungDeutschland
:Aus den Niederlagen der AfD lässt sich viel lernen für die Siege der Demokraten
Die rechtsextremistische Partei eilt von einem Umfragehoch zum nächsten, doch bei Bürgermeisterwahlen hat sie zuletzt reihenweise verloren. Wäre doch schade, wenn das unterginge.
Ausladung
:Klützer Literaturhausleiter muss Schreibtisch räumen
Oliver Hintz war gedrängt worden, Michel Friedman von einer Veranstaltung in der Ostsee-Stadt wieder auszuladen – und ging an die Öffentlichkeit. Jetzt verliert er wohl seinen Job. Der Fall offenbart die Verhärtungen der deutsch-deutschen Beziehungskrise.
Brandenburg
:Lieber ohne Partei
Die SPD verliert das Rathaus in Potsdam, zum ersten Mal seit 35 Jahren. Die neue Oberbürgermeisterin ist parteilos, und das gilt auch für siegreiche Kandidaten in anderen Städten. Funktioniert die Parteiendemokratie in Brandenburg überhaupt noch?
MeinungFestakt in Saarbrücken
:Statt einer Einheitsrede hält Merz eine Leistungsrede
Der Bundeskanzler spricht weniger über West und Ost als über eine gemeinsame Kraftanstrengung. Aber seine wirtschaftsliberalen Rezepte sind schon in seiner Koalition umstritten.