Etwa 200.000 Menschen sollen in Nordkorea inhaftiert sein, darunter auch Kinder. Nun hat Pjöngjang eine Amnestie angekündigt. Doch noch ist völlig unklar, wer darunter fällt und wie viele Strafgefangene freikommen sollen.
Die neue nordkoreanische Führung greift hart durch: Bürger sollen in Arbeitslager gesteckt worden sein, weil sie bei den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Ex-Diktator Kim Jong Il nicht genug geweint haben.
Kurzmeldungen
im Überblick
Meinung
Asien rückt immer stärker in den Fokus amerikanischer Außenpolitik - erst vor kurzem haben die USA eine neue langfristige Militärstrategie bekanntgegeben. Zusätzlich sollen die Ressourcen für Diplomatie, Handel und Sicherheit in Asien aufgestockt werden. China begegnet der neuen Strategie misstrauisch, Nordkorea lehnt sie ganz ab.
Ein Kommentar von
David Shambaugh, Washington D.C.
Nordkorea schwört das Volk auf den neuen Machthaber ein: Es soll Kim Jong Un "bis zum Tode" folgen. Zugleich soll 2012 eine "Ära des Wohlstands" beginnen. Wie das darbende Land allerdings die "glänzenden Früchte" hervorbringen will, bleibt unklar. Derzeit scheitert Nordkorea sogar an der Versorgung der eigenen Bevölkerung.
Sein Vater Kim Jong Il machte sich lächerlich, weil er auf Propaganda-Fotos mit immer gleicher Pose die Vorzüge Nordkoreas anpries. Jetzt regiert Kim Jong Un in dem abgeschotteten Staat. Und siehe da: Auch der Juniordiktator kann auf Dinge zeigen. Und soll sogar Soldaten zum Weinen gebracht haben.
Nordkorea geht in die Propaganda-Offensive: Kurz vor dem 100. Geburtstag des "Geliebten Führers" Kim Il Sung lässt dessen Enkel, der neue Diktator Kim Jong Un, die Website des Zentralorgans der Kommunistischen Partei ins Internet stellen - auf Englisch. Echte Informationen enthält es nicht, das Orakeln über Nordkorea wird dennoch leichter. Die Kim-Kaffeesatzleserei ist jetzt ein Fall für die Schwarmintelligenz.
Von
Michael König und Bastian Brinkmann
Ein Jahr haben sie verhandelt - jetzt durfte die US-Nachrichtenagentur Associated Press endlich ihr Büro in Pjöngjang eröffnen. Damit verfügt AP ab sofort als einzige westliche Agentur über einen eigenen Außenposten in Nordkorea. Der bekannte Fotograf David Guttenfelder hat mit seiner Kamer bereits öfter Eindrücke aus dem abgeschotteten Land gesammelt.
Bilderblog
Meinung
Atomenergie in den Händen eines demokratischen und mit dem Westen verbündeten Iran muss keine Gefahr sein. Statt über einen Präventivschlag gegen das Land nachzudenken, sollte der Westen versuchen, die Bevölkerung zu einem "iranischen Frühling" zu ermuntern.
Ein Gastbeitrag von
Avi Primor
Der ältere Bruder des neuen nordkoreanischen Staatschefs meldet sich aus dem Exil zu Wort - und bezweifelt, dass Kim Jong Un tatsächlich die Führung des Landes innehat. Die herrschende Elite nutze ihn nur, um ihre eigene Macht zu sichern.
Kim Jong Un soll das Abbild Kim Jong IIs sein. Der Erbe übernimmt jedoch ein anderes Land als sein Vater: Nordkoreas prekäre Stabilität könnte jederzeit brechen, und das wäre für die ganze Region gefährlich. Um die eigene Macht zu erhalten, wird die herrschende Klasse des Landes ihn als Staatschef akzeptieren müssen - doch das Gerangel um Einfluß hat bereits begonnen.
Von
Christoph Neidhart
Für Nordkoreas kommunistische Partei ist es "der größte Verlust", Südkorea versetzt seine Truppen in Alarmbereitschaft, Japan drückt sein Beileid aus und China ist "tief betroffen" über das Ableben des "Genossen Kim Jong Il". Weltweite Reaktionen auf den Tod des Diktators.
Treueschwüre "unter Blut und Tränen": Kim Jong Un, Sohn der verstorbenen Diktators, ist zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte ernannt worden. Die Staatszeitung berichtete, Nordkorea werde unter ihm die "Aufgabe der Militär-Zuerst-Revolution" vollenden.
Drohungen gegen die "Marionettenregierung" des Südens, Festhalten an der "Militär-Zuerst"-Politik: Auch unter dem zum neuen Führer Nordkoreas ausgerufenen Diktatorensohn Kim Jong Un soll es keine einschneidenden Veränderungen in dem abgeschotteten kommunistischen Land geben. Die Hoffnungen des Westens auf eine vorsichtige Öffnung scheinen vergeblich.
Bilder
Die nukleare Geschichte Nordkoreas ist von vielen, mühsamen Versuchen geprägt, die Bombe in den Händen des Staatschefs Kim Jong Il zu verhindern. Ein Rückblick:
Die Menschenrechtsgruppe Pscore hilft in Südkorea Flüchtlingen aus dem Norden. Generalsekretär Bada Nam hofft, dass sich mit dem Tod des Diktators die Lage in dem abgeschotteten Land bessert. Ein Gespräch über das Erbe des Despoten, seinen Sohn und neuen Machthaber Kim Jong Un und die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der beiden Koreas.
Interview:
Bastian Brinkmann, Seoul
Martialisch rasselt Pjöngjang mal wieder mit dem Säbel und droht Südkorea. Außerdem schmäht das stalinistische Regime die USA - und weist eine UN-Resolution zur Menschenrechtssituation im Land zurück.
Kurzmeldungen
im Überblick
Der Nachfolger für Kim Jong Il steht gerade erst fest, da testet Kim Jong Un einem südkoreanischen Bericht zufolge eine Kurzstreckenrakete. Südkorea hat nach dem Tod des nordkoreanischen Machthabers sein Militär in Alarmbereitschaft versetzt.
Offiziell geht es um inhaftierte Journalisten - doch es besteht die Hoffnung auf viel mehr: Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton ist in Pjöngjang mit Staatschef Kim Jong Il zusammengetroffen. Es ist das erste Mal seit neun Jahren, dass ein US-Spitzenpolitiker das Land besucht.
Von
Michael König
Bisher sind nur wenige große Staaten in der Lage, einen Cyber-Krieg zu führen. Doch die Technologie dafür verbreitet sich: Länder wie Iran oder Nordkorea könnten sich das zunutze machen - ebenso wie Hacker-Gruppen oder gar Terroristen. Wir stehen vor chaotischen Jahren, wenn wir die Abwehr dagegen nicht in Ordnung bringen, warnt James A. Lewis.
Interview:
Paul-Anton Krüger
Bilder
Nach dem Tod des Diktators Kim Jong Il bleibt Nordkorea vorerst ein abgeschottetes Land, das Besuche nur unter strengen Auflagen zulässt. Und doch: Fotograf David Guttenfelder gelangen Aufnahmen auch in entlegenen Ecken.
Von
Anna Fischhaber
Auf Kim folgt Kim folgt Kim. Kim Jong Un, dritter und jüngster Sohn von Kim Jong Il, soll der neue starke Mann in Nordkorea werden. Doch wie geht es weiter in dem hermetisch abgeschotteten Land mit seiner steinzeitlichen kommunistischen Ideologie? Wie verhalten sich die Nachbarn Südkorea und Japan? Was kann der Verbündete China bewegen? Und wie weit ist Nordkoreas Atomprogramm? Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Von
Bastian Brinkmann, Seoul
Der Diktator ist tot, es lebe die Diktatur: Mit einem pompösen Trauerzug nimmt Nordkorea Abschied vom gestorbenen Machthaber Kim Jong Il - und die Welt fragt sich, wie es in dem abgeschotteten Land nun weitergeht. Wird sich Kim Jong Un, der Sohn des Despoten, durchsetzen? Und ist die Atommacht nun noch gefährlicher?
Antworten auf die wichtigsten Fragen.