:Im Alter von James Dean darf man halbstark sein. Aber im Alter von Donald Trump?
Julia Klöckner über die Wiedervereinigung
:„Was haben wir falsch gemacht?“
28 Jahre lang teilte die Berliner Mauer die Stadt in Ost und West. Doch in vielen Köpfen bestehe sie bis heute fort, sagte die Bundestagspräsidentin bei einer Gedenkveranstaltung. Nicht auf alle Gründe ging sie ein.
Berlin
:Mauer-Gedenken am Brandenburger Tor
Mit einer Installation und einer temporären Ausstellung soll in Berlin an den 65. Jahrestag des Mauerbaus und die deutsche Teilung erinnert werden.
Nachruf
:Der Ostmoderne
Roland Korn war der letzte Chefarchitekt von Ost-Berlin. Er prägte die DDR-Hauptstadt mit dem Staatsratsgebäude und dem Haus des Reisens. Jetzt ist er mit 96 Jahren gestorben.
Ostdeutschland
:Nackttanz mit der Stasi
War die Untergrundkunst der DDR letztlich ein Produkt des MfS? Eine Retrospektive und ein Buch von Gabriele Stötzer werfen eine Frage neu auf, die auch von Punks heute noch debattiert wird.
MeinungUwe Steimle und die AfD
:Wer jetzt auf eine Distanzierung wartet, tut dies vergeblich
Der Kabarettist hat Dinge ausgesprochen, die das Personal der in weiten Teilen rechtsextremen Partei zumindest öffentlich noch scheut. Er ist der perfekte Hofnarr.
Berlin
:Warum so arm, warum so unsexy?
Der Historiker Stefan Wolle schreibt eine Zeitgeschichte Berlins, erkenntnisreich ist das gerade für Wessis jüngerer Jahrgänge. Doch er hat Schwierigkeiten, des ewig gegenwärtigen Charakters der Hauptstadt Herr zu werden.
Kino
:Wir werden uns einiges zu verzeihen haben
Eva Trobisch gehört spätestens mit „Etwas ganz Besonderes“ zur Spitze der deutschen Autorenfilmer. Sie meißelt darin eine fein beobachtete Thüringer Familiengeschichte aus den Ost-Klischees.
Ilko-Sascha Kowalczuk
:„Rassismus ist die DNA der AfD, auch die DNA ihrer Wählerschaft“
Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk über seine Jugend in der SED-Diktatur, die Verharmlosung der AfD und die Wut, die ihn jeden Morgen antreibt.
Einstiger Todesstreifen
:Warum das „Grüne Band“ so wichtig für den Naturschutz ist
Dort, wo einst die streng gesicherte innerdeutsche Grenze verlief, leben und gedeihen heute seltene Tier- und Pflanzenarten. Kommt bald die Unesco-Auszeichnung?
SZ MagazinLiteratur
:»Ich möchte keine Regenwürmer kochen müssen«
Die Schriftstellerin Angelika Klüssendorf über die Schläge ihrer Mutter, die Flucht in die Kreativität und die Angst vor Armut, die sie seit ihrer Kindheit in der DDR begleitet.
AfD-Parteitag
:Hör mir mal zu, Höcke
Dass ausgerechnet die AfD die Mopeds von Simson für ihren Kulturkampf missbraucht, ist für Dennis Baum unerträglich. Also reist er jetzt aus New York nach Deutschland, um das Erbe seiner jüdischen Familie zu beschützen.
Heidenreichs Fundstücke: Notizen aus meinem Leben
:Und an den Bahnhöfen zu viele junge Männer mit Glatzen
Wie fühlte es sich als Westdeutsche an, nach dem Mauerfall durch die ehemalige DDR zu reisen? Über Dankbarkeit, Melancholie – und kalte gebrannte Mandeln, die mal warm waren.
Wohnen im Plattenbau
:„Die Bauqualität ist enorm“
Ein Besuch bei dem Berliner Fotografen Andreas Rost, der die Vorzüge des Wohnungsbaus aus der DDR genau erklären kann, ohne die Schattenseiten des Regimes zu vergessen.
Film
:Die See ist schwer geworden
Vier Schiffe der DDR-Fischereiflotte fuhren nach der Wende weiter. Die Doku „Vom Traum, unsinkbar zu sein“ erzählt von ihnen: tolle Geschichten von Seenotrettungen und Drogenschmuggel.
Bachmann-Preis
:Keine Party vor dem Untergang
Genau an Ingeborg Bachmanns 100. Geburtstag beginnt das Wettlesen in ihrem Namen jetzt zum 50. Mal. Der Literaturbetrieb erscheint in Klagenfurt und feiert sich – dabei ist die Stimmung der Branche gar nicht so sonnig.
Sachbuch
:Wurde die Literatur der DDR ausgelöscht?
Ostdeutsche Literatur sei nach dem Mauerfall systematisch aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt worden, schreibt der Literaturwissenschaftler Carsten Gansel. Aber kann das stimmen?
SZ MagazinLiedermacherin Bettina Wegner im Interview
:»Ich hatte Angst. Aber es ging nicht anders. Ich musste meine Lieder singen«
Der Protest gegen das Regime der DDR und die gleichzeitige Verbundenheit mit dem Land prägen das Leben der Liedermacherin Bettina Wegner bis heute. Ein Gespräch über die Freiheit, die Liebe und die Einsamkeit.
Klassik
:Engel der Verzweiflung
Exzentrisches Tableau der Verwüstungen des 20. Jahrhunderts: Die Oper Kassel wagt die erste szenische Aufführung der großen „Deutschen Symphonie“ des Komponisten Hanns Eisler.
Berlin
:Mokka vom Hocker
Berlins legendäre „Mokka-Milch-Eisbar“ ist wieder da: Ein paar Dinge sind aber anders als in dem gleichnamigen DDR-Schlager von 1968: Den da besungenen Honigflip sucht man auf der Karte vergeblich, dafür gibt es einen Co-Working-Space und Gendersternchen.
Literatur
:Wieso lesen auf einmal alle deutsche Romane?
Lange haderte die deutschsprachige Literatur mit ihrer internationalen Irrelevanz. Jetzt sind Daniel Kehlmann, Shida Bazyar und Nelio Biedermann plötzlich überall. Warum?
Nachruf auf Angelica Domröse
:Biografien wie ihre gibt es kaum noch
Im Westen nannte man Angelica Domröse später „die Bardot des Ostens“ – aber gerecht wurde man der Schauspielerin mit diesem Klischee nicht. Würdigung einer Frau, die in vielerlei Hinsicht eine Klasse für sich war.
Film
:Schauspielerin Angelica Domröse ist tot
Domröse galt als eine der beliebtesten Schauspielerinnen in der DDR, erfolgreich war sie später auch im Westen. „Die Legende von Paul und Paula“ war ihr bekanntester Film. Sie wurde 85 Jahre alt.
Kunstbiennale Venedig
:Check your Ostdeutschness
Henrike Naumann und Sung Tieu bringen Hoffnung und Horror der Wendezeit auf die Kunstbiennale in Venedig. Kann das mehr sein als Identitätsbewirtschaftung? Aber ja.
Erbschaften
:Erben? Was denn?
Zwei Prozent vom Erbschaftssteueraufkommen: Das ist der Anteil, den die Ostdeutschen haben an dem, was in Deutschland vererbt wird. Im Westen ist das vielen gar nicht klar. Natürlich ist das sozialer Sprengstoff, alte Wunden können so jedenfalls nicht heilen.
Fernsehen
:Hätte man ihn retten müssen?
Er symbolisierte den Sieg des Sozialismus, Spritzasbest aus Großbritannien wurde ihm zum Verhängnis: Vor 50 Jahren wurde der Palast der Republik fertig. Eine RBB-Dokumentation zeigt die Geschichte des Ortes, an dem die DDR feierte und unterging.
Literatur
:Wenn man immer „die Andere“ ist
Tupoka Ogette wuchs in der DDR auf, wurde durch Rassismuskritik bekannt. In „Trotzdem zuhause“ erzählt sie ihre Geschichte. Doch gerade dort, wo das Memoir am dringendsten berühren möchte, bleibt es recht kühl.
B. K. Tragelehn wird 90
:Sozialistisch, störrisch, subversiv
Der Regisseur B. K. Tragelehn, einst Meisterschüler von Bertolt Brecht und Künstlerfreund von Heiner Müller, ist einer der letzten Veteranen des DDR-Theaters. Am Sonntag feiert er seinen 90. Geburtstag.
Pop
:„Wagner, Mahler und Bernstein hießen bei uns Fleischereien“
Der Musiker Betterov, neuer Liebling der deutschen Indierock-Szene, hat ein Album über die Flucht seines Vaters aus der DDR gemacht. Ein Gespräch im Tourbus über Einsamkeit, Freiheitswillen und unverheilte Wunden.
Mauerfall
:Haus der Geschichte lüftet Geheimnis des Schabowski-Zettels
Nach einem langen Rechtsstreit gibt das Haus der Geschichte preis, von wem es jenes Notizblatt gekauft hat, das eine so wichtige Rolle beim Mauerfall spielte. Besonders interessant ist, wer zuerst in den Besitz gelangt war.
Literatur
:Der Ost-Erklärer, der kein Ost-Erklärer sein will
Lukas Rietzschel gilt schon länger als die junge literarische Stimme aus den neuen Bundesländern. In seinem neuen Roman „Sanditz“ steigert er sich zu großer Erzählkunst. Anruf bei einem Skeptiker, der den Hype noch nicht glauben will.
Literatur
:Alles hätte anders sein können
Im Jahr 1985 nahm sich eine junge Pianistin, die seit ihrer Kindheit als Wunderkind galt, mit Anfang zwanzig das Leben. Jetzt erzählt die Schriftstellerin Helene Bukowski deren Geschichte.
Ines Geipels „Landschaft ohne Zeugen“
:Verhärtete Legenden
In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald wurde der antifaschistische Staatsmythos der DDR über Jahrzehnte gehegt und gepflegt. Noch heute glauben viele an kommunistische Helden. Die Schriftstellerin Ines Geipel zertrümmert diese gefühlte Wahrheit.
Literatur
:Die Formel für ein besseres Leben
Peggy Mädlers Roman „Selbstregulierung des Herzens“ ist ein Panorama ostdeutscher Lebensläufe – und eine Geschichte der Kybernetik in der DDR.
Tourismus
:Wäre wer so lieb, Berlin zu besuchen?
Anderswo wird über zu viel Tourismus geklagt, aber immerhin in der deutschen Hauptstadt gehen die Zahlen zurück. Warum mussten sie aber auch all ihre Sehenswürdigkeiten zerstören?
MeinungHauck & Bauer
:Heute vor 59 Jahren
Am 20. Februar 1967 führte die DDR eine eigene Staatsbürgerschaft ein.
Literatur
:Wie wär’s mit einem Atomsprengkopf?
Kristof Magnussons Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist eine heitere Geheimagenten-Komödie kurz nach Ende der Sowjetunion.
Jana Hensels neues Buch über Ostdeutschland
:Boah, Demokratie
Die Journalistin Jana Hensel erklärt die Hinwendung vieler Ostdeutscher zu einer rechtsextremen Partei mit den sozialen Verwerfungen nach der Wiedervereinigung. Das giftige Erbe der SED blendet sie aus. Und verfälscht sogar Fakten.
Literatur
:Leben nach der Katastrophe
In „Mischka“ erzählt Barbara Honigmann von Freunden ihrer Eltern, die den Nazis entkamen. Es sind Protokolle brutaler Schicksale, aber auch Geschichten des Weitermachens und der Würde.
Politisches Engagement
:Und in diesem Land wollt ihr leben?
AfD, BSW und ihre publizistischen Geschütze in Berlin lehren: Dies wäre die Zeit für ein Engagement, das über die „Achtsamkeit“ des heute üblichen Aktivismus deutlich hinausgeht.
MeinungAtomare Aufrüstung
:Auch wenn Trump alles ins Rutschen bringt: Deutschland darf nicht mitrutschen
Ist Trump ein Grund für die Bundesrepublik, aus den großen Verträgen auszusteigen und Kernwaffen anzuschaffen? Von der Bedeutung des Rechtsgrundsatzes „rebus sic stantibus“.
Malerei
:„Es gibt keinen Künstler, der so angefeindet wurde wie ich“
Georg Baselitz gilt als einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsmaler. Ein Gespräch zu seinem 88. Geburtstag – über Hass als Antrieb und die Freiheit nach dem Entschluss, die Welt auf den Kopf zu stellen.
Stromausfall
:Fünf Lehren aus dem Berliner Blackout
Der Stromausfall in Berlin beschäftigt nicht nur die Betroffenen. Inzwischen fragen sich viele Menschen, ob das auch in anderen Städten passieren kann. Wie angreifbar ist unser System aus Leitungen, Umspannwerken und regionalen Versorgern eigentlich?
Sachbuch
:Deutschland, deine Bücher
Was lesen, wenn die Welt verrücktspielt? Der Germanist Steffen Martus erzählt eine unterhaltsame Geschichte der Gegenwart aus der Perspektive erfolgreicher Literatur.
Erinnerungspolitik
:„Die Orte, an denen die Gewalt geplant wurde, liegen in Deutschland“
Sollen deutsche Kolonialverbrechen Thema offiziellen Gedenkens sein? Kulturstaatsminister Wolfram Weimer findet: Nein. Ein Gespräch mit Ibou Coulibaly Diop, der ein Erinnerungskonzept für Berliner entwickelt hat.
Fußballhistorie
:Die vier vergessenen deutsch-deutschen Spiele
Offiziell gab es nur zwei Fußball-Länderspiele zwischen der BRD und der DDR. In Wahrheit waren es sechs. Über ein kurioses Kapitel des Kalten Krieges im Sport.
Neuer Bildband
:Wiederentdeckung verfemter Malerinnen
Ingrid von der Dollen beleuchtet 33 Künstlerinnen, die unter dem NS-Regime verfolgt wurden. Ihre Geschichten und Werke sind Teil der beinahe vergessenen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts.
ExklusivHaus der Geschichte
:Verkäufer des Schabowski-Zettels muss genannt werden
Dem Haus der Geschichte droht der Verlust eines ihrer wichtigsten Exponate: des Sprechzettels von der Pressekonferenz, die zum Mauerfall führte. Ein Gericht in Münster gab einem „Bild“-Reporter recht.
Debatte
:Die Sieger der Geschichte
Stasi-Mitarbeiter, Kinder von NVA-Offizieren und SED-Mitglieder prägen neuerdings entscheidend das Bild dessen, was „der Osten“ will, denkt und ist. Wie konnte es so weit kommen?
Kino
:Der Letzte seiner Art
„Good Bye, Lenin!“-Regisseur Wolfgang Becker wusste, dass er sterben würde. „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist sein Vermächtnisfilm – so schelmisch und warmherzig, wie er selbst immer war.