Die Journalistin Jana Hensel erklärt die Hinwendung vieler Ostdeutscher zu einer rechtsextremen Partei mit den sozialen Verwerfungen nach der Wiedervereinigung. Das giftige Erbe der SED blendet sie aus. Und verfälscht sogar Fakten.
Literatur
:Leben nach der Katastrophe
In „Mischka“ erzählt Barbara Honigmann von Freunden ihrer Eltern, die den Nazis entkamen. Es sind Protokolle brutaler Schicksale, aber auch Geschichten des Weitermachens und der Würde.
Politisches Engagement
:Und in diesem Land wollt ihr leben?
AfD, BSW und ihre publizistischen Geschütze in Berlin lehren: Dies wäre die Zeit für ein Engagement, das über die „Achtsamkeit“ des heute üblichen Aktivismus deutlich hinausgeht.
MeinungAtomare Aufrüstung
:Auch wenn Trump alles ins Rutschen bringt: Deutschland darf nicht mitrutschen
Ist Trump ein Grund für die Bundesrepublik, aus den großen Verträgen auszusteigen und Kernwaffen anzuschaffen? Von der Bedeutung des Rechtsgrundsatzes „rebus sic stantibus“.
Malerei
:„Es gibt keinen Künstler, der so angefeindet wurde wie ich“
Georg Baselitz gilt als einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsmaler. Ein Gespräch zu seinem 88. Geburtstag – über Hass als Antrieb und die Freiheit nach dem Entschluss, die Welt auf den Kopf zu stellen.
Stromausfall
:Fünf Lehren aus dem Berliner Blackout
Der Stromausfall in Berlin beschäftigt nicht nur die Betroffenen. Inzwischen fragen sich viele Menschen, ob das auch in anderen Städten passieren kann. Wie angreifbar ist unser System aus Leitungen, Umspannwerken und regionalen Versorgern eigentlich?
Sachbuch
:Deutschland, deine Bücher
Was lesen, wenn die Welt verrücktspielt? Der Germanist Steffen Martus erzählt eine unterhaltsame Geschichte der Gegenwart aus der Perspektive erfolgreicher Literatur.
Erinnerungspolitik
:„Die Orte, an denen die Gewalt geplant wurde, liegen in Deutschland“
Sollen deutsche Kolonialverbrechen Thema offiziellen Gedenkens sein? Kulturstaatsminister Wolfram Weimer findet: Nein. Ein Gespräch mit Ibou Coulibaly Diop, der ein Erinnerungskonzept für Berliner entwickelt hat.
Fußballhistorie
:Die vier vergessenen deutsch-deutschen Spiele
Offiziell gab es nur zwei Fußball-Länderspiele zwischen der BRD und der DDR. In Wahrheit waren es sechs. Über ein kurioses Kapitel des Kalten Krieges im Sport.
Neuer Bildband
:Wiederentdeckung verfemter Malerinnen
Ingrid von der Dollen beleuchtet 33 Künstlerinnen, die unter dem NS-Regime verfolgt wurden. Ihre Geschichten und Werke sind Teil der beinahe vergessenen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts.
ExklusivHaus der Geschichte
:Verkäufer des Schabowski-Zettels muss genannt werden
Dem Haus der Geschichte droht der Verlust eines ihrer wichtigsten Exponate: des Sprechzettels von der Pressekonferenz, die zum Mauerfall führte. Ein Gericht in Münster gab einem „Bild“-Reporter recht.
Debatte
:Die Sieger der Geschichte
Stasi-Mitarbeiter, Kinder von NVA-Offizieren und SED-Mitglieder prägen neuerdings entscheidend das Bild dessen, was „der Osten“ will, denkt und ist. Wie konnte es so weit kommen?
Kino
:Der Letzte seiner Art
„Good Bye, Lenin!“-Regisseur Wolfgang Becker wusste, dass er sterben würde. „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist sein Vermächtnisfilm – so schelmisch und warmherzig, wie er selbst immer war.
Literatur
:Vom Wert des einzelnen Lebens
Die Schriftstellerin Helga Schubert hat den größten Teil ihres Lebens in der DDR verbracht, einem Staat, der von ihr nichts wissen wollte. Im Alter von 85 Jahren erlebt sie gerade eine sagenhafte Renaissance. Ihr neues Buch versammelt Texte aus 60 Jahren.
Nachkriegsschicksal
:Verschleppt in Stalins Reich
Der Germeringer Karl Breuninger verbrachte seine Kindheit in der UdSSR. Sein Vater sollte ein Flugabwehrsystem gegen die Spionageflüge der USA entwickeln. Nach dem Krieg wurde der Physiker mit seiner Familie in die Sowjetunion deportiert.
MDR-Serie
:Wie war das so in der DDR?
Historische Themen kindgerecht zu vermitteln, ist nicht leicht. Der MDR-Animationsserie „Auf Fritzis Spuren“ zu Stasi-Terror und Diktatur ist das gelungen – und sie hat nun bei den International Emmys gewonnen.
Preisverleihung
:Deutsche Jugendserie zur DDR gewinnt internationalen Emmy
Die TV-Produktion „Auf Fritzis Spuren“ setzt sich in New York gegen Konkurrenz aus Brasilien, Großbritannien und Südafrika durch. Eine andere deutsche Serie geht dagegen leer aus.
SZ MagazinNeue Ausstellung
:„Wir wollen Zeitgeschichte begreifbar machen“
Von der Diddl-Maus bis zum Kanzler-Dienstwagen: Im Bonner Haus der Geschichte lagern eine Millionen Gegenstände, die Deutschland geprägt haben. Präsident Harald Biermann erzählt, wie das Museum bei der Auswahl vorgeht und wie man Schädlinge aus dem Tigerteppich von „Dinner for One“ bekommt.
Aufstieg und Fall der Deutschland AG
:Das Netzwerk der Entscheider
Wie dachten und handelten die Patriarchen der deutschen Wertarbeit? Konstantin Richter hat eine Geschichte der deutschen Wirtschaftsbosse seit dem Kaiserreich vorgelegt – ein spannend erzähltes und vor allem unterhaltsames Meisterwerk.
DDR-Geschichte
:Sklaverei im Sozialismus
Als Adelino Massuvira João 1980 aus Mosambik in die DDR kommt, träumt er von einer Ausbildung. Heute weiß er: Er war Teil eines zynischen Deals zwischen zwei sozialistischen Staaten. Ein vergessenes Kapitel deutscher Geschichte.
Nachruf
:Der Magier des inneren Plattenbaus
Wie kein anderer hat Rudolf Horn die Wohnungen in der DDR zu visionären Wohnlandschaften im Kleinen gestaltet. Möbelklassiker schuf er nebenbei auch. Nun ist er mit 96 Jahren gestorben.
Sachbuch
:Ohne Netz
Wie geht es Deutschland 35 Jahre nach der Wiedervereinigung? August Modersohn reist in alle Teile des Landes − und vergisst ausgerechnet, wo die Welt am meisten verändert wurde.
Pop
:Sieben Minuten für die Ewigkeit
Ein Freiheitsliedchen, über die Mauer nach Süden geflogen: Wie vier Typen aus Ostberlin ohne ihr Wissen in Griechenland zu Stars wurden – und warum „Am Fenster“ von „City“ dort immer noch ein Radio-Klassiker ist.
Literatur
:Unterschrift für Biermann, Krach mit Grass
Zum 90. Geburtstag von Hans Joachim Schädlich erscheint ein Band seiner verstreuten Texte, in dem er wie das wirkt, was er nie sein wollte: „DDR-Schriftsteller“. Sein Werk und seine Welt sind viel größer.
DDR-Radsportlegende Täve Schur
:Der Held, der keiner sein darf
Täve Schur, 94, das größte Radidol der DDR, soll in die „Hall of Fame“ – das fordern jetzt wieder viele. Egal, ob er Staatsdoping verharmlost und DDR-Unrecht romantisiert. Aber will Schur das überhaupt selbst? Ein Besuch in seiner Küche in Heyrothsberge.
Literatur
:Die Spur der Gewalt
Anne Rabe schreibt über das Aufwachsen in Ostdeutschland und darüber, was Prügel in Familien mit dem Rechtsruck von heute zu tun haben. Porträt einer Schriftstellerin, der nicht jeder gern zuhört.
Psychische Gesundheit
:Studie: „Wendekinder“ sind auf Jahrzehnte psychisch belastet
Für junge Menschen im Osten war das Ende der DDR ein erheblicher Einschnitt. Die psychischen Folgen aber wurden kaum erforscht. Nun zeigt eine Studie, wie groß diese offenbar sind – und wie lange sie anhalten.
MeinungGedenkstätten
:Deutschland war schon mal weiter
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer streicht das Geld zusammen, das die Erinnerung an die Kolonialverbrechen des Kaiserreiches ermöglichen soll. Seine Begründung ist alles andere als überzeugend.
Nazi-Vergangenheit des deutschen Sports
:„Man kann aus der Hall of Fame ja auch keine Hall of Shame machen“
Gleich 15 deutsche „Hall of Fame“-Athleten waren Mitglied der NSDAP, hat eine SZ-Recherche ergeben. Müssen sie rausgeworfen werden? Eine Expertenkommission empfiehlt eine differenzierte Reaktion.
DDR-Mythos
:„Das ist geil, das ist ostdeutsch“
In der DDR wurde ein Moped gebaut, dessen Wert noch immer steigt, auch weil Gestalten wie Björn Höcke seinen Kult pflegen: die Simson. Ein Besuch bei einem Nachfahren der jüdischen Simson-Familie, mit der alles begann.
Wiederkehr des Plattenbaus
:Zu links, zu rechts, zu ostig?
Die „Platte“ kämpft seit Jahrzehnten gegen ihr problematisches Image. Warum? Eine Ausstellung in Potsdam sucht Antworten in der Kunst – zu einer Zeit, in der selbst die Bauministerin wieder auf den Geschmack von Massenwohnungsbau kommt.
Heldentenor Klaus Florian Vogt
:„Das ist eine fürchterliche Vorstellung, meine Söhne in den Krieg ziehen zu sehen“
Klaus Florian Vogt verkörpert den Heldentenor wie kaum ein anderer Sänger dieser Zeit. Bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth wird sein Siegfried gerade wieder frenetisch gefeiert. Doch was ist das in seiner Sicht eigentlich, ein „Held“?
Jahrestag des 13. August 1961
:Gedenken an die Mauertoten
Zum 64. Jahrestag des Mauerbaus erinnern die SED-Opferbeauftragte und Berlins Regierender Bürgermeister daran, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind.
Historische Alleingänge
:Die Coups der Kanzler
Viel wird derzeit über den „Alleingang“ von Friedrich Merz beim Thema Israel geredet. Einsame Entscheidungen haben aber schon viele Kanzler getroffen und eine Kanzlerin auch. Nicht immer waren Sachargumente ausschlaggebend.
Re-Education nach 1945
:Wie die USA Deutschland vom Faschismus heilen wollten
Während und nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten US-Wissenschaftler Programme zur Demokratieerziehung für die Deutschen. Was dabei klappte und warum vieles davon schiefging, erklärt der Sozialpsychologe Oliver König.
Architektur
:So schön hätte die DDR aussehen können
Eine hinreißende Ausstellung in Berlin entwirft eine alternative Baugeschichte der DDR. Der begeisterte Besucher fragt sich: Wieso erst jetzt?
DDR-Mopeds
:Knatternd auf der Überholspur
Die Mopeds der Marke Simson wurden zu DDR-Zeiten im Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann in Suhl produziert. Ein Olchinger Verein hält die simplen und leicht zu reparierenden Zweitakter noch heute in Ehren. Denn auf der Straße hängen Schwalbe und S 51 die moderne Konkurrenz ab.
DDR-Roman
:Können Zitronenfalter Zitronen falten?
In seinem großen Roman „Das Narrenschiff“ beschreibt Christoph Hein die Geschichte der DDR aus Sicht ihrer Führungselite. Wie Menschen den Mut verlieren, ihrem Gewissen zu folgen, ist ein Thema ganz für unsere Gegenwart.
Schriftsteller Klaus Kordon
:„Ich habe Waffen noch nie gemocht. Aber ich war ein guter Soldat“
Er lebte im Kinderheim, saß im Stasi-Gefängnis. Dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist, weiß der Jugendbuchautor Klaus Kordon nur zu gut und auch: Dass man sich für sie einsetzen muss, gerade jetzt.
Das „Grüne Band“
:Alles im grünen Bereich
Auf dem einstigen Todesstreifen zwischen Bundesrepublik und DDR ist ein einzigartiges Refugium für bedrohte Arten entstanden. Nun soll das „Grüne Band“ als Erinnerungslandschaft an die deutsche Teilung sogar Weltkulturerbe werden.
Egon Krenz als Buchautor
:Das Ampelmännchen des Politbüros
Wenn Egon Krenz vom Stolz auf die DDR spricht, applaudieren dem früheren Staatsratsvorsitzenden Hunderte. So wie jetzt wieder bei der Präsentation seiner Memoiren über die „Wende“ in Berlin.
Literatur und Pop
:Ach, wär man doch dabei gewesen
Der Journalist Cordt Schnibben hat einen Roman über den legendären Bremer Club „Lila Eule“ geschrieben. Die Protagonisten: Ost- und Westdeutschland, ein paar Drogen und viel Musik.
MeinungPrantls Blick
:Mehr Feiertage, bitte!
Warum die Diskussion über die Abschaffung arbeitsfreier Tage falsch und schädlich ist: Die Republik braucht mehr, sie braucht neue bundesweite Gedenktage – wenigstens einen solchen Tag.
Neue Sammlung in München
:Das größte Designmuseum der Welt wird 100
Sie gilt als das größte Designmuseum der Welt: die Neue Sammlung in München mit mehr als 120 000 Objekten. Zum 100. Geburtstag lädt das Museum in der Pinakothek der Moderne zu einem Streifzug durch die Sammlungsgeschichte ein.
Literatur
:Gibt es ein ostdeutsches Leben im falschen?
Von der Schande des Glücks: Der Soziologe Wolfgang Engler hat seine Autobiografie geschrieben. Sie liest sich wie ein gelungener Wende-Roman.
Biografie über KoKo-Chef Schalck-Golodkowski
:Der Milliarden-Mann der DDR
Keiner wandelte sicherer auf dem schmalen Grat zwischen Kommunismus und Kapitalismus. Norbert F. Pötzl hat das abenteuerliche Leben des Alexander Schalck-Golodkowski zwischen Stasi-Tätigkeit, dubioser Devisenbeschaffung und veruntreuten Geldern spannend rekonstruiert.
Festival „Radikal jung“
:Das Geheimnis guten Theaters
Keine Moden, außer den eigenen und viel Hoffnung auf die Zukunft: Das Festival „Radikal jung“ am Münchner Volkstheater zeigt, wie herrlich es auf den Bühnen weitergehen kann.
Stasi-Akten
:„Das ist ja genau das, was die Stasi wollte“
Der Blick in Akten der Stasi änderte für Peter Keup einst alles. Sein von ihm bewunderter Bruder hatte andere ausgehorcht, verraten. Dass bis heute Millionen Akten zerrissen in Säcken vermodern, ist für ihn ein Skandal. Und deshalb kämpfen er und andere um jeden Schnipsel.
Deutscher Pavillon in Venedig
:Aus der Peripherie ins Zentrum
Kathleen Reinhardt steht für eine junge Generation Kuratorinnen, die kleinere Berliner Institutionen wiederbelebt hat. 2026 verantwortet sie nun den deutschen Pavillon auf der Kunstbiennale von Venedig.
Literatur
:Zu Hause geht eine Welt unter
Ulrike aus Karl-Marx-Stadt reist aus, will sich in der Geschichte von Paris verlieren. Dann bricht das DDR-Regime zusammen. In Patricia Holland Moritz’ Roman „Drei Sommer lang Paris“ kollidieren Nostalgie und Gegenwart.