Frankreichs Landwirtschaftsminister Michel Barnier über Hungersnöte, Milchquoten und die Frage, warum den Europäern ihr Essen eine Tankfüllung wert sein sollte.
Interview:
Michael Kläsgen
Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat einen technischen Fehler als Grund für die versehentliche Herabstufung Frankreichs genannt. Ein Computersystem habe Daten falsch interpretiert und daraufhin automatisch E-Mails verschickt.
Die superlange Kontonummer Iban kommt noch nicht so bald. Deutsche Bankkunden können wohl noch bis 2015 die alten Kontonummern nutzen, danach soll das einheitliche europäische Zahlungssystem Sepa endlich umgesetzt werden. Dann aber wird es kompliziert.
Von
Harald Freiberger
Meinung
Es ist gut, dass sich die Europäische Kommission endlich die Ratingagenturen vorknöpft. Aber fatalerweise verzichtet sie auf die entscheidenden Schritte. So klingt das Konzept nur wie eine schüchtern vorgetragene Bitte - und die Bonitätswächter können Krisenstaaten wie Italien weiter attackieren.
Ein Kommentar von
Cerstin Gammelin
Drei Jahre herrschte Ruhe, jetzt facht die EU-Kommission den Streit um das VW-Gesetz wieder an. Gegen die Bestimmungen, die dem Land Niedersachsen ein Vetorecht bei dem Autokonzern einräumen, will Brüssel erneut Klage einreichen. Deutschland habe nötige Änderungen nicht umgesetzt. Der VW-Betriebsrat schäumt.
Die Bemühungen von EU-Kommissionschef Barroso scheinen vergeblich: Kanzlerin Merkel lehnt Euro-Bonds weiter ab - trotz der neuen Überlegungen aus Brüssel. Immerhin zeigt sie sich gnädig und kündigt an, die Vorschläge zu prüfen. Aus den Regierungsfraktionen hingegen kommt auch verbal heftige Gegenwehr.
Zu viel Macht in zu wenigen Händen: EU-Kommissar Barnier will die Macht der "Großen Vier" der Wirtschaftsprüfer brechen: Deloitte, Ernst & Young, KPMG und PricewaterhouseCoopers. Sie sollen keine Beratung mehr anbieten dürfen. Es wäre ein extremer Schlag für ihr Geschäftsmodell.
Ein Kontinent steht unter Schock. Politiker kritisieren die Warnung der Ratingagentur Standard & Poor's, die Bonität fast aller Euro-Staaten herabzustufen, als völlig überzogen. Rufe nach mehr Kontrolle der Agenturen werden laut, die Börsen sacken ab. Kanzlerin Merkel gibt sich entspannt, S&P schickt seinen Europa-Chefanalysten ins Fernsehen.
Der Minizins bringt Versicherer in die Bredouille: Entweder legen sie die Ersparnisse der Kunden sicher an und verdienen wenig - oder sie gehen Risiken ein und erzielen so gegebenenfalls eine höhere Rendite.
Von
Catherine Hoffmann
Zu viel Macht, zu viel Staatsnähe und eine unrühmliche Rolle in der Finanzkrise: Auch Wirtschaftsprüfungs-Konzerne wie PricewaterhouseCoopers geraten durch den Milliarden-Rechenfehler bei der Bad Bank der Hypo Real Estate ins Rampenlicht - zu einem Zeitpunkt, zu dem die EU ohnehin ihr Geschäftsmodell in Frage stellt.
Von
Jannis Brühl
Sie haben exklusiven Zugang zu höchsten Politikerzirkeln - auch beim Gipfel, der über die Zukunft der Euro-Zone entscheidet. Sie schreiben Abgeordneten Gesetzestexte vor. Und wenn alles nichts hilft, brüllen sie schon mal Notenbankchefs zusammen. Wenige Lobbyisten kommen so nah an die Schaltstellen der Macht wie die der Finanzbranche. Aufseher wollen die Märkte regulieren, aber Banken und andere Finanzfirmen kämpfen um ihre Freiheit - eine Freiheit, die viele als Gefahr für die Gesellschaft empfinden.
Von
Jannis Brühl
Die Urteile von Ratingagenturen wie Standard & Poor's lassen ganze Regierungen zittern. Jetzt wollen Union und FDP ihren Einfluss eindämmen. Der Markt soll geöffnet werden - und die Agenturen für Fehleinschätzungen haften.
Seit dem Lehman-Kollaps rätseln Politiker über diese eine Frage: Wie kann verhindert werden, dass bei einer Schieflage von Banken der Steuerzahler einspringen muss? Jetzt will EU-Binnenmarktkommissar Barnier einen Plan vorlegen, mit dem Geldhäuser in Not abgewickelt werden können. Helfen soll dabei ein deutsches Gesetz.
Von
Harald Freiberger und Cerstin Gammelin
Staaten sind selbst verantwortlich für ihre Schulden - aber müssen private Ratingagenturen wie Moody's oder Standard & Poor's sie noch mehr unter Druck setzen? Nein, findet EU-Kommissar Barnier. Er will es den Agenturen einem Zeitungsbericht zufolge verbieten, Länder in der Krise zu bewerten.
Kein "Business as usual" mehr für die Banken: EU-Kommissar Michel Barnier über neue Regeln im Finanzsektor, Solidarität für den Euro - und den Willen von Frankreichs Präsidenten Sarkozy.
Interview:
C. Gammelin und D. Stawski
Deutschland hat sich bereits dagegen entschieden, die EU wollte sie trotzdem einführen. Jetzt verzichtet auch Europa vorläufig auf die Frauenquote in Unternehmen.
Von
Cerstin Gammelin
Ratingagenturen zerschlagen - nun kommt ein weiterer Vorschlag aus der EU, um die mächtigen Instituten zu bändigen. Krisenstaaten wie Griechenland sollen einfach nicht mehr bewertet werden, schlägt Kommissar Barnier vor. Auch Finanzminister Schäuble spricht von möglichem Missbrauch.
Ein neuer IWF-Chef muss her: Bis Ende Juni will die Organisation Klarheit über die Nachfolge von Dominique Strauss-Kahn, dem in New York der Prozess gemacht wird. Ein Europäer soll es werden - verlangen die Europäer. Der Angeklagte hat inzwischen die Gefängnisinsel verlassen.
Das Eigenheim ist vor allem in Deutschland ein finanzielles Abenteuer. Die Europäische Union will das ändern. Kreditnehmer sollen leichter und billiger zwischen Kreditinstituten wechseln können.
Von
Angelika Slavik
Acht Banken sind beim europäischen Stresstest durchgefallen. Sechzehn weitere haben nur knapp bestanden. Die deutschen Finanzinstitute hielten der Überprüfung allesamt stand. Allmählich löst sich die Lähmung, die Europa in Erwartung der Testergebnisse ergriffen hatte. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy kündigte für kommenden Donnerstag einen Sondergipfel der Euro-Länder zur Schuldenkrise an.
US-Finanzminister Geithner bangt um die Zahlungsunfähigkeit seines Landes. Außerdem: Goldman beschäftigen alte Betrugsvorwürfe und das Privatvermögen des Durchschnittsdeutschen beträgt fast 60.000 Euro. Das Wichtigste in Kürze.
Finanzminister Schäuble versucht in der Griechenland-Krise, die Zweifler zu beruhigen. In Brüssel denkt man derweil über eine europäische Ratingagentur nach.
Die Krisenbewältigung hat massiv Geld verschlungen, darum will EZB-Chef Trichet weitere Horrorszenarien unbedingt vermeiden. Außerdem: Die Verbraucherpreise steigen nur leicht.