Wer dem Fiskus mehr als eine Million Euro vorenthielt, kam bislang oft selbst im schlimmsten Fall mit einer Bewährungsstrafe davon. Nun hat der Bundesgerichtshof entschieden, diese milde Praxis zu kippen: Steuerhinterzieher können künftig hinter Gittern landen. Der 1. Strafsenat hob ein Urteil gegen einen Augsburger Geschäftsmann auf. Durch teilweise falsche Angaben hatte er eine günstigere Besteuerung erreicht, wodurch dem Fiskus 1,1 Millionen Euro entgangen waren.
Wer der Staatskasse mehr als eine Million Euro vorenthält, konnte bislang mit einer Bewährungsstrafe rechnen. Nun hat der Bundesgerichtshof entschieden, diese milde Praxis zu kippen: Bei schwerer Steuerhinterziehung droht künftig Gefängnis. Auch ein Geständnis in letzter Minute schützt davor nun nicht mehr.
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Wolfgang Janisch, Karlsruhe
Auf 900 Euro schätzt ein Augsburger Auktionator einen Perserteppich. Doch ein Paar Monate später wird dieser in London für 7,2 Millionen Euro versteigert - und aus dem unscheinbaren Erbstück wird der teuerste Teppich der Welt. Die ursprüngliche Besitzerin verklagte prompt den Auktionator. Jetzt hat das Gericht geurteilt.
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Stefan Mayr, Augsburg
Ein Arzt ist angeklagt worden, weil er während der WM vor der Tür seiner Praxis eine Vuvuzela benutzte. Eine Patientin will ein Knalltrauma erlitten haben. Doch der Prozess ist nun abgesagt worden.
Eine Gefängnisstrafe, Bewährungen und eine Auflage von 100.000 Euro: Im Prozess um Ludwig-Holger Pfahls hat das Landgericht Augsburg die ersten fünf Urteile gesprochen - unter anderem gegen die Ex-Frau des ehemaligen Politikers.
Im Fernsehen tritt er als forscher Staatsanwalt auf. Im echten Leben hat Anwalt Stephan Lucas Ärger mit der Justiz - und fühlt sich als Opfer der Augsburger Staatsanwaltschaft.
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Hans Holzhaider
Bilder
Ein Nackt-Shooting an heiliger Stätte, eine Nacht in der Bergbahn-Gondel und ein Ministerpräsident, der sich im Web 2.0 verheddert: 2011 brachte in Bayern überraschende, tierische, skurrile - aber auch traurige Momente. Der Jahresrückblick in Bildern.
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Tobias Dorfer und Birgit Kruse
Ein Polizist soll dem Computer seiner Dienststelle eine kinderpornographische Datei aus Thailand heruntergeladen haben. Ein Gericht verurteilte ihn, die Ruhegehaltsbezüge wurden ihm aberkannt. Der Polizist leugnete die Vorwürfe und legte Berufung ein. Doch nun hat er doch noch gestanden.
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Andreas Salch
Ein Augsburger Auktionator schätzte den unscheinbaren Perserteppich einer Erbin auf 900 Euro. Ihre Freude darüber, dass er 20.000 Euro erzielte, währte aber nicht lange: Ein paar Monate später legte ein Bieter in London 7,2 Millionen Euro für den Teppich hin. Jetzt hat die Erbin den Auktionator verklagt - wegen der millionenschweren Fehleinschätzung.
"Geiz ist eben nicht nur geil, sondern auch strafbar": Für das Landgericht Augsburg steht fest, dass der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls ein Millionenvermögen systematisch vor Justiz und Fiskus verheimlicht hat. Wegen betrügerischen Bankrotts und Betrugs muss er nun für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Auch seine Frau und sein Komplize Dieter Holzer sind zu Haftstrafen verurteilt worden.
Es geht um 3,7 Millionen Euro Steuerschulden: Vor dem Landgericht Augsburg gesteht der Lobbyist Dieter Holzer, Pfahls bei der Verschleierung seines Vermögens geholfen zu haben. Auch die Ex-Frau des CSU-Politikers lässt eine Erklärung verlesen.
Die Vorwürfe gegen Ex-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls wiegen schwer: Steuerhinterziehung, Verschleierung seines Millionen-Vermögens, Betrug. Die Staatsanwaltschaft fordert in ihrem Plädoyer Haftstrafen für den früheren CSU-Politiker, seine Frau und den Mitangeklagten Lobbyisten Holzer.
Ludwig-Holger Pfahls, einst Schlüsselfigur im Schreiber-Schmiergeldskandal, steht wieder in Augsburg vor Gericht - mit größter Raffinesse soll sich der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär armgerechnet haben. Zum Prozessauftakt legt er seine Vermögensverhältnisse offen und gibt zu, ein Millionenvermögen im Ausland versteckt zu haben.
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Hans Holzhaider
Er besaß Millionen, gab sich aber als mittellos aus. Jetzt hat Ex-Staatssekretär Pfahls zugegeben, dass er Vermögen vor seinen Gläubigern versteckt hat. Der ehemalige CSU-Politiker, der wegen Steuerhinterziehung verurteilt war, wollte mit dem Schwindel Zahlungen vermeiden. Alle Vorwürfe der Anklage räumt er jedoch nicht ein.
150 Tonnen Ekelflleisch als Lebensmittel weiterverkauft: Der angeklagte Fleischhändler hat vor dem Landgericht Augsburg ein Geständnis abgelegt - und ist wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden.
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Stefan Mayr
Klaus B. war ein unbescholtener Bürger - bis zu jenem Tag im Juli 2010. Warum ging der Ingenieur mit einer Axt auf seinen Nachbarn los? Diese Frage muss nun das Landgericht Augsburg klären.
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Hans Holzhaider
Großer Empfang für mutmaßlichen Kriegsverbrecher: Der Internationale Strafgerichtshof hat einen Haftbefehl gegen Omar al-Baschir erlassen - doch der chinesische Staatschef Hu Jintao heißt den Präsidenten des Sudan mit allen Ehren willkommen.
Kurzmeldungen
im Überblick
Ein TV-Staatsanwalt hat Ärger mit der realen Justiz. Hansjörg Staehle, Präsident der Rechtsanwaltskammer München, über einen Prozess, der in Anwaltskreisen für Unruhe sorgt.
Interview:
Hans Holzhaider
Ein Lkw-Fahrer brachte den Wertinger Ekelfleisch-Skandal in Gang. Vor Gericht sagt Miroslav Strecker nun als Zeuge aus - und erzählt, wie schwerfällig die Behörden zunächst auf seinen Hinweis reagierten.
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Stefan Mayr
Ein 67-jähriger soll seiner Exfreundin mit einem Sexvideo gedroht haben - weil er sie angeblich zu einem Gespräch treffen wollte. Das Gericht vermutet andere Beweggründe.
Von
Ariane Lindenbach
Eine 18-jährige Auszubildende soll von vier Männern nacheinander vergewaltigt worden sein - 40 Minuten lang. Vor Gericht streiten die mutmaßlichen Täter alles ab.
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Stefan Mayr
Max Strauß wollte rund 900.000 Euro Schadenersatz vom Freistaat haben. Doch nun erhält der Politikersohn nur 50.000 Euro Entschädigung - und ist zufrieden.
Von
Ekkehard Müller-Jentsch
Er galt als Ziehsohn von Franz Josef Strauß, war Verfassungsschutzpräsident und Staatssekretär im Verteidigungsministerium: Kaum ein anderer deutscher Spitzenbeamter ist so tief gefallen wie Ludwig-Holger Pfahls. Jetzt schreibt die bayerische Justiz die Geschichte fort: Pfahls muss sich voraussichtlich abermals vor Gericht verantworten - wegen Bankrotts in 93 Fällen, Betrugs und Erpressung.
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Nicolas Richter
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Karlheinz Schreiber steht vor Gericht - seine Schmiergelder lösten die CDU-Spendenaffäre aus und beschädigten die Karrieren zahlreicher Politiker und Funktionäre. Ein Überblick.