Die Bundesregierung hat den ersten Antisemitismusbericht eines unabhängigen Expertengremiums vorgelegt - das Ergebnis ist alarmierend: Etwa ein Fünftel aller Bundesbürger sollen demnach latent antisemitisch sein. Und inzwischen spiele dabei das Internet eine besondere Rolle.
Vergessen die Deutschen, was im Nationalsozialismus passiert ist? Jeder fünfte Erwachsene unter 30 weiß nicht, was Auschwitz ist. Judenfeindliche Ressentiments halten sich hartnäckig in der Gesellschaft. Die Geschehnisse gehen in der Informationsflut des Internets unter - und ritualisierte Gedenktage wie der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wirken beim Nachwuchs nicht.
Von
Oliver Das Gupta
Eine Hand voll Promis, unterhaltsame Spiele, etwas Musik und am Ende ein Luftsprung. So lautete das Erfolgsrezept einer der populärsten Fernsehshows im Deutschen Fernsehen. Vor 25 Jahren starb "Dalli Dalli"-Erfinder Hans Rosenthal.
Von
Martina Pock
Gleichungen für ein ganzes Jahrhundert: Vor 150 Jahren wurde der geniale Mathematiker David Hilbert geboren. Mit der Präsentation seiner Gravitationsgleichungen löste er ein Problem, an dem sich Albert Einstein vergeblich abgemüht hatte: die Weiterentwicklung der Speziellen zur Allgemeinen Relativitätstheorie.
Von
Klaus P. Sommer und Daniela Wuensch
Die Franzosen, heißt es jedenfalls, sind arrogant und ein wenig feige, die Italiener geschwätzige Modeverrückte, die keine Steuern zahlen, und die Deutschen so pedantisch, dass sie auch im Urlaub penibel sämtliche Poolliegen mit ihren Handtüchern eindecken. Stimmt - aber nicht so ganz, sagen internationale Autoren, die entschlüsseln, was hinter den Klischees steckt.
Meinung
Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist wertlos, wenn es nicht mit dem Kampf gegen Neonazis einhergeht. Staatliche Maßnahmen können einen umfassenden Dialog in der Gesellschaft allerdings nicht ersetzen: Das beweist das Unwissen vieler junger Menschen zum Thema Holocaust.
Ein Gastbeitrag von
Charlotte Knobloch
Zeitzeugen, Wissenschaftler und Kirchen in Dachau sehen die Veröffentlichungen aus "Mein Kampf" in der Sammeledition "Zeitungszeugen" als reines Geschäftsmodell.
Von
Helmut Zeller
Wie braun ist Deutschland - und wo stecken die Rechtsextremen? Westdeutsche schieben das Problem gerne nach Ostdeutschland, dort wehrt man sich gegen die Klischees in der Berichterstattung. Dabei hinkt die Debatte den Verhältnissen seit Jahrzehnten hinterher und geht daran vorbei, dass Polizei, Verfassungsschutz und Justiz den Rechtsradikalismus selbst befördert haben.
Von
Jens Bisky
Auschwitz? Jeder fünfte Deutsche unter 30 Jahren ist ahnungslos, wenn es um den Holocaust geht, besagt eine neue Studie. Dabei ist der Nationalsozialismus fester Bestandteil der deutschen Schulbildung. Eine Hauptschullehrerin versucht zu erklären, was da falsch läuft.
Interview:
Christina Jungkurth
Während die Linke in einer Sitzung darüber streitet, was Antisemitismus ist und was nicht, greift Parteichef Klaus Ernst einen seiner Parteikollegen lautstark an. Der hatte Ernst einen unangemessenen Umgang mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden vorgeworfen. Einige verlassen daraufhin den Saal.
Die Linke und der Antifaschismus: Die Debatte kennt man bereits aus Teilen der 68er-Bewegung. Ulrike Meinhof verglich Stammheim mit Auschwitz und rechtfertigte zugleich das Massaker an den jüdischen Athleten 1972. Die Söhne der Nazis sprachen sich selbst frei von jeder Schuld, und wer "Israel im Geiste" hatte, durfte reale Juden getrost beschimpfen.
Von
Michael Stallknecht
In der nordirischen Stadt Londonderry sind zwei Bomben explodiert. Nach einem Warnanruf ließ die Polizei die betreffenden Gebäude rechtzeitig räumen - verletzt wurde niemand. Eine Splittergruppe der IRA ist offenbar für die Anschläge verantworlich.
Kurzmeldungen
im Überblick
Eine rauschende Nacht, ein Hakenkreuz - und viel Alkohol: Als ein jüdischer Student gegen ein antisemitisches Trinkspiel protestierte, das seine Kommilitonen im Uni-Skiurlaub spielten, gingen sie auf ihn los. Der 20-Jährige hat eine gebrochene Nase - und seinen Mitstudenten drohen harte Strafen.
Eigentlich ist er Wissenschaftler, doch seinen Namen machte sich Umberto Eco als Großer der Weltliteratur: Seit drei Jahrzehnten begeistert der fulminante Fabulierer die Welt mit mysteriös verschlungenen literarischen "Schnitzeljagden". An diesem Donnerstag wird er 80 Jahre alt.
Mehrere Fraktionen im Parlament stellen sich zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht in einer Resolution gegen den Antisemitismus, grenzen dabei aber die Linken aus.
Benedikts Hausprediger entschuldigt sich, Missbrauchsdebatte mit Judenhass gleichgesetzt zu haben. Die Missbrauchs-Causa wirkt sich auch auf den Beginn der Ostermesse im Vatikan aus.
Ifo-Präsident Sinn nimmt die derzeit oft zu Sündenböcken abgestempelten Manager in Schutz - und zieht Parallelen zum Antisemitismus in den 30er Jahren.
Der Antisemitismus-Streit der Linken führt zum Kern aller Probleme der noch immer relativ frisch vereinigten Partei. Für Gregor Gysi geht es nicht nur um das selbstverständliche Bekenntnis zum Existenzrecht Israels, sondern auch um die Existenz seiner Partei.
Ein Kommentar von
Daniel Brössler
Der Antisemitismus-Streit zeigt: In Wahrheit regieren Feindschaft und Misstrauen die Linke. Fraktionschef Gysi muss über sich lesen, ihm gehe "der Arsch auf Grundeis". Jemand Besseren als ihn hat die Partei aber nicht - nur er hält sie noch zusammen.
Von
Daniel Brössler
Migranten müssen sich mit der zunehmenden Judenfeindlichkeit in ihren Reihen auseinandersetzen. Die ist mehr von Rassismus geprägt als manche glauben wollen.
Ein Gastbeitrag von
Cem Özdemir
Wer heute über Antisemitismus redet, der redet nicht über ein paar versprengte Neonazis in Deutschland. Heute gibt es in Europa einen neuen Antisemitismus, der das Wertesystem der Gesellschaft benutzt. Der neue Antisemitismus kombiniert klassische antijüdische Klischees mit dem Wertekanon der postmodernen, konfliktscheuen Wohlstandswelt.
Von
Von Stefan Kornelius
Die internationale Antisemitismus-Konferenz in Berlin hat Judenfeindlichkeit und Intoleranz als Bedrohung für die Demokratie und die weltweite Sicherheit verurteilt. Die Politik Israels und der Konflikt im Nahen Osten könnten "Antisemitismus niemals rechtfertigen", heißt es in einer gemeinsam verabschiedeten "Berliner Erklärung".
Ein Beschluss aller Bundestagsparteien sollte ein Zeichen setzen. Doch ein Streit über die Israel-Politik der DDR bedroht das gemeinsame Ziel.
Von
Daniel Brössler