Bundeskanzler Merz und Frankreichs Präsident Macron möchten die Kooperation in Fragen der Sicherheit und der Wirtschaft stärken. Sie geben sich Mühe, der angespannten Beziehung beider Länder neuen Schwung zu geben.
Deutsch-französische Beziehungen
:Retten, was zu retten ist
Wenn am Freitag der deutsch-französische Ministerrat in Brühl tagt, treffen zwei nervöse Partner aufeinander. Paris misstraut Deutschlands militärischer Stärke, Berlin bangt um Frankreichs politische Zukunft.
Diplomatie
:Deutschland blickt nach Norden
Norwegen wird wichtiger für die Verteidigung gegen Russland. Der Besuch von Außenminister Wadephul in Bodø zeigt, wie eng Berlin und Oslo zusammenrücken.
Irak
:Wadephul: Wollen weiterhin Bundeswehr-Engagement in Erbil
Der multinationale Irak-Einsatz OIR endet im September. Deutschland räumt das Militärcamp, bietet dem Land aber Militärberater der Bundeswehr an.
Entwicklungsministerium
:„Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind“
Weltweit geht es bergab mit der Entwicklungshilfe, während die Krisen nicht weniger werden. Die deutsche Ministerin Reem Alabali Radovan stemmt sich dagegen.
Großbritannien
:Äußerlich unerfahren
Andy Burnham wird sehr wahrscheinlich der nächste britische Premierminister werden. Auf welche Außenpolitik müssen sich Europa und der Rest der Welt mit ihm einstellen?
Gazelle Sharmahd
:„Du verteidigst dich mit allem, was du hast“
Die Aktivistin Gazelle Sharmahd kämpft von den USA aus gegen die Islamische Republik. Ihr Vater Jamshid war dort zum Tode verurteilt worden, er starb 2024. Ein Interview über die mörderischen Methoden des Regimes und das Recht auf Widerstand mit Gewalt.
Deutsch-polnisches Verhältnis
:Wadephul für Entschädigungszahlungen an polnische NS-Opfer
Zum 35-jährigen Bestehen des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags haben sich die Außenminister und Verteidigungsminister getroffen. Die Polen sind nicht zufrieden, aber es gibt Fortschritte.
Podcast „Auf den Punkt“
:Alles nur für Trump? Was der G-7-Gipfel gebracht hat
Beim Gipfel in Évian passiert etwas Überraschendes: Trump stimmt Sanktionen gegen Russland zu.
UN-Sicherheitsrat
:Übers deutsche Anspruchsdenken
Deutschland verfehlt Sitz im UN-Sicherheitsrat. Was das über die deutsche Außenpolitik aussagt, erklären SZ-Leserinnen und -Leser.
Kosovo vor der Neuwahl
:Kinder eines halb fertigen Staats
In Deutschland leben mehr als 600 000 Menschen mit kosovarischen Wurzeln. Politisch sichtbar war die Diaspora lange nicht. Jetzt kämpft Kosovos Premierminister Kurti um ihre Gunst.
Wahl in UN-Sicherheitsrat gescheitert
:Nach dem Kanzler ist nun auch der Außenminister angeschlagen
Die Opposition spricht von der „Quittung“ für eine Regierung, die in der Außenpolitik an Glaubwürdigkeit eingebüßt habe. Auch in der Koalition gibt es Unmut – nicht nur über Johann Wadephul.
Aktuelles Lexikon
:Was ist Gottvertrauen?
Eine kleine Begriffskunde, mithilfe von Dietrich Bonhoeffer, Dragoslav Stepanović und Johann Wadephul.
Debakel bei den UN
:Erst ist Wadephul fröhlich, dann blickt er in den diplomatischen Abgrund
An der deutschen Abstimmungsniederlage gegen Portugal und Österreich bei der Wahl in den Sicherheitsrat will der Außenminister nicht schuld sein. In New York muss er sich der Frage stellen: Wer dann?
Vereinte Nationen
:Wie Johann Wadephul eine Niederlage auf der Weltbühne verhindern will
Zum siebten Mal strebt die Bundesrepublik in den Sicherheitsrat. Für den bevölkerungsreichsten EU-Staat und zweitgrößten Finanzier der UN eine machbare Aufgabe. Oder?
UN-Sicherheitsrat
:Wadephul soll eine einmalige Niederlage abwenden
Deutschland bewirbt sich für zwei Jahre um einen Sitz im mächtigen Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Bislang gab es immer Zustimmung. Doch nun droht ein Duell mit Österreich.
USA
:Der Mythos vom Verhandlungskünstler
Der US-Präsident gibt sich gern als begnadeter Stratege, agiert aber widersprüchlich und unvorbereitet – beim Iran-Krieg ebenso wie gegenüber Russland und China. Schon als Geschäftsmann gelang Trump nicht jeder Deal.
Türkei
:Gericht ordnet Absetzung des türkischen Oppositionschefs an
Die größte Oppositionspartei CHP steht seit Langem unter Druck. Nun entscheidet ein Gericht: Die Parteiführung wird abgesetzt. Oppositionschef Özel kündigt Widerstand an.
Europäische Union
:Wie Wadephul das Einstimmigkeitsprinzip der EU aufweichen will
Ein einzelnes Land dürfe nicht die ganze Union blockieren, kritisiert der Bundesaußenminister – und fordert ein flexibleres Europa dank Mehrheitsentscheidungen. Es gehe „um Leben und Tod“.
Deutsch-chinesische Beziehungen
:„China-Kompetenz ist kein Nischenthema, sondern Teil strategischer Souveränität“
Deutschland muss China besser verstehen, doch die Bundesregierung hat die Förderung etlicher wichtiger Projekte auslaufen lassen. Was falsch läuft und warum andere Länder mehr investieren, erklärt Experte Stefan Messingschlager.
MeinungIran-Krieg
:Das wird ein Kanzler doch noch sagen dürfen – oder?
Friedrich Merz hat offen darüber gesprochen, was Donald Trump angerichtet hat. Das ist verständlich, erfrischend – und ein großes Problem.
Rumänien
:Proeuropäische Koalition ist zerbrochen
In Rumänien ist die proeuropäische Koalition zerbrochen. Grund dafür ist ein Streit über den Sparkurs des Ministerpräsidenten Bolojan.
UN-Generalsekretariat
:Kommt nach 80 Jahren eine Welt-Chefdiplomatin?
UN-Generalsekretär António Guterres geht Ende des Jahres. Die ersten vier Kandidatinnen und Kandidaten für seine Nachfolge haben sich von der Generalversammlung „grillen“ lassen.
Antisemitismus
:Soll die Leugnung des Existenzrechts Israels strafbar werden?
Nach deutschem Recht ist es erlaubt, zur Auflösung des Staates Israels aufzurufen. Hessen will dies per Gesetz ändern. Doch verfassungsrechtlich wäre das ein Problem.
Außenpolitik am rechten Rand
:Was macht die AfD ohne Orbán und Trump?
Der Verbündete in Ungarn ist abgewählt, die Beziehung zum US-Präsidenten inzwischen kompliziert, die zu Russland ohnehin. In der AfD ist kaum eine Frage so umstritten – und so wichtig – wie die nach ihrer Außenpolitik.
Deutschland und Brasilien
:„Wir wollen Brot, keine Bomben“
Brasiliens Präsident Lula und Kanzler Merz möchten gemeinsam ein bisschen Ordnung ins Chaos der Weltpolitik bringen. Für US-Präsident Trump gibt es eine Einladung und ein paar Botschaften.
Internationale Beziehungen
:Warum Berlin Brasília braucht
Fast das halbe Bundeskabinett reist diesen Montag nach Niedersachsen, um dort die Kollegen aus Brasilien zu treffen, dem Partnerland der Hannover-Messe. Das hat auch strategische Gründe.
Ungarn
:Die Frau, die den Spagat zwischen EU und Russland schaffen soll
Anita Orbán soll künftig die Außenpolitik im Kabinett von Péter Magyar verantworten. Wie dieser arbeitete die Managerin einst auch für die Fidesz-Partei.
Sicherheitspolitik
:AfD-Verteidigungspolitiker Lucassen tritt zurück
Rüdiger Lucassen legt sein Amt als verteidigungspolitischer Sprecher der AfD und zwei weitere Posten nieder. Weil er mit Alleingängen seine Kollegen verärgert hatte, drohte ihm die Abwahl.
Verhandlungen zwischen USA und Iran
:„Man wird im Nahen Osten keine dauerhafte Ordnung gegen Iran schaffen“
Im Nahen Osten herrscht eine Pause der Gewalt – mehr aber auch nicht, sagt der frühere Diplomat Andreas Reinicke. Ein Gespräch über die Chance auf politische Stabilität in der Region, die Schlüsselrolle Irans und den hohen Preis, den Deutschland für seine Nahostpolitik zahlt.
Der US-Präsident droht den Nato-Verbündeten – und benutzt Europas Sicherheit als Druckmittel. Er kann es, weil Europa es zulässt.
US-Militär in Deutschland
:Trumps riskanter Truppenpoker
Der US-Präsident denkt offenbar darüber nach, amerikanische Soldaten von Deutschland in andere Länder zu verlegen. Doch diese Strafaktion könnte auch den USA schaden.
Krieg in Nahost
:Wie schätzt Berlin die Bedeutung der Waffenruhe zwischen den USA und Iran ein?
Kanzler Merz telefoniert mit US-Präsident Trump. Die Bundesregierung warnt vor zu hohen Erwartungen – vor allem, was ein Sinken der Spritpreise angeht.
Asien
:Berichte: Nordkorea feuert erneut ballistische Raketen ab
Südkorea und Japan melden mehrere nordkoreanische Waffentests innerhalb von zwei Tagen. Zuletzt gab es noch Hoffnung auf eine etwas harmonischere Nachbarschaft.
Außenpolitik
:Der Problemlöser im Hintergrund
Günter Sautter agiert als außenpolitischer Berater des Bundeskanzlers meist fernab der großen Bühne – aber blitzschnell, etwa wenn sein Chef den US-Präsidenten verärgert.
EU-Außenminister besuchen Ukraine
:„Putin hat unterschätzt, wie felsenfest unsere Entschlossenheit ist“
Während die Welt auf den Nahen Osten blickt, kämpfen Europas Außenminister darum, die Ukraine nicht aus dem Blick zu verlieren. Eine Reise nach Kiew wird zu einer dringenden Mahnung.
MeinungMigration
:Rückkehr nach Syrien? Ja – sofern sie freiwillig und in Würde geschieht
Bundeskanzler Merz verhandelt mit dem Übergangspräsidenten al-Scharaa über Geflüchtete, als ginge es um bloße Zahlen und Interessen. Doch es geht erst einmal um Menschen.
Syriens Übergangspräsident
:Früher vom FBI gesucht, jetzt vom Bundeskanzler eingeladen
Zehn Millionen Dollar Kopfgeld wollten die USA für ihn einst zahlen. Nun besucht Syriens Machthaber Ahmed al-Scharaa Berlin – eine diplomatische Gratwanderung mit Absturzgefahr.
G-7-Treffen in Frankreich
:Europa ringt um seine Rolle
Während die USA den Krieg gegen Iran eskalieren, sucht die EU ihre Haltung zu dem Konflikt. Berlin sucht das Gespräch – und erkennt, wie schmal der Grat ist zwischen Partnerschaft mit den USA und Abhängigkeit. Das zeigt sich auch beim Treffen der G-7-Außenminister.
MeinungInternationale Ordnung
:Das Staatsoberhaupt spricht Klartext
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fordert eine andere Außenpolitik und deren strikte Orientierung am Völkerrecht. Dafür wird er in der Union scharf gescholten – aber hat er nicht recht?
Iran-Krieg
:Deutschlands Nahost-Dilemma
Der Iran-Krieg legt erneut offen, wie sehr Berlin um eine klare Linie im Nahost-Konflikt ringt. Das irritiert zunehmend auch die europäischen Partner. Damit verpasst Deutschland eine Chance.
Iranische Diaspora
:„Deutschland war lange zu naiv im Umgang mit diesem Regime“
Wie geht es Iranerinnen und Iranern in Deutschland in Zeiten des Kriegs? Stimmen aus einer Community, die zwischen Euphorie und Sorge schwankt.
MeinungÖsterreich
:Warum in Österreich niemand über einen Nato-Beitritt reden will
Die Regierung in Wien feiert zum Jahrestag ihre Bilanz, doch die Weltlage legt die außenpolitischen Schwachstellen offen. Trotzdem ist es ein Tabu, die Neutralität des Landes infrage zu stellen.
MeinungKanzler in den USA
:Merz hat eine stabile Beziehung zu Trump aufgebaut - das ist erstaunlich
Allerdings darf der Kanzler sich auf die guten Bande nicht verlassen, sie können jederzeit wieder brüchig werden.
Besuch in Washington
:Der Bundeskanzler, überwältigt von Trumps Charmeoffensive
Eigentlich möchte Merz mit dem US-Präsidenten über europäische Anliegen reden. Eigentlich möchte er erfahren, welche Ziele die USA in Iran verfolgen. Eigentlich müsste er Spanien gegen Trumps Wutanfall verteidigen. Doch es kommt anders.
Iran-Krieg
:Der lange Abschied des Kanzlers vom Völkerrecht
Vor seinem Treffen mit Donald Trump erlaubt sich Friedrich Merz Zweifel, ob die USA und Israel mit ihren Angriffen gegen das Mullah-Regime zum Ziel kommen. Kritik aber vermeidet er. Das hat auch mit einer grundsätzlichen Wende in der deutschen Außenpolitik zu tun.
Ukraine-Krieg
:Russlands neue Abhängigkeit: Wie China Moskaus Kriegskasse füllt
Peking kauft beim Nachbarn Öl und Gas und liefert Technologie für die Kriegswirtschaft des Kreml. Aber Daten zeigen: Chinas Unterstützung ist kein Geschenk, sondern ein Geschäft mit klarem Kalkül.
Auslandsreise des Kanzlers
:Was China von Merz erwartet
Der Bundeskanzler dient Peking als Projektionsfigur: Mit seiner Hilfe solle sich Deutschland stärker von den USA emanzipieren – und China als Partner sehen, nicht als Rivalen.
LiveMünchner Sicherheitskonferenz
:Kallas: Europa ist nicht vom „Untergang“ bedroht
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas widerspricht zu Beginn des dritten Tags der Sicherheitskonferenz dem US-Außenminister Marco Rubio deutlich. Außerdem geht es heute um Europas Wettbewerbsfähigkeit.
Giftmord
:Europa macht Russland für den Tod von Nawalny verantwortlich
Zwei Jahre nach seinem Tod in einer russischen Strafkolonie ist es nun gewiss: Wissenschaftler haben das hochgiftige Epibatidin im Leichnam des Oppositionellen nachgewiesen. Seine Witwe Julija Nawalnaja hofft, dass Putin vor Gericht kommt.