Mehr als 11.000 Kandidaten auf etwa 1500 Listen waren bei der ersten Wahl nach dem arabischen Frühling in Tunesien angetreten. Bisherige Ergebnisse deuten auf einen Sieg der gemäßigten Islamisten und damit auf einen politischen Umschwung in dem bisher eher säkularen Staat hin.
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Die gemäßigte En-Nahda habe nach ersten Ergebnissen die meisten Stimmen erhalten, teilte der Wahlkampforganisator der Partei mit. Das Endergebnis wird für Dienstag erwartet.
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Es sind zwar erst ein Drittel der Stimmen ausgezählt, doch schon jetzt ist klar: die En-Nahda-Partei ist der große Sieger der Wahl in Tunesien. Die gemäßigten Islamisten führen bereits Gespräche - und wollen offen für alle Koalitionspartner sein.
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In Tunesien haben sich die islamistischen Wahlsieger mit der zweitstärksten Partei, dem liberalen Kongress für die Republik (CPR), auf einen Übergangspräsidenten geeinigt. Demnach wird das Land das kommende Jahr nicht von einem Islamisten geführt, sondern von CPR-Gründer Moncef Marzouki.
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Keine Angst vor En-Nahda! Diese Botschaft verbreitet Rachid Ghanouchi seit dem Wahlsieg seiner moderat islamistischen Partei in Tunesien. Für ihn ist En-Nahda vergleichbar mit der CDU oder der türkischen AKP. Ein Gespräch über die wichtigsten Ziele des Wahlsiegers, die Rolle der Frau im Islam - und die Frage, weshalb der Name des Ex-Diktators Ben Ali aus allen Schulbüchern ausradiert wurde.
Interview:
Matthias Kolbmehr...
Wer hat Angst vor moderaten Islamisten? Tunesien hat gewählt - und vorläufigen offiziellen Ergebnissen zufolge erhält die En-Nahda-Bewegung mehr als 40 Prozent der Stimmen. Seit Tagen versuchen deren Vertreter, Ängste zu zerstreuen und versprechen: keine Polygamie, kein Kopftuchzwang. Die Säkularen sind dennoch in großer Sorge.
Von
Sonja Zekrimehr...
Verehrter Moslem und das politische Böse schlechthin: Rachid Ghanouchi polarisiert. Seine umstrittene Partei En-Nahda dürfte als Siegerin aus den ersten freien Wahlen in Tunesien hervorgehen. Ghanouchi ist Mann des Augenblicks. Seine Ideen einer Verschränkung von Islam und Demokratie stehen vor dem Durchbruch.
Von
Sonja Zekri, Tunismehr...
Nach den Umstürzen in der arabischen Welt drängen Islamisten in die Parlamente - ein beispielloser Erfolg. Der Westen misstraut der neuen Kraft und hat dennoch keinen Einfluss. Denn in Nordafrika hat niemand vergessen, dass westliche Regierungen zwar zu Toleranz und Rechtsstaatlichkeit aufrufen, aber als Komplizen Mubaraks und Ben Alis kein Wort für die eingekerkerten Islamisten fanden.
Ein Kommentar von
Sonja Zekrimehr...
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