Dominique Strauss-Kahn - Vergewaltigungsvorwürfe gegen Ex-IWF-Chef
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Er war der aussichtsreichste Kandidat für die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2012, jetzt dürfte die Polit-Karriere von Dominique Strauss-Kahn zerstört sein. Der ehemalige IWF-Chef steht in New York unter Hausarrest. Er soll ein Zimmermädchen sexuell attackiert haben. Aktuelle Entwicklungen, Hintergründe und Analysen zum Fall Strauss-Kahn.
Dominique Strauss-Kahn hält nach monatelanger Abstinenz in Peking eine öffentliche Rede. Als ehemaliger Direktor des Internationalen Währungsfonds gibt er nun den Wirtschaftsweisen - und greift EU-Politiker scharf an.
Von
Stefan Ulrich
Bilder
Neue Spekulationen um die Affäre Strauss-Kahn: Bilder einer New Yorker Hotel-Überwachungskamera, die jetzt erstmals ausgestrahlt wurden, zeigen den früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und das Zimmermädchen, dass er vergewaltigt haben soll - und zwar unmittelbar nach der angeblichen Tat.
In einem Buch nimmt Dominique Strauss-Kahn Stellung zu jenem schicksalshaften Tag in einem New Yorker Luxushotel und zu seiner möglichen Verstrickung in einen Prostitutionsskandal in Lille. Die Quintessenz des Machwerks: Monsieur ist kein Sexualstraftäter, sondern ein Freund der freien Liebe.
Von
Michael Kläsgen, Paris
Was geschah mit Dominique Strauss-Kahn im Sofitel? Ein Enthüllungsjournalist packt nun dubiose Indizien aus, unter anderem soll DSKs Handy von der Präsidentenpartei UMP gehackt worden sein. Waren die Vergewaltigungsvorwürfe Teil eines Komplotts? Seine Anhänger fordern umgehend Aufklärung.
Von
Willi Winkler
Vom mächtigen IWF-Chef zum einsamen Mann: Die Medien weiden sich an Strauss-Kahns Fall, während immer neue Details aus den Ermittlungen im Prostitutionsskandal von Lille bekannt werden. Der Politiker wehrt sich gegen Scheidungsgerüchte - und pocht darauf, bald aussagen zu dürfen.
Bei ihren Ermittlungen um Edelprostitution in Frankreichs politischer Elite hat die Polizei ein Mobiltelefon sichergestellt. Über dieses Handy verabredeten sich Strauss-Kahn und ein Freund - zu Sex-Partys in Europa und den USA.
Kaum sind die Ermittlungen wegen versuchter Vergewaltigung gegen ihn eingestellt, droht Dominque Strauss-Kahn neuer Ärger: Gemeinsam mit lokaler Prominenz und Polizei soll er in einen Prostitutions-Skandal in Lille verwickelt sein. Dort muss das legendäre Hotel "Carlton" vorübergehend schließen.
Von
Michael Kläsgen, Paris
Versuchte Vergewaltigung oder ein Kuss, der nicht gewollt war? Die Ermittlungen sind eingestellt, doch der Vorwurf bleibt: Die französische Autorin Tristane Banon erhebt schwere Anschuldigungen gegen Dominique Strauss-Kahn. Jetzt hat der frühere IWF-Chef erstmals seine Version des Vorfalls geschildert.
Der Vergewaltigungsvorwurf gegen Dominique Strauss-Kahn soll endgültig aus der Welt. Die Anwälte des früheren IWF-Chefs haben nun auch vor, die Zivilklage gegen Strauss-Kahn in den USA abweisen zu lassen.
Was genau ist in New York zwischen dem Ex-IWF-Chef und dem Zimmermädchen passiert? Darüber liefert auch Dominique Strauss-Kahns erster TV-Auftritt nach Bekanntwerden der Vergewaltigungsvorwürfe keine neuen Erkenntnisse. Der einstige Star der französischen Sozialisten spricht aber von einem "moralischen Fehler" - und äußert sich zu Gerüchten über seine Rückkehr in die Politik.
Sie sei ein Opfer von Dominique Strauss-Kahn, sagt Tristane Banon, und sie verstehe nicht, wie Frankreich den ehemaligen IWF-Chef als Helden feiern könne. Jetzt hat sie ihren Frust in einem Brief an die Medien artikuliert.
Er kam, lächelte und schwieg: Dominique Strauss-Kahn ist zurück in Paris. Schweigen, immer nur Schweigen, dieser Regel ist der 62-Jährige in den vergangenen dreieinhalb Monaten in den USA gefolgt. In der Heimat wird er diese Strategie nicht lange durchhalten können, denn die Franzosen erwarten Antworten auf zwei Fragen.
Von
Stefan Ulrich, Paris
Er lächelte breit, sagte aber nichts: Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist zurück in seiner Heimat Frankreich. Er landete gemeinsam mit seiner Frau Anne Sinclair in Paris - und wurde schon am Flughafen von zahlreichen Journalisten erwartet.
Dominique Strauss-Kahn ist ein freier Mann, doch der Sex-Skandal hat ihn und alle Beteiligten schwer beschädigt. Bei einem Abschiedsbesuch bat er die Mitarbeiter des IWF nun um Entschuldigung - und erntete Applaus. Über seine Zukunftspläne schweigt er beharrlich.
Die FDP kommt nicht aus dem Umfragetief - FDP-Veteranen daran Außenminister Westerwelle die Schuld und fordern seinen Rücktritt. Er habe die FDP "zu unsympathischen Partei gemacht" und verhalte sich in der Libyen-Frage "rechthaberisch", kritisieren sie.
Kurzmeldungen
im Überblick
Die letzte Anhörung im Fall Dominique Strauss-Kahn dauerte nur wenige Minuten: Ein New Yorker Richter stellte das Verfahren wegen mutmaßlicher Vergewaltigung gegen den ehemaligen Direktor des Internationalen Währungsfonds wie erwartet ein.
Das Verfahren gegen Dominique Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung eines Zimmermädchens wird eingestellt. Staatsanwalt Cyrus Vance hat dem Richter einen entsprechenden Antrag vorgelegt: Darin schreibt er, die wiederholten Lügen der Zeugin hätten in einem Prozess eine "verheerende Wirkung" gehabt. Zu Hause wartet auf Strauss-Kahn ein zweites Ermittlungsverfahren.
Nafissatou Diallo, die Dominique Strauss-Kahn der versuchten Vergewaltigung bezichtigt, hat nun eine Pressekonferenz gegeben - und will stark sein "für alle Frauen der Welt": Ihr Anwalt kündigt eine Zivilklage an.
Es ist ihre Version der Geschichte: Nafissatou Diallo hat sich in Interviews erstmals zu dem folgenreichen Vorfall in einem New Yorker Luxushotel geäußert. Das 32-jährige Zimmermädchen beharrt auf ihrem Vorwurf, Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn habe sie zum Oralsex gezwungen - und wehrt sich gegen den Vorwurf, sie wolle aus ihrer Geschichte Geld schlagen.
Ihre Tochter Tristane Banon hat acht Jahre lang gewartet, bevor sie Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung anzeigte. Anne Mansouret soll mitschuld an ihrem Schweigen sein - sie ist offenbar selbst Strauss-Kahns Anziehungskraft erlegen.
Strauss-Kahn, Kachelmann und andere: Ob sich ein Vergewaltigungsvorwurf bestätigt oder nicht - der unbeirrbare Bestrafungswunsch bleibt in jedem Fall bestehen. Warum spektakuläre Sexualanklagen und der Geschlechterdiskurs aneinandergeraten.
Von
Andreas Zielcke
Ein weiterer Vorwurf gegen Dominique Strauss-Kahn beschäftigt die französische Justiz: Wie Pariser Beamte mitteilten, nimmt die Polizei Vorermittlungen gegen den ehemaligen IWF-Chef wegen versuchter Vergewaltigung auf. Diesmal stammt die Anzeige von der 32-jährigen Autorin Tristane Banon.
Mit einem Teilgeständnis könnte Dominique Strauss-Kahn eine drohende Haftstrafe verhindern - doch der frühere IWF-Chef plädiert in allen Punkten auf "nicht schuldig". Indes weist die Staatsanwaltschaft Befangenheitsvorwürfe zurück.
Im Fall Strauss-Kahn sind die ermittelnden Behörden selbst in die Kritik geraten: Die Verteidigung des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers wirft der Staatsanwaltschaft Befangenheit vor - doch die weist die Anschuldigungen entschieden zurück.
Auch wenn die New Yorker Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den früheren IWF-Chef aufrechterhält, so ist ihre Rolle in der Affäre Dominique Strauss-Kahn heftig umstritten. Der Kern der Debatte: Wurde der französische Politiker vorschnell angeklagt?
Von
Nikolaus Piper