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Dominique Strauss-Kahn:Gericht bestätigt Anklage wegen Zuhälterei

Dominique Strauss-Kahn

Seit eineinhalb Jahren kommt er wegen diverser Sex-Affären kaum noch aus den Schlagzeilen: Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn.

(Foto: dpa)

Die Vergewaltigungsvorwürfe des New Yorker Zimmermädchens konnten seine Anwälte abschmettern. Doch in anderer Sache droht Dominque Strauss-Kahn weiterhin juristischer Ärger: Wie ein französisches Gericht nun entschieden hat, bleiben die Vorwürfe der bandenmäßigen Zuhälterei bestehen.

Fast hätte der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn die Weihnachtsfeiertage als komplett rehabilitierter, ziemlich unbescholtener Bürger begehen können. Erst vergangene Woche konnte der 63-Jährige die New Yorker Zimmermädchen-Affäre mit einem Geheim-Deal im Zivilprozess aus der Welt schaffen, nun sollten seine Anwälte noch dafür sorgen, dass eine französische Anklage wegen bandenmäßiger Zuhälterei ebenfalls fallengelassen wird. Doch daraus wurde nichts: Die Behörden halten an den Vorwürfen fest.

Ein Berufungsgericht im nordfranzösischen Douai hat einen Antrag zurückgewiesen, das Anklageverfahren einzustellen. Strauss-Kahn muss sich somit weiterhin wegen seiner Beteiligung an Orgien in einem Luxushotel verantworten, bei denen auch Prostituierte zugegen gewesen sein sollen. Die Ermittlungen in der sogenannten "Carlton"-Affäre gehen damit weiter. Die Anwälte Strauss-Kahns kündigten umgehend an, beim höchsten französischen Gericht einen Revisionsantrag zu stellen.

Sie bezeichneten die Vorwürfe gegen ihren Mandanten als absurd. Sie widersprächen dem gesunden Menschenverstand. Die Anschuldigungen gegen den Ex-IWF-Chef seien unspezifisch und der Verteidigung würden Details vorenthalten, sagte Verteidiger Henri Leclerc.

Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Prostitutionsring im Norden Frankreichs. Neben Strauss-Kahn wurde gegen acht weitere Verdächtige ermittelt. Der 63-Jährige hatte eingeräumt, in Paris und Washington an Sex-Partys teilgenommen zu haben. In einem Interview des Magazins Le Point im Oktober hatte er aber gesagt, er habe nicht gewusst, dass die anwesenden Frauen Prostituierte gewesen seien. Die Staatsanwaltschaft hatte im Oktober Vergewaltigungsvorwürfe im Zusammenhang mit der Affäre zu den Akten gelegt.

Eine andere Sex-Affäre hatte bereits vor eineinhalb Jahren die Zukunftspläne des in Frankreich kurz DSK genannten Strauss-Kahn durchkreuzt. Nach Vergewaltigungsvorwürfen eines New Yorker Zimmermädchens musste er nicht nur den IWF-Chefposten, sondern auch seine Hoffnungen auf die Präsidentschaftskandidatur für die französischen Sozialisten aufgeben. Die US-Justiz stellte das strafrechtliche Verfahren zwar wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Frau ein. Eine zivilrechtliche Klage konnte DSK allerdings nur durch eine in der vergangenen Woche unterschriebene Geheimvereinbarung mit dem Zimmermädchen aus der Welt schaffen. Gerüchten zufolge zahlt er der Frau mehrere Millionen US-Dollar.

Der Fall in Nordfrankfreich ist damit die letzte Sex-Affäre, wegen der Strauss-Kahn derzeit noch juristische Folgen fürchten muss.

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