:Vorfreude auf 2026 – das sind die kulturellen Höhepunkte
Gerhard Polt gemeinsam mit Josef Hader und die Rückkehr des Reggae-Summer: Auf diese Ereignisse freut sich die SZ-Kulturredaktion 2026 besonders. Persönliche Tipps aus Film, Literatur, Theater, Kunst und Musik.
Künstler in der NS-Zeit
:Als Olaf Gulbransson einen Zwangsarbeiter bekam
Der norwegische Karikaturist war jahrzehntelang mit spitzer Feder im „Simplizissimus“ gegen politische Extremisten zu Felde gezogen. Dann kam Hitler an die Macht. Olaf Gulbranssons Reaktion beschäftigt bis heute die Sachwalter seines künstlerischen Erbes.
40 Jahre „Opern auf Bayrisch“
:Wenn aus „Don Giovanni“ der „Hallodri von Lenggrias“ wird
Was als Faschingsulk am Münchner Volkstheater in der Urbesetzung mit Gustl Bayrhammer, Ruth Kappelsberger und Karl Obermayr begann, ist heute ein Kultformat. Woran’s liegt? Gerd Anthoff hat die Antwort.
„Parsifal“ bei den Bayreuther Festspiele
:Elīna Garanča versetzt das Publikum in Ekstase
Niemand singt die Kundry derzeit besser. Wie Mezzosopranistin Elīna Garanča in Jay Scheibs „Parsifal“ alles in den Schatten stellt – auch die Augmented-Realitiy-Technik.
Mezzosopranistin Elina Garanca
:„Das Verdi-Requiem hat für mich alle Antworten“
Weltstar Elina Garanca beherrscht viele Lieder und Arien, die Ausdruck höchster Not und großer Leidenschaften sind. Wenn sie selbst verzweifelt ist, schöpft die Lettin Hoffnung in einem italienischen Werk. Und das hat einen ganz bestimmten Grund.
Mezzosopran Elina Garanca
:„Die Fähigkeit, länger durchzuhalten als die anderen“
Sie ist einer größten Stars der Opernwelt. Bei den Bayreuther Festspielen singt sie die Kundry im Parsifal. Bis heute prägen die charismatische Lettin Elina Garanca Erfahrungen aus ihrer Kindheit.
Heldentenor Klaus Florian Vogt
:„Das ist eine fürchterliche Vorstellung, meine Söhne in den Krieg ziehen zu sehen“
Klaus Florian Vogt verkörpert den Heldentenor wie kaum ein anderer Sänger dieser Zeit. Bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth wird sein Siegfried gerade wieder frenetisch gefeiert. Doch was ist das in seiner Sicht eigentlich, ein „Held“?
Der Verein Taff und die Bayreuther Festspiele
:Warum Katharina Wagner auf diese Unterstützer zählen kann
Sie sind alle Wagnerianer und helfen unbürokratisch, wenn mal wieder schnell Geld gebraucht wird auf dem Grünen Hügel. Der Verein Taff – die etwas anderen Freunde Bayreuths.
„Tannhäuser“ in der Kinderoper der Bayreuther Festspiele
:In diesem Songcontest gewinnen alle
Wer wird „The Voice of Wartburg“? Und warum wachsen auf dem Planeten Venus Lakritzwälder in den Himmel? Regisseurin Nada Zimmermann erzählt Wagners „Tannhäuser“ als unwiderstehliches, intergalaktisches Abenteuer.
Bayreuther Festspiele
:Aufruhr im Karnevalsverein
Die Bayreuther Festspiele eröffnen mit „ Die Meistersinger von Nürnberg“ – betörende Stimmen, beschwingte Choreografien, Luftballonkühe. Nur leider: alles schrecklich harmlos.
Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth
:Zufalls-Fanfaren für den Bundeskanzler
Im vergangenen Jahr blieben die Bayreuther Wagner-Festspiele kanzlerlos - in diesem Jahr geben sich gleich zwei die Ehre. Das Wetter allerdings ist kein Freund der Prominenten. Einer muss sogar draußen bleiben.
Nacktheit auf der Opernbühne
:Alberich hat ja gar nichts an!
Bassbariton Martin Winkler übernimmt bei den Münchner Opernfestspielen die Partie des Alberich in Tobias Kratzers „Rheingold“. Nicht viele Sänger würden sich das zutrauen.
Nibelungenfestspiele
:Männer sind keine Helden
Was aus dem Rheingold wurde? Ein Haufen Kies. Roland Schimmelpfennigs „See aus Asche“ bei den Nibelungenfestspielen in Worms.
Führung in Starnberg
:Der Klang des Sees
Der Starnberger See hat schon viele berühmte Musiker und Komponisten inspiriert. Die Historikerin Claudia Wagner liefert bei einem Rundgang Anekdoten von Wagner über Schönberg bis zu Elvis, Hans Albers und Hildegard Knef – an Originalschauplätzen und mit den passenden Tönen.
Erstmals Theater in Gebärdensprache an den Münchner Kammerspielen
:Wenn der Tristan-Akkord tanzt
„Tristan (und Isolde)“ an den Kammerspielen ist kein reines Gehörlosentheater, sondern eine Feier der Vielsprachigkeit, die enorm großen Spaß macht. Eindrücke vom Premierenabend.
Nachruf: Peter Seiffert
:Kraft und Noblesse
Er wollte nicht einfach Sänger werden, sondern Tenor. Peter Seiffert ist tot – er konnte Wagners Lohengrin oder Tristan zwingend Gestalt verleihen.
Denkmal
:Die Venusgrotte von Schloss Linderhof wird wiedereröffnet
2016 wurde König Ludwigs berühmte Venusgrotte für die Sanierung geschlossen, 2021 sollte sie wiedereröffnet werden. Vier Jahre später ist es nun endlich so weit.
„Mendele Lohengrin“ mit dem Jewish Chamber Orchestra
:Wagner und Klezmer im wundervollen Wechsel
„Mendele Lohengrin“ ist ein aberwitzig tolles Klezmer-Singspiel des Jewish Chamber Orchestra. Warum der Abend an den Münchner Kammerspielen verblüfft.
Richard Wagners Antisemitismus
:Das Siegfried-Idyll zerfällt zur Groteske
Provokation für wen? Das Jewish Chamber Orchestra Munich konfrontiert Wagners Musik direkt mit seinen antisemitischen Tiraden.
Deutscher Alltag
:Kröte und Schniedel
Ein großartiger Abend in der Bayerischen Staatsoper und die Erkenntnis: Wagners „Rheingold“ kann sehr zeitgemäß sein. Auch als nackte Kunst.
„Tristan und Isolde“ in der Isarphilharmonie
:Man nimmt das Glück, wie es kommt
Simon Rattle dirigiert den zweiten Akt von Wagners „Tristan und Isolde“ in der Isarphilharmonie, das BRSO und Lise Davidsen brillieren.
Der neue Münchner „Ring“
:Leider ungeil
Regisseur Tobias Kratzers und Dirigent Vladimir Jurowskis „Rheingold“ an der Münchner Staatsoper will mehr sein als manipulatives Überwältigungstheater. Das geht nicht gut.
Regisseur Tobias Kratzer über den neuen „Ring“ in München
:„Es geht halt doch um Götter“
Der Regisseur Tobias Kratzer inszeniert den neuen „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner an der Bayerischen Staatsoper in München.
Klassik
:Götter wie du und ich
Einst galt er als unaufführbar, heute spielen ihn alle: Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, ab Sonntag wieder neu inszeniert in München, taugt nicht mehr als Prestigeobjekt.
Der „Ring“ in Basel
:Eigenheim in Flammen
Benedikt von Peter inszeniert in Basel Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“. Und vernichtet damit konsequent alles Mythische.
„Tristan und Isolde“ in Regensburg
:Vom Wogen der Gefühle
Wagners „Tristan und Isolde“, in Regensburg von Dennis Krauß inszeniert und von Stefan Veselka dirigiert, ist musikalisch exzellent, die Inszenierung grundsolide – und das Publikum dreht, bis auf vereinzelte Buh-Rufe, dezent durch.
Bayreuther Festspiele
:Weniger, aber besser
Thomas Eitler-de Lint ist der neue Leiter des Bayreuther Festspielchors. Der soll besser werden – gleichzeitig muss die Anzahl der Sänger reduziert werden. Kann das klappen?
Chilly Gonzales im Porträt
:„Ich wurde sehr faul darin, in der Realität zu leben“
Als der Rapper und Pianist Chilly Gonzales eine Psychotherapie begann, verloren die Worte für ihn ihre Bedeutung. Begegnung mit einem, der seine Sprache wiederfinden musste.
Schumann-Projekt fördert Kuriosum zutage
:Wagners Sauklaue
1842 lieferte Richard Wagner einen krakeligen Korrespondenten-Bericht aus Paris für Robert Schumanns Musikzeitschrift. Der verübte am Original ein brutales Streichkonzert, hatte aber offenbar einen nervenstarken Setzer.
Bayreuther Festspiele
:Neuer Chordirektor auf dem Grünen Hügel
Thomas Eitler-de Lint ist nicht nur Wagner-erfahren, er sieht laut Festspielleitung auch Umstrukturierungen als Chance.
Freude und Sorge: 170 Millionen Euro für Sanierung
:Operation am offenen Herzen im Bayreuther Festspielhaus
Bund und Freistaat geben zu gleichen Teilen das Geld für die dringende Renovierung des von Richard Wagner konzipierten und im Original erhaltenen Baus. Dessen einzigartige Innenarchitektur und Akustik machen die Sache knifflig.
Bayreuther Festspiele
:Mehr Anmut geht nicht
Simone Young debütiert bei den Bayreuther Festspielen und dirigiert als erste Frau den „Ring“. Der Jubel ist enthusiastisch, denn auch in der Besetzung gibt es große Entdeckungen.
Bayreuther Festspiele
:Fast verrückt gemacht
Naturalistische Theaterarbeit, schmachtende Musik – die Bayreuther Festspiele eröffnen mit Wagners „Tristan und Isolde“ und feiern den Triumph der Sängerinnen.
Kultur in Bayern
:Festspielhaus Bayreuth: Bund und Land finanzieren die Sanierung
Das Gebäude zählt zu den berühmtesten Opernbauwerken der Welt. Für die notwendige Sanierung fließen rund 170 Millionen Euro aus Berlin und München nach Franken.
Richard-Wagner-Festspiele
:Roter Teppich, grüner Teppich und eine Ministerin vor verschlossener Tür
Bayreuth ist im Festspielmodus: in der Innenstadt und auf dem Grünen Hügel. Doch beide Orte trennen Welten. Und manchmal zwei Minuten Verspätung, wie Sozialministerin Scharf feststellen musste.
Geschichte
:Stadtrat unterstützt Pläne für ein NS-Dokumentationszentrum in Bayreuth
Schon lange vor dem Erstarken des Nationalsozialismus waren völkische Ideologie und Antisemitismus bei den Wagner-Festspielen salonfähig. Umso mehr erscheint eine wissenschaftlich kompetente Aufarbeitung der Bayreuther Geschichte geboten.
Bayreuth
:Votum für NS-Dokumentationszentrum zeichnet sich ab
Der Kulturausschuss hatte es zunächst abgelehnt, nun dreht sich der Wind in Bayreuth: Der Stadtrat dürfte dem geplanten Dokuzentrum zur NS-Ideologiegeschichte zustimmen – und eine Blamage verhindern.
Kunst für alle
:Das Eigenleben eines Bühnenbilds von Neo Rauch
Gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Rosa Loy hat der Leipziger Künstler die Szenerie für „Lohengrin“ geschaffen. Das war 2018, doch der Zauber ihrer Bilderwelt wirkt nach. Aktuell mit einer neuen Ausstellung, im Sommer 2025 – mit der Wiederaufnahme in Bayreuth.
Bayreuth
:Kulturreferent? Gott bewahre!
Für Kunst und Kultur der Stadt Bayreuth zuständig zu sein, das muss doch der Himmel sein: Wagner, Wilhelmine, Weltkultur! Die Wahrheit sieht leider anders aus, ganz anders.
"Götterdämmerung" in Coburg
:Ganz nah dran am Untergang
Das Globe, das Ausweichquartier des Landestheaters Coburg, erweist sich als toller Ort für Oper - Wagners "Götterdämmerung" jedenfalls ist hier ein aufregendes Erlebnis.
Wagners "Parsifal" am Staatstheater Nürnberg
:Welt der Wundersamkeiten
Langer Applaus bei der Premiere am Staatstheater Nürnberg: "Parsifal" provoziert qualifiziertes Achselzucken, entbehrt nicht unfreiwilliger Komik und überzeugt musikalisch.
Wagners "Parsifal" in Dornach
:Tanz den Helden
Die Anthroposophische Gesellschaft inszeniert in Dornach Wagners Bühnenweihfestspiel "Parsifal". Mit Bewegungskunst, Starbesetzung und einem Hauch Mysterium.
Oper
:Mein lieber Schwan
Der Sänger Michael Spyres ist ein Phänomen. Er kann sowohl Bariton als auch Tenor. Im Sommer kommt er nach Bayreuth.
Richard-Wagner-Museum in Bayreuth
:Und in der Tiefe glüht der Gral
Die Villa Wahnfried war Richard Wagners erstes eigenes Haus. Heute gehen dort seine glühenden Verehrer und ganz normale Touristen ein und aus. Auch außerhalb der Festspielzeit. Warum das für Bayreuth wichtig ist.
Interview mit Tobias Kratzer
:Um diesen Regisseur reißen sich die Opernhäuser
2025 wird der Bayer Tobias Kratzer Intendant in Hamburg. Bayreuth spielt seinen "Tannhäuser". Seine "Passagierin" hat am Sonntag in München Premiere und sein "Ring"-Auftakt eröffnet die nächste Saison. Wie schafft man das?
Kunstdiebstahl am Grünen Hügel
:"Der Bürger klaut alles"
Der Konzeptkünstler Ottmar Hörl ist daran gewöhnt, dass seine Werke gestohlen werden. Der Totalverlust aber von 115 Mini-Wagners auf Bayreuths Festspielhügel, dem Hort bürgerlicher Wohlanständigkeit? Was hat das denn zu bedeuten?
Oper
:Mit Wucht
Romeo Castellucci setzt den "Ring des Nibelungen" in Brüssel fort und nimmt in der "Walküre" das Mythische und Tragische bei Richard Wagner auf neue Weise ernst.
Sänger Tristan Brusch
:Dandy mit Schlachtmesser
"Du und ich nackt im Baggersee": Der Sänger Tristan Brusch kann selbst Chemotherapieleid in großen Pop verwandeln.
Bayreuther Festspiele und Nationalsozialismus
:"Man kann Houston Chamberlain als Vordenker des Holocaust bezeichnen"
Ein britischer Adelsspross, glühender Wagnerianer und Richard-Wagner-Schwiegersohn, gilt als ein Wegbereiter der nationalsozialistischen Rassentheorie. In seinem ehemaligen Wohnhaus in Bayreuth soll nun ein Dokumentationszentrum entstehen.
Bayreuther Festspiele
:A bissel was geht immer
Die Bayreuther Festspiele müssen 2024 sehr viel Geld sparen, jede Abteilung muss mitmachen. Der Chor aber wehrt sich.