Die „Jüdische Allgemeine“ ist kein Gemeindeblatt. Sie will die Stimme der deutschen Juden sein. Und sie ruft hinein in die deutschen Diskussionen. In diesen Tagen wird sie achtzig Jahre alt.
Religion
:„Viele haben ein unvollständiges Bild vom Judentum“
In Petershausen soll ein Abend zum christlich‑jüdischen Dialog ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Initiator Bernhard Lachmann erklärt, warum Wissen und Begegnung die wirksamsten Mittel gegen Vorurteile sind.
Antisemitismus
:Das Tabu des Judenhasses bricht auf
Beleidigungen, Drohungen, Gewaltaufrufe: Antisemitismus zeigt sich in Bayern immer unverhohlener, vor allem auf sozialen Medien. Der neue Rias‑Bericht dokumentiert 1551 Vorfälle – ein trauriger Rekordwert.
Podcast „Ist das gerecht?“
:„Wehret den Anfängen? Ich bitte dich!“
Michel Friedman blickt auf seine Jugend zurück und kritisiert: Die Kategorisierung von Menschen werde hierzulande wieder salonfähig.
MeinungAntisemitismus
:Es ist keine gute Idee, die Leugnung des Existenzrechts Israels zu verbieten
Der Vorstoß aus Hessen ist eine schlechte Idee. Denn falsche Überzeugungen ändert man nur durch Widerspruch, nicht durch erzwungenes Schweigen.
SZ MagazinJudenverfolgung
:Wie ein geraubter Silberlöffel zu einer jüdischen Familie zurückkam
Das Münchner Stadtmuseum war seit der NS-Zeit in Besitz einer Schöpfkelle, die dem ermordeten Juden Justin Gerstle gehörte. Doch ihn zurückzugeben, ist nicht leicht – weder für das Museum noch für die Nachfahren.
Debatte
:Das Wort dafür heißt Feigheit
Anschläge, Morddrohungen, Absagen von Veranstaltungen: Gewöhnen wir uns daran, dass der Antisemitismus jüdisches Leben in Deutschland gefährdet?
Nach Anschlag in München
:Israelfeindliche Gruppen rufen zu Gewalt auf – am jüdischen Gedenktag für die Opfer der Shoah
Vor dem israelischen Generalkonsulat werden am Montag Intifada-Rufe skandiert. An der Fassade der LMU hängt eine Netanjahu-Puppe am Galgen. Die Polizei ermittelt – und hat erste Erkenntnisse zum Anschlag vom Freitag.
Tragische Familiengeschichte
:Die unbekannte Seite des Entertainers Hugo Egon Balder
Mit der Erotik-Show „Tutti Frutti“ und Comedy-Formaten wie „Genial daneben“ schrieb Hugo Egon Balder TV-Geschichte. Seine Familiengeschichte dagegen birgt tragische Aspekte, von denen der Fernsehmann selbst lange nichts wusste.
Judentum und Antisemitismus
:„Redet mit uns, nicht über uns“
Daniel Gitbud und Ariella Chmiel diskutieren mit Dachauer Gymnasiasten über das jüdische Leben in Deutschland, den Nahost-Konflikt und Antisemitismus. Dabei verstehen sie es, den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen.
Debatte
:Hat sich die Idee des Zionismus überlebt?
Der jüdische Schriftsteller Arnon Grünberg reist durch Israel, Deutschland und Österreich, um Antworten auf die Fragen zu finden: Wie hängen Zionismus und Antisemitismus zusammen? Und was hat das Blutvergießen im Nahen Osten mit dem Holocaust zu tun?
Antisemitismus
:Judenfeindliche Drohungen gegen Münchner Modegeschäft
Die Inhaberin eines Ladens im Münchner Stadtteil Haidhausen hatte sich zuvor mit Aufklebern gegen Antisemitismus gewandt. Zahlreiche Menschen bekunden ihre Solidarität mit ihr.
Antisemitismus
:Wie Justiz und Polizei in München gegen Judenhass vorgehen
Die Zahl antisemitischer Straftaten ist unverändert hoch. Bedroht werden jüdische Münchnerinnen und Münchner von mehreren Seiten. Viele fühlen sich nicht mehr sicher – und misstrauen den Schutzzusagen.
Berlin
:Jüdischer Student verliert vor Gericht gegen Universität
Lahav Shapira hatte die FU Berlin verklagt, nachdem er von einem Kommilitonen angegriffen wurde - die Hochschule unternehme nicht genug gegen antisemitische Diskriminierung. Das Gericht weist nun seine Klage aus formellen Gründen zurück.
Liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom
:„Wahrscheinlich bin ich für einige Menschen in meiner Gemeinde eine Zumutung“
In München ist vielen nicht bekannt, dass es neben der Israelitischen Kultusgemeinde eine weitere jüdische Gemeinde gibt. C. Bernd Sucher ist als Vorsitzender der Liberalen von Beth Shalom angetreten, dies zu ändern. Wie er die großen Bühnen der Stadt nutzt.
Historie
:Gerettet in Griechenland
Von den Nazis aus München gejagt, fand der Chemiker Georg-Maria Schwab Aufnahme in Athen. Die Rückkehr musste er sich erkämpfen – und schwieg über das Exil, wie viele, die wieder heimkamen. Eine Spurensuche.
SZ MagazinAuschwitz
:»Ich habe meine Nummer lange bedeckt gehalten« – »Ich habe Puder drüber gemacht«
Eva Szepesi und Eva Umlauf kamen als Kinder am selben Tag in Auschwitz an und entgingen der Gaskammer nur knapp. 2016 wurden sie Freundinnen. Ein Gespräch über ihr erstes Treffen, ausgerechnet in einem Zug, über ihr Leben im Land der Täter – und die Frage, wie man ein solches Familientrauma verarbeitet.
Antisemitismus in der Schule
:„Er ist Jude – ist doch klar, dass ihm alles wehtut“
Schon vor dem Hamas-Terrorangriff gehörten antisemitische Äußerungen im Klassenzimmer zum Alltag. Eine Studie belegt, dass derartige Vorfälle nicht nur zunehmen, sie werden auch feindseliger.
Bayreuth
:Kulturzentrum macht jüdisches Leben sichtbar
Die älteste noch genutzte Synagoge Deutschlands – und jetzt noch ein Kulturzentrum: Ministerpräsident Markus Söder besucht die Israelitische Kultusgemeinde in Bayreuth und erneuert ein Versprechen.
Ilse Aichingers „Die größere Hoffnung“ am Staatstheater Nürnberg
:Wie Kinder der Verfolgung trotzen
Wie gut lässt sich Ilse Aichingers Nachkriegsroman „Die größere Hoffnung“ auf die Bühne bringen? Salome Schneebelis Inszenierung wagt als deutsche Erstaufführung am Nürnberger Staatstheater viel – mit Erfolg.
Literatur
:Mit Schampus durch alle Krisen
Zeit, dass sich auch die Literatur des Themas NS-Raubkunst annimmt. Gern auch mit dem Witz einer Mirna Funk. Ihr Roman „Balagan“ allerdings stolpert dann doch am Thema vorbei.
Israel
:Manchmal schämt er sich jetzt für Israel
Ihre Eltern und Großeltern flohen vor dem Terror der Nazis hierher und bauten ein offenes, sicheres, tolerantes Land auf. Aber jetzt entfremden sich viele Israelis von ihrer Heimat. Von Netanjahus neuem, kalten Israel. Und gehen.
Literatur
:Leben nach der Katastrophe
In „Mischka“ erzählt Barbara Honigmann von Freunden ihrer Eltern, die den Nazis entkamen. Es sind Protokolle brutaler Schicksale, aber auch Geschichten des Weitermachens und der Würde.
Meinung„Stefan Raab Show“ zu Gil Ofarim
:Viel plakativer kann man Antisemitismus nicht zur Schau stellen
„Die Stefan Raab Show“ unterstellt Gil Ofarim das „Betrüger-Gen“.
Hebräischer Verlag in Berlin
:„Ich bin kein Volk, ich bin ein Mensch“
Zwei Israelis haben einen Verlag für hebräische Literatur gegründet, in Berlin, den ersten seit 1938. Eigentlich ein völlig aussichtsloses Unterfangen – und ein kleines Wunder. Ein Besuch bei den Verlegern.
Wanderausstellung in Wartenberg
:„Antisemitismus ist leider wieder lauter geworden“
In der Marie‑Pettenbeck‑Schule ist derzeit die Ausstellung „Antisemitismus in Bayern“ zu sehen. Darin geht es um den erstarkten Judenhass. Am Eröffnungsabend spricht auch der Überlebende René Kaufmann, der im benachbarten Langenpreising wohnt.
Maxim Biller
:Diese verdammten Lichtblicke in düsteren Zeiten
Treffen sich ein Literaturwissenschaftler und ein jüdischer Schriftsteller: Es könnte so einfach sein, miteinander klarzukommen. Wäre da nicht das Zwischenmenschliche.
Attentat von 1970
:Brandanschlag auf jüdisches Altenheim steht vor der Aufklärung – nach mehr als 50 Jahren
Die Ermittlungen der Münchner Generalstaatsanwaltschaft konzentrieren sich auf einen 2020 gestorbenen Münchner. Der Rechtsextremist, der das Seniorenheim in der Reichenbachstraße angezündet haben soll, ist für weitere Straftaten bekannt.
Holocaust-Gedenktag
:Michel Friedman: Juden in Deutschland gefährdet wie lange nicht mehr
„Ich will diese Sätze nicht mehr hören“, sagt der Publizist zu Appellen wie „Nie wieder“. Diese seien sinnlos, wenn im Alltag „der Judenhass explodiert“. Auch andere äußern sich eindringlich.
Antisemitismus
:Eure Gleichgültigkeit ist unser Tod
Antisemitismus lebt nicht nur von Hass, sondern immer auch von Wegsehen, von Schweigen und dem Wunsch, sich nicht positionieren zu müssen.
Bayern und Israel
:Zusammenhalt in Zeiten der Erschütterung
Die Stimmung bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ist angesichts von Krieg und Antisemitismus gedämpft. Immerhin rückt die jüdische Community enger zusammen.
Brandenburg
:Er macht weiter, trotz Morddrohung
Erst brennt beinahe sein Haus ab, dann erhält Andreas Büttner einen üblen Brief. Warum der brandenburgische Antisemitismusbeauftragte dennoch nicht aufgeben will.
Theater
:Ein Musical als Totentanz
„East Side Story – A German Jewsical“ am Berliner Maxim-Gorki-Theater erzählt von jüdischem Leben in Deutschland nach dem Holocaust. Eine große, böse Show ohne Betroffenheitskitsch.
Der Jüdische Buchklub in München
:Wunschgäste sind Lilo Wanders, Igor Levit oder Blümchen
Die Schriftstellerin Dana von Suffrin und der Historiker Philipp Lenhard laden in ihren Jüdischen Buchklub bewusst Prominente abseits der Literatur-Bubble. Wen sie für ihre Diskussionsabende 2026 im Auge haben.
Terror in Australien
:Auf den Horror folgt die Hoffnung
Nach dem islamistischen Terrorakt am Bondi Beach von Sydney sitzt der Schock in der großen Jüdischen Gemeinde tief. In die Trauer mischt sich aber schon die typisch australische Zuversicht.
Jüdisches Lichterfest
:Chanukka-Lichter leuchten in München
Vor der jüdischen Synagoge am St.-Jakobs-Platz werden die ersten Kerzen angesteckt. Charlotte Knobloch erinnert dabei an die Opfer des antisemitischen Attentats in Sydney vom Wochenende.
MeinungDas Attentat von Bondi Beach
:Ihr kennt alle die Angst
Australien, das neue Amerika? Vergiss es! Der Terroranschlag auf das Chanukka-Fest in Sydney beweist: Juden können fliehen, wohin auch immer, der Hass der Antisemiten ist schon da.
Terror in Sydney
:Zwei Attentäter von nebenan
Australiens Behörden versuchen, die Hintergründe der Terrortat aufzuklären, bei der zwei Männer am Sonntag 15 Menschen bei einem jüdischen Fest erschossen haben. Was man bisher weiß.
Terror gegen Juden
:Angreifer von Sydney waren Vater und Sohn – Zahl der Anschlagsopfer steigt auf 15
Ziel der Attacke war eine Chanukka-Feier an dem weltweit bekannten Strand Bondi Beach. Der Vater wird erschossen, der Sohn schwer verletzt. Noch immer liegen Dutzende Menschen im Krankenhaus. Als Reaktion auf die Tat diskutiert Australien über strengere Waffengesetze.
MeinungAnschlag in Sydney
:Gesellschaften, die nur ihren Frieden wollen, sind besonders verwundbar
Die Tat von Bondi Beach scheint einen islamistischen Hintergrund zu haben. Aber auch die Neonazis im Land werden selbstbewusster. Der Staat muss jetzt an beiden Fronten gegen Antisemitismus kämpfen.
Holocaust
:Vom Unerhörten
Claude Lanzmann führte zur Vorbereitung des Films „Shoah“ zahlreiche Interviews mit Überlebenden der Ghettos und Vernichtungslager, Historikern und Tätern. 26 davon sind nun im Jüdischen Museum Berlin zu hören.
Debatte
:„Ich vermisse fast schon die guten, alten Antisemiten“
Zwei Stühle, zwei Frauen und kein Tabuthema: Eva Illouz und Rachel Salamander sprechen in den Münchner Kammerspielen über die Situation der Juden seit dem 7. Oktober 2023. Trotz Tränen wird es ein heller Abend in dunkler Zeit.
Schaubühne Berlin
:Lügen, Liebe und Intrigen
Heiratet ein Jude eine Nicht-Jüdin: So könnte ein netter Witz beginnen. In der Komödie „Sabotage“ an der Berliner Schaubühne kommt die Regisseurin Yael Ronen aber nicht über nett hinaus.
50. Todestag
:Die jüdische Erscheinung Hannah Arendt
Wie helfen die Schriften der vor 50 Jahren verstorbenen Theoretikerin dabei, die heutigen Zeiten besser zu verstehen? Der Versuch einer Anleitung.
Was läuft in der Münchner Literaturszene?
:Empfehlenswerte Lesungen im Dezember
Von Zeruya Shalev bis Eva Illouz, von Joy Williams bis Jonas Lüscher – im Dezember sind in München Lesungen und Gespräche mit einem breiten Spektrum geboten.
Veranstaltung zu Religionen in München
:Dann erklimmt Alt-OB Ude unangekündigt das Podium
Im Alten Rathaus feiern die Münchner Religionen ihre gemeinsame Werte-Charta. Doch die Abwesenheit von Vertretern der beiden jüdischen Gemeinden der Stadt sorgt für Unmut.
Münchner Talmud ist Weltdokumentenerbe
:„Einer der größten Buchschätze der Menschheit“
Die Münchner Handschrift des Babylonischen Talmuds wurde im April 2025 in das Weltdokumentenerbe aufgenommen. Jetzt hat die Bayerische Staatsbibliothek die Urkunde der Unesco erhalten.
ExklusivJüdisches Leben in Syrien
:„Juden? Wir waren einfach Kinder“
Vor langer Zeit wurden Juden aus Syrien vertrieben, auch weil der Islam politisch instrumentalisiert wurde. Wer hat das gestürzte Regime überdauert? Über die Suche eines Münchner Muslims nach den letzten jüdischen Syrern.
Antisemitismus in China
:Judenhass, der Peking nützt
Soziale Medien verbreiten immer mehr Verschwörungstheorien, Nutzer sprechen plötzlich von „jüdischem Kapital“: China erlebt eine Welle des Antisemitismus. Das ist im Sinne der Regierung.
Jüdische Kulturtage in München
:„Nicht beleidigt, sondern einfach verschwunden“
Bei der Eröffnung der Jüdischen Kulturtage in München spricht Pianist Igor Levit über Anfeindungen und „Neonazi-Arschgeigen“. 600 Gäste feiern die Kultur „als Bollwerk gegen Antisemitismus und Hass“.