Judentum

Debatte
:Das Wort dafür heißt Feigheit

Anschläge, Morddrohungen, Absagen von Veranstaltungen: Gewöhnen wir uns daran, dass der Antisemitismus jüdisches Leben in Deutschland gefährdet?

SZ PlusEssay von Peter Laudenbach

Nach Anschlag in München
:Israelfeindliche Gruppen rufen zu Gewalt auf – am jüdischen Gedenktag für die Opfer der Shoah

Vor dem israelischen Generalkonsulat werden am Montag Intifada-Rufe skandiert. An der Fassade der LMU hängt eine Netanjahu-Puppe am Galgen. Die Polizei ermittelt – und hat erste Erkenntnisse zum Anschlag vom Freitag.

Von Martin Bernstein und Katharina Haase

Tragische Familiengeschichte
:Die unbekannte Seite des Entertainers Hugo Egon Balder

Mit der Erotik-Show „Tutti Frutti“ und Comedy-Formaten wie „Genial daneben“ schrieb Hugo Egon Balder TV-Geschichte. Seine Familiengeschichte dagegen birgt tragische Aspekte, von denen der Fernsehmann selbst lange nichts wusste.

SZ PlusInterview von Barbara Hordych

Judentum und Antisemitismus
:„Redet mit uns, nicht über uns“

Daniel Gitbud und Ariella Chmiel diskutieren mit Dachauer Gymnasiasten über das jüdische Leben in Deutschland, den Nahost-Konflikt und Antisemitismus. Dabei verstehen sie es, den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen.

Von Helmut Zeller

Debatte
:Hat sich die Idee des Zionismus überlebt?

Der jüdische Schriftsteller Arnon Grünberg reist durch Israel, Deutschland und Österreich, um Antworten auf die Fragen zu finden: Wie hängen Zionismus und Antisemitismus zusammen? Und was hat das Blutvergießen im Nahen Osten mit dem Holocaust zu tun?

SZ PlusGastbeitrag von Arnon Grünberg

Antisemitismus
:Judenfeindliche Drohungen gegen Münchner Modegeschäft

Die Inhaberin eines Ladens im Münchner Stadtteil Haidhausen hatte sich zuvor mit Aufklebern gegen Antisemitismus gewandt. Zahlreiche Menschen bekunden ihre Solidarität mit ihr.

Von Martin Bernstein

Antisemitismus
:Wie Justiz und Polizei in München gegen Judenhass vorgehen

Die Zahl antisemitischer Straftaten ist unverändert hoch. Bedroht werden jüdische Münchnerinnen und Münchner von mehreren Seiten. Viele fühlen sich nicht mehr sicher – und misstrauen den Schutzzusagen.

Von Martin Bernstein

Berlin
:Jüdischer Student verliert vor Gericht gegen Universität

Lahav Shapira hatte die FU Berlin verklagt, nachdem er von einem Kommilitonen angegriffen wurde - die Hochschule unternehme nicht genug gegen antisemitische Diskriminierung. Das Gericht weist nun seine Klage aus formellen Gründen zurück.

Liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom
:„Wahrscheinlich bin ich für einige Menschen in meiner Gemeinde eine Zumutung“

In München ist vielen nicht bekannt, dass es neben der Israelitischen Kultusgemeinde eine weitere jüdische Gemeinde gibt. C. Bernd Sucher ist als Vorsitzender der Liberalen von Beth Shalom angetreten, dies zu ändern.  Wie er die großen Bühnen der Stadt nutzt.

SZ PlusInterview von Andrea Schlaier

Historie
:Gerettet in Griechenland

Von den Nazis aus München gejagt, fand der Chemiker Georg-Maria Schwab Aufnahme in Athen. Die Rückkehr musste er sich erkämpfen – und schwieg über das Exil, wie viele, die wieder heimkamen. Eine Spurensuche.

SZ PlusVon Christiane Schlötzer

SZ MagazinAuschwitz
:»Ich habe meine Nummer lange bedeckt gehalten« – »Ich habe Puder drüber gemacht«

Eva Szepesi und Eva Umlauf kamen als Kinder am selben Tag in Auschwitz an und entgingen der Gaskammer nur knapp. 2016 wurden sie Freundinnen. Ein Gespräch über ihr erstes Treffen, ausgerechnet in einem Zug, über ihr Leben im Land der Täter – und die Frage, wie man ein solches Familientrauma verarbeitet.

SZ PlusInterview von Thomas Bärnthaler, Fotos von Ricardo Wiesinger

Antisemitismus in der Schule
:„Er ist Jude – ist doch klar, dass ihm alles wehtut“

Schon vor dem Hamas-Terrorangriff gehörten antisemitische Äußerungen im Klassenzimmer zum Alltag. Eine Studie belegt, dass derartige Vorfälle nicht nur zunehmen, sie werden auch feindseliger.

Von Olaf Przybilla

Bayreuth
:Kulturzentrum macht jüdisches Leben sichtbar

Die älteste noch genutzte Synagoge Deutschlands – und jetzt noch ein Kulturzentrum: Ministerpräsident Markus Söder besucht die Israelitische Kultusgemeinde in Bayreuth und erneuert ein Versprechen.

Ilse Aichingers „Die größere Hoffnung“ am Staatstheater Nürnberg
:Wie Kinder der Verfolgung trotzen

Wie gut lässt sich Ilse Aichingers Nachkriegsroman „Die größere Hoffnung“ auf die Bühne bringen? Salome Schneebelis Inszenierung wagt als deutsche Erstaufführung am Nürnberger Staatstheater viel – mit Erfolg.

SZ PlusKritik von Florian Welle

Literatur
:Mit Schampus durch alle Krisen

Zeit, dass sich auch die Literatur des Themas NS-Raubkunst annimmt. Gern auch mit dem Witz einer Mirna Funk. Ihr Roman „Balagan“ allerdings stolpert dann doch am Thema vorbei.

SZ PlusVon Ronen Steinke

Israel
:Manchmal schämt er sich jetzt für Israel

Ihre Eltern und Großeltern flohen vor dem Terror der Nazis hierher und bauten ein offenes, sicheres, tolerantes Land auf. Aber jetzt entfremden sich viele Israelis von ihrer Heimat. Von Netanjahus neuem, kalten Israel. Und gehen.

SZ PlusVon Kristiana Ludwig (Text) und Friedrich Bungert (Fotos)

Literatur
:Leben nach der Katastrophe

In „Mischka“ erzählt  Barbara Honigmann von Freunden ihrer Eltern, die den Nazis entkamen. Es sind Protokolle brutaler Schicksale, aber auch Geschichten des Weitermachens und der Würde.

SZ PlusVon Lothar Müller

Meinung„Stefan Raab Show“ zu Gil Ofarim
:Viel plakativer kann man Antisemitismus nicht zur Schau stellen

„Die Stefan Raab Show“ unterstellt Gil Ofarim das „Betrüger-Gen“.

SZ PlusVon Stefan Niggemeier

Hebräischer Verlag in Berlin
:„Ich bin kein Volk, ich bin ein Mensch“

Zwei Israelis haben einen Verlag für hebräische Literatur gegründet, in Berlin, den ersten seit 1938. Eigentlich ein völlig aussichtsloses Unterfangen – und ein kleines Wunder. Ein Besuch bei den Verlegern.

SZ PlusVon Sonja Zekri

Wanderausstellung in Wartenberg
:„Antisemitismus ist leider wieder lauter geworden“

In der Marie‑Pettenbeck‑Schule ist derzeit die Ausstellung „Antisemitismus in Bayern“ zu sehen. Darin geht es um den erstarkten Judenhass. Am Eröffnungsabend spricht auch der Überlebende René Kaufmann, der im benachbarten Langenpreising wohnt.

Von Regina Bluhme

Maxim Biller
:Diese verdammten Lichtblicke in düsteren Zeiten

Treffen sich ein Literaturwissenschaftler und ein jüdischer Schriftsteller: Es könnte so einfach sein, miteinander klarzukommen. Wäre da nicht das Zwischenmenschliche.

SZ PlusEine Glosse von Maxim Biller

Attentat von 1970
:Brandanschlag auf jüdisches Altenheim steht vor der Aufklärung – nach mehr als 50 Jahren

Die Ermittlungen der Münchner Generalstaatsanwaltschaft konzentrieren sich auf einen 2020 gestorbenen Münchner. Der Rechtsextremist, der das Seniorenheim in der Reichenbachstraße angezündet haben soll, ist für weitere Straftaten bekannt.

Von Martin Bernstein

Holocaust-Gedenktag
:Michel Friedman: Juden in Deutschland gefährdet wie lange nicht mehr

„Ich will diese Sätze nicht mehr hören“, sagt der Publizist zu Appellen wie „Nie wieder“. Diese seien sinnlos, wenn im Alltag „der Judenhass explodiert“. Auch andere äußern sich eindringlich.

Antisemitismus
:Eure Gleichgültigkeit ist unser Tod

Antisemitismus lebt nicht nur von Hass, sondern immer auch von Wegsehen, von Schweigen und dem Wunsch, sich nicht positionieren zu müssen.

SZ PlusGastbeitrag von Martin Moszkowicz

Bayern und Israel
:Zusammenhalt in Zeiten der Erschütterung

Die Stimmung bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ist angesichts von Krieg und Antisemitismus gedämpft. Immerhin rückt die jüdische Community enger zusammen.

Von Bernd Kastner

Brandenburg
:Er macht weiter, trotz Morddrohung

Erst brennt beinahe sein Haus ab, dann erhält Andreas Büttner einen üblen Brief. Warum der brandenburgische Antisemitismusbeauftragte dennoch nicht aufgeben will.

SZ PlusVon Christina Lopinski

Theater
:Ein Musical als Totentanz

„East Side Story – A German Jewsical“ am Berliner Maxim-Gorki-Theater erzählt von jüdischem Leben in Deutschland nach dem Holocaust. Eine große, böse Show ohne Betroffenheitskitsch.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Der Jüdische Buchklub in München
:Wunschgäste sind Lilo Wanders, Igor Levit oder Blümchen

Die Schriftstellerin Dana von Suffrin und der Historiker Philipp Lenhard laden in ihren Jüdischen Buchklub bewusst Prominente abseits der Literatur-Bubble. Wen sie für ihre Diskussionsabende 2026 im Auge haben.

Von Jutta Czeguhn

Terror in Australien
:Auf den Horror folgt die Hoffnung

Nach dem islamistischen Terrorakt am Bondi Beach von Sydney sitzt der Schock in der großen Jüdischen Gemeinde tief. In die Trauer mischt sich aber schon die typisch australische Zuversicht.

SZ PlusVon Michelle Ostwald

Jüdisches Lichterfest
:Chanukka-Lichter leuchten in München

Vor der jüdischen Synagoge am St.-Jakobs-Platz werden die ersten Kerzen angesteckt. Charlotte Knobloch erinnert dabei an die Opfer des antisemitischen Attentats in Sydney vom Wochenende.

Von Bernd Kastner

MeinungDas Attentat von Bondi Beach
:Ihr kennt alle die Angst

Australien, das neue Amerika? Vergiss es! Der Terroranschlag auf das Chanukka-Fest in Sydney beweist: Juden können fliehen, wohin auch immer, der Hass der Antisemiten ist schon da.

SZ PlusGastbeitrag von Alexander Estis

Terror in Sydney
:Zwei Attentäter von nebenan

Australiens Behörden versuchen, die Hintergründe der Terrortat aufzuklären, bei der zwei Männer am Sonntag 15 Menschen bei einem jüdischen Fest erschossen haben. Was man bisher weiß.

SZ PlusVon Thomas Hahn

Terror gegen Juden
:Angreifer von Sydney waren Vater und Sohn – Zahl der Anschlagsopfer steigt auf 15

Ziel der Attacke war eine Chanukka-Feier an dem weltweit bekannten Strand Bondi Beach. Der Vater wird erschossen, der Sohn schwer verletzt. Noch immer liegen Dutzende Menschen im Krankenhaus. Als Reaktion auf die Tat diskutiert Australien über strengere Waffengesetze.

Von Julia Daniel, Linus Freymark und Philipp Saul

MeinungAnschlag in Sydney
:Gesellschaften, die nur ihren Frieden wollen, sind besonders verwundbar

Die Tat von Bondi Beach scheint einen islamistischen Hintergrund zu haben. Aber auch die Neonazis im Land werden selbstbewusster. Der Staat muss jetzt an beiden Fronten gegen Antisemitismus kämpfen.

SZ PlusKommentar von Thomas Hahn

Holocaust
:Vom Unerhörten

Claude Lanzmann führte zur Vorbereitung des Films „Shoah“ zahlreiche Interviews mit Überlebenden der Ghettos und Vernichtungslager, Historikern und Tätern. 26 davon sind nun im Jüdischen Museum Berlin zu hören.

SZ PlusVon Lothar Müller

Debatte
:„Ich vermisse fast schon die guten, alten Antisemiten“

Zwei Stühle, zwei Frauen und kein Tabuthema: Eva Illouz und Rachel Salamander sprechen in den Münchner Kammerspielen über die Situation der Juden seit dem 7. Oktober 2023. Trotz Tränen wird es ein heller Abend in dunkler Zeit.

SZ PlusVon Nils Minkmar

Schaubühne Berlin
:Lügen, Liebe und Intrigen

Heiratet ein Jude eine Nicht-Jüdin: So könnte ein netter Witz beginnen. In der Komödie „Sabotage“ an der Berliner Schaubühne kommt die Regisseurin Yael Ronen aber nicht über nett hinaus.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

50. Todestag
:Die jüdische Erscheinung Hannah Arendt

Wie helfen die Schriften der vor 50 Jahren verstorbenen Theoretikerin dabei, die heutigen Zeiten besser zu verstehen? Der Versuch einer Anleitung.

SZ PlusGastbeitrag von Natan Sznaider

Was läuft in der Münchner Literaturszene?
:Empfehlenswerte Lesungen im Dezember

Von Zeruya Shalev bis Eva Illouz, von Joy Williams bis Jonas Lüscher – im Dezember sind in München Lesungen und Gespräche mit einem breiten Spektrum geboten.

Von Antje Weber

Veranstaltung zu Religionen in München
:Dann erklimmt Alt-OB Ude unangekündigt das Podium

Im Alten Rathaus feiern die Münchner Religionen ihre gemeinsame Werte-Charta. Doch die Abwesenheit von Vertretern der beiden jüdischen Gemeinden der Stadt sorgt für Unmut.

Von Andrea Schlaier

Münchner Talmud ist Weltdokumentenerbe
:„Einer der größten Buchschätze der Menschheit“

Die Münchner Handschrift des Babylonischen Talmuds wurde im April 2025 in das Weltdokumentenerbe aufgenommen. Jetzt hat die Bayerische Staatsbibliothek die Urkunde der Unesco erhalten.

Von Zoé von Langen

ExklusivJüdisches Leben in Syrien
:„Juden? Wir waren einfach Kinder“

Vor langer Zeit wurden Juden aus Syrien vertrieben, auch weil der Islam politisch instrumentalisiert wurde. Wer hat das gestürzte Regime überdauert? Über die Suche eines Münchner Muslims nach den letzten jüdischen Syrern.

SZ PlusVon Mohamad Alkhalaf, Damaskus

Antisemitismus in China
:Judenhass, der Peking nützt

Soziale Medien verbreiten immer mehr Verschwörungstheorien, Nutzer sprechen plötzlich von „jüdischem Kapital“:  China erlebt eine Welle des Antisemitismus. Das ist im Sinne der Regierung.

SZ PlusVon Lea Sahay

Jüdische Kulturtage in München
:„Nicht beleidigt, sondern einfach verschwunden“

Bei der Eröffnung der Jüdischen Kulturtage in München spricht Pianist Igor Levit über Anfeindungen und „Neonazi-Arschgeigen“. 600 Gäste feiern die Kultur „als Bollwerk gegen Antisemitismus und Hass“.

Von Ulrike Heidenreich

Exilliteratur
:„Ich habe manchmal Heimweh, ich weiß bloß nicht, wonach ...“

Die Dichterin Mascha Kaléko reiste 1956 nach Deutschland, nach Jahren im Exil. Aber ihre Leser, die Deutschen? Waren mit sich beschäftigt. Der Journalist Volker Weidermann erinnert an dieses schicksalhafte Jahr − und kommt seiner Heldin viel zu nah.

SZ PlusVon Christiane Lutz

Zum Tod von Micha Brumlik
:„Er war ein Intellektueller und kein Straßenkämpfer“

Sie zählten zu den linken, liberalen Juden in Frankfurt, die in der 68er-Bewegung aktiv wurden: Daniel Cohn Bendit erinnert sich an seinen Freund Micha Brumlik.

SZ PlusVon Daniel Cohn-Bendit

9. November
:Jüdische Gemeinde distanziert sich von Redner

In Frankfurt wird der Faschismusforscher Jason Stanley eingeladen, zum 9. November zu sprechen. Das tut er, redet aber auch über den Gaza-Krieg – und kann seine Rede nicht beenden.

SZ PlusVon Ronen Steinke

Jahrestag der Pogromnacht
:Wie Dachauer Trachtenherstellern ihre Heimat geraubt wurde

Vor 87 Jahren wurde die Familie Wallach aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus der Stadt vertrieben. Bei der Gedenkfeier im Ludwig-Thoma-Haus kommt Urenkel Jamie Hall zu Wort.

Von Henry Borgelt

Gedenkveranstaltung in Dachau
:DGB-Jugend erinnert an Judenverfolgung

Mit Kranzniederlegungen und Reden erinnern junge Gewerkschaftler an die Opfer der Pogromnacht von 1938 – und daran, dass der Holocaust mit Worten, Abwertung und Wegschauen begonnen hat.

Von Laura Geigenberger

39. Jüdische Kulturtage in München
:Igor Levit und Vicky Leandros bei den Jüdischen Kulturtagen

In Zeiten von grassierendem Antisemitismus und Hetze lädt das traditionelle Festival mit Ausstellungen, Gesprächen, Filmen und Theater zum Austausch – und zur Bewusstmachung von Geschichte.

Von Jutta Czeguhn

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