Ein Tod, der Rätsel aufgibt: Am frühen Sonntagmorgen wird in Wien die Leiche eines Mannes aus der Neuen Donau gefischt - es handelt sich um Schukri Ghanim, einen ehemaligen Spitzenfunktionär des libyschen Gaddafi-Regimes. Laut Obduktionsergebnis ist der 69-Jährige ertrunken. Die näheren Umstände sind unklar und werfen viele Fragen auf.
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Blutunterlaufene Augen und wulstige Narben: Misrata war einst die stolze Hochburg der libyschen Rebellen, heute quälen diese dort ihre Gegner. Der örtliche Gefängnisdirektor hofft, dass der Protest der Hilfsorganisationen etwas bewirkt, der Chef des Militärsicherheitsdienstes leugnet Folter.
Von Sonja Zekri, Misratamehr...
"Syrien ist nicht Libyen", heißt es aus dem Hauptquartier der Nato. Das Bündnis lehnt - wie die EU - Forderungen nach einem militärischen Eingreifen strikt ab. Denn der Einsatz in Libyen hat schon viel gekostet, ein weiterer in Syrien ist kaum finanzierbar. Entscheidend aber: Schon der kleinste Funke könnte die Region in Brand setzen.
Von Martin Wintermehr...
Meinung
Die letzte bedeutende Figur aus dem gestürzten Diktatoren-Clan ist gefasst. Saif al-Islam al-Gaddafi nun an den Internationalen Strafgerichtshof auszuliefern, wäre in Libyen äußerst unpopulär. Warum er verhaftet, aber nicht wie sein Vater gelyncht wurde.
Ein Kommentar von Rudolph Chimellimehr...
Ausliefern? Niemals! Die neue libysche Regierung will selbst über den festgenommenen Saif al-Islam Gaddafi urteilen - obwohl er auch mit internationalem Haftbefehl gesucht worden war. Dem Lieblingssohn des füheren Machthabers droht die Todesstrafe. Auch der ehemalige libysche Geheimdienstchef soll inzwischen gefasst sein.
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Er war der mächtigste Sohn des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, nun ist er gefasst: Saif al-Islam ist im Süden Libyens festgenommen worden, teilte die Übergangsregierung in Tripolis mit. Er hatte versucht, mit zwei Helfern ins benachbarte Niger zu gelangen.
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Gefährliches Senfgas, in Bomben abgefüllt, zum Abschuss bereit: Einheiten der einstigen Rebellen sind in der libyschen Wüste auf chemische Kampfstoffe des gestürzten Gaddafi-Regimes gestoßen. Die neue Regierung ruft nach Hilfe, um die tödlichen Waffen zu zerstören. Das Ausland ist alarmiert.
Von Paul-Anton Krügermehr...
Die letzte verbliebene Hochburg Gaddafis in Libyen steht unter Beschuss: Die Truppen des Übergangsrats haben ihre Großoffensive gegen den Geburtsort des gestürzten Despoten gestartet. US-Außenministerin Clinton ist überraschend zu Besuch in Tripolis - und äußert sich deutlich, welches Vorgehen die USA gegen Gaddafi unterstützen.
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Gaddafi ist tot, verscharrt in der Wüste. Er war der letzte große Befreiungstheologe und in seiner Bedeutung mit Che Guevara vergleichbar. Der sogenannte Revolutionsführer finanzierte die Eta, die IRA, Carlos, palästinensische Splittergruppen und über Umwege auch die RAF. Niemand hat so massiv in die Weltpolitik eingegriffen wie der Impresario des Terrors aus Libyen. Trotzdem pilgerten erst Schily und Kreisky, später dann Schröder, Blair, Putin, Sarkozy, Berlusconi und Condoleezza Rice zu ihm. Jetzt geht auch ein Kapitel des Staatsterrorismus zu Ende - Zeit, die Archive zu öffnen.
Von Willi Winklermehr...
Für die anstehenden Machtkämpfe in Libyen brauchen die neuen Akteure Kapital, Organisation, Ideologien - und Waffen. So sieht es der Premierminister des Übergangsrates, Mahmud Dschibril. Das Land steht nach der Befreiung vor größeren Herausforderungen als Tunesien und Ägypten - und es ist eine Illusion zu glauben, westliche Regierungen hätten nun einen Einfluss auf die Entwicklungen im Land.
Ein Gastbeitrag von Wolfram Lachermehr...
Dort wo der Aufstand gegen Muammar al-Gaddafi begonnen hat, ist er nun offizell beendet worden: Bei einem Festakt in Bengasi verkündete der Übergangsrat die Befreiung Libyens und die Einführung der Scharia als Grundlage des neuen Rechtssystems. Ein Vertrauter spricht über Details aus den letzten Tagen Gaddafis.
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"Nichts wird verheimlicht": Entgegen früheren Ankündigungen ist der Leichnam des libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi doch obduziert worden. Die Todesursache sei ziemlich eindeutig, sagte ein an der Autopsie beteiligter Arzt. Doch Fragen bleiben.
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Am späten Abend beschließt die Nato, ihren Einsatz in Libyen nach dem Tode Muammar al-Gaddafis zu beenden - und zwar Ende Oktober. Es sei aber nur eine vorläufige Entscheidung, so der Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Vor der Erklärung Rasmussens waren sich die Bündispartner grundsätzlich nicht einig über das Ende des Einsatzes.
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Nur Träumer können ernsthaft glauben, dass sich Libyen nach Gaddafis Tod zu einer Demokratie nach westlichem Vorbild wandelt. Die Rebellen waren sich allein im Widerstand gegen den Ex-Diktator einig - am Ende wird wohl nur der politische Islam das Land befrieden können.
Von Rudolph Chimellimehr...
Die Libyer feiern den Tod von Muammar al-Gaddafi. Nach 42 Jahren hinterlässt der Despot ein zersplittertes Land: Libyen kennt zwar bisher keine Institutionen, doch die riesigen Vorkommen an Öl und Gas geben dem Übergangsrat große Gestaltungsmöglichkeiten. Das Problem: Abgesehen vom Feindbild Gaddafi haben die Rebellen wenig Gemeinsamkeiten - und längst nicht alle sind Demokraten.
Von Matthias Kolbmehr...
Gaddafi ist tot - doch zu den Umständen, unter denen er gestorben ist, kursieren widersprüchliche Aussagen. Amnesty International fordert eine Untersuchung, wie der libysche Diktator ums Leben kam. Starb er nach einem Schusswechsel oder wurde er gezielt hingerichtet?
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Offiziell war es nie das Ziel des Nato-Einsatzes in Libyen, Muammar Gaddafi auszuschalten. Doch hinter den Kulissen wussten die Verantwortlichen: Erst wenn der Diktator tot oder verhaftet ist, würden seine Anhänger aufgeben. Nun könnte die Nato - unbewusst - zur Festnahme und Tötung des Diktators beigetragen haben.
Von Martin Winter, Brüsselmehr...
Ein Anfang für ein neues Libyen: Der Mann, der vor 42 Jahren als Revolutionsführer die Macht in Libyen übernommen hat, ist tot. Acht Monate nach dem Beginn des Aufstandes in Bengasi feiern die Rebellen nun das Ende des brutalen Machthabers.
Von Wolfgang Jaschenskymehr...
Jubel, Tanz und Freudenschüsse: Tausende Menschen gehen in Libyen auf die Straße, um das Ende von Muammar al-Gaddafi und seiner Schreckensherrschaft zu feiern. Europäische Politiker hoffen jetzt auf einen "breit angelegten Prozess der Aussöhnung".
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Die Nato half mit hochtechnisiertem Kampfgerät und Flugzeugen, die Rebellen am Boden mussten auf das zurückgreifen, was ohnehin schon im Lande war: in die Jahre gekommene Pick-ups.
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Wochenlang wurde um die Stadt gekämpft, jetzt haben Milizen des libyschen Übergangsrates eine der letzten Hochburgen der Gaddafi-Truppen eingenommen. Auch in Sirte, der Heimatstadt des Ex-Diktators, gibt es nur noch sehr vereinzelt Widerstand.
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Nach Wochen ist es in der libyschen Hauptstadt erstmals wieder zu Kämpfen gekommen. Dabei kamen drei Menschen ums Leben. Die Gewalt soll von Anhängern al-Gaddafis ausgegangen sein - nach einem Aufruf des gestürzten Machthabers.
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Gaddafis unmenschliches Regime ist gestürzt - und jetzt wendet der libysche Übergangsrat die gleichen grausamen Methoden an? Amnesty International zufolge haben die einstigen Rebellen Gaddafi-Anhänger misshandelt und gefoltert.
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