Gedenkkultur

Holocaust-Gedenkstätte
:Bayern bewirbt sich um Yad-Vashem-Außenstelle in München

Neben zwei weiteren Bundesländern bewirbt sich auch der Freistaat um die Gedenkstätte. Bald steht der Besuch einer israelischen Delegation an.

80 Jahre Kriegsende: die musikalische Performance „Das Lied von der Erde“
:Kunst, die den Nazis nicht passte

Eine musikalische Performance als Tableau des Gedenkens: Martina Vehs Abend in München erinnert an die Künstler, Schriftsteller und Musiker, die von den Nazis vertrieben oder umgebracht wurden. Zu Gast im Bergson Kunstkraftwerk: Frido Mann.

Von Egbert Tholl

Erinnerungspolitik
:Der blinde Fleck ist zurück

Das Bundeskabinett verabschiedet das neue Gedenkstättenkonzept von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Der Kolonialismus? Kommt darin nicht mehr vor.

SZ PlusVon Jörg Häntzschel

9. November
:Jüdische Gemeinde distanziert sich von Redner

In Frankfurt wird der Faschismusforscher Jason Stanley eingeladen, zum 9. November zu sprechen. Das tut er, redet aber auch über den Gaza-Krieg – und kann seine Rede nicht beenden.

SZ PlusVon Ronen Steinke

Gedenken an die Novemberpogrome
:Wie sich das Fliehen anhört

Aufwühlendes Gedenken im Dresdner Kulturpalast an die Novemberpogrome 1938: Vor sieben Jahren war Ulrich Alexander Boschwitz’ Roman  „Der Reisende“ eine literarische Sensation. Jetzt hat Jan Müller-Wieland ihn als Melodram vertont.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Gedenkpolitik und Nahostkonflikt
:Von Gaza nach Neuengamme

Die Gedenkorte in Deutschland werden zunehmend zum Schauplatz des Nahostkonflikts. Das gefährdet eine ohnehin fragile Erinnerungskultur.

SZ PlusGastbeitrag von Volker Weiß

Gedenkpolitik
:So war’s mit den Talaren vor 58 Jahren

Am  9. November 1967 stellten zwei Hamburger Studenten mit einem Banner die Altvorderen bloß. Nun gedenkt die Universität der Aktion – doch was außer einer Tafel ist von dem Protest geblieben?

Von Willi Winkler

Symbol der Vergebung wird vermisst
:Nagelkreuz aus KZ-Gedenkstätte Dachau gestohlen

Aus drei Nägeln der im deutschen Bombenangriff zerstörten Kathedrale von Coventry geformt, steht das Nagelkreuz für Vergebung und Versöhnung. Jetzt ist das einzigartige Symbol verschwunden – gestohlen aus einem Ort, der wie kein anderer für die Aufarbeitung deutscher Verbrechen steht.

Von Claudia Koestler

Andenken an die Toten von 2016
:Ein Fußballturnier hält die Erinnerung an die Terror-Opfer aus dem OEZ hoch

Alles andere als ein gewöhnlicher Sommerkick: Auf Initiative von „München erinnern“ gedenken die Teilnehmer eines Fußball-Wettkampfs der neun Ermordeten des rechtsterroristischen Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum.

Von Joachim Mölter

Erinnerungskultur
:Neun neue Gedenktafeln für Münchner Shoah-Opfer

Erinnert wird unter anderem an Abraham Schindler, einst Lebensmittelhändler in der Buttermelcherstraße. Zur Einweihung kommen einige seiner Nachkommen erstmals nach Deutschland.

Von David Kulessa

Gedenkfeier für Theodoros Boulgarides
:„Es ging nie wirklich um Aufklärung, es ging um Vorurteile“

200 Menschen solidarisieren sich vor dem Karlstor mit den Opfern rassistischer Anschläge. Mandy und Michaela Boulgarides, die Töchter des Münchner Mordopfers, üben harsche Kritik an den Sicherheitsbehörden und der Presse.

Von Andreas Schubert

Erinnerungskultur
:Berlin diskutiert über das Gedenken an Margot Friedländer

Eine Schule, eine Straße, ein Platz: Die Hauptstadt denkt über eine Würdigung der Ehrenbürgerin und Holocaust-Überlebenden nach und ist sich nicht recht einig.

Tag für Tag: Kriegsende in München
:„Ich denke daran, was er litt, und kann meine Tränen nicht zurückhalten“

Mit der offiziellen Kapitulation in Berlin ist die Nazi-Herrschaft in ganz Deutschland vorbei – doch nicht der Schmerz der Befreiten, die ihre Gefangenschaft in den Lagern überlebt haben.

SZ PlusVon Thomas Radlmaier und Katja Schnitzler

Erinnerungskultur
:„Den roten Faden der Vergangenheit dürfen wir nicht loslassen“

Das Internationale Dachau-Komitee wurde von ehemaligen KZ-Häftlingen gegründet und ist bis heute ihr Sprachrohr – das soll es auch bleiben, wenn der letzte von ihnen nicht mehr da ist. Dominique Boueilh, Präsident des Komitees und Sohn eines Überlebenden, über den Umgang mit der Erinnerung und die Aufgabe, das Vermächtnis der Zeitzeugen zu bewahren.

SZ PlusInterview von Ayça Balcı und Léonardo Kahn

NS-Gedenken
:Was „Nie wieder!“ meint

Überall hört und liest man diese beiden Worte – dabei sind sie längst zur Floskel verkommen. Und, fast schlimmer: Sie sind losgekoppelt vom Schicksal der Juden, die wieder physisch attackiert werden.

SZ PlusVon Zelda Biller

Widerstand in der NS-Zeit
:Wie ein Münchner Jude mit Postkarten gegen Hitler kämpfte

Lange war er vergessen, jetzt hat sein Enkel ein Buch über ihn geschrieben: Benno Neuburger kämpfte mit anonymen Postkarten gegen die Nazis – bis er ein kleines Detail übersah, das ihn verriet.

Gedenkakt am früheren Flughafen Riem
:München ehrt die Retter von 1970

Bei einer versuchten Flugzeugentführung durch palästinensische Terroristen wurden zwei Männer zu Helden. Nun gibt es in München-Riem einen Gedenkort – 55 Jahre nach dem Geschehen.

Von Barbara Galaktionow

Gedenken an die Shoah
:„Wir müssen über den Holocaust ohne Zeigefinger sprechen“

Die Europäische Rabbinerkonferenz kritisiert, wie die Shoah in den vergangenen 80 Jahren vermittelt wurde. „Bleischwere“ Formate hätten sich nicht bewährt. Sie macht einen konkreten Verbesserungsvorschlag.

SZ PlusInterview von Andrea Schlaier

80 Jahre Auschwitz-Befreiung
:Der Zukunft gedenken

80 Jahre ist es her, dass das Konzentrationslager Auschwitz befreit wurde – und noch nie seither waren Juden in Deutschland so gefährdet wie jetzt. Warum es so wichtig ist, nie mit dem Reden über die Vergangenheit aufzuhören.

SZ PlusVon Nils Minkmar

Syrien
:Sie pissen auf Assads Grab

Noch wurde das Mausoleum für die Angehörigen des Diktators in Qardaha nicht komplett abgefackelt. Aber irgendwann wird das neue Syrien die sterblichen Überreste der verhassten Familie entsorgen müssen. Ein Ortsbesuch.

SZ PlusVon Tomas Avenarius

NS-Geschichte
:Ehemaliger KZ-Steinbruch wird Teil der Gedenkstätte Flossenbürg

Auf diese Weise soll der Ort, an dem sich Tausende zu Tode geschuftet haben, öffentlich zugänglich gemacht werden und einen Beitrag zur Aufklärung über die Verbrechen des NS-Regimes leisten.

Klassik
:Der Wunsch, sich zu erinnern

Joana Mallwitz dirigiert in Berlin Lera Auerbachs Symphonie „Vessels of Light“. Sie ist einem japanischen Diplomaten gewidmet, der in Litauen Juden vor dem Holocaust rettete.

SZ PlusVon Wolfgang Schreiber

Gedenkstele
:„Der Wahrheit gedient“: München erinnert an Alexander Schmorell

Der Mitbegründer der „Weißen Rose“ wurde am 13. Juli 1943 von den Nazis in Stadelheim ermordet. In Harlaching ist ein Platz nach ihm benannt, nun steht dort auch ein Erinnerungszeichen.

Von Martin Bernstein

Podcast „In aller Ruhe“ mit Carolin Emcke
:„Erinnerungskultureller Klimawandel“ – Jens-Christian Wagner über die Arbeit von Gedenkstätten

Wie wird die Erinnerung an die NS-Zeit lebendig gehalten? Darüber spricht Carolin Emcke in dieser Folge des Podcasts mit dem Leiter der Gedenkstätte Buchenwald.

SZ PlusPodcast von Carolin Emcke

MeinungNS-General
:Deutsche Straßen sollten nicht mehr nach Erwin Rommel benannt sein

Ja, eine Adressänderung macht Mühe. Ein angemessener Umgang mit der Geschichte des eigenen Landes sollte diese Mühe aber wert sein.

SZ PlusKommentar von Max Weinhold

Nachruf auf Friedrich Schreiber
:Er hielt die Erinnerung an die Todesmärsche wach

Der ehemalige Nahost-Fernsehkorrespondent, von Anfang an aktiv in der Initiative „Gedenken im Würmtal“, ist 92-jährig gestorben.

Von Walter Gierlich

Olympia-Attentat
:Gedenken seit 25 Jahren

Der Landkreis erinnert in diesem Jahr mit zwei öffentlichen Veranstaltungen an das Olympia-Attentat in Fürstenfeldbruck.

Von Erich C. Setzwein

„Euthanasie“-Verbrechen
:„In einigen Familien gibt es so ein unbestimmtes Halbwissen“

Um an die Opfer des nationalsozialistischen Mordprogramms in Psychiatrie-Einrichtungen zu erinnern, bittet der Bezirk Oberbayern Angehörige um Dokumente und Fotos. Die Archivare Nikolaus Braun und Verena Rapolder wollen diese Menschen damit aus der Anonymität holen. Und sie wissen, dass die Zeit drängt.

SZ PlusVon Laura Geigenberger

Debatte um Erinnerungskultur
:Adieu, Reform

Zwei Monate stritten Kulturstaatsministerin Claudia Roth und viele Historiker über Erinnerungspolitik – nun haben sie miteinander gesprochen. Nicht die schlechteste Idee.

SZ PlusVon Jörg Häntzschel

Historiker Frank Trentmann
:"Die Erinnerungspolitik muss flexibler werden"

Die Deutschen rühmen sich gerne ihrer Gedenkkultur. Dennoch plädiert Claudia Roth für Reformen. Wie sieht es der Historiker Frank Trentmann, der sich damit seit Langem beschäftigt?

SZ PlusInterview von Lothar Müller

Ukraine
:Auf den Knien

Die Regierung in Kiew lässt einen nationalen Militärfriedhof nach dem Vorbild von Arlington in den USA bauen. Das zentrale Mahnmal soll an ein berührendes Ritual der Ukrainer erinnern.

SZ PlusVon Cathrin Kahlweit

Rechtsextremer Terror
:Warum Opfer neonazistischer Gewalt so schnell vergessen werden

Die "tödliche Dimension von extrem rechter Gewalt" werde immer noch nicht genügend wahrgenommen, sagt die Soziologin Gabriele Fischer. Das sage auch etwas über die deutsche Gesellschaft aus.

SZ PlusVon Martina Scherf

Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag
:"Sei ein Mensch"

Die Überlebende Eva Szepesi und der Sportjournalist Marcel Reif erinnern an den Schrecken - und an das Schweigen, das für manchen auch ein Schutzraum war.

SZ PlusVon Constanze von Bullion

Historiker Volker Weiß zu Deutscher Erinnerungskultur
:Die Erinnerung fällt so schwer

War die Shoah singulär oder nicht? Zum Eklat um die Absage der Verleihung des Hannah-Arendt-Preises an Masha Gessen.

SZ PlusGastbeitrag von Volker Weiß

Erinnerungskultur
:Nazi-Lehrer oder Vorbild?

Ein Interviewprojekt arbeitet in Kempten die Zeit des Nationalsozialismus auf. Wie unterschiedlich sich die Beteiligten erinnern, zeigt, wie ungleich die Erfahrungen damals waren.

Von Florian Fuchs

Politik in Bayern
:"Diese Orte sind keine Läuterungsanstalten"

Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg, sieht sich mit einer Welle des Antisemitismus konfrontiert. Er fordert, dass Erinnerungskultur nicht nur zurückschauen darf, sondern sich vor allem mit den vielfältigen Ressentiments der veränderten Bevölkerung beschäftigen muss.

SZ PlusInterview von Sebastian Beck

Ziviler Widerstand
:Orange? Na, logo

Vom Brandenburger Tor geht die Farbe der "Letzten Generation" nicht mehr ab. Nicht so schlimm, wirklich nicht.

SZ PlusVon Hilmar Klute

Weltkriegsgedenken
:Claudia Roth präsentiert Pläne für das Deutsch-Polnische Haus

Der Ort soll an die mehr als tausendjährige Geschichte beider Länder erinnern. Eine Umfrage zeigt: Um die Beziehungen stand es schon mal besser.

Von Viktoria Großmann

Rechtsextremismus
:"Das ist nicht aus einer Laune heraus passiert"

NS-Gedenkstätten werden in Deutschland immer wieder Ziel von Angriffen, zuletzt in Celle. Leiterin Elke Gryglewski über eine neue Stufe der Feindseligkeit.

Interview von Ulrike Nimz

Antisemitismus
:Stolpersteine geschändet? Staatsschutz ermittelt

Gedenkplaketten für jüdische NS-Opfer in einem Hof an der Sendlinger Kyreinstraße wurden mit Fäkalien beschmutzt. Ein Anwohner alarmiert die Münchner Polizei.

Von Martin Bernstein

OEZ-Attentat
:Die Opfer sollen nicht vergessen werden

Angehörige und Vertreter der Stadt gedenken der neun Menschen, die vor sieben Jahren bei einem rassistischen Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum ermordet wurden. Die Stadt München wird nun die Pflege der Gräber übernehmen.

Von Nicole Graner

Erinnerungskultur in München
:Als die Nazis den Trachtenausstatter Wallach ermordeten

Melitta und Max Wallach versorgten einst die Münchnerinnen und Münchner mit Stoffen und Mode - dann wurden sie enteignet, verschleppt und in Auschwitz ermordet. Warum das offizielle Gedenken an diese und viele weitere Schicksale so wichtig ist.

SZ PlusVon Martin Bernstein

SZ JetztTrauer
:Jung, erfolgreich, tot

Der Pop-Musiker Samson Wieland stirbt mit 28 Jahren. Wie sein Bruder und andere damit umgehen, ihre Liebsten früh zu verlieren – und das Gedenken in Form von Hologrammen, Apps und künstlicher Intelligenz.

SZ PlusVon Stefan Sommer

Würzburg
:Teddybär aus Gedenkstätte für deportierte Juden gestohlen

Die Figur aus Bronze gehört zu einem Gedenkort in Würzburg und soll an verschleppte und ermordete jüdische Familien aus Unterfranken erinnern.

Erster Weltkrieg
:Wie Tote wieder einen Namen bekommen

Werden in Flandern britische Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt, schlägt die Stunde der "War Detectives". Sie versuchen, jeden Einzelnen zu identifizieren.

SZ PlusVon Hubert Wetzel

Erinnerungskultur
:Vom richtigen Umgang mit problematischen Denkmälern

Kriegsverklärung und angebliche Heldenhaftigkeit: Ein neues Buch beleuchtet die Kriegerdenkmäler in Oberbayern und den heutigen Umgang mit diesen oft mindestens fragwürdig gestalteten Orten.

Von Matthias Köpf

Erinnerung an den Elendszug der KZ-Häftlinge
:"Wir können alles überstehen, wenn wir es mit Kunst machen"

In Geretsried zeigt Regisseur Max Kronawitter seine Dokumentation "Als das Grauen vor die Haustür kam" im Beisein von Hubertus von Pilgrim, Schöpfer der 22 Todesmarsch-Mahnmale.

Gedenken an Schrecken der Nazi-Herrschaft
:Positive Botschaft

Warum der Bundespräsident in Warschau eine gelbe Blume trug.

Von Viktoria Großmann

Ukrainisches Tagebuch
:Nur Staub und Asche

"Auf die Gräber gehen" ist eine ukrainische Tradition. Nun aber zeigt sich: Der Krieg zerstört auch Orte des Gedenkens.

Von Oxana Matiychuk

ExklusivGedenktag zu Terroranschlägen
:Opfer rechter Gewalt kritisieren Symbolpolitik

An diesem Samstag lädt die Bundesregierung zum Gedenktag für Opfer terroristischer Angriffe. Doch Hinterbliebene und Überlebende bemängeln, dass sie nicht zu Wort kommen sollen.

Von Simon Sales Prado

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