Familiengrab oder Ehrenmal?:Bitte an die Siegermächte

Im Streit über das Jodl-Kreuz auf der Fraueninsel wenden sich Kritiker an fünf Botschafter in Berlin.

Nachdem der Innenausschuss des bayerischen Landtags eine Petition gegen das umstrittene Jodl-Kreuz am Friedhof der Insel Frauenchiemsee für erledigt erklärt hat, richten die Petenten ihre Hoffnungen auf die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs und auf den Staat Israel. In einem Schreiben an die Botschafter der USA, Englands, Frankreichs, Russlands und Israels in Berlin bittet das jüdische Ehepaar aus Norddeutschland die jeweiligen Regierungen, im Streit über den Gedenkstein für den Kriegsverbrecher Alfred Jodl auf die deutsche Bundesregierung einzuwirken. Nach Ansicht der bayerischen Landtagsabgeordneten ist das Gedenkkreuz allerdings zuvorderst ein kommunales Problem der Gemeinde Chiemsee, die an einer Lösung arbeite. Teil davon ist eine steinerne Platte, die seit einiger Zeit den Namen und den Dienstgrad des Nazigenerals Jodl abdeckt, sodass das große Kreuz nun nicht mehr an ihn erinnere. Auf den kleineren Steinen an dem Grab sind nur noch die Namen von Jodls beiden Ehefrauen, seines Bruders und seiner Schwägerin zu lesen. Alfred Jodl liegt nicht auf der Fraueninsel im Chiemsee begraben. Nachdem er als Kriegsverbrecher verurteilt und hingerichtet worden war, wurde seine Asche in die Isar gestreut.

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