:Ingo Fliess: Der Mann, der den Goldenen Bären nach Bayern holte
Mit „Gelbe Briefe“ gewann Produzent Ingo Fliess gemeinsam mit Regisseur İlker Çatak den Hauptpreis der Berlinale. Nun startet der Film in den Kinos – und erzählt von Freiheit, Mut und dem langen Atem eines Spätberufenen.
Filmfestival
:Tuttle darf Berlinale-Chefin bleiben – allerdings mit Vorgaben
Kulturstaatsminister Weimar plant ein „beratendes Forum“ und einen Verhaltenskodex für Kulturveranstaltungen des Bundes. An diesen müsste sich dann künftig auch die Berlinale-Chefin halten.
Kino
:Ohne die Liebe verwelkt auch die Hoffnung
Mit „Gelbe Briefe“ gewann İlker Çatak den Goldenen Bären auf der Berlinale. Er erzählt auf kluge, berührende Weise von der Brüchigkeit politischer Überzeugungen in der türkischen Autokratie – und im täglichen Gefecht einer Ehe.
Berlinale-Chefin Tuttle
:Ist das jetzt ein Happy End?
Die Berlinale-Chefin Tricia Tuttle sagt, Kündigung oder gar Entlassung seien kein Thema mehr. Das ist eine erstaunliche Wendung nach dem Spuk der vergangenen Wochen. Und fürs kommende Jahr hat sie nun einen Trumpf in der Hand.
Filmfestival
:Berlinale-Chefin Tuttle will im Amt bleiben
Nach heftigen Debatten um Völkermordvorwürfe gegen Israel soll am Mittwoch der Aufsichtsrat über die Zukunft des Filmfestivals entscheiden.
Debatte
:Das freie Wort gilt auch für Dummköpfe
Israel, die Linke und die Kunst: Wollen wir nicht im Provinzialismus eines Wolfram Weimer versinken, sollten wir endlich akzeptieren, dass hier jeder seine Meinung äußern darf. Das eigentliche Problem dieses ewig währenden Konflikts liegt woanders.
Film
:Willkommen am Abgrund
Die Berlinale erlebt die schlimmste Krise ihrer Geschichte. Nahost-Debatten, Aktionismus und auch die deutsche Kulturpolitik beschädigen das Festival massiv. Die Zukunft von Intendantin Tricia Tuttle ist völlig unklar. Rekonstruktion eines Totalschadens.
Filmfest
:Entscheidung über Berlinale-Intendantin Tuttle vertagt
Zwar hat es ein Krisengespräch mit der Amerikanerin gegeben, eine Entscheidung über Tuttles Zukunft wurde aber nicht getroffen. Die Gespräche sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.
Film
:Muss Berlinale-Chefin Tricia Tuttle gehen?
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer beruft nach turbulenten Wochen eine außerordentliche Sitzung zur Zukunft des Festivals ein. Grund soll unter anderem ein Foto der Leiterin mit palästinensischen Filmemachern sein.
Film
:„Das ewige Warten auf ein Urteil ist eine Art sozialer Tod“
İlker Çatak gewinnt bei der Berlinale den Preis für den besten Film: „Gelbe Briefe“ erzählt von der Verfolgung von Künstlern in der Türkei. Ein Gespräch über die Mechanismen von Erdoğans Machtapparat und die Frage, warum diese Geschichte auch in Donald Trumps Amerika spielen könnte.
Film
:Die wahren Feinde sind woanders
Mit einer hochpolitischen Abschlussgala kommt eine besonders stürmische Berlinale zu einem versöhnlichen Abschluss. Vor allem für das deutsche Kino ist der Abend ein großer Erfolg.
Berlinale
:„Gelbe Briefe“ gewinnt Goldenen Bären
Damit hat erstmals seit mehr als 20 Jahren der Film eines deutschen Regisseurs die wichtigste Auszeichnung des Filmfestivals erhalten. Sandra Hüller wird als beste Schauspielerin ausgezeichnet.
Film
:Das große Zittern
Ihre Gottesdienste waren ekstatische Tänze: Amanda Seyfried stellt „The Testament of Ann Lee“ vor, in dem sie die Gründerin der Shaker-Sekte spielt. Ein Treffen am Rand der Berlinale.
MeinungKultur
:In Europa ist Tanzen ein Akt der Selbstbestimmung. In Iran ist es ein Akt des Widerstands
In der Kunst geht es immer darum, die Ausdrucksform zu finden, die zu einem passt. Es geht um Autonomie, Würde und das Recht auf Schönheit. Beobachtungen zum Protest in Teheran und zur Berlinale, mit einem Abstecher zu Vermeer.
Ladies & Gentlemen
:Bestes Berlin
Was bleibt von der Berlinale? Unter anderem die Erkenntnis, dass man für eine tolle Inszenierung gar nicht ins Kino muss: Applaus für Annabelle Mandeng und Ilker Çatak!
Berlinale
:Sie sind frei
Die Doku „A Letter to David“ über David Cunio, eine Geisel der Hamas, läuft nun als „Complete Version“ mit neuem Ende. Denn die Hauptfigur ist wieder bei ihrer Familie. Eine Geschichte über Wunden und ihre Heilung.
MeinungNahostkonflikt
:Herrschen „Zensur“ und „Paranoia“ beim Thema Gaza auf der Berlinale?
Stars wie Javier Bardem und Tilda Swinton greifen in einem offenen Brief das Festival scharf an. Die Vorwürfe der Künstler an die Jury und die Organisatoren sind teils absurd, im Einzelnen auch falsch.
Offener Brief
:Filmemacher kritisieren Berlinale wegen Haltung zu Gaza
Das Branchenblatt „Variety“ veröffentlicht einen offenen Brief: Künstler wie Tilda Swinton werfen der Berlinale darin vor, sich nicht ausreichend zum Krieg im Gazastreifen zu positionieren.
Berlinale
:Selig sind die Hosenträger
Auf der Berlinale ist das Historiendrama „Rose“ zu sehen, über eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert als Mann ausgibt. Ein kluger Film – und eine Ansage, wie Sandra Hüller mit ihrem neuen Weltstar-Status umgehen will.
Berlinale
:Alles war schön, alles tat weh
Der Schriftsteller Leif Randt hat die perfekt kuratierten Reflexionsschleifen seines Kultromans „Allegro Pastell“ für einen Kinofilm hergerichtet. Auf der Berlinale erntet er damit Ratlosigkeit.
Film
:Der Ruhm ist eine Bitch
Charli xcx zeigt auf der Berlinale ihre Mockumentary „The Moment“. Eine höchstens zur Hälfte fiktive Tragikomödie über den Wahnsinn, der mit einer Karriere als Popstar einhergeht. Zusammenbrüche und viel zu viele Zigaretten inklusive.
Berlinale
:Angst essen Liebe auf
İlker Çatak erzählt in „Gelbe Briefe“ von einem türkischen Künstlerpaar, das von Erdoğans Regierung bedroht wird. Der Regisseur wünscht sich, dass der Film auch in der Türkei startet. Könnte das Projekt Konsequenzen für seine Darsteller haben?
Berlinale
:„Schockiert und angewidert“
Die Schriftstellerin Arundhati Roy sagt ihre Reise zur Berlinale ab, weil die Jury um Wim Wenders ein Statement zum Leid in Gaza verweigert. Aber muss man Künstler zwingen, öffentlich im Nahostkonflikt Position zu beziehen?
Bayern auf der Berlinale 2026
:Wie man ungestraft auf dicke Hose macht
Die Stimmung in der Branche ist mies. Die Bayern feiern trotzdem wie die Weltmeister auf der Berlinale. Die Bavaria wirft eine Party im Schwimmbecken, die Filmförderer rühmen sich dreier Titel im Wettbewerb, und Maria Furtwängler rettet hier vielleicht sogar die Demokratie.
Haben & Sein
:Milano, Cortina und Rosenheim
Die stilvollsten Winterspiele aller Zeiten, der rote Teppich der Berlinale und schöner lächeln in Oberbayern – ganz schön was los diese Woche in den Stilnews.
Film
:Valentinstag mit Taliban
Sind afghanische Männer alle chauvinistische Islamisten, die ihre Frauen misshandeln? Die Regisseurin Shahrbanoo Sadat eröffnet die Berlinale mit „No Good Men“, einer Liebesgeschichte aus einem verzweifelten Land.
Film
:Die Berlinale hat ein Problem
Klar, es gibt reizvollere Reiseziele als Berlin im Februar. Aber wenn das Festival nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden will, muss es dringend wieder mehr Stars in die Hauptstadt holen.
Berlinale
:Hat das Kino noch eine Zukunft, Frau Tuttle?
Oder gucken junge Leute nur noch auf ihr Handy? Ein Gespräch mit Berlinale-Chefin Tricia Tuttle über die nächste Generation von Filmfans, überbewertete Oscars und die Möglichkeit einer Sommer-Berlinale.
Michelle Yeoh
:„Wenn du mal eine Ballerina warst, dann kennst du den Schmerz“
Die Oscarpreisträgerin bekommt bei der Berlinale den Goldenen Ehrenbären, den Preis für ihr Lebenswerk. Ihre Bedeutung reicht mittlerweile weit über das asiatische Kino hinaus.
Bayerische Filme bei der Berlinale
:Bayern auf Bärenjagd
Im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin laufen dieses Jahr gleich mehrere Filme aus Bayern. Woran liegt das? Und warum treten manche Filmemacher sogar doppelt an?
Film
:Hier kommt der „Filmbooster“
Im Streit um die Frage, ob man Netflix und Co. zu Investitionen in Deutschland zwingen sollte, hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer einen Kompromiss ausgehandelt. Kein großer Wurf, aber ein Rettungsanker für die deutsche Filmbranche.
Kino
:Bedroht von Erdoğans Machtapparat
Die Berlinale hat ihr Programm bekannt gegeben. Im Wettbewerb laufen Filme mit Juliette Binoche, Elle Fanning, Pamela Anderson und Sandra Hüller – und ein politisches Drama von İlker Çatak.
Filmfestival
:Wim Wenders wird Jurypräsident der Berlinale
Im Februar wird der Regisseur von „Paris, Texas“ und „Perfect Days“ mit über die Vergabe der goldenen und silbernen Bären entscheiden.
Dokumentarfilm „A Letter to David“
:Bruder, wo bist du?
Was geschah mit David Cunio, der noch immer in der Gewalt der Hamas ist? Der bewegende Dokumentarfilm „A Letter to David“ schildert sein Schicksal aus der Sicht seines Zwillingsbruders.
Dokumentarfilm
:„Was haben wir euch getan?“
Vier Jahre lang begleitete Marcin Wierzchowski die Hinterbliebenen der rassistischen Morde von Hanau 2020. Seine berührende Doku „Das Deutsche Volk“ zeigt Menschen, die sich von Behörden und Öffentlichkeit nicht ernst genommen fühlen.
Film
:Markus Söder träumt mal wieder von Hollywood
Der bayerische Ministerpräsident lädt zum „Filmgipfel“ und hat große Pläne. Aber die hat er ja immer. Sein Ehrengast, der neue Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, erläutert derweil, wie er den Filmstandort Deutschland wieder konkurrenzfähig machen will.
Filmfestspiele Cannes
:Der Geheimtipp kommt aus Deutschland
Das wichtigste Filmfestival der Welt beginnt mit Tom Cruise, Jennifer Lawrence und vielen anderen Hollywoodstars. Das Highlight könnte dieses Jahr aber eine deutsche Produktion sein, über die in der Branche schon seit Monaten geflüstert wird.
Wolfram Weimer
:Wie gewinnt er das Vertrauen der Kulturschaffenden?
Antisemitismus, Filmförderung, Hilfen für die Verleger – den Ex-Publizisten Wolfram Weimer erwarten in seinem Amt als Kulturstaatsminister viele Aufgaben.
Jan-Ole Gerster auf Kinotour mit „Islands“
:Nur die Wüste war Zeuge
Verloren im Wüstensand auf Fuerteventura: Regisseur Jan-Ole Gerster stellt seinen Thriller „Islands“ in München vor.
Film
:Das Kind hört mit
Die Tochter kann plötzlich alles hören und sehen, was ihre Eltern erleben: „Was Marielle weiß“ ist ein kluger Film über Alltagslügen und die peinlichen Ausbruchsfantasien in Familien.
Kinofilm
:Die erotischen Träume des Schornsteinfegers
Die Menschen in diesem Film reden viel, und manchmal erschrickt man darüber, was sie alles ernst meinen könnten. Der norwegische Film „Oslo Stories: Liebe“ ist der Auftakt einer Kinotrilogie über Sex, Sehnsucht und Einsamkeit.
„Ich will alles. Hildegard Knef“ im Kino
:Jetzt darf sie reden
Männer erklärten ihr, wie sie zu sein habe. Im Dokumentarfilm „Ich will alles. Hildegard Knef“ spricht die Diva selbst.
Thriller „Delicious“ auf Netflix
:Putzen, Kochen, Klassenkampf
Der Netflix-Thriller „Delicious“ zeigt reiche Deutsche im Frankreichurlaub, die in eine Falle tappen. Denn die Armen proben dort neue Wege der Umverteilung.
Kolumne „Mitten in …“
:Bis die Reifen Funken sprühen
Eine SZ-Redakteurin möchte auf den Philippinen dringend eine Fähre erreichen und gerät dabei an den waghalsigsten Taxifahrer ihres Lebens. Drei Anekdoten aus aller Welt.
Abschluss der Berlinale
:Am Ende des Films
Der norwegische Film „Drømmer“ gewinnt die Berlinale – das Festival, das mal als „Schaufenster der freien Welt“ entworfen wurde. Dieses Jahr konnte man dort der freien Welt beim Zerbröckeln zusehen, in der US-Branche geht Angst vor Zensur um.
Filmpreisverleihungen während der Berlinale
:Im Glanz der Sonne
Bei der Bärenvergabe gingen die deutschen Wettbewerbsbeiträge der Berlinale leer aus. Gewinner gab es in Berlin trotzdem.
Berlinale
:Goldener Bär für norwegischen Film „Drømmer“
Regisseur Dag Johan Haugerud gewinnt die wichtigste Auszeichnung der Berlinale. Der Große Preis der Jury geht an „O Ultimo Azul“ von Gabriel Mascaro.
Dokumentarfilme auf der Berlinale
:Bitte anhalten
Auf der Berlinale ragen die stillsten und langsamsten Dokumentationen hervor. Sie erzeugen ein unheimliches Gefühl: den Krieg endlich sehen zu können, das Unfassbare, das Ende einer Zeit.
Ladies & Gentlemen
:In großer Form
Mit Charme und Krawatte: Ethan Hawke und Vicky Krieps zelebrierten ihre Berlinale-Auftritte mit ganz besonderen Looks
„Blue Moon“ mit Ethan Hawke
:Etwas geht zu Ende
„Blue Moon“ von Richard Linklater passt als heimliches Hauptstück in diese Berlinale – gerade weil es nicht strahlt. Und wenn doch, dann hintergründig und faul.