Beim Podcasten über die AfD-Jugend zitiert der Kolumnist Jan Fleischhauer ironisch-höhnisch eine Naziparole. Missverstehen kann man das eigentlich nicht. Doch die bayerische Justiz ermittelt trotzdem.
Klassik
:Eine Oper als schrille Fuck-Trump-Party
Was einem Angst macht, das muss man verhöhnen: Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth haben für Hamburg „Monster’s Paradise“ geschrieben – es sind Schmähgesänge auf ein Monster im Weißen Haus.
Satire
:Ein öffentlich-rechtlicher Witz
Der deutsche „Extra 3“-Satiriker Maximilian Schafroth wollte in Grönland eine US-Flagge hissen. Das Lustigste daran: Niemand außer dem NDR fand es lustig. Eine handwerkliche Kritik.
Film
:Wird sie ihn aufessen?
Das Mauerblümchen des Büros strandet mit dem Boss auf einer einsamen Insel – klingt romantisch. Aber „Send Help“ mit Rachel McAdams ist eine wilde Splatterkomödie über den Sexismus der Arbeitswelt.
Satire
:Und immer wieder Hitler
Obdachlose, Juden, trans Frauen, Migranten und Rollstuhlfahrer: Das neue Programm der Kabarettistin Lisa Eckhart ist rührend inklusiv. Nur den Humor hat sie vergessen.
Empörung über „Charlie Hebdo“-Zeichnung
:Die letzte Verarschung
Die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ bringt mit einem geschmacklosen Cartoon über die Opfer von Crans-Montana die Schweiz gegen sich auf. Ein Versehen ist das nicht.
Trump und Macron
:„Nononono, ju kännot du sät“
Donald Trump hat sich öffentlich über Emmanuel Macrons Akzent lustig gemacht. Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident jemanden imitiert. Über die Unsitte des Nachäffens.
„Titanic“-Anwältin im Interview
:„Wenn du den Witz erklären musst, hast du schon verloren“
„Titanic“-Anwältin Gabriele Rittig über irre Schriftsätze im Dienst der Satire, den berühmten Fleck auf der Papst-Soutane und ihre Theorie darüber, welche Politiker am schnellsten klagen.
Fernsehen
:Knaller in Superzeitlupe
Die dritte Staffel von „Nicht nachmachen!“ rummst zu Silvester auf ZDF Neo standesgemäß. Aber außer den Effekten leuchtet so gut wie nichts. Auch nicht der Geist der eigentlich gewitzten Moderatoren.
Trumpismus
:Ein großes Jahr für die Autokraten-Show
Satiriker wie Jimmy Kimmel und Stephen Colbert erleben ihre fruchtbarste und furchtbarste Zeit: Der US-Präsident liefert unzählige Vorlagen – schlägt aber auch vor, einen von ihnen „einzuschläfern“. Betrachtet Trump die TV-Stars als seine größten Konkurrenten?
AfD
:Der Mann mit dem Hitler-Sound will offenbar reden – gegen Geld
Mit rollendem R trat Alexander Eichwald bei der AfD-Jugend auf. Das Rätsel um seine Person und Absicht scheint er jetzt selbst lösen zu wollen, wenn der Preis stimmt.
Humor
:Fans und Kritiker werden diesen Film hassen
„Stromberg – Wieder alles wie immer“ ist alles Mögliche, aber keine Komödie. Diese Fortsetzung bricht so radikal mit der Publikumserwartung, dass sie auch von Lars von Trier sein könnte.
Generation Deutschland
:Der Hitler-Sound missfällt nicht jedem
Beim Gründungstreffen der AfD-Jugendorganisation tritt ein Mann auf, der mit rollendem R von Rassen spricht. Ist das Satire? 12,28 Prozent der Stimmen bekommt er trotzdem.
Kino
:Fühlt sich an wie Brain Fog
„Eddington“ mit Joaquin Phoenix, Emma Stone und Pedro Pascal hätte eine tolle Western-Satire auf die USA während der Corona-Pandemie werden können. Aber für den Film von Ari Aster müsste man den Humor schon selbst mitbringen.
Satire-Zeitung
:Lügen, bis sich die Druckpressen biegen
Deutschlands bekannteste Satireplattform „Der Postillon“ gibt es jetzt als Printzeitung. Was für ein Blödsinn − im besten Sinne.
Nach satirischem Kommentar
:Staatsanwaltschaft akzeptiert Freispruch für El Hotzo nicht
Ein Kommentar des Satirikers El Hotzo zum Attentat auf Donald Trump im US-Wahlkampf 2024 beschäftigt die Berliner Justiz. Das bleibt auch noch etwas so.
Baby-Cover
:Lindner und Lehfeldt klagen gegen „Titanic“
Das Satiremagazin hob Anfang Januar das „Baby-Glück“ von Franca Lehfeldt und Christian Lindner auf das Cover. Inzwischen sind die beiden Eltern – und haben Klage eingereicht.
Kolumne: Washington, D. C.
:Stirb doch, Papa
Der amerikanische Fernseh-Humor ist besser und härter als der deutsche, das beweist jede Late-Night-Show im Kampf gegen Donald Trump. Aber färbt das auch schon auf Vierjährige ab?
Gegenwartsliteratur
:Wir schaffen das!?
In Gaea Schoeters Roman „Das Geschenk“ bringen 20 000 Elefanten die deutsche Gesellschaft an den Rand des Zusammenbruchs. Völlig absurd erscheint das nur, wenn man das Buch noch nicht gelesen hat.
Urteil gegen Satiriker El Hotzo
:Kommt ein Clown vors Gericht
Kann man den Wortkünstler Sebastian Hotz vor Gericht verurteilen, weil sein Satire-Alter-Ego „El Hotzo“ Trump auf Twitter den Tod wünschte? Ein Treffen rund um den Prozess in Berlin, wo das Vorhaben scheiterte.
Stalking
:Wie Kabarettistin Christine Eixenberger sich gegen übergriffige Fans wehrt
Der Psychoterror wird der Kabarettistin zu viel, sie bearbeitet das in ihrem Bühnenprogramm „Volle Kontrolle“. Und sie lernt boxen.
Kino
:Masturbierende Moorleichen
In Guy Maddins Satire über ein G-7-Treffen, das in die Apokalypse mündet, spielt Cate Blanchett die deutsche Kanzlerin. Das ist längst nicht das einzig Bemerkenswerte an „Tanz der Titanen“.
Phänomen der Vollsuff-Kunstlieder
:Ballermann-Hits fürs Klassik-Publikum
Auf Youtube sind sie unfassbar beliebt: die Mallorca-Vollsuff-Kunstlieder von Simon Mack. Das Repertoire reicht von „Geh mal Bier hol’n“ bis „Ich schwanke noch“. Nun gelingt dem Münchner damit sogar der Sprung auf die Bühne eines Staatstheaters.
„Monty Python’s Life of Brian“ im Filmmuseum München
:Unfreiwilliger Erlöser
Pünktlich zum Auferstehungsfest Christi zeigt das Filmmuseum die Jesus-Satire „Monty Python’s Life of Brian“.
„Titanic“
:Unfreiwilliger Werbepartner
Der Medienanwalt Christian Schertz geht gegen das Satiremagazin „Titanic“ vor – weil es mit seinem Gesicht für ein Abo werbe.
David Cross im Interview
:„Übertreibungen sind jetzt Realität“
Es ist eine große Aufgabe, in diesen Zeiten noch lustig zu sein. Komiker David Cross, bekannt aus „Arrested Development“, erklärt die Krise der politischen Satire in den USA.
„Trotteln“ von Robert Seethaler und Rattelschneck
:Vom Glück, ein Trottel zu sein
Bestseller-Autor Robert Seethaler und „Rattelschneck“-Zeichner Marcus Weimer haben mit „Trotteln“ ein herrliches Nonsens-Buch geschaffen. Das ist so trostreich wie sonst gerade wenig.
Starkbierfeste und Fastenpredigten
:Wo Starkbier fließt und die Leviten gelesen werden
Beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg schenkt Maxi Schafroth der Politprominenz ordentlich ein. Aber auch an anderen Orten in und um München werden die Zustände satirisch kommentiert und Starkbierfeste gefeiert. Ein Überblick.
Karnevalist Jacques Tilly
:Ein Narr, der seine Rolle wechselt
Eine Ausstellung in Düsseldorf würdigt Jacques Tilly und seine bitterbösen Karnevalswagen. Der Satiriker greift nicht nur an – inzwischen ist er auch Verteidiger.
Bundestagswahl 2025
:Hallo Wähler, wir sind auch noch da
Satiriker, Separatisten, Kommunisten – neben den etablierten Parteien sind zur Bundestagswahl in Bayern auch neun Kleinparteien zugelassen. Manche gehören fast zum politischen Inventar, andere sind neu dabei. Ein Überblick.
Comedy und Politik
:War nicht so gemeint
Das einfachste Mittel gegen Kritik scheint vielen heute Ironie zu sein. Das ist anstrengend und im Fall der Mächtigen gefährlich. Über das neue Zeitalter der Selbstparodie.
Nachruf auf Otto Schenk
:Der große Schmäh
Er war ein Publikumsliebling, der noch selbst ans Telefon ging, wenn die Zeitung anrief: Zum Tod des Wiener Schauspielers, Regisseurs und Humoristen Otto Schenk.
Satire
:Den Wahnsinn nacherzählen
Wie funktioniert Satire, wenn Politiker sich selbst wie Comedians aufführen? Warum es mittlerweile fast unmöglich ist, der Realität etwas Subversiv-Aufklärerisches entgegenzusetzen – und Humor trotzdem überlebenswichtig ist.
Feminismus-Farce „Die geschützten Männer“ im Kino
:Wird alles besser, wenn endlich Frauen an der Macht sind?
Irene von Albertis überdrehte feministische Satire legt nahe: eher nicht. Aber es gäbe ja Alternativen.
Wieder im Kino: „Der große Diktator“
:Lachen über das Grauen
Chaplins „Der große Diktator“ läuft als Wiederaufführung in den Kinos – und ist aktueller denn je.
Helge Schneider
:„Das, was ich mache, ist für eine KI unerschaffbar“
Helge Schneider wird nächstes Jahr 70 – und kündigt direkt eine neue Tour an. Ein Besuch in Mülheim an der Ruhr, beim freiesten Künstler der Gegenwart.
Nachruf
:Der Tapfere
Simon Fieschi überlebte schwer verletzt den Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 – nun ist er im Alter von 40 Jahren gestorben.
Favoriten der Woche
:Wie eine Injektion
Der legendäre Hip-Hop-Song „Rapper’s Delight“, ein betörendes Cello-Konzert für die Ukraine und Witze, für die man in die Hölle kommt: die Kulturempfehlungen der Woche aus dem SZ-Feuilleton.
Simplicissimus
:Bitterer Humor
Vor 80 Jahren erschien die vorerst letzte Nummer der zuletzt propagandistischen Münchner Wochenschrift „Simplicissimus“. Über den Verrat an der hohen Kunst der Satire.
Aufregung um Ausstellung von Rudi Hurzlmeier
:Ungewollte Bilder
Das EU-Parlament in Straßburg hat eine Ausstellung des Münchner Malers Rudi Hurzlmeier „verboten“. Zu sehen ist sie trotzdem – in Berlin.
Favoriten der Woche
:Denn es muss weitergehen
"Shogun", die beste Serie des Jahres, wird fortgesetzt. Ein Westernroman von 1959 wurde endlich übersetzt, und John Oliver betrachtet die AfD - die Empfehlungen der Woche aus dem SZ-Feuilleton.
Österreich
:Der Ungustl
David Scheid alias "Influencer Dave" ist das Gegenteil von Schickimicki: Mit seinem schlechten Benehmen mischt er in Österreich die Schönen, Reichen und vermeintlich Wichtigen auf. Doch so langsam wächst ihm die Figur über den Kopf.
SZ MagazinKunst
:»Humor ist ein Filter, der es einem ermöglicht, in dieser grausamen Welt zu leben«
Vor fast zehn Jahren entging die Zeichnerin Catherine Meurisse knapp dem Terroranschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo – weil sie vor Liebeskummer verschlafen hatte. Wie macht man weiter, wenn man nur aus Zufall noch lebt?
Late-Night-Show im Volkstheater
:Kein ernstes Wort, nirgends
Moritz Hürtgen, ehemaliger Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic", lädt sich für seine Late-Night-Show im Münchner Volkstheater wechselnde Gäste ein. Über einen, der leise daherkommt, aber andere zum Brüllen bringt.
"The Regime" bei Sky
:Der Traum von der Zuckerrübe
In "The Regime" herrscht Kate Winslet als Autokratin über ein namenloses Land im Herzen von Europa. Die Serie will irgendetwas sagen über Macht und Diktatur - aber was nur?
Ausstellung über "Pardon"
:Das Magazin, gegen das Franz Josef Strauß 18 Mal klagte
Teufel, Nackerte und Gräber für US-Präsidenten: Lange vor "Titanic" gab es "Pardon" aus Regensburg, ein Stachel im Fleisch der jungen Bundesrepublik. Eine exzellente Ausstellung beleuchtet die Geschichte des Satireblatts.
Literarischer Brief an Friedrich Merz
:"Öffnen Sie den Brief erst, wenn's passiert ist"
Timur Vermes hat schon vor Jahren mit seiner Satire "Er ist wieder da" die Anfälligkeit der deutschen Gesellschaft für den Faschismus angeprangert. Jetzt verfasste er einen literarischen Brief, der eine düstere Zukunft zeichnet. Er appelliert darin an Friedrich Merz.
Kaya Yanar analysiert den Nahostkonflikt
:Jetzt aber mal "die Wahrheit"
Der Komiker Kaya Yanar widmet ein Video dem Nahostkonflikt und wechselt darin munter die Rollen. Wer will uns da was sagen?
Streit um Bestseller der Kabarettistin Monika Gruber
:Wirre Maschen und starrer Sinn
Der Piper-Verlag ändert den aktuellen Bestseller der Kabarettistin Monika Gruber nur minimal. Echte Ruhe dürfte deshalb eher nicht einkehren.
Angriff auf ein ZDF-Team
:"Sie haben mich wie einen Fußball getreten"
Drei Studierende und ein Sozialarbeiter werden zu Bewährungsstrafen verurteilt, weil sie Journalisten bei einer Demonstration attackierten. Ihr Motiv bleibt unklar.