Die wichtige Rolle, die Dissidenten für ihre Heimat spielen, endet nicht an der Landesgrenze: Das war unter Stalin so, das ist heute wieder so, da Putin unabhängige Köpfe umbringt oder ins Exil treibt.
Russland
:Der Oppositionschef wollte Putin auf legalem Weg entgegentreten. Genutzt hat das nichts
Nikolai Rybakow und seine Partei setzten sich für „ein Leben ohne Angst“ und gegen den Ukraine-Feldzug ein. Im Moskau von heute genügt das, um von der Wahl ausgeschlossen zu werden.
Aktuelles Lexikon
:Wofür steht Jabloko?
Partei, die auf Deutsch Apfel heißt und dem Kreml lange als demokratisches Feigenblatt diente. Jetzt aber bekam er Angst davor.
Podcast: „Auf den Punkt“
:Putin wendet sich gegen die letzte Oppositionspartei
Vor den Parlamentswahlen entscheidet ein Gericht: Die liberale Partei Jabloko darf nicht antreten. Wieso tut Putin das?
MeinungRussland
:Und wieder schützt Putin sich vor seinem Volk
Die kleine, harmlose Partei Jabloko darf bei der Parlamentswahl im September nicht antreten. Jeder Funke Opposition ist dem Kreml nun zu viel.
Russland
:Gericht schließt liberale Oppositionspartei Jabloko von Parlamentswahl aus
Die Partei fordert ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Sie will das Urteil anfechten. Nawalnys Witwe bezeichnet den Ausschluss als ein Zeichen von Angst im Kreml vor Kriegsgegnern.
Debatte
:Die Ferien auf der Krim sind abgesagt
Die Ukraine attackiert mit Drohnen tief in Russland, an Tankstellen gibt es vieles, nur kein Benzin mehr. Wer mag nur schuld sein, dass die Einschläge im Leben vieler Russen immer näher kommen – Putin etwa?
Polen
:Festnahme nach Mord an Kreml-Kritiker
Der unter dem Pseudonym Semjon Skrepezki bekannte russische Künstler und Putin-Gegner wird in Polen erschossen. Ministerpräsident Tusk spricht von einem politischen Mord.
Sachbuch
:Putin braucht die Ukraine nur, um sein eigenes Land zu erobern
Eine düstere Zeit liegt vor Russland – prognostiziert Mikhail Zygar in seinem neuen Buch „Die Zukunft, die nie kam“.
Russland
:„Vor dem Krieg wollte ich unbedingt ein Kind“
Sogar der Kreml ist beunruhigt: Der Krieg gegen die Ukraine wirkt sich immer stärker auf die Stimmung der Menschen in Russland aus. Was denken sie über ihren Alltag und die Politik Putins? Die SZ hat sich umgehört.
Marija Aljochina von „Pussy Riot“
:„Der Westen ist kein friedliches Paradies. Sorry, wenn ich das so sagen muss“
Die russische Aktivistin Marija Aljochina floh auf spektakuläre Weise aus ihrer Heimat. Ein Gespräch über Wladimir Putin, Sahra Wagenknecht und die Naivität der Deutschen.
Russland
:Obduktionsbericht Nawalnys veröffentlicht
Das Team des im Straflager vor gut zwei Jahren zu Tode gekommenen Kremlgegners Alexej Nawalny hat die Ergebnisse des umstrittenen offiziellen Obduktionsberichts russischer Behörden veröffentlicht. Nawalnys Mitarbeiterin Maria Pewtschich teilte bei X ...
Podcast: „Auf den Punkt“
:Friedensnobelpreisträgerin Scherbakowa: „Putin baut eine Vergangenheit, die es nie gab“
Irina Scherbakowa von der russischen Menschenrechtsorganisation „Memorial“ im Gespräch über Putins Krieg - und „die größte politische Emigration nach der Oktoberrevolution“.
Kremlkritiker
:Russland weist Vorwürfe zu Nawalnys Tod zurück
Zwei Jahre nach dem Tod des Kremlkritikers besuchen zahlreiche Menschen sein Grab in Moskau. Nur der russische Staat habe die Möglichkeit gehabt, Nawalny zu vergiften, hatte Bundesaußenminister Wadephul gesagt.
MeinungMord an Nawalny
:Ein Regime zeigt sein wahres Gesicht
Jetzt ist es wohl bestätigt: Putins Diktatur hat ihren bekanntesten Kritiker in der Haft mit einem tückischen Gift ermordet. Doch diese Erkenntnis wird in Russland wohl wenig ändern.
Opposition in Russland
:Lieder wider das Schweigen
Wie das Schicksal einer inhaftierten Petersburger Straßenmusikerin eine Welle der Solidarität bei jungen Leuten in ganz Russland ausgelöst hat.
Pussy-Riot-Aktivistin Maria Aljochina
:„Es gibt einen Unterschied zwischen Cancel-Culture und einer zehnjährigen Gefängnisstrafe“
Maria Aljochina saß Jahre in einer russischen Strafkolonie, dann konnte sie aus Russland fliehen. Ist sie seitdem vorsichtiger geworden? Kein bisschen.
Russischer Oppositioneller
:Nawalnys Witwe: Mein Mann wurde vergiftet
Biologisches Material ihres Mannes sei aus Russland geschmuggelt und in zwei ausländischen Laboren untersucht worden. Beide Labore seien zu demselben Ergebnis gekommen.
MeinungRussland und Belarus
:Deutschland lässt die Verletzlichsten im Stich
Nun schließt die Bundesregierung auch für Oppositionelle der Machthaber Putin und Lukaschenko einen Notausgang, indem sie Aufnahmeprogramme ausgesetzt hat. Das ist verwerflich.
Deutschland
:Aufnahmestopp für Regimegegner aus Russland und Belarus
Die Bundesregierung setzt Aufnahmeprogramme nach Deutschland aus – für politisch Verfolgte nicht nur aus Afghanistan schließt sich ein „Notausgang“. Menschenrechtler reagieren empört.
Russland
:18 Jahre Haft für Nawalny-Verbündeten
Ein russisches Gericht hat einen engen Vertrauten des verstorbenen Oppositionsführers Alexej Nawalny zu 18 Jahren Haft verurteilt. Die Strafe gegen Leonid Wolkow wurde am Mittwoch in Abwesenheit verhängt. Das Militärgericht sprach Wolkow in ...
Russland
:Ins Straflager, weil sie nicht schweigen will
Eine 19-Jährige klebt ein ukrainisches Gedicht an eine Statue in Sankt Petersburg. Dafür muss sie fast drei Jahre hinter Gitter. Darja Kosyrewa ist ein Beispiel von vielen dafür, wie die russische Justiz mit Meinungen umgeht, die dem Regime nicht passen.
Leipziger Buchmesse
:„Presseschau des Wahnsinns“
Wie funktioniert Putins Propaganda? Mit ihrem Buch dazu hat Irina Rastorgueva den Leipziger Buchpreis gewonnen. Ein Gespräch über Manipulationstechniken, die längst ihren Weg in den Westen gefunden haben.
Russland feierte ihn, heute lebt er im Münchner Exil: Vladimir Tarnopolski
:Komponieren, um zu überleben
Der bedeutende Moskauer Komponist Vladimir Tarnopolski lebt im Exil in München. Nach Monaten in Ungewissheit hofft er auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Denn er hat Großes vor: eine Oper über Europa zu schreiben.
„Tage des Exils“
:„Kann ich zulassen, dass Putin obsiegt?“
Weltweit fliehen Menschen, um das Letzte zu retten, was sie besitzen: ihr Leben und ihre Freiheit. So auch Alexej Nawalnys Witwe, die weiter gegen die Diktatur kämpfen will – einen anderen Ausweg sieht sie nicht.
Russland
:Briefe aus der Todeszone
Die Korrespondenz, die Alexej Nawalny aus russischen Lagern führte, erreichte ihre Empfänger teils erst nach dessen Ermordung vor einem Jahr. Vier Brieffreunde des Oppositionellen erzählen.
Nach dem Tod von Alexej Nawalny
:Am Jahrestag lassen Russen die Blumen sprechen
Wer in Russland kritisch denkt, fühlt sich oft allein. Ein Jahr nach dem Tod des Oppositionsführers treffen sich nun Gleichgesinnte am Grab, ein selten möglicher Protest.
Humor in Putins Russland
:Kleine Pfeile gegen den Diktator
In der Tradition von „Radio Eriwan“ gibt es auch heute in Russland trotz Zensur und Krieg mutige politische Witze. Doch der gelungenen Sammlung fehlt die Einordnung. Und das Vorwort ist der eigentliche Witz.
Ein Jahr nach dem Tod Alexej Nawalnys
:„Die Zeit ist auf unserer Seite“
Sie arbeitete mit dem russischen Oppositionsführer, war Politikerin in Sibirien – und kam selbst ins Gefängnis. Xenia Fadejewa blickt auf Nawalny, die Lage in Russland und die Zukunft.
Weltpremiere im Münchner Haus der Kunst
:Pussy Riot verdammen Putin und die AfD
Die vom russischen Staat verfolgten Künstlerinnen zelebrieren ihre neue Widerstand-Show im Haus der Kunst. Pussy Riot feiern sich nicht als Heldinnen, sondern lassen das Publikum mit Verantwortung und Magenschmerzen zurück.
Russland
:Nawalnys Anwälte zu langer Haft im Straflager verurteilt
Den prominenten Kremlkritiker ließ das russische Regime im Gefängnis sterben. Seine Verteidiger werden nun ebenfalls verurteilt.
Russische Künstler
:Diese Realität ist wie ein Abszess
Monetotschka singt über die öde Provinz und über Sex. Und sie sagt, was sie denkt über Putin und seinen Krieg. Aus ihrer Heimat musste sie fliehen, aber ihren Kontakt zur russischen Generation Z hat sie nie verloren.
MeinungRussland
:Alle sollen schön da bleiben, wo sie hingehören
Wladimir Putin regelt immer tiefer und immer genauer, wie die Menschen in seinem Land leben sollen. Kinder tragen zu Schulfesten Soldatenuniform. Und es gibt das Fach Familienkunde, das kein Pflichtfach, aber trotzdem ein Pflichtfach ist.
Russland
:Und sie lächelt trotzdem
Ein ukrainisches Gedicht, ein blinkendes Herz, in Putins Russland braucht es mittlerweile wenig, um als Regimegegnerin eingesperrt zu werden. Egal wie jung. Darja Kosyrewa und die Kraft, Haltung zu bewahren.
Russland
:Und das habt zum Zeichen
Der russischen Aktivistin Darja Kosyrewa drohen viele Jahre Straflager, weil sie ein Satzzeichen in einem Gedicht verändert hat. Ein weiteres Beispiel für die Absurdität der Putin’schen Repressalien.
Wirecard
:Ein Spion namens Jan
Jan Marsalek war ein russischer Spion. Was lange nur vermutet wurde, gilt dank zweier Geständnisse in einem Londoner Prozess als nahezu gesichert. Wie er zum Spion wurde – und welche Ziele er im Visier hatte.
Russlands Agenten
:Putins grüne Männchen
Russlands militärischer Geheimdienst GRU spielt seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle für den Kreml, trotz diverser Fehlschläge. Matthias Uhls grandiose Studie ist für das Verständnis des heutigen Russlands unerlässlich.
Oper
:Völlige Zerrüttung
Auch ohne Putin krass: Kirill Serebrennikow inszeniert an der Zürcher Oper Alfred Schnittkes irre Operngroteske „Leben mit einem Idioten“.
SZ-Podcast „Auf den Punkt“
:Russischer Dissident Glukhovsky: „In meinen Albträumen bin ich in Moskau“
Der Autor Dmitry Glukhovsky ist in Russland zu acht Jahren Straflager verurteilt. Weil er den Krieg gegen die Ukraine kritisierte. Wie fühlt es sich an, seine Heimat zu verlieren?
Alexej Nawalnys Autobiografie
:„Falls sie mich endgültig erledigen sollten“
Seit Jahren arbeitete Alexej Nawalny an einem Buch über sein Leben. Selbst im Gefängnis machte er unverdrossen weiter. Das Buch, das heute posthum erscheint, erklärt nicht alles, aber es kann ein Mahnmal werden gegen Putins mörderische Politik.
Gefangenenaustausch mit Russland
:Die Unfreiheit der Freien
Sie wollten nie weg aus Russland, auch wenn Putin sie einsperren ließ. Trotzdem sind die Kremlkritiker Oleg Orlow und Ilja Jaschin nach dem Gefangenenaustausch jetzt in Berlin. Sie schätzen das neue Leben – und wollen doch nur eines: zurück nach Moskau.
Putins Machtapparat
:„Russland ist in ein Loch von unermesslicher Tiefe gefallen“
Am vergangenen Wochenende wird in vielen russischen Regionen gewählt. Oppositionelle wie Lew Schlosberg dürfen gar nicht erst kandidieren. Hier spricht er über die Willkür der Behörden, den Ablauf der Wahlen und den Einfluss des Kreml.
Russland
:„Es ist der Versuch einer gesellschaftlichen Hinrichtung“
In Russland stehen Regionalwahlen an – doch immer weniger Kandidaten können sich aufstellen lassen. Auch weil Oppositionelle zunehmend als „Auslandsagenten“ gebrandmarkt werden.
John Sweeneys „Der Fall Nawalny“
:Putin, Nawalny und ich
Der britische Journalist John Sweeney verspricht ein Buch über Russlands Herrscher, seinen Widersacher, der im Straflager starb, und das Scheitern des Westens – nichts davon gelingt, denn der Autor steht sich mit seiner eitlen und hemdsärmeligen Art oft selbst im Weg.
Eröffnung der Ruhrtriennale 2024
:Genie und absolute Schönheit
Die Ruhrtriennale eröffnet mit „Legende“ von Kirill Serebrennikow – und mit Sandra Hüller, die Songs der britischen Rock-Performerin PJ Harvey singt.
Russischer Oppositioneller
:„Ich will euch vertreten“
Nach seiner Freilassung tritt der russische Regimekritiker Ilja Jaschin zum ersten Mal in Deutschland auf, vor Hunderten Putin-Gegnern in Berlin. Kann er der zerstrittenen Opposition neues Leben einhauchen?
Russlands Straflager
:Wieder im ersten Kreis der Hölle
Vieles erinnert an die berüchtigten sowjetischen Gulags: Einblicke in das brutale System der russischen Strafkolonien, aus dem Wladimir Putin nun ein paar politische Gefangene entlassen hat. Hunderte aber sind dort weiterhin Folter und Schikanen ausgesetzt.
Putin-Kritiker
:Freiheit in der Fremde
Für die bei dem Gefangenenaustausch freigekommenen russischen Regimekritiker wird es gar nicht so einfach werden, ihre Oppositionsarbeit im Ausland fortzusetzen.
Russland
:„Eine gesetzwidrige Ausweisung gegen meinen Willen“
Der Politiker Ilja Jaschin begründet, warum er eigentlich lieber in Russland geblieben wäre – statt im Tausch gegen Kriminelle in den Westen zu kommen.
Gefangenenaustausch
:Freigelassene Kreml-Gegner wollen weiter gegen „Putins Regime“ kämpfen
Nach dem beispiellosen Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA sowie anderen westlichen Staaten äußern sich erstmals die freigelassenen russischen Oppositionellen. Einer unterstreicht dabei: Er wollte gar nicht ausgetauscht werden.