Die Neuproduktion von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper ist ein Festival des Belcanto.
Was läuft in München im Musiktheater?
:Von Rigoletto bis Blaubart: Wenn Männer Macht missbrauchen
Im März dominieren fragwürdige Adlige die Münchner Musiktheaterbühnen: von Verdis Herzog in „Rigoletto“ über Bartóks „Herzog Blaubart“ bis zu Lehárs Grafen. Doch auch starke Frauenfiguren wie Händels „Alcina“ haben ihren Auftritt.
Nürnbergs neues Opernhaus
:Das ewige Interim?
Kunstminister Markus Blume diskutiert in Nürnberg über das neue Opernhaus auf ehemaligem NS-Gelände – und gibt dabei ein Versprechen ab.
Komponist György Kurtág wird 100
:Das Lächeln des Spielers
György Kurtág ist einer der besten Komponisten der Welt. Er liebt die kurzen Stücke, hat aber auch eine Zwei-Stunden-Oper komponiert. Jetzt wird er 100 Jahre alt. Ein Besuch in Budapest.
Russische Oper am Gärtnerplatztheater
:Die Panzer rollen diskret
Vielleicht der Höhepunkt der Spielzeit: Am Gärtnerplatztheater buchstabiert Regisseur Roland Schwab nichts aus in seiner Inszenierung der Kriegsoper „Fürst Igor“. Das macht sie umso stärker.
Was läuft im Musiktheater
:Wenn Männer leiden auf den Opernbühnen
Ist „Fürst Igor“ noch zu retten am Gärtnerplatz? Keiner stirbt schöner als „Faust“ Jonathan Tetelman an der Bayerischen Staatsoper, wo erste Infos zur neuen Spielzeit durchsickern.
Trend in der Klassikwelt
:Immer mehr Tattoos auf der Opernbühne
Für Startenor Pavol Breslik sind seine Tattoos „eine Art Droge“. Er trägt sie am ganzen Körper und ist bei Weitem nicht der einzige Tätowierte auf den Opernbühnen. Doch manchmal bringt die Körperkunst auch so ihre Probleme.
Opernpremiere von „Faust“
:Ein neuer Pavarotti ist er nicht
Aber der Tenor Jonathan Tetelman zeigt in Charles Gounods „Faust“ an der Bayerischen Staatsoper, dass Großes in ihm steckt. Heimlicher Star des Abends ist trotzdem die Dirigentin Nathalie Stutzmann.
Star-Dirigentin Nathalie Stutzmann
:Wie halten Sie es mit der Macht, Frau Stutzmann?
„Ich bin eine Musikerin unter Musikern“, sagt Nathalie Stutzmann, die aktuell wohl einflussreichste Dirigentin der Welt. Dementsprechend möchte sie die Orchester leiten. Doch wie schafft sie es, sich in einem Ensemble herausragender Musiker durchzusetzen?
Auszeichnung
:Das beste Opernhaus des Jahres steht in Regensburg
Zur Preisverleihung des begehrten Titels kommen Weltstars wie Jonathan Tetelman und Cecilia Bartoli in die Oberpfalz. Von Mai an ist das Haus auch noch Bayerisches Staatstheater. Aus guten Gründen.
Klassik
:Eine Oper als schrille Fuck-Trump-Party
Was einem Angst macht, das muss man verhöhnen: Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth haben für Hamburg „Monster’s Paradise“ geschrieben – es sind Schmähgesänge auf ein Monster im Weißen Haus.
Berühmte Arie
:Buuuuuuuuuh!
Im Londoner Opera House quittieren die Zuschauer eine „Turandot“-Aufführung ohne „Nessun dorma“ mit Buh-Rufen – und bekommen Geld zurück. Richtig so.
Puccinis Oper „Turandot“ am Staatstheater Nürnberg
:Brautalarm mit einem Kabinett attraktiv-verhängnisvoller Frauen
In Kateryna Sokolovas „Turandot“ ist die wahre Protagonistin eine Frau, die sich in starke historische Frauenfiguren träumt. Die Inszenierung hat ihre Lücken – doch die musikalische Leistung entschuldigt alles.
Was läuft im Musiktheater?
:Startenor Jonathan Tetelman singt an der Bayerischen Staatsoper
Nathalie Stutzmann dirigiert die Premiere von Gounots „Faust“, am Gärtnerplatz zieht „Fürst Igor“ in die Schlacht, in Nürnberg fällt „Turandot“ in Ohnmacht.
Opern-Bauboom
:Hörer, größer, teurer
In Sanierung und Neubau von Opernhäusern werden in Deutschland gerade Milliarden gesteckt. Warum ist das so teuer? Und warum finden selbst Opernmuffel das offenbar vollkommen korrekt?
Doppeljubiläum beim Mozartfest Salzburg
:Wie Rolando Villazón Mozarts Geburtstag feiert
Man kann sich über Mozart-Serien im Fernsehen ärgern, oder aber den wahren Wolfgang Amadeus entdecken: zum Beispiel bei der Mozartwoche in Salzburg. Festivalchef Rolando Villazón hat sich zum 270. Geburtstag seines Idols so einiges ausgedacht.
Die Tricks der Opern-Ultras
:Wie man an Festspielkarten für Jonas Kaufmann kommt
Ein bisschen wie Lotto, Poker und Mensch-ärgere-dich-nicht: Sich am Erstverkaufstag für die Münchner Opernfestspiele 2026 die begehrten Karten für die großen Stars zu sichern, gleicht einem Spiel. Hier sind die Regeln.
Opern-Uraufführung
:Verspielte Gefühle
Keine Tränen, kein Schaudern – und gerade deshalb gescheitert: Mit Matthias Pintschers neuem Werk „Das kalte Herz“ an der Berliner Staatsoper wird man nicht warm.
„Tatort“ aus Köln
:Oper halt: Liebe, Drama, Tod
Im „Tatort“ aus Köln wird ein Mord im Opernhaus mit wuchtigem Pomp inszeniert. Das reicht leider nicht, um dem Fall Schwung zu geben.
München und Bayern
:Vorfreude auf 2026 – das sind die kulturellen Höhepunkte
Gerhard Polt gemeinsam mit Josef Hader und die Rückkehr des Reggae-Summer: Auf diese Ereignisse freut sich die SZ-Kulturredaktion 2026 besonders. Persönliche Tipps aus Film, Literatur, Theater, Kunst und Musik.
Silvesterprogramm eines Startenors
:Wann Rolando Villazón Purzelbäume schlägt
Rolando Villazón ist einer, der nach Krisen immer wieder aufsteht, sich erfolgreich neu erfindet und als Clown anderen Menschen Mut macht. Woher nimmt der quirlige Mexikaner diese Kraft?
Kulturpolitik
:Jetzt geht es ans Eingemachte
In Stuttgart und München protestieren Theater und andere Kultureinrichtungen gegen drohende Etatkürzungen, auch in weiteren Städten fehlt da Geld. Die Verantwortlichen stehen vor der schier unlösbaren Ausgabe: Wo soll künftig gespart werden?
Startenor Benjamin Bernheim
:„Wichtig ist nicht das Hohe C“
Benjamin Bernheim ist spätestens seit seinem Auftritt bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in seiner Heimatstadt Paris weltberühmt. Jetzt singt der Tenor an der Bayerischen Staatsoper.
Architektur
:Hochkultur an einem Ort der Unkultur
Die Stadt Nürnberg baut ein Opernhaus auf Hitlers einstigem Territorium, dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände der NSDAP. Ein Baustellen-Besuch, der einen nicht nur wegen der Kälte frösteln lässt.
Musiktheater im Dezember
:Auf Münchens Opernbühnen rieselt der Schnee
An der Staatsoper frieren Rodolfo und Mimì in „La Boheme“, auch in der „Nacht vor Weihnachten“ tragen alle Mütze und Schal. Und „Hänsel und Gretel“ verlaufen sich mal wieder im bitterkalten Wald.
Kammersängerin Ann-Katrin Naidu
:Die Rollenkönigin vom Gärtnerplatztheater
Ein breiteres Repertoire als Kammersängerin Ann-Katrin Naidu dürfte am Gärtnerplatztheater kaum jemand abgedeckt haben. Nach bald 30 Jahren am Haus reicht die Mezzosopranistin ihr Wissen jetzt auch an die junge Generation weiter.
Erfolgreiche Komponistin
:Alles Walzer für Martina Eisenreich
Ihre Musik für Film und Fernsehen ist preisgekrönt. Jetzt feiert die erste Operette aus der Feder von Martina Eisenreich Uraufführung in Wien. Anlass ist der 200. Geburtstag von Johann Strauss. Der Walzerkönig spielt nicht nur musikalisch eine Rolle.
40 Jahre „Opern auf Bayrisch“
:Wenn aus „Don Giovanni“ der „Hallodri von Lenggrias“ wird
Was als Faschingsulk am Münchner Volkstheater in der Urbesetzung mit Gustl Bayrhammer, Ruth Kappelsberger und Karl Obermayr begann, ist heute ein Kultformat. Woran’s liegt? Gerd Anthoff hat die Antwort.
Dirigent Vladimir Jurowski
:„Das gute Russland trage ich in mir“
Vladimir Jurowski kam als Jude in Moskau auf die Welt, Teile seiner Familie sind ukrainischstämmig. Jetzt dirigiert er an der Bayerischen Staatsoper Rimski-Korsakows „Die Nacht vor Weihnachten“. Warum er an die hoffnungsvolle Botschaft dieses magischen Werkes glaubt.
„Die Marmorbraut“ im Prinzregententheater
:Eine vergessene Oper erwacht zum Leben
Dank venezianischer Musikforscher kann das Münchner Rundfunkorchester Ferdinand Hérolds Opéra-comique „Die Marmorbraut“ wieder Gehör verschaffen.
Berliner Kulturhaushalt
:Kommt Kunst von Kohle?
Warum Subventionen womöglich doch nicht das richtige Mittel sind, um die Kultur in der Hauptstadt auf Vordermann zu bringen.
Architektur
:Großes für die Innenstadt
Das norwegische Büro Snøhetta hat den Architekturwettbewerb für den Neubau der Düsseldorfer Oper gewonnen. Ob es aber auch bauen darf, muss sich erst noch zeigen.
Opernneubau
:Hamburg sagt Ja zum Zaubergarten
Die Bürgerschaft der Stadt macht den Weg frei für den Bau der neuen Oper im Hafen, um die sich ein Park bis hoch aufs Dach schlängeln soll. Falls es nicht doch noch an den Kosten scheitert.
Arte-Doku
:Mit 42 in Rente
Eine sehenswerte Arte-Doku gibt Einblick in die harte Arbeit von Tänzerinnen und Tänzern an der Pariser Oper. Es ist das Porträt eines prekären Berufsstandes – und eine Hommage.
Oper
:Zwischen Märchen und Schlachtfeld
An der Staatsoper Hamburg wird die vermeintliche russische Nationaloper „Ruslan und Ljudmila“ zum jugendlichen Freiheitskampf.
Christiane Lutz: Sie Opernregisseurin, er Startenor
:„Ich bin sehr gerne Frau Kaufmann, aber ...“
Opernregisseurin Christiane Lutz über ihr Leben als Partnerin des Klassikweltstars Jonas Kaufmann, als freischaffende Künstlerin, Working-Mom und Hundemensch, der in München gerade eine Katzen-Oper inszeniert.
Eine Oper Nürnberg über einen Amoklauf
:Das unerklärlich Böse im Menschen
Musiktheater über den Amoklauf an einer Schule? Kaija Saariaho hat darüber ihr aufwühlend grandioses Stück „Innocence“ komponiert, das jetzt an der Oper in Nürnberg Premiere hatte.
Oper „La forza del destino“
:Wenn Figur und Darstellerin eins werden
Anna Netrebko sei eine der besten Sängerinnen unserer Zeit, deshalb habe man sie ins Opernhaus Zürich eingeladen, sagte der Intendant. Das gefiel nicht allen. Über einen Abend mit Verdi, einer nervösen Sopranistin – und einem gar nicht so fernen Krieg.
Opern-Premieren und Klassiker
:Der Herbst wird gruselig in Münchens Musiktheatern
Lustiger Horror im Prinzregententheater mit der Addams Family, ein Kampf zwischen dunklen und lichten Geistern an der Staatsoper, und die Fledermäuse flattern sich auch schon warm.
Neuer Opernbau für Hamburg
:Das Geschenk
Hamburg soll eine neue Oper bekommen. Nur die Freude lässt noch zu wünschen übrig. Es geht auch darum, wie exklusiv die Hochkultur heute sein darf.
Italien
:Mein Haus, meine Kunst, meine Dirigentin
Beatrice Venezi soll neue Generalmusikdirektorin im La Fenice in Venedig werden. Nur, sie ist nicht gerade bekannt als große Dirigentin, eher als Freundin von Meloni. Reicht das jetzt schon, um was zu werden in der italienischen Kulturszene?
Star-Tenor Jonathan Tetelman
:„Es hat auch Vorteile, seinen Vater nicht zu kennen“
Die Opernwelt liegt dem amerikanischen Tenor zu Füßen. Kaum einer singt gerade italienische Arien mit so viel Strahlkraft und schillerndem Herzschmerz. Seine leibliche Mutter hat ihn als Baby zur Adoption freigegeben. Wie er damit umgeht.
Eine Stiftung vermittelt Opernsänger
:„Deutschland ist der Anfängermarkt schlechthin“
Ausbildung in Italien, erste Bühnenerfahrung in Deutschland: Der Opernsänger Ferdinand Muradyan kam mit der Stifung „Mascarade Opera“ ans Staatstheater Augsburg. Von diesem Austausch profitieren Theater, Künstler und Publikum.
„La sonnambula“ live im Kino
:Nachtwandeln mit der New Yorker Met
Vincenzo Bellinis Belcanto-Oper „La sonnambula“ wird live aus der New Yorker Met in viele Kinos übertragen.
Fehlurteile der Kritik
:Täuschen tut sich der nie? Nie!
Kulturjournalisten und Publikum sind sich nicht immer einig in ihrem Urteil. Zum Glück.
80 Jahre Kritik
:Analog und wunderbar
Mit Stift und Block in die Premiere: Warum die Opern- und Theaterkritiker fast schon selbst zu den Klassikern zählen.
Köln
:Die Oper kütt!
Als annähernd letzte Amtshandlung kündigt die scheidende Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker für kommenden September die Wiedereröffnung der sanierten Kölner Bühnen an – nach bisher 13 Jahren Bauzeit und einer beispiellosen Kostenexplosion.
Saisoneröffnung am Theater Regensburg
:Geisterstunde mit Marie-Antoinette
Was passiert, wenn der „Figaro“-Dichter Beaumarchais die geliebte Königin vor der Guillotine retten möchte, erzählt die turbulente Revolutions-Oper „The Ghosts of Versailles“. Zur gefeierten Regensburger Premiere reist Komponist John Corigliano extra aus New York an.
Luise Kinseher und ihr Kinderpodcast
:„Manchmal ist mir mein Dackel ein Vorbild“
Luise Kinseher liebt Dackel – und die Oper. Wie das zusammengeht, und welchen Moment die Kabarettistin als den wichtigsten ihrer Karriere empfindet.
Oper
:Gebt uns Herzschmerz, Ach und Weh
Der Großkünstler Gottfried Helnwein macht die Kostüme, Joana Mallwitz dirigiert: Matthias Schulz eröffnet seine Intendanz am Zürcher Opernhaus mit Richard Strauss’ „Rosenkavalier“. Nur fehlt etwas.