Kann Kunst zur Aufarbeitung von Geschichte beitragen? Die Freisinger Künstlerin Rebekka Bauer hat zwei Monate in den italienischen Alpen gelebt und sich mit dem Leben einer Partisanin und KZ-Überlebenden auseinandergesetzt.
MeinungMünchen
:Die „Hauptstadt der Bewegung“ wird zur Stadt der Erinnerung
Es braucht Orte, die das Gedenken an die Opfer der NS-Verbrechen lebendig halten. Der Standort für das geplante Yad-Vashem-Zentrum ist deshalb klug gewählt.
Schriftstellerin Gabriele von Arnim
:„Seien wir aufmerksam!“
Bei einer „Erika Mann Lecture“ der LMU München bezieht die Schriftstellerin Gabriele von Arnim unmissverständlich politisch Stellung, beschwört das „Prinzip Zuversicht“ – und ruft jeden dazu auf, Verantwortung zu übernehmen.
Zehn Touren durch die „Hauptstadt der Bewegung“
:NS-Täter und Verfolgte – Tür an Tür
Mit einem neuen Buch, das Spaziergänge empfiehlt, lässt sich erleben, wie engmaschig das Netz des nationalsozialistischen Terrorstaats in München gewebt war. Die Routen führen zu etlichen Orten, die eindrucksvoller sind als die bekannten Nazi-Bauten.
Journalismus
:Nazis gehen immer
Eine gute Idee, in Hamburg gleich zweimal gedacht: Die Wochenzeitung „Die Zeit“ veröffentlicht eine Suchfunktion für die Mitgliederkartei der NSDAP – einen Monat später tut der „Spiegel“ das ebenfalls.
Kunst in der Nürnberger Kongresshalle
:20 Jahre nach einem Tumult um seine Kunst: Olaf Metzel ist zurück
2006 lief die Stadt Sturm, als der Bildhauer seine „Stuhlturm“-Skulptur zum Begleitprogramm der Fußball-WM beisteuerte. „Eine Schande“ sei das, hieß es. Das hat den Künstler nicht davon abgehalten, zurückzukommen.
NS-Justizopfer und ihre Angehörigen
:„Ich wache mit Stadelheim auf und ich gehe mit Stadelheim zu Bett“
In dem Münchner Gefängnis inhaftierte der NS-Staat zahlreiche seiner Gegner. Nur wenige Todeskandidaten überlebten. Nachfahren berichten, wie die Unrechtsurteile ihre Familien bis heute prägen.
Am Mahnmal in der Banhofstraße
:Gedenken an den Mühldorfer Todeszug in Poing
In Poing wird am Montag, 27. April, der Opfer der letzten Phase des NS-Genozids an den Juden in Deutschland gedacht.
Am Mahnmal am Landratsamt
:Gedenken an den Todesmarsch in Starnberg
In Starnberg wird am Sonntag, 26. April, der Opfer der letzten Phase des NS-Genozids an den Juden in Deutschland gedacht.
Podcast: „Auf den Punkt“
:Warum waren Opa und Uroma Nazis, Götz Aly?
8,5 Millionen Deutsche waren NSDAP-Mitglieder. Weil sie klar davon profitiert haben, sagt der Historiker Götz Aly.
Essay
:Die braunen Flecken und die offenen Fragen
Seit Kurzem ist die digitalisierte NSDAP-Mitgliederkartei für jeden bequem einsehbar. Und viele aus der Enkelgeneration haben endlich Gewissheit, ob Opa ein Nazi war. Aber reicht das, um die eigene Familiengeschichte zu verstehen?
Podcast
:Leni, die Lügnerin
Katja Paysen-Petersen wertet im Podcast „Riefenstahl: Influencerin des Bösen“ den Tonband-Nachlass der NS-Propaganda-Regisseurin aus. Eine erhellende Recherche über Mechanismen von Fake News.
NS-Deutschland vor dem Weltkrieg
:Das Menetekel von München
Das Münchner Abkommen von 1938 war nicht nur eine Niederlage für die Appeasement-Politik der Briten, zeigen Christian Goeschel und Daniel Hedinger. Auch andere Mächte zogen ihre Lehren aus dem faschistischen Spektakel – bis heute.
Biografie über Helmuth James von Moltke
:Der gute Graf
Helmuth James von Moltke entschied sich früh zum konsequenten Widerstand gegen das NS-Regime. Volker Ullrich zeichnet sein Leben und Wirken im „Kreisauer Kreis“ eindrucksvoll nach. Eine Biografie über moralische Größe unter ständiger Lebensgefahr.
Premiere im Münchner Volkstheater
:Die Quandts und ihre Rolle in der NS-Zeit
Weißt du, was deine Familie zur Nazizeit getan hat? „Elektra“ im Münchner Volkstheater beschäftigt sich mit der Familie Quandt und ihrem dunklen Erbe – mit zu viel PS unter der Haube.
Rechtsextreme Weltanschauung nach 1945
:Alte Nazis im neuen Gewand
Dass extrem rechte Diskurse in die Mitte der Gesellschaft drängen, ist keineswegs neu. Niklas Krawinkel erzählt von Erfolgen und Misserfolgen völkisch-radikaler Netzwerke in der jungen Bundesrepublik. Seine Erkenntnis: Staat und Zivilgesellschaft waren und sind nicht machtlos.
Ilse Aichingers „Die größere Hoffnung“ am Staatstheater Nürnberg
:Wie Kinder der Verfolgung trotzen
Wie gut lässt sich Ilse Aichingers Nachkriegsroman „Die größere Hoffnung“ auf die Bühne bringen? Salome Schneebelis Inszenierung wagt als deutsche Erstaufführung am Nürnberger Staatstheater viel – mit Erfolg.
M. Rainer Lepsius über den Nationalsozialismus
:Deutschlands Entschleimer
Wie schaffte es Adolf Hitler, die NS-Diktatur zu etablieren? Der Soziologe M. Rainer Lepsius hat 1983 in einer Vorlesung Max Webers Theorie der charismatischen Herrschaft auf den Hitlerismus angewandt. Noch heute eine faszinierende Lektüre.
Hitlers Lieblingsmaler
:Ingolstädter Totentanz: Streit um früheren Star der NS-Kunstszene
Von Oskar Martin-Amorbach, der als NSDAP-Mitglied zu den Stars der NS-Kunstszene gehörte, existieren in Bayern noch mehrere Werke: Darunter ein Fresko in der Aussegnungshalle des Ingolstädter Westfriedhofs. Nun befasst sich der Stadtrat mit dem Thema.
Buch zur „Wiedergutmachung“ für NS-Verbrechen
:Versöhnung verpflichtet
Was denken NS-Opfer über die Entschädigungsleistungen aus Deutschland? Darüber war bisher wenig bekannt. Die Interviews zeigen: Vergebung ist möglich, aber dabei geht es um viel mehr als nur Geld.
Patienten der Anstalt Eglfing-Haar
:Als Alois Dallmayr von den Nazis ermordet wurde
Mit Zeichnungen und Briefen versuchten der Neffe des Delikatessen-Händlers und andere, auf ihre Lage in der sogenannten Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar aufmerksam zu machen. Über drei Schicksale und das Grauen der „Hungerhäuser“.
Kriegskinder aus verbotenen Beziehungen
:Stigma und verzagtes Schweigen
Die Schicksale „unerwünschter“ Kriegskinder wurden in Deutschland lange verdrängt. Erst spät sprechen nun endlich viele über ihr Leben und ihre Traumata. Ein Buch und ein Ausstellungskatalog geben ihnen eine Stimme.
Holocaust-Gedenktag
:Schmerzhafte Fragen an das „Gedächtnistheater“
Nicht nur am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus offenbart sich: Das „Nie wieder“ ist zu einer Phrase geworden. Die Autorin Susanne Siegert zeigt, wie sich das Gedenken verändern muss.
Widerstand gegen das NS-Regime
:Bertl Lörcher – mutiger Kämpfer gegen die Barbarei
Der Widerstand von Menschen aus der Arbeiterbewegung gegen den NS-Staat ist selten angemessen gewürdigt worden. Ein Buch erinnert nun an den Münchner Antifaschisten Bertl Lörcher, der seinen Einsatz mit KZ-Haft und Zwangsdienst im berüchtigten Strafbataillon 999 bezahlte.
Neuerscheinung
:Spurensuche in Grünwalds NS-Geschichte
Die Historikerin Susanne Meinl hat im Auftrag der Gemeinde Grünwald rund fünf Jahre lang recherchiert. Entstanden sind zwei Bände mit etwa 1000 Seiten und zahlreichen Abbildungen.
Heilkräuterforschung der SS
:Himmlers Sklaven-Garten
Die SS betrieb mit Dachauer KZ-Häftlingen eine biologisch-anthroposophische „Plantage“, von der auch heute noch existierende Firmen profitierten. Die Historikerin Anne Sudrow hat die Geschichte und auch die unheilvolle Nachgeschichte dieses lange kaum beachteten Arbeitskommandos detailliert analysiert.
Das Politische Buch 2025
:Die wichtigsten Bücher des Jahres
Die Top 20 der Redaktion „Das Politische Buch“ zeigen, welche Analysen zu aktuellen Konflikten 2025 aus der Masse hervorstachen – und welche zeithistorischen Werke essenzielle Erkenntnisse brachten.
Bayerische Staatsgemäldesammlungen
:Erstmals Restitution nach neuem Rechtsverständnis
Die bayerischen Gemäldesammlungen haben ein Gemälde aus dem Umkreis von Lucas Cranach d.Ä. restituiert. Ein Beispiel für eine neue Ära bei der Rückgabe von NS-Raubgut?
Eher-Verlag in München
:Die publizistische Waffe des NS-Regimes
Ende 1920 übernimmt die NSDAP den Münchner Eher-Verlag. Hier erscheinen der „Völkische Beobachter“ und Hitlers „Mein Kampf“. Leiter Max Amann baut das Unternehmen zum NS-Propaganda-Imperium aus, dessen antisemitische und kriegstreiberische Töne bis in die hintersten Dörfer vordringen.
Bildband über NRW
:Ein neues Land an Rhein und Ruhr
Ein eindrucksvoller Bildband zeigt, wie die Menschen im neu gegründeten Nordrhein-Westfalen anpackten für eine bessere Zukunft.
Geschichte Bayerns
:Dokumentation Obersalzberg für europäischen Museumspreis nominiert
Die Verantwortlichen der Dokumentation freuen sich über die Nominierung und sehen sie als Würdigung ihrer Arbeit.
NS-Forschung in Bayreuth
:US-Einmarsch rettet Hunderte Nazi-Gegner vor Erschießung
Am Ende des Zweiten Weltkriegs sind in Bayreuth Hunderte Regimegegner inhaftiert, darunter auch der spätere Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier. Ein Forschungsprojekt widmet sich nun diesem Teil der Geschichte, der bislang weitgehend unerforscht geblieben ist.
Politische Bildung in Deutschland seit 1945
:Die Tücken beim Demokratielernen
Tim Schanetzky analysiert, wie die Gesellschaft seit 1945 politisch um den richtigen Grundsatzkurs stritt und welche gravierenden Lücken es dabei gab. Und warum Attacken auf politische Bildung nichts Neues sind.
„Original aus Wien“, Folge 17
:„Schriftstellerin wollte ich nie werden“
Ilse Aichinger schrieb, weil sie einfach nur berichten wollte, wie es war. Über eine Frau, die in der NS-Zeit verfolgt wurde und als Begründerin der österreichischen Nachkriegsliteratur gilt.
Serious Games
:Komm, wir spielen Geschichte
Auf dem Handy kann man jetzt die Nürnberger Prozesse nachspielen, am Computer mit Fritz Bauer Nazis vor Gericht bringen. Wird Vergangenes dadurch wirklich greifbarer?
Zeitgeschichte in Moosburg
:Lösung für Stalag-Wachbaracken in Sicht
Denkmalschützer sagen in Moosburg Geld für eine Notsanierung der maroden Gebäude aus der NS-Zeit zu, um sie als Zeitzeugnis zu erhalten. Langfristig soll an der Schlesierstraße ein Dokumentationszentrum entstehen.
Neue Biografie über Hermann Göring
:Massenmord und Ritterspiel
Der Journalist Andreas Molitor porträtiert die NS-Größe Hermann Göring, der für die Ausbeutung der Sowjetunion zuständig war. Einige Kindheitserlebnisse werden jedoch für den späteren Verbrechensweg arg überinterpretiert.
Liberation Concert in der Erzabtei St. Ottilien
:Gedenken an das Orchester der Shoah-Überlebenden
Vor 80 Jahren spielten ehemalige KZ-Häftlinge in St. Ottilien das erste Befreiungskonzert. Seit 2018 erinnert eine Reihe an dieses bewegende Ereignis wenige Wochen nach Ende des Zweiten Weltkriegs.
Fürth
:Trauer um Jahrhundertzeugin Ruth Weiss
Im Alter von 101 Jahren ist die in Fürth geborene Schriftstellerin und Journalistin Ruth Weiss gestorben. 1936 war sie aus Hitler-Deutschland geflohen.
Biografie über Erich von dem Bach-Zelewski
:Himmlers Massenmörder
Erich von dem Bach-Zelewski war im besetzten Osteuropa für den Tod Hunderttausender verantwortlich. Seine Strategie der Selbstinszenierung als „Problemlöser“ half ihm auch nach 1945. Jan Kreutz hat nun die zahllosen Selbstzeugnisse des SS-Offiziers ausgewertet und eine erhellende Biografie vorgelegt.
MeinungPrantls Blick
:Auschwitz: Ein deutscher Mord
Vor sechzig Jahren fällte das Landgericht Frankfurt die Urteile im ersten Auschwitz-Prozess: Es waren Blicke ins Labyrinth der Schuld. Und: An Auschwitz scheitert jede Gewissheit.
„Hilfswerk 20. Juli 1944“
:Lobbyisten für NS-Opfer
Gleich nach dem Krieg fand sich das Hilfswerk für die Hinterbliebenen des 20. Juli 1944 zusammen. Rainer Volk erzählt die Geschichte eines hartnäckigen Kampfs.
Biografie über Robert Servatius
:Der Lobbyist der NS-Verbrecher
Der Jurist Robert Servatius verteidigte in Nürnberg und Jerusalem NS-Größen mit immer gleicher Taktik. Und er verteidigte sich damit auch selbst, schreibt sein Biograf Dirk Stolper.
Leute des Tages
:Erstmals eine Frau an der Spitze des Instituts für Zeitgeschichte
Isabel Heinemann folgt Andreas Wirsching als Leiterin der renommierten Forschungseinrichtung. Die Historikerin übernimmt auch den Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der LMU.
Erinnerungskultur
:Der Weg ist frei für eine neue KZ-Gedenkstätte in Bayern
Im Wald bei Mühldorf sollten KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene während der Nazi-Herrschaft unter widrigsten Umständen eine unterirdische Flugzeugfabrik bauen. Jetzt gehört das Gelände nach langen Verhandlungen endlich dem Freistaat.
Biografie über Hitlers Fotografen
:Der Propagandist des „Führers“
Ohne Heinrich Hoffmann hätte das Hitler-Bild in der Öffentlichkeit der NS-Zeit wohl anders ausgesehen. Der Historiker Sebastian Peters hat die Biografie eines Mannes geschrieben, der an den Fotos Millionen verdiente und keinerlei Unrechtsbewusstsein besaß.
Graphic Novel
:Wie zeichnet man das Böse?
In der Graphic Novel „Schweigen“ erzählt Birgit Weyhe historisch fundiert von den Leben zweier Frauen in Nazi-Deutschland und Argentinien unter der Militärdiktatur.
Kulturverein übernimmt Anwesen
:Wie in Görings Villa jetzt Konsensdemokratie praktiziert wird
Während der Reichsparteitage residierte im Nürnberger Vorort Schwarzenbruck NS-Grande Hermann Göring. Später diente das Jagdschloss als Waisenhaus und Verschickungsheim, nun ist ein linker Kulturverein eingezogen. Was ist der richtige Umgang mit einem solchen Ort? Ein Besuch.
Blick in ein unbekanntes Archiv im Haus der Kunst
:Wie die Künstler Hitlers Lieblingsmuseum eroberten
Es gibt ein „Archiv der Ausstellungsleitung“ im Haus der Kunst, das bisher kaum Beachtung gefunden hat. Dieser Schatz enthält Quellen aus den Jahren 1948 bis heute. Forscher und Künstler haben sich des Themas jetzt angenommen.
Graphic Novel
:Das ist doch Erich Kästner
Ein Schriftsteller schreibt trotz Berufsverbots Drehbücher für die Nazis: Über die Hintergründe spekuliert Isabel Kreitz in ihrer flirrenden Graphic Novel „Die letzte Einstellung“. Die Hauptfigur sieht dem Autor von „Emil und die Detektive“ verblüffend ähnlich.