Lyrik

Literatur
:War Rilke ein Befürworter der Diktatur?

Hans-Peter Kunisch hat ein eindrucksvolles Buch über Rilkes späte Begeisterung für Benito Mussolini geschrieben. Ein Missverständnis war die wohl leider eher nicht.

SZ PlusVon Reinhard J. Brembeck

Rainer Maria Rilke
:Wie soll ich meine Seele halten

Vor 150 Jahren wurde der Dichter Rainer Maria Rilke geboren. Sein Werk ist voller großer und winziger Wunder. Man kann gar nicht aufhören, sie zu entdecken: eine persönliche Auswahl.

SZ PlusGastbeitrag von Clemens J. Setz

150 Jahre Rainer Maria Rilke
:Unser Pop-Philosoph

In der weltumspannenden Populärkultur wird der vor 150 Jahren geborene Rainer Maria Rilke seit Jahren kultisch verehrt. Liest er sich auf Englisch eventuell besser, griffiger, zitierfähiger als im Original?

SZ PlusVon Johanna Adorján

Literatur
:Lasst sie frei

Was wäre, wenn Penelope gar keine Lust mehr hätte auf den heimgekehrten Odysseus? Ulrike Draesner schickt die ewig Wartende in einem atemberaubenden Versepos selbst auf die Reise.

SZ PlusVon Christiane Lutz

MeinungLyrik von Wolfram Weimer
:Ein komischer Dichter

Gegen die Scham, für die Freiheit: Der Kulturstaatsminister hat als junger Mann Gedichte geschrieben. Warum er zu seinem Frühwerk stehen sollte.

SZ PlusGastbeitrag von Moritz Hürtgen

Korrekturen
:Versfuß, Datum, Gericht

Eine Datumsverwechslung, ein falsches Gericht und ein Jambus, der ein Trochäus ist. Wir müssen wieder mal ein paar Dinge nachbessern.

Exilliteratur
:„Ich habe manchmal Heimweh, ich weiß bloß nicht, wonach ...“

Die Dichterin Mascha Kaléko reiste 1956 nach Deutschland, nach Jahren im Exil. Aber ihre Leser, die Deutschen? Waren mit sich beschäftigt. Der Journalist Volker Weidermann erinnert an dieses schicksalhafte Jahr − und kommt seiner Heldin viel zu nah.

SZ PlusVon Christiane Lutz

Lyrik und Rap
:„Deepe Message in die Fresse“

Rapper wie Haftbefehl haben die vulgäre Pöbelei auf Deutsch in Mode gebracht? Keineswegs. Ein Blick in die Literaturgeschichte zeigt: Leidenschaftlich beschimpft haben sich Dichter schon vor Jahrhunderten.

SZ PlusVon Alexander Estis

Lyrik
:Begrabt mich auf Google Maps

Wie aus dem Leben im Ausnahmezustand mit der Zeit eine Identität wird, beschreibt die ukrainisch-amerikanische Lyrikerin Oksana Maksymchuk in ihren Gedichten. Wenn sie nicht so traurig wären, wären sie einfach schön.

SZ PlusGastbeitrag von Alexandru Bulucz

Georg-Büchner-Preis
:Zwischen allen Fronten

Die Akademie für Sprache und Dichtung verleiht ihre wichtigsten Preise an Ursula Krechel, Dan Diner und Ilma Rakusa, und ein Wochenende lang geht es um Wahrheit, Lüge und wie man der simplen Empörung widersteht.

SZ PlusVon Claudius Seidl

Lebenskunst
:„Ich setze mich sicher nicht mit den Beatles zusammen, ich bin ja nicht verrückt!“

Ilse Aichinger fehlt. Umso schöner, dass der Fotograf Sepp Dreissinger dieses im Jahr 2006 mit der verstorbenen Lyrikerin geführte Gespräch nun wiedergefunden hat. Eine Diskussion über das Verschwinden in Kaffeehäusern – und Thomas Bernhard.

SZ PlusInterview von Sepp Dreissinger

Clemens Setz über Rilke
:Der Dichter als Vampir

Wenn man nur für 100 Seiten Zeit hätte, um Rainer Maria Rilke zu verstehen, müssten das unbedingt diese von Clemens J. Setz sein. Welch außerordentlicher Dichter er selbst ist, erweisen seine gleichzeitig erscheinenden Aufzeichnungen.

SZ PlusVon Thomas Steinfeld

Wiederentdeckung
:Die Zeugin, die keiner hörte

Lange kannte die Literaturgeschichte sie nur als Geliebte von Gottfried Benn, jetzt ist Mopsa Sternheims eigener, einziger Roman „Das Jahr der Spinne“ endlich zu lesen: ein Buch von historischem Gewicht.

SZ PlusVon Hilmar Klute

Lyrik
:In den Wald

Drei Dutzend kürzeste Gedichte von Jürgen Nendza, musikalisch vertont und unter anderem von Bibiana Beglau gelesen, locken einen tief ins Unterholz. Was huscht dort herum?

SZ PlusVon Stefan Fischer

Michael Krüger
:„Ich würde gerne als Krähe wiedergeboren werden“

Michael Krüger blickt auf ein Leben mit Dichtern und Gedichten zurück, die er verlegte oder selbst schrieb. Ein Gespräch mit dem polnischen Lyrikerkollegen Tadeusz Dąbrowski über die flüchtigste und kostbarste aller Kunstformen.

SZ PlusInterview von Tadeusz Dąbrowski

Literatur in Bayern
:„Mei Sprouch is mei Haus“:  Ein Gedichtband im Oberpfälzer Dialekt

Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig, schlicht und archaisch wie die Oberpfalz: Der Lichtung Verlag in Viechtach hat eine Werkschau der Mundartdichterin Margret Hölle herausgegeben. Warum sie einen Ehrenplatz im Bücherregal verdient hat.

Von Sebastian Beck

Séan Hewitts Debüt
:Wie Nebel, der über Wiesen wabert

Die Dramen der ersten Liebe sind unergründlich. In „Öffnet sich der Himmel“, dem Debüt des irischen Lyrikers in Séan Hewitt, allerdings etwas zu unergründlich.

SZ PlusVon Jens Schneider

Nora Gomringer
:Verdammt viel los gerade

Im Juli heiratete die Lyrikerin Nora Gomringer. Im August starb ihr Vater. Im September erschien ihr Prosadebüt, das von der Trauer um ihre Mutter erzählt, die 2020 starb. Ein Treffen mit einer furchtlosen Frau, die sogar dem Tod mit Humor begegnen kann.

SZ PlusVon Bernhard Heckler

Literatur
:Die Idiotie jener Tage

Wie schauen Menschen im Jahr 2119 zurück auf unsere Gegenwart? Dieses Experiment macht Ian McEwan in seinem neuen Roman „Was wir wissen können“ – und kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Sehr scharfsinnig ist das nicht.

SZ PlusVon Florian Kaindl

Nachruf auf Harald Hartung
:Der das Dröhnen nicht kannte

Harald Hartung war einer der maßstabsetzenden Rezensenten von Lyrik in der Bundesrepublik. Jetzt ist er im Alter von 92 Jahren in Berlin gestorben.

SZ PlusVon Lothar Müller

Autor und Regisseur Denijen Pauljević
:„Was mir aber Trost gab, war die Sprache“

Als 19-Jähriger flüchtete der Autor und Regisseur Denijen Pauljević vor dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Mut machte ihm ein Buch, das zur Inspirationsquelle der Surrealisten wurde. Was hat es mit den lange verschollenen „Gesängen des Maldoror“ auf sich?

Von Barbara Hordych

Kinderliteratur
:Der leise Reisende

Heinz Janisch ist ein Kritzler, ein Wortesammler, der völlig unzeitgemäß stille, langsame Dichter eines mittlerweile enormen Werks. Seine freundlichen Bücher macht er vor allem für Kinder – aber sie tun allen gut. Ein Besuch.

SZ PlusVon Christine Knödler

Gedichtband von Axel Görlach
:Mit Lyrik unsere Gegenwart erforschen

In Axel Görlachs neuen Gedichten ist das Ich schwer angezählt und versucht sich wiederzufinden – im Zeitalter von Digitalisierung und Deepfakes.

Von Florian Welle

Kolumne: Wie redet ihr denn?
:„die welt ist laut / laut ist schön!“

Ernst Jandl wäre am 1. August hundert Jahre geworden. Seine Gedichte sind spielerisch, oft kalauernd – und können als sprachliche Anleitung für die großen Auseinandersetzungen unserer Zeit gelesen werden.

SZ PlusVon Teresa Präauer

Literatur
:Der Ohrwurm des Sommers ist ein Gedicht

Wenn man irgendwo hören kann, wie die Gegenwart klingt, dann in ihrer Lyrik: Die kanadische Dichterin Eva H. D. gibt es jetzt auch auf Deutsch mit dem Band „Wenn alle deine Freunde vom Felsen springen“.

SZ PlusVon Meike Feßmann

Literatur
:Büchner-Preis für Ursula Krechel

Die Autorin Ursula Krechel erhält die wichtigste Auszeichnung der deutschsprachigen Literatur: den Georg-Büchner-Preis.

Von SZ

Neue Gedichtbände von Dagmar Leupold, Stella Nyanzi und Slata Roschal
:Wo Wörter mit Wolken kämpfen

Die neuen Gedichtbände von Dagmar Leupold, Stella Nyanzi und Slata Roschal haben ganz unterschiedliche Ansätze – und doch einiges gemeinsam. Von Kampfspuren zwischen Wolken, Herausforderungen des Exils und der Suche nach der eigenen Identität.

Von Antje Weber

Zum Tod von Sibylle Cramer
:Der Augenblick zwischen Denken und Gedanke

Ihr Gespür für die Kapillaren der Sprache wird fehlen. Sibylle Cramer, die Literaturwissenschaftlerin und langjährige Kritikerin der SZ, ist gestorben.

SZ PlusVon Lothar Müller

Roman
:Fluch des Wunderkinds

Der Dichter und Romanautor Ocean Vuong wird international mit Preisen und Applaus überhäuft. Wenn man sein neuestes Buch „Der Kaiser der Freude“ aber wirklich liest, stößt einem die Begeisterung sauer auf. Warum?

SZ PlusVon Juliane Liebert

„Friendly Fire“ eröffnet das 40. Dok-Fest München
:Wer war Erich Fried? Ein Film seines Sohnes gibt Antworten

Seine Gedichte machten ihn weltbekannt, mit seinen politischen Ansichten eckte er an: Das Dok-Fest München zeigt zur Eröffnung ein Porträt über den britisch-österreichischen Dichter Erich Fried. Warum der Film überrascht.

SZ PlusVon Josef Grübl

Iranisch-amerikanisches Debüt
:Mandelmilch, Hass und Yoga

Schräger zur Realität des neuen Amerikas als Kaveh Akbars „Märtyrer!“ könnte ein Roman nicht stehen. Wenn das mal kein Qualitätsmerkmal ist.

SZ PlusVon Moritz Baumstieger

Colm Tóibíns Gedichte „Vinegar Hill“
:Was für ein Alterswerk!

Mit 70 Jahren veröffentlicht der berühmte irische Romanautor Colm Tóibín seinen ersten Lyrikband. Es ist der Abschied von kindlichem Vertrauen und einer schwulen Vergangenheit.

SZ PlusGastbeitrag von Alexandru Bulucz

Durs Grünbein liest Brechts Notizen
:Im ambulanten Archiv

Der Dichter und Büchner-Preisträger Durs Grünbein stöbert in Berlin einen vergnügten Abend lang in den Notizbüchern Bertolt Brechts.

SZ PlusVon Lothar Müller

Neue Briefdokumente entdeckt
:Warum Rilke nicht in Therapie ging

Neu gefundene Briefe zwischen dem ersten Psychoanalytiker Sigmund Freud und dem Dichter Rainer Maria Rilke zeigen: In den Erschütterungen des Weltkrieges hätten sie einander gebraucht. Und haben sich doch verpasst.

SZ PlusVon Lothar Müller

Liebesgedichte zum Valentinstag
:Brennende Begierde auf den Flügeln des Gesangs

Liebe, Lust und Lyrik: Kein Thema fasziniert die Menschheit seit jeher so sehr wie das ewige Verlangen. Ein literarischer Abend in Seefeld widmet sich dem Thema in all seinen Facetten von der Antike bis zur Gegenwart.

Von Reinhard Palmer

Poesie
:„Manche singen oder brüllen ihre Gedichte“

Das Lyrikfestival Poetica führt vor, dass Gedichte nicht nur in die Andacht stiller Literaturhäuser gehören, sondern in den Alltag und ins Leben.

SZ PlusVon Alexander Menden

Lars Eidinger liest Thomas Brasch
:Worte wie fallendes Herbstlaub

Schauspiel-Star Lars Eidinger füllt mit Gedichten von Thomas Brasch die Isarphilharmonie. Schlagzeuger George Kranz wirbelt durch die Worte. Gut so.

SZ PlusKritik von Yvonne Poppek

Buch über Reiner und Elisabeth Kunze
:Poeten des Widerstands

Die Stiftung Reiner und Elisabeth Kunze würdigt das Dichter-Paar mit einem zweisprachigen Bildband. Zudem ist ein Ausstellungshaus bei Passau geplant, das dabei helfen soll, die jüngere Geschichte Deutschlands zu verstehen.

Von Sabine Reithmaier

Alte chinesische Gedichte für die Gegenwart
:Von Lebenslust und Trunkenheit

Der Sinologe Thomas O. Höllmann hat die Gedichte des chinesischen Lyrikers Li Bo aus dem achten Jahrhundert neu übersetzt. Sie kreisen um Natur, Liebesschmerz und Suff und wirken in ihren Einsichten überraschend frisch.

SZ PlusVon Antje Weber

Daniela Seel: „Nach Eden“
:Gesänge ausgerotteter Wale

Kann man noch Gedichte schreiben in dieser Welt? Oder muss man es gerade jetzt? Daniela Seel ist die prägnante Stimme, die ihre Freiheit dann findet, wenn sich das Ende des Lebens ankündigt.

SZ PlusVon Insa Wilke

„Das All im eignen Fell“ von Clemens Setz
:Alle weimen

Clemens Setz hat einen nerdig-schönen Nachruf auf  verlorene Twitterpoesie geschrieben.

SZ PlusVon Thore Rausch

100. Geburtstag von Friederike Mayröcker
:Ihre Stimme macht alle Selbstgespräche tröstlicher

Wenn man einmal in die Welt der Dichterin Friederike Mayröcker eingetaucht ist, kann man die Welt nie mehr anders sehen als in ihren Bildern. Vor hundert Jahren wurde sie geboren.

SZ PlusGastbeitrag von Clemens J. Setz

Monika Rinck: „Höllenfahrt & Entenstaat“
:Oh du schöne Raserei

Mit der Lyrikerin Monika Rinck würde man gern über die Autobahn rauschen, so rhythmischen wirbeln ihre neuen Gedichte.

SZ PlusVon Geertjan de Vugt

Sturz des Assad-Regimes
:Im syrischen Himmel

Friedrich Ani ist der Sohn einer Schlesierin und eines syrischen Arztes. Als Reaktion auf den Umsturz in Syrien hat er dieses Gedicht geschrieben.

Von Friedrich Ani

Die israelische Dichterin Agi Mishol erhält den Horst-Bienek-Preis
:Im Schutzraum der Sprache

Die israelische Schriftstellerin Agi Mishol, die sich dem Münchner Publikum kürzlich im Lyrik Kabinett vorstellte, wird nun mit dem Horst-Bienek-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet. Was fasziniert an ihrem Werk?

SZ PlusVon Antje Weber

Trakl-Lesung im Münchner Volkstheater
:Prominente Tischgesellschaft für Trakls Lyrik

26 Schauspielerinnen und Schauspieler der deutschen Film- und Fernsehprominenz lesen gemeinsam im Münchner Volkstheater. Und zwar Gedichte von Georg Trakl. Wer hätte das vorher geglaubt?

SZ PlusVon Yvonne Poppek

Jürgen Becker: „Nachspielzeit“
:Monatelang glücklich

Wer in dieser Zeit ein Wunder braucht, sollte den Gedichtband „Nachspielzeit“ des kürzlich verstorbenen Dichter Jürgen Becker lesen.

SZ PlusVon Gustav Seibt

Anton G. Leitners neue Anthologie
:Menschliche Gedichte für finstere Zeiten

Anton G. Leitner setzt sich unermüdlich für Lyrik ein. Für sein grenzüberschreitendes Engagement wird er jetzt mit einem Preis geehrt, und die Münchner Monacensia übernimmt seinen Vorlass.

SZ PlusVon Sabine Reithmaier

Nachruf auf Jürgen Becker
:Chronist der Augenblicke

Der Dichter Jürgen Becker ist mit 92 Jahren gestorben. Er gehörte einer Generation an, die, als Kinder zum Strammstehen erzogen, den Rest ihrer Zeit Distanz zu ihrer Gegenwart hielt. Die Jüngeren können von ihm lernen.

SZ PlusVon Insa Wilke

Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung
:Dieses ehrenwerte Haus

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht bei ihrem 75-jährigen Jubiläum den Georg-Büchner-Preis an Oswald Egger. Und übt feierliche Selbstkritik.

SZ PlusVon Marie Schmidt

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