In der NSDAP gaben Männer den Ton an. Doch die Bedeutung der Frauen für Hitlers Aufstieg und die Geschichte der Partei sollte man keinesfalls unterschätzen. Eine Analyse.
NS-Geschichte
:Großvater, der Großverbrecher
Axel Spilcker erzählt von seinem Opa Robert Ley, einem einflussreichen Nazi, und wie seine Familie mit dessen Schuld umging. Ein Buch über Schweigen und vererbte Traumata – und darüber, warum man jetzt davon schreiben sollte.
NSDAP-Akten
:„Viele wollen jetzt wissen, was ihre Familie im Nationalsozialismus wirklich getan hat“
Seit der Veröffentlichung der NSDAP-Mitgliederkartei erleben Archive einen Ansturm. Zum Beispiel auf Spruchkammerakten. Der Leiter des Staatsarchivs München erklärt, was sich darin über die Rolle der Vorfahren zur Nazi-Zeit finden lässt.
Geschichte
:War Hitlers Aufstieg unaufhaltsam?
Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg beschäftigt sich in einer Ausstellung mit den ersten Jahren der Weimarer Republik in Bayern. Ministerpräsident Markus Söder sieht darin eine Mahnung für heute.
NSDAP-Mitgliederkartei
:Was war das „Dritte Reich“? Neun Leseempfehlungen
Ein Treffer in der NSDAP-Mitgliederkarte kann ein Anlass sein, weiterzuforschen über die Familiengeschichte oder die NS-Zeit. Aktuelle Büchertipps aus dem Ressort „Das Politische Buch“.
Berlin
:Wohnungen statt Nazibunker?
In Berlin sollen die letzten Reste der Luftschutzkeller unter Hitlers Neuer Reichskanzlei einem Wohnbau weichen. Dagegen regt sich nun Widerstand – aus ein paar nachvollziehbaren Gründen.
NSDAP-Kartei
:Warum Hitlers Mitgliedskarte nicht digital zu finden ist
Ausgerechnet nach der Karte des „Führers“ sucht man in den Akten der National Archives vergeblich. Aber kein Grund zur Aufregung: Es gibt sie, genau wie die der meisten anderen Nazi-Größen und -Verbrecher.
Polizeiinspektion am Prinzregentenplatz
:Wenn die Münchner plötzlich in Hitlers Wohnung stehen
In der Polizeiwache am Prinzregentenplatz wohnte früher Adolf Hitler. Nun öffnen die Beamten die Räume behutsam für die Öffentlichkeit – um zu zeigen, wie aus dem Ort des Terrors ein Ort der Demokratie geworden ist.
NSDAP-Mitgliederkartei
:Am braunen Hügel von Bayreuth
„Unser seliger Adolf“ ging Winifred Wagner, Festspielleiterin in der NS-Zeit, noch 1975 über die Lippen. Für die Nazis war Bayreuth ein Sonderfall.
NSDAP-Mitgliederkartei
:„Alle haben ein verbrecherisches Regime legitimiert“
Opportunisten, überzeugte Nazis, spezielle Umstände – mit Hitlers Parteigenossen kennt sich der Forscher Jürgen W. Falter aus. Unwissentlich sei niemand eingetreten, sagt er. Ein Fall gibt ihm allerdings Rätsel auf.
MeinungGeschichte
:Wer waren die Faschisten? Deutsche, Spanier? Kamen sie vom Mond?
Nein, die Historiker müssen wegen der digital zugänglichen NSDAP-Karteien gewiss nicht bei null anfangen. Doch das große Schweigen, jenes in den Familien, könnte nun endgültig aufgebrochen werden.
NSDAP-Mitgliederkartei
:Welche Motive gab es für den Beitritt zur NSDAP?
Wer in die Hitler-Partei eintrat, tat das mit Grund – und verharmloste ihn später oft. Dennoch gibt die Forschung Aufschluss. Triebfedern gab es viele: von Antikommunismus und Führerkult bis Jobsuche, Gier und Geltungssucht.
NSDAP-Mitgliederkartei
:„Die besten Nationalsozialisten“
Die NSDAP-Mitgliederkartei hat großes Interesse in deutschen Familien ausgelöst. Viele wollen wissen: Was tat Opa in der NS-Zeit? Und: Gab es also doch einerseits die NSDAP-Parteimitglieder und andererseits die anderen Deutschen? So einfach ist es nicht.
Geschichtspolitik
:Ein Ende der Ehre für Hindenburg
In Deutschland gibt es immer noch eine dreistellige Zahl von Straßen und Plätzen, die nach Hitlers entscheidendem Förderer Paul von Hindenburg benannt sind. In Berchtesgaden hat sich ein Unternehmer eine demokratische Umbenennung zum Ziel gesetzt.
Hitlers Reichskanzlei
:„Bürokratie kann das ,Böse‘ ermöglichen“
Wieso arbeitete der NS-Staat auf allen staatlichen Ebenen so effizient? Nun lassen sich die Akten aus Hitlers Reichskanzlei auch online recherchieren. Sie zeigen, wie sehr der Verwaltungsapparat die Diktatur stützte. Ein Gespräch mit den Herausgebern.
Lueger-Statue in Wien
:Antisemit in Schieflage
Karl Lueger war Bürgermeister von Wien und Vorbild für Adolf Hitler. Bis heute erinnert eine Statue an ihn. Nicht nur die jüdische Gemeinde fordert, sie zu entfernen. Die Stadt Wien hat sich nun für die schwierigste Form des Umgangs entschieden.
Psychiatrie & Kabarett
:Ist Donald Trump verrückt?
Der Psychiater, Theologe und Bestsellerautor Manfred Lütz warnt vor der falschen Einschätzung von auffälligen Persönlichkeiten. Dafür tourt er sogar mit einem Kabarettprogramm durch die Lande.
Der Stadtrat hat entschieden
:Kein NS-Dokuzentrum in Bayreuth
Die Debatte um die Erinnerungskultur schwelt in der Stadt schon seit vielen Jahren. Immer stärker wurde dabei das Argument der knappen Finanzen. Jetzt will man vermehrt auf digitale Angebote setzen.
MeinungBraunau
:Als ob man die Erinnerung an die NS-Zeit „beseitigen“ könnte – oder gar sollte
Die Polizei zieht demnächst bei Hitler ein: Wie die Republik Österreich versucht, dessen Geburtsstadt zu exorzieren und zu neutralisieren.
Podcast: „Auf den Punkt“
:Warum waren Opa und Uroma Nazis, Götz Aly?
8,5 Millionen Deutsche waren NSDAP-Mitglieder. Weil sie klar davon profitiert haben, sagt der Historiker Götz Aly.
Anfänge der SA
:Wie Adolf Hitlers Kampftruppe entstand
Nazitrupps beginnen Anfang der 1920er-Jahre, auf Münchens Straßen Terror zu verbreiten. Sie gehen mit Knüppeln auf Gegner los und sind am Hitlerputsch beteiligt. Doch wie genau kam es zur Gründung der SA?
Pop
:Oh Ye!
Der Mann, der mal Kanye West hieß, hat ein neues Album gemacht. Sogar ohne Nazi-Schwachsinn. Ist es deshalb schon gut?
Faschismus-Forschung
:Später Frühling für Hitler
Im „Stern“ kam der „Führer“ in den Siebzigerjahren noch mal groß raus. Und zwar, das untersucht jetzt der Zeithistoriker Felix Lieb, mit Fotos direkt aus der NS-Propaganda. Über eine unheimliche Kontinuität der Inszenierung.
Debatte
:Nicht witzig, nicht mutig
Intellektuelle, die mit Nazi- und Hitler-Vergleichen Ärger bekommen, sind nicht zwingend Helden der Meinungsfreiheit. Sie sollten lieber den eigenen Hang zum Krawall bekämpfen.
NS-Deutschland vor dem Weltkrieg
:Das Menetekel von München
Das Münchner Abkommen von 1938 war nicht nur eine Niederlage für die Appeasement-Politik der Briten, zeigen Christian Goeschel und Daniel Hedinger. Auch andere Mächte zogen ihre Lehren aus dem faschistischen Spektakel – bis heute.
Biografie über Helmuth James von Moltke
:Der gute Graf
Helmuth James von Moltke entschied sich früh zum konsequenten Widerstand gegen das NS-Regime. Volker Ullrich zeichnet sein Leben und Wirken im „Kreisauer Kreis“ eindrucksvoll nach. Eine Biografie über moralische Größe unter ständiger Lebensgefahr.
M. Rainer Lepsius über den Nationalsozialismus
:Deutschlands Entschleimer
Wie schaffte es Adolf Hitler, die NS-Diktatur zu etablieren? Der Soziologe M. Rainer Lepsius hat 1983 in einer Vorlesung Max Webers Theorie der charismatischen Herrschaft auf den Hitlerismus angewandt. Noch heute eine faszinierende Lektüre.
Krieg in der Ukraine
:Was Moskaus „Revanchismus“-Vorwurf an Deutschland bedeutet
Das russische Außenministerium hält Deutschland vor, es wolle Hitlers Niederlage rückgängig machen. In Berlin reagiert man empört auf die „bizarren“ Anwürfe – und will sich nicht beirren lassen.
In Formation und mit ausländerfeindlichen Parolen
:Nazis marschieren in der Münchner Schellingstraße auf
Als die Rechtsextremisten von vier Studenten beobachtet werden, fliegt eine Flasche. Der Staatsschutz der Münchner Kriminalpolizei ermittelt – und bekommt noch mehr Arbeit.
Ausstellung mit unbekannten Gerichtszeichnungen
:Adolf Hitler auf der Anklagebank
Das Staatsarchiv München zeigt bislang unbekannte Gerichtszeichnungen vom Hitlerprozess 1924 und beleuchtet das Leben ihres Schöpfers Otto D. Franz.
Architektur
:Hochkultur an einem Ort der Unkultur
Die Stadt Nürnberg baut ein Opernhaus auf Hitlers einstigem Territorium, dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände der NSDAP. Ein Baustellen-Besuch, der einen nicht nur wegen der Kälte frösteln lässt.
Eher-Verlag in München
:Die publizistische Waffe des NS-Regimes
Ende 1920 übernimmt die NSDAP den Münchner Eher-Verlag. Hier erscheinen der „Völkische Beobachter“ und Hitlers „Mein Kampf“. Leiter Max Amann baut das Unternehmen zum NS-Propaganda-Imperium aus, dessen antisemitische und kriegstreiberische Töne bis in die hintersten Dörfer vordringen.
Sachbuch
:„Die Nazis waren nicht einfach alle Psychopathen“
Der britische Historiker Richard J. Evans über Hitlers Paladine, Vollstrecker und Handlanger – und die Frage, aus welchem Milieu die Führungsschicht des Dritten Reiches stammte.
MeinungWirtschaft
:Firmenchefs haben schon mal den Rechtsextremismus befördert. Das sollten sie nie wieder tun
Der Verband der Familienunternehmen erfährt für seinen Kuschelkurs mit der AfD zu Recht viel Kritik. Aber in der Affäre gibt es auch eine gute Nachricht.
Großbritannien
:Nazi-Vorwürfe gegen Nigel Farage
„Hitler hatte recht“: Frühere Mitschüler beschuldigen den Chef der britischen Reform-Partei, als Jugendlicher einige von ihnen rassistisch beleidigt und Nazi-Lieder gesungen zu haben.
Medizin
:Hitlers Blut und Hoden erklären nicht seine Verbrechen
Eine TV-Dokumentation deckt eine angebliche Hormonstörung bei Adolf Hitler auf – und zieht weitere fragwürdige Schlüsse, unter anderem über Genitalien und Psyche des Diktators. Warum es zu einfach ist, Tyrannen für krank zu erklären.
SZ-Podcast „Auf den Punkt“
:„KZ-Gedenkstätten sind keine moralischen Ertüchtigungsanstalten“
Vielmehr zeigen solche Orte, „was passieren kann, wenn wir uns nicht respektieren“, sagt Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.
Amtsgericht München
:Verwendung des „Hitlergrußes“: AfD-Politiker Bystron verurteilt
Der Europaabgeordnete teilt in sozialen Medien eine Fotomontage. Zu sehen ist unter anderem Angela Merkel mit erhobenem Arm. Für die Richterin ist der Fall eindeutig.
Kampf gegen Rechtsextremismus
:Das scharfe Schwert der Historiker
Philipp Ruch vom Zentrum für Politische Schönheit und der Historiker Thomas Weber werben streitlustig für neue Ansätze der Geschichtswissenschaft zur Rettung der Demokratie. Der Untergang Weimars müsse ganz anders betrachtet werden als bisher.
„Er ist wieder da“-Autor Timur Vermes
:Was sich von Kinohelden lernen lässt
Als Timur Vermes seine Satire über den Siegeszug eines Wiedergängers von Adolf Hitlers schrieb, gab es die AfD noch nicht, und Donald Trump war längst nicht Präsident. Was sagt der Autor, wenn man ihn fragt, was ihm heute trotzdem Hoffnung macht?
Forschung und Recht
:Begeht Israel in Gaza einen Völkermord?
Wie die weltgrößte Vereinigung von Genozid-Forschern zu diesem Vorwurf kommt – und warum Gerichte es am Ende womöglich anders sehen werden.
Biografie über Erich von dem Bach-Zelewski
:Himmlers Massenmörder
Erich von dem Bach-Zelewski war im besetzten Osteuropa für den Tod Hunderttausender verantwortlich. Seine Strategie der Selbstinszenierung als „Problemlöser“ half ihm auch nach 1945. Jan Kreutz hat nun die zahllosen Selbstzeugnisse des SS-Offiziers ausgewertet und eine erhellende Biografie vorgelegt.
Götz Aly
:Es waren die Deutschen
„Wie konnte das geschehen?“: Götz Aly fragt noch einmal, warum so viele mitmachten bei den Verbrechen der Nationalsozialisten. Seiner funktionalen Erklärung für die Judenvernichtung muss man nicht zustimmen, um sagen zu können: ein großes Alterswerk.
MeinungHandelskrieg
:So lässt sich verhindern, dass Trump die Welt in den Abgrund stürzt
Europa sollte sich mit anderen Wirtschaftsnationen verbünden, um Freihandel und Wohlstand zu retten. Dazu gehört aber auch, sich vom Neoliberalismus abzuwenden.
Podcast „In aller Ruhe“ mit Carolin Emcke
:„Hass als Motor“ – Olivier Mannoni über die Sprache des Faschismus
Zehn Jahre lang hat Mannoni „Mein Kampf“ ins Französische übersetzt und sich dabei kritisch mit Hitlers Sprache beschäftigt. Im Podcast spricht er über seine Lehren aus diesem „Lügenbuch“.
Neues Buch von Historiker Mark Walker
:Wie nah Hitler dem Bau der Atombombe war
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs spitzte sich das atomare Wettrüsten mit den USA zu. Wie die Nazis unterlagen, beschreibt der Historiker Mark Walker eindrucksvoll – und wirft hochaktuelle Fragen nach der Verantwortung der Wissenschaft auf.
ExklusivAttentat auf Hitler am 20. Juli 1944
:Was hätte ich damals getan?
Und bedeutet „Was tue ich heute?“ nicht in gewisser Weise dasselbe? Diese Fragen begleiten Matthias Brandt, Schauspieler und Sohn von Willy Brandt, sein ganzes Leben hindurch. Gedanken zu Widerstand damals und jetzt – anlässlich des Gedenktags zum Attentat auf Adolf Hitler.
100 Jahre nach der Erstveröffentlichung
:Sollte man Hitlers „Mein Kampf“ heutzutage lesen?
Am 18. Juli 1925 erschien der erste Band von Adolf Hitlers zentraler Schrift. Durch ein jahrzehntelanges Nachdruckverbot erlangte sie eine fast mythische Aura. Historiker Christian Hartmann erklärt die Brisanz des Buches, warum selbst Nazis es vermutlich nicht mehr lesen und welche Aspekte noch heute interessant sind.
Soziale Medien
:Eine „Superintelligenz“ dreht frei
Seit Elon Musk seinem KI-Chatbot „Grok“ die Wokeness auszutreiben versucht, nennt der Sprachassistent sich selbst „MechaHitler“. Gnade uns Gott.
Biografie über Hitlers Fotografen
:Der Propagandist des „Führers“
Ohne Heinrich Hoffmann hätte das Hitler-Bild in der Öffentlichkeit der NS-Zeit wohl anders ausgesehen. Der Historiker Sebastian Peters hat die Biografie eines Mannes geschrieben, der an den Fotos Millionen verdiente und keinerlei Unrechtsbewusstsein besaß.