Ein steinerner Palast im "absoluten Nirgendwo" Mikronesiens - Einheimische nennen die Ruinen von Nan Madol "das Venedig des Pazifiks".

Runkel war 2012 dort und fragte sich, wie es möglich ist, dass diese menschliche Leistung auf den Inselchen vor der Hauptinsel Pohnpei nicht längst auf der Unesco-Liste stand. Der Antrag sei von der Regierung "verbummelt" worden, erklärten ihm Einheimische. 2016 war es dann endlich soweit (und mit dem Welterbestatus kam gleichzeitig das Label "gefährdet").

Dennoch hat Runkel bei dieser Benennung gemischte Gefühle, so überfällig er sie findet. Denn es bereitet ihm "immer wieder extreme Bauchschmerzen", wie viele Stätten wegen des Titels "ausgeschlachtet werden". Die Yúngāng-Grotten in China mit ihren Abertausenden steinernen Buddha-Statuen seien ein Beispiel dafür, wie ein großartiger Ort nach und nach zerstört werde durch rücksichtslose Geldmacherei und Massentourismus.

Bild: Michael Runkel 10. Januar 2017, 11:202017-01-10 11:20:09 © SZ.de/kaeb/mane