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IAA 2011:Nils: VWs Diskussionsbeitrag zur urbanen Mobilität von morgen

Dem zunehmenden Trend, wichtige neue Modelle bereits im Vorfeld einer Messe zu präsentieren, folgt in diesem Jahr Mercedes besonders konsequent. Sowohl die neue M- als auch die kompakte B-Klasse sind in den Medien bereits vorgestellt worden und selbst den SLS AMG Roadster wollte man dem Publikum nicht bis zur IAA vorenthalten. Wirklich neu sind nur die SLK-Varianten 250 CDI und 55 AMG sowie das Forschungsfahrzeug F125. Es soll eine Vorstellung von emissionsfreier Mobilität in der Luxusklasse vermitteln.

Wenn Porsche seinen Klassiker 911 renoviert, ist das allemal ein Grund für erhöhte Aufmerksamkeit der Autofans. Dass die Designer dabei behutsam zu Werke gingen, ist klar, man erkennt den neuesten Elfer aber doch an seinem längeren Radstand und den veränderten Proportionen. Länger, flacher und bulliger lautet jetzt die Devise, das bislang runde Heck trägt eine charakteristische Kante, die Spur hinten und vorn wurde breiter, innen erinnert vieles an den Panamera. Das Basismodell mit jetzt nur noch 3,4 Liter Hubraum leistet 350 PS und soll dank Start-Stopp, Segel-Funktion und Energierückgewinnung 8,2 Liter/100 km verbrauchen, das sind immerhin 1,6 Liter weniger als beim Vorgänger. Die Preise beginnen bei gut 88.000 Euro, für den Carrera S (3,8 Liter, 400 PS) sind es mehr als 102.400 Euro. Das neue Elfer Cabrio ist übrigens schon für das nächste Frühjahr angekündigt.

Den ersten Ableger der sogenannten New Small Family präsentiert Konzernmutter Volkswagen. Der Up! folgt mit seinen vergleichsweise putzigen 3,54 Meter Länge und dennoch vier Sitzen auf den Lupo von einst, angetrieben wird er von neuen Dreizylindermotoren mit 60 oder 75 PS, eine Elektrovariante ist für 2013 geplant. Verkaufsstart des Up! ist im Dezember. Einen Diskussionsbeitrag zur urbanen Mobilität von morgen steuert VW obendrein mit einer Studie namens Nils bei. Nachdem man auf der letzten IAA das Konzeptmodell L1 präsentierte, ein 1,20 Meter schmaler Einbaum, bei dem die beiden Insassen hintereinander saßen, ist es diesmal ein drei Meter kurzer Einsitzer mit frei stehenden Rädern und Elektroantrieb für 65 Kilometer Reichweite. Reine Zukunftsmusik.

Auch die Volumenmarken Opel und Ford warten mit wichtigen neuen Modellen oder Studien auf. Bei den Kölnern zeichnet sich dabei ein fundamentaler Wechsel der Formensprache ab. Das bisherige Kinetic Design hat ausgedient, das Gesicht der IAA-Studie namens Evos wird man demnächst am neuen Mondeo wiedersehen. Die Rüsselsheimer GM-Tochter wiederum zeigt mit dem kompakten Van Zafira, der jetzt den Beinamen Tourer trägt, und dem Ampera zwei familientaugliche Modellneuheiten - das eine konventionell das andere alternativ, nämlich elektrisch angetrieben und nicht eben billig. Der Astra GTC taugt eher für sportliche Singles, zumal als OPC mit 290 PS.

Von den Importwagen ragt in diesem Jahr Fiat heraus. Die Italiener bringen mit dem Panda, den Nachfolger eines traditionellen Bestsellers ("Die tolle Kiste") in dritter Generation auf den Markt. Der Neue, geringfügig länger geworden als der Vorgänger und mit verbesserten Sicherheitsfeatures, soll bis zu fünf Personen Platz bieten. Das Motorenangebot wurde um zwei Zweizylinder mit 0,9 Liter Hubraum erweitert.

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