Gute Aussichten für 2012: In vielen Unternehmen laufen die Geschäfte gut, sie wollen in diesem Jahr neue Mitarbeiter einstellen. Doch das ist manchmal schwierig: Die Fachkräfte fehlen.
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Thomas Öchsner
Miese Stimmung: Laut Münchner Ifo-Institut wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland auf 0,4 Prozent schrumpfen. Nur die Verbraucher würden das Land vor einer Rezession bewahren. Für die Euro-Zone sieht es aber noch schlechter aus.
"Wir spüren eine milde Rezession in Europa", sagt Siemens-Chef Löscher. Nach dem angenehmen Boomjahr 2011 werden die kommenden Monate für den Industriekonzern deutlich ungemütlicher. Das ist den jüngsten Geschäftszahlen bereits anzumerken. Bei deren Vorstellung liefert der Finanzvorstand auch gleich die passende Interpretation: mit seinem Handy-Klingelton.
Von
Björn Finke, München
Das Vertrauen in die Wirtschaft schwindet: Der weltweite Stimmungsindex des Ifo-Instituts hat sich eingetrübt. Experten rechnen mit schwächerem Wachstum und steigender Inflation. Wie düster sind die Aussichten für die Konjunktur wirklich?
Auch das Ifo-Institut beurteilt den Konjunkturverlauf für dieses und kommendes Jahr jetzt optimistischer - doch euphorisch werden die Münchner Forscher nicht.
Die Ratingagentur Standard & Poor's hat Frankreich und Österreich die Top-Bonität entzogen. Die Empörung in der Politik ist groß - auch weil nun klar ist, dass die Rettung Europas nun noch teurer und komplizierter wird.
Seit 60 Jahren fragen Forscher des Ifo-Instituts die deutschen Unternehmer, wie die Geschäfte laufen. Das Ergebnis verrät viel über die Befindlichkeit der Republik.
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Alexander Mühlauer
Der ifo-Index ist im Mai überraschend deutlich gestiegen. Zuvor war er zwei Monate hintereinander gefallen. Anders als von Experten erwartet, dämpft der hohe Euro-Kurs nicht die Hoffnungen in der Wirtschaft.
Von
Michael Bauchmüller und Daniela Kuhr
Schuldenkrise? Egal. Rezessionssorgen? Nicht so groß. In der deutschen Wirtschaft kommt es zu einem unerwarteten Stimmungsumschwung: Erstmals seit vier Monaten steigt der wichtige Ifo-Index wieder.
Unterschiedlicher könnte die Wahrnehmung kaum sein: In der Schuldenkrise verfallen die Banken in Panik und lagern ihr Geld lieber für Mini-Zinsen bei der EZB, als es untereinander zu verleihen. Die Realwirtschaft hingegen bleibt gelassen. Unternehmen und Verbände sehen bislang keine Anzeichen für eine Rezession. Dabei könnte die Verunsicherung der Banken auch sie treffen.
Von
Marc Beise und Helga Einecke
Die Schwellenländer schwächeln, Italien zahlt Rekordzinsen und eine Konjunkturprognose besorgt Deutschland. Es ist eindeutig: Die nächste Wirtschaftskrise zieht herauf wie ein Wintersturm. Die Politik muss dringend handeln - und erkennen, dass die alten Ideen des Ökonomen Keynes das Gebot der Stunde sind.
Ein Kommentar von
Alexander Hagelüken
Ganz Europa in der Krise? Nein. Mittendrin gibt es ein Land, das vor Zuversicht nur so strotzt. Der wichtigste Gradmesser für die Stimmung in der deutschen Wirtschaft, der Ifo-Index, ist überraschend gestiegen - sogar zum zweiten Mal hintereinander. Und auch die Verbraucher sind unerwartet zuversichtlich.
Schuldenkrise, schwache Konjunkturdaten, Kursstürze an den Börsen: Auf die wirtschaftlichen Turbulenzen reagieren deutsche Unternehmen zunehmend verunsichert und blicken skeptisch in die Zukunft. Der Ifo-Index, der ihre Stimmung und Erwartungen misst, ist im August erneut stark gesunken. Die Börsen lässt das allerdings unbeeindruckt.
Haushaltsdisziplin nach deutschem Vorbild: Kanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy wollen eine Schulden-Obergrenze für die Euro-Staaten einführen. Außerdem streben sie eine gemeinsame Wirtschaftsregierung an, die Ratspräsident Van Rompuy leiten soll. Und auch die vieldiskutierten Euro-Bonds waren am Ende doch noch Gesprächsthema.
Von
Nico Fried und Hans-Jürgen Jakobs
Milliardenschwere Argumente für die Gegner der Euro-Bonds: Das Finanzministerium rechnet bei der Einführung von Euro-Bonds mit gewaltigen Mehrbelastungen für den Bundeshaushalt. FDP-Chef Rösler schließt die gemeinsamen Anleihen kategorisch aus und erntet dafür Widerspruch - auch aus der eigenen Partei.
Vor wenigen Tagen war es noch eine zynische Forderung. Inzwischen hält offenbar auch der Reisekonzern Tui eine Rückkehr der Drachme in Griechenland für ein realistisches Szenario - und will sich in seinen Verträgen mit griechischen Hotels dagegen absichern. Deutsche Experten raten den Griechen zum Austritt aus der Eurozone. Dabei hätte dies für das Land fatale Folgen.
"Wir sind hier nicht auf dem Basar": Jürgen Stark ist ein scharfer Analytiker, der sich stets gegen die Vermischung von Geld- und Fiskalpolitik gesträubt hat. Mit seinem Abgang verliert die Europäische Zentralbank einen Verteidiger der Stabilität.
Von
Helga Einecke, Frankfurt
Langsam aber stetig verschlechtert sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt zum vierten Mal in Folge. Dennoch: Bislang verlieren die Manager den Mut nicht völlig.
Experten hatten Schlimmes befürchtet - doch der Index des Ifo-Instituts verlor nur geringfügig. Um Deutschlands Wirtschaft steht es also noch gar nicht so schlecht. Die Anleger sind begeistert - der Dax steigt rasant.
Für den Ausbau des Münchner Flughafens sollen keine Kredite aufgenommen werden, die Kosten von etwa einer Milliarde Euro will der Airport aus den laufenden Einnahmen finanzieren - und so den Gegnern den Wind aus den Segeln nehmen. Die fordern jedoch die komplette Tilgung der Altschulden.
Von
Marco Völklein
Endspurt im Verhandlungs-Marathon: Merkel, Sarkozy und Co. haben nach den mageren Ergebnissen des ersten EU-Gipfels harte Tage vor sich. Sie müssen mit Bankern ringen, einen Hebel für den Rettungsfonds EFSF aushandeln und vielleicht sogar die Grundsätze der EU umschreiben. In Deutschland soll jetzt der Bundestag noch einmal über den Rettungsschirm abstimmen - und ihm so zusätzliche Legitimität verleihen.
Mehr Geld auftreiben, den Euro retten, die Krise beenden - die Politik setzt große Hoffnungen in die Hebelung des Rettungsschirms. Der Bundestag hat zugestimmt. Dabei gibt es auf viele Fragen noch immer keine klaren Antworten.
Von
Frederik Obermaier
Ein Schuldenschnitt sollte Griechenland aus der Krise helfen - doch nun relativieren die deutschen Banken ihre Zustimmung: Man wolle erst das Ergebnis des geplanten Referendums abwarten. Premier Papandreou hatte zuvor die Rückendeckung seiner Minister bekommen: Das Kabinett sprach sich geschlossen für eine Volksabstimmung aus.