Umfrage des Ifo-Instituts:Exportwirtschaft ist etwas optimistischer

Schiffscontainer stehen im Containerterminal am Rhein im Industriegebiet von Mainz. Die deutsche Industrie rechnet wieder mit steigenden Exportaufträgen. (Foto: Tim Würz/dpa)

Zum zweiten Mal in Folge hat sich die Stimmung in der deutschen Exportindustrie leicht verbessert. Vor allem Lebensmittelhersteller sind optimistisch.

Die Stimmung in der deutschen Exportindustrie hat sich im November den zweiten Monat in Folge verbessert. Der Index für die Exporterwartungen stieg auf minus 3,8 Punkte, von minus 6,3 Punkten im Oktober, teilte das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Unternehmensumfrage mit. "Die Exportwirtschaft kann aber immer noch keine Dynamik entwickeln", sagte Umfragenleiter Klaus Wohlrabe. Eine größere Teilhabe deutscher Firmen am wirtschaftlichen Aufschwung in vielen Ländern stehe noch aus. Nahrungsmittelindustrie und Bekleidungshersteller rechnen demnach mit mehr Exporten - Maschinenbau und Elektroindustrie dagegen erwarten weniger Aufträge in den kommenden Monaten. Am pessimistischsten bleiben die Drucker. In der Automobilindustrie halten sich positive und negative Antworten die Waage.

Der exportabhängigen deutschen Industrie macht die maue Weltkonjunktur zu schaffen. Viele Zentralbanken haben ihre Leitzinsen in den vergangenen Monaten wegen der hohen Inflation kräftig angehoben, was Kredite für Investitionen in deutsche Exportschlager wie Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge deutlich verteuert und damit die Nachfrage dämpft. "Die Industrie agiert nach wie vor unter widrigen Bedingungen", heißt es daher im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Die schwache Auslandsnachfrage und die Folgen des Energiepreisschocks bremsten weiter ihre Produktion. "Aber es gibt erste zaghafte Anzeichen für eine zögerliche Besserung nach dem Jahreswechsel." So deute die Grundtendenz bei den Aufträgen darauf hin, dass die Auslandsnachfrage die Talsohle erreicht haben könnte, so die Bundesbank.

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