Die Beziehungen sind so schlecht wie lange nicht. "Ich habe kein Vertrauen in Israels Regierung", sagt der türkische Präsident Abdullah Gül im Gespräch mit der SZ. Zu oft habe ihn die Gegenseite in Geheimgesprächen enttäuscht. Vor seinem Deutschland-Besuch kritisiert er auch die Bundesregierung.
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Christiane Schlötzer und Kai Strittmatter
Der türkische Präsident Abdullah Gül lobt Mesut Özil im SZ-Interview für den Entschluss, für Deutschland zu spielen - und Bundespräsident Christian Wulff für seine Haltung zum Islam.
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C. Schlötzer und K. Strittmatter
Grausige Leichenfunde in Hama, Massaker in Homs, Angriffe gegen die Beobachter: Das Blutvergießen in Syrien geht unvermindert weiter und zwingt nun jene zur Aufgabe, die ihm Einhalt gebieten wollten. Die Arabische Liga begründet ihren Schritt mit der erneuten Zunahme der Gewalt, für die sich Diktator Assad entschieden habe. Hoffnung macht nur noch eine UN-Resolution, die aber von der Vetomacht Russland abhängt.
Das umstrittene Gesetz gegen die Leugnung des Völkermords an den Armeniern ist vorübergehend gestoppt: Französische Abgeordnete haben beantragt, dass es vom Verfassungsgericht überprüft wird. Die Türkei begrüßt die Entscheidung, Präsident Sarkozy ist verärgert.
Wegen der blutigen Niederschlagung der Proteste in Syrien stellt sich nun auch die Türkei gegen das Assad-Regime. Der türkische Premier Erdogan warf dem syrischen Machthaber Feigheit vor - und zog einen Vergleich zu Mussolini und Hitler.
Christian Wulff ist kein Mann vieler Worte: Zur Kredit-Affäre sagt er gerade mal das Nötigste - und auch sonst hätte sich mancher mehr politische Teilhabe des Bundespräsidenten gewünscht. Der erste Mann im Staat lässt lieber Bilder sprechen, vor malerischer Kulisse, Ehefrau Bettina im Arm.
Impressionen aus dem
präsidialen Fotoalbum.
Paris will Leugnen von Völkermorden künftig mit einer Gefängnisstrafe ahnden. Das Vorhaben erzürnt die Türkei, die sich wegen des Armenier-Genozids an den Pranger gestellt sieht. Ankara droht nun, den Botschafter aus Paris zurückzurufen und französische Firmen von Aufträgen auszuschließen.
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Stefan Ulrich, Paris
Die Türkei will in die Europäische Union - und der türkische Finanzminister Mehmet Simsek will sich von den europäischen Werte inspirieren lassen, um die Demokratie in seinem Land zu festigen. Aber es gibt noch viel zu tun.
Interview:
Alina Fichter
Hoher Besuch, ein Höhenflug und tiefer Fall: Papst Benedikt XVI. und der türkische Staatspräsident Abdullah Gül sorgen bei ihren Deutschland-Besuchen für Lacher, die Piraten sind baff über ihren Wahlerfolg in Berlin, die FDP liegt am Boden.
Mit Entsetzen und Entschlossenheit reagiert die Türkei auf den Tod von mehr als 20 Soldaten durch einen Angriff der PKK. Die türkische Armee mache im Grenzgebiet zum Irak Jagd auf die Rebellen, verkündete Ministerpräsident Erdogan. Sie würden "bis zum Ende" verfolgt, sagte Präsident Gül. Offenbar hat der Vergeltungsschlag bereits begonnen.
Es wird einsam um Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Ein Öl-Embargo der EU steht unmittelbar bevor. Die Führung der Türkei, ihrem Nachbarland lange Zeit wohlgesonnen, hat dem Despoten in Damaskus das Vertrauen entzogen. Und in Syrien selbst wenden sich einflussreiche Geschäftsleute von ihm ab.
Teile der Wüstenstadt Bani Walid sind angeblich in ihrer Hand, auch in Gaddafis Geburtsstadt Sirte soll es Fortschritte geben: Truppen der libyschen Übergangsregierung rücken auf die letzten Bastionen der Gaddafi-Anhänger vor. Sie stoßen auf heftigen Widerstand.
Lobende Worte für türkische Migranten: Sie hätten in "den vergangenen 50 Jahren das deutsche Wirtschaftswunder mit ermöglicht", sagt Bundespräsident Christian Wulff im SZ-Gespräch. Vor dem Besuch des türkischen Präsidenten Abdullah Gül in Deutschland wünscht sich Wulff bessere Beziehungen zwischen der Türkei und Israel - lehnt aber eine explizite deutsche Vermittlerrolle ab.
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Stefan Braun und Christiane Schlötzer
Gegen die Menschenrechte und nicht im Einklang mit einer fortschrittlichen Demokratie: Mit harten Worten kritisiert der türkische Präsident vor seinem Deutschland-Besuch das hiesige Einwanderungsrecht. Aber auch die Türken, die in der Bundesrepublik leben, seien in der Pflicht: Sie müssten besser Deutsch lernen.
Häufig können die Helfer nur Tote aus den Trümmern bergen: An Tag eins nach dem verheerenden Erdbeben im Osten der Türkei herrschen im Katastrophengebiet Verwüstung und Chaos. Doch immer wieder gibt es kleine Wunder - wie die Rettung eines Jungen.
Die Türkei will in die EU - als Mitglied, nicht als "strategischer Partner". Das hat der türkische Präsident Gül bei seinem Staatsbesuch in Berlin klargemacht. Güls Kritik am deutschen Einwanderungsgesetzt wies die Bundesregierung zurück.
Der Westen ist besorgt: Der Streit um den Militäreinsatz gegen ein Gaza-Hilfsschiff droht die bislang soliden Beziehungen zwischen der Türkei und Israel dauerhaft zu beschädigen. Berlin fordert von Ankara, das umstrittene Ergebnis einer UN-Untersuchung zu akzeptieren.
Es sei nie die Absicht Israels gewesen, dass sich wegen des Streits um den blutigen Einsatz gegen die Gaza-Hilfsflotte die Beziehungen zu ehemaligen Bündnispartner Türkei so massiv verschlechtern, sagt Benjamin Netanjahu. Entschuldigen will sich der israelische Ministerpräsident allerdings nicht.
Die Aufarbeitung des israelischen Angriffs auf eine Gaza-Hilfsflotte sorgt für einen diplomatischen Eklat: Nach Bekanntwerden eines UN-Berichts weist die Türkei Israels Botschafter aus. Der Bericht hatte die Seeblockade als legal, den Einsatz aber als unangemessen bewertet. Die Türkei verlangt von Israel eine Entschuldigung.
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Wegen einer Bombendrohung ist am Montagabend eine geplante Rede des türkischen Präsidenten Abdullah Gül in der Berliner Humboldt-Universität verzögert worden.
Eine Bombendrohung hat die Rede des türkischen Präsidenten Abdullah Gül an der Berliner Humboldt-Universität verzögert. Nach einem anonymen Anruf räumte die Polizei das Gebäude, ein Sprengsatz wurde aber nicht gefunden. Gül konnte seine Rede später nachholen. Er ließ sich nicht beeindrucken, legte sein Redemanuskript beiseite und sprach in persönlichen Worten über die deutsch-türkischen Beziehungen.
Von
Christiane Schlötzer
Der türkische Geheimdienst nutzt einem Zeitungsbericht zufolge soziale Netzwerke, um israelische Soldaten ausfindig zu machen, die vergangenes Jahr am blutigen Einsatz gegen die Gaza-Hilfsflotte beteiligt gewesen sein sollen. Angeblich mit Erfolg.
Präsident Gül trifft auf Kanzlerin Merkel: Die Bilder sind harmonisch, doch in der umstrittenen Frage des EU-Beitritts der Türkei sind die Fronten verhärtet. Zudem soll der Umgang mit der Bombendrohung für Streit gesorgt haben: Offenbar stand der Abbruch des Staatsbesuchs im Raum.
108 Stunden im Schutt eines eingestürzten Hauses: Im türkischen Erdbebengebiet ist ein 13 Jahre alter Junge lebend geborgen worden. Wenige Stunden zuvor konnten die Helfer bereits zwei junge Männer aus den Trümmern ziehen. Doch die Hoffnung, noch weitere Überlebende zu finden, schwindet - die Rettungskräfte kämpfen mit Schnee und Kälte.
Im Zentrum Ankaras hat sich eine schwere Explosion ereignet. Nach Angaben des Innenministers sind dabei drei Menschen ums Leben gekommen, 15 wurden verletzt. Die türkische Regierung geht inzwischen von einem Anschlag aus. Eine verdächtige Frau wurde festgenommen.