Am Landgericht Nürnberg (im Bild) ergeht im August 2006 das Urteil: Mollath wird vom Vorwurf der Körperverletzung und Sachbeschädigung freigesprochen. Das Gericht sieht die Taten zwar als erwiesen an, macht sich aber das Gutachten eines Sachverständigen zu eigen. Dieser attestiert - ohne persönliche Untersuchung, die Mollath ablehnt - dem Angeklagten paranoide Wahnvorstellungen, die sich im Wesentlichen um einen "Schwarzgeldkomplex" drehen sollen. Mollath landet in der Psychiatrie.

Nach dem ersten Gutachten durch den Chefarzt der Forensischen Abteilung im Bezirkskrankenhaus Bayreuth - jenem Mann, der Mollath 2005 ein paranoides Gedankensystem attestiert hatte, ohne ihn untersucht zu haben - sind es im Wesentlichen zwei externe Gutachter, die Mollath später für krank erklären: und zwar in den Jahren 2008 und 2011.

Der Gutachter des Jahres 2008 hatte Mollath aber ebenfalls nicht untersucht, sondern war zu seinem Befund aufgrund der "Aktenlage" gekommen. Mollath hatte eine Untersuchung abgelehnt.

2007 hatte ein Gutachter Mollath attestiert, dieser sei geschäftsfähig. Der beschriebene Wahn sei nicht zu erkennen. Dieser Gutachter hatte sich 2007 mehrere Stunden mit Mollath - der damals in Straubing einsaß - unterhalten und ihn untersucht.

Bild: dpa 6. August 2013, 12:062013-08-06 12:06:42 © Süddeutsche.de/infu