Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga und Ronja Räubertochter: Ihre Figuren gehören zur Kindheit wie Pausenbrot und Versteckspiel. 140 Millionen Leser haben Astrid Lindgrens Kinderbücher im Schrank. Dabei schonte die schwedische Autorin die Kleinen nie vor Tod und Schmerzen. Weil auch die Schriftstellerin selbst wusste, was Unglück ist. Eine Erinnerung zum zehnten Todestag.
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Meike Mai
Nicht zu vereinnahmen: Wisława Szymborska publizierte in der Zeit des Sozialismus in Untergrundzeitschriften, aber auch der erstarkende Nationalismus im Polen der neunziger Jahre fand in ihr eine distanzierte Betrachterin. Als Erforscherin des Augenblicks machte sie in ihren Gedichten die Vergänglichkeit und die kleinsten Zeiteinheiten zu Hauptfiguren. Nun ist die polnische Literaturnobelpreisträgerin gestorben.
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Lothar Müller
"Das Paradies" heißt das Buch von Andrea Hanna Hünniger. Darin beschreibt sie ihre Jugend im Weimar der Post-DDR. Sie erzählt von Plattenbauten, Disneylandträumen und der Mode von Neonazis. Im Gespräch mit jetzt.de erklärt die 27-Jährige, warum sie keine Ahnung von der DDR hat, trotzdem ostdeutsch ist und wie sich Westdeutsche von Ostdeutschen unterscheiden.
Interview.
Lea Hampeljetzt.de
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Der Titel lautet simpel "Zur Geschichte", doch im Buch wird es tiefgründig: Es geht um das, was in der konventionellen Geschichtsschreibung nicht erzählt wird. Dabei baut der Gesprächsband keine Widersprüche auf, sondern liefert stattdessen neue spannende Aspekte.
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Franziska Augstein
Das Böse als Stimulans: Der Marquis de Sade und Elfriede Jelinek dienen dem amerikanischen Romancier Nicholson Baker nur zum Teil als Vorbild - der Teufel steckt bei ihm in den Zwischentönen des Systems, die voller Sexualangst schrillen. Deswegen haut er der amerikanischen Prüderie nun das Schmuddelbuch "Haus der Löcher" um die Ohren.
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Ina Hartwig
Carsten Stormer lebt im Krieg. Am Ende seines Journalismus-Studiums verbrannte er seine Möbel und kaufte ein Ticket nach Afghanistan. Mehr als sechs Jahre ist das her, nun bringt er ein Buch heraus. Er beschreibt erschreckende, kaum erträgliche Bilder aus dem Kongo, Darfur, Somalia und von den "Killing Fields" in Kambodscha.
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Jan Söfjer
Eigentlich ist er Wissenschaftler, doch seinen Namen machte sich Umberto Eco als Großer der Weltliteratur: Seit drei Jahrzehnten begeistert der fulminante Fabulierer die Welt mit mysteriös verschlungenen literarischen "Schnitzeljagden". An diesem Donnerstag wird er 80 Jahre alt.
"Ich bin auf dem Weg zum Emir" - mit diesem Satz beginnt die fatale Nachricht, die Bundespräsident Christian Wulff während einer Katar-Reise persönlich auf der Mailbox von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann hinterließ. Und weil bei Dramen der erste Satz ja als sensible Angelegenheit gilt, haben wir die Literaturkritik befragt.
Interview:
Marten Rolff
Vom Ehe-Wahnsinn über Autos bis zu Handwerkern: Uli Stein hat sich mit seinem Cartoonistenhumor schon über alle erdenklichen Themen hergemacht. Mit knollennasigen Figuren, Katzen, Hunden und vor allem seiner Maus wurde er zu einem der erfolgreichsten Zeichner Deutschlands. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird er 65 Jahre alt, was ganz gut passt: In der Adventszeit hat er besonders viele Ideen.
Jetzt aber hurtig: Wer noch auf den letzten Drücker nach einem Weihnachtsgeschenk sucht, dürfte in unseren Buchtipps fündig werden. 52 Dichter und Denker, Künstler und Intellektuelle empfehlen ihre Lieblingsbücher - von Elke Heidenreich über Roger Willemsen bis zu Juli Zeh. Ein Überblick.
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Das British Museum dient als Fundus für 100 Gegenstände, die in dem Buch von Neil MacGregor vorgestellt werden. Dadurch wird die Geschichte der Weltkulturen erzählt. Die Videorezension von Johan Schloemann.
Ein verfolgter Kunsthändler, ein erdolchter Verfolger und ein zu Tode gefolterter Straßenjunge: Ganz schön viel Action für einen Sherlock-Holmes-Roman. Trotzdem hat die Arthur-Doyle-Gesellschat die neue Folge als 61. Fall des Meisterdetektivs offiziell anerkannt. Es stellt sich aber die Frage: Kann man einen Klassiker neu erfinden?
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Meike Mai
Sperrige Literatur leichtgemacht: Literarische Comics und Graphic Novels erobern den Buchmarkt. Illustrierte Weltbestseller sollen Leser an schwierige Klassiker heranführen - aber sie schaffen weit mehr als das.
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Fritz Göttler
Abschied in großem Rahmen: Die am 1. Dezember verstorbene Schriftstellerin Christa Wolf wird am Dienstag auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte beigesetzt. Bei einer Gedenkveranstaltung am Abend haben sich zahlreiche Weggefährten, Leser und Familienangehörige angesagt.
Ob es um Adolf Eichmann geht oder um Auschwitz - die Top-Seller bei den politischen Büchern im Jahr 2011 handeln auffällig oft vom Nationalsozialismus. Doch auch andere lesenswerte Betrachtungen sind entstanden. Dabei lässt sich feststellen: Deutsche Historiker schreiben heute tatsächlich spannende Bücher. Einige der besten stellen wir Ihnen vor.
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Franziska Augstein
Modekrankeit oder Ausbruch aus ereignislosen Lebenswegen? Tausende vermeintliche Hysterikerinnen wurden im 19. Jahrhundert in Nervenheilanstalten eingewiesen. Hysterie wurde zur Frauenkrankheit schlechthin. Die Ärzte schlussfolgerten: alles nur Übertreibung. Ein aktuelles Buch setzt sich nun mit dem Phänomen auseinander.
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Franka Nagel
Dem US-Schriftsteller David Guterson ist der Preis für die schlechteste literarische Beschreibung einer Sexszene verliehen worden. Befangen und peinlich sei es, was Guterson in "Ed King", einer modernen Version der Ödipus-Sage, abliefere. Der Autor nahm's mit Humor. Wir zitieren zur Abschreckung das gute Stück im Original.
"Der Zauberberg"? Viel zu modern! Als die Schwedische Akademie 1929 den Nobelpreis für Literatur an Thomas Mann verlieh, leistete sie sich aus heutiger Sicht eine echte Peinlichkeit. Ein Blick in alte Sitzungsprotokolle der Nobel-Jury offenbart Abgründe.
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Alan Asaid
Ein neues Buch, ein neuer Film, eine Serie, Hörspiele und ein eigener Wanderweg: Sherlock Holmes ist zurück. Weshalb der berühmte Detektiv gerade jetzt neu entdeckt wird.
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Meike Mai
Zum Geburtstag von Mark Twain: Der US-Autor wurde mit den Abenteuern von Tom Sawyer und Huckleberry Finn weltbekannt, weil die Kinder in seinen Büchern frech, wild und ganz und gar nicht artig waren. Im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" landete er damals auf dem Index. Doch bis heute zeugt sein Werk von scharfzüngiger Kritik den herrschenden Verhältnissen gegenüber.
Buch statt Ball, Bühne statt Stadion: In München hat Philipp Lahm sein Buch "Der feine Unterschied" vorgestellt. Doch der Fußballspieler liest nicht selbst. Jemand anderes reißt die Witze - und die sind nicht einmal besonders lustig.
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Lisa Sonnabend
Gibt es die Menschenrechte, weil wir uns für verletzlich oder weil wir uns für unverletzlich halten? Der Freiburger Soziologe Hans Joas versucht sich in seinem Buch "Die Sakralität der Person" an einer Antwort.
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Dirk Lüddecke
Bruckner? Miserabel. Stifter? Kitsch. Heidegger? Nur ein "lächerlicher Pumphosenspießer". Nie hat jemand so über Kunst gelästert wie der Musikkritiker Reger in Thomas Bernhards "Alte Meister". Nicolas Mahler hat den Roman für Suhrkamp nun als Comic adaptiert. Ein mutiges Experiment - und genauso bitterböse wie das Original.
Von
Christopher Pramstaller
Zukunft, Technik, Utopie: Der Science-Fiction-Autor Stanislaw Lem war ein Vordenker seiner Zeit. Viele der Zukunftsvisionen seiner Romane wurden später Wirklichkeit - vom Internet bis zur Gentechnik. Doch während seine Protagonisten auch heute noch zu den Sternen fliegen, glaubte Lem schon lange nicht mehr an die Wissenschaft.