Rückblick: Autojahr 2010 Spannend war's

Es gab langweiligere Autojahre als 2010. Nach dem Katastrophenjahr 2009 konnte es nur aufwärts gehen. Das tat es - wenngleich die Neuzulassungen ohne die Abwrackprämie in Deutschland absackten.

Die Stimmung macht die Musik - und die hat sich 2010 deutlich gebessert. Dabei ist der gesamtwirtschaftliche Aufschwung nur die eine Seite der Medaille. Denn nach und nach scheinen immer mehre Deutsche wieder mehr Lust aufs Thema Auto zu haben.

Die Zugewinne der Autoindustrie stammten jedoch zumeist aus den USA und insbesondere China, wo bis vor kurzem zur die Nachfrage gewaltig war. Allerdings will China jetzt die Zahl der Autos begrenzen.

Doch auch in Deutschland waren Autos wieder begehrter. Der fahrbare Untersatz war im abgelaufenen Jahr 2010 selbst für Umweltverbände und die Anti-Auto-Lobby nicht die Dreckschleuder schlechthin. Die Bestrebungen der Industrie, Verbräuche zu senken und Abgase zu verhindern, sind gewaltig und entsprechend kostenintensiv. Das spürten viele - und honorierten es.

Deutlicher wurde in diesem Jahr mehr denn je, dass Elektroautos keinesfalls ein Allheilmittel sind. Modelle wie Mitsubishi i-MIEV, Peugeot iOn und Citroën C-Zero waren die ersten Elektromobile auf dem Markt; weitere stehen in den Startlöchern. Doch die Kaufpreise sind astronomisch - und so konnten und können es sich allenfalls Energieunternehmen und Firmen aus der Energiebranche leisten, die elektrisch betriebenen Imageprodukte kostenintensiv zu kaufen oder zu leasen.

Für private Kunden waren die Stromer bis dato uninteressant. Viele haben sich von den Elektroautos bereits 2010 mehr erhofft, doch die Strommasten wuchsen im Jahr nach der IAA nicht in den Himmel.

Mehr denn je setzten sich dagegen ebenso verbrauchsarme wie leistungsstarke Benziner in Szene - siehe Fiat 500 TwinAir. Kleinere, aber nicht zu kleine Hubräume scheinen in den nächsten Jahren das Maß der Dinge zu sein. Hier hat 2010 einen Trend gesetzt, der sich fortsetzen wird. Für Diesel unterhalb der Mittelklasse scheint es dagegen schwer zu werden.