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Mercedes SLS E-Cell: Erste Ausfahrt:Rasen mit S-Bahn-Sound

Der Smart Elektro war nur der Anfang. 2013 bringt Mercedes seinen Supersportwagen SLS als E-Cell in einer Kleinserie - mit rund 200 Kilometern Reichweite und S-Bahn-Sound.

Es ist früher Nachmittag in Kristiansund, einem kleinen Nest in West-Norwegen. Die Sonne scheint, die roten Häuser verzücken den Blick genauso wie die Mischung aus grünen Hügeln und dem seicht plätschernden Atlantik.

Mercedes SLS E-Cell: Erste Ausfahrt

Rasen mit S-Bahn-Sound

In Kristiansund interessieren sich die Leute kaum für Autos - und schon gar nicht für Sportwagen. Am kleinen Flugfeld, von dem Monteure Tag für Tag mit blau-roten Sikorsky-Hubschraubern Richtung Bohrinseln zu ihren Montageschichten aufbrechen, stehen Toyota Camrys, Opel Astras oder 3er BMWs.

Einen Mercedes SLS hat hier noch nie jemand in Natura gesehen - schon gar nicht in neongelb. Die Anwohner haben sich an den Anblick dieses grellen Papagei schnell gewöhnt, doch das Aufsehen bleibt groß. Norwegen sieht sich zwar als Ökostaat und versorgt sich selbst gerne mit Ökostrom aus Wasserkraft, ist jedoch einer der größten Erdölexporteure und sichert sich damit seit Jahren seine wirtschaftliche Unabhängigkeit. Für die langen Distanzen und die großen Temperaturschwankungen eignet sich ein Elektroauto hier kaum, argwöhnt einer der neugierigen Zuschauer. Er hat nicht ganz unrecht.

Der grell-gelber Mercedes SLS passt hier ungefähr genauso gut hin wie eine Elefantenherde in einen norwegischen Fjord und vermutlich sind bis dato genau so viele SLS hier unterwegs gewesen. Man denkt im Grund nur an die fast völlig intakte Natur, an ein paar skandinavische Midsommartage und ein wenig auch an den nächsten Vollgasstoß.

Denn: Der Elektro-SLS gibt zwar kaum mehr als ein Surren von sich, springt aber sofort nach dem Start los und presst den Fahrer in den wenig stimmig kolorierten Sportsitz. Tempo 50, 100, 150 und schließlich 200 - die Tachonadel fliegt vorbei: Kurz fällt bei der elektrischen Vollgasorgie auf, dass im Armaturenbrett gar kein Tourenzähler arbeitet. Wo sonst rechts der Drehzahlmesser glänzt, zeigt nun eine Digitalinstrument Kraftfluss und Restkapazität des 450 Kilogramm schweren Akkupakets. Die nächste Beschleunigung, ab Tempo null. Unglaublich, wie der E-Cell loslegt. Ein leichtes Surren und dann gibt es auf dem Flugfeld kein Halten mehr.

Das elegant sportliche Cockpit des Mercedes SLS ist bei der E-Cell-Version kaum wiederzuerkennen. Es gibt keine Tachonadel, sondern eine Tachoscheibe, die sich dreht und den gewaltigen Vortrieb des über zwei Tonnen schweren Boliden visuell unterstreicht.

Mercedes-Benz SLS AMG E-Cell

Elektro-Renner