Citroën C4 neu:Weniger Avantgarde

Citroën stattet den neuen C4 erstaunlich gut aus, auch optisch probieren die Franzosen Neues: Der Golf-Gegner wirkt nicht mehr so extravagant wie sein Vorgänger.

Sebastian Viehmann

"Hauptsache anders" war schon immer Citroëns Erfolgsrezept. Ungewöhnliche Karosserien, fest stehende Lenkradnaben oder digitale Instrumentenlandschaften im Armaturenbrett - die Franzosen hatten stets ihren eigenen Stil und waren in dieser Hinsicht ziemlich beratungsresistent. Der neue C4 dagegen setzt eine Linie fort, die mit dem C5 begann und mit dem C3 weitergeführt wurde: weniger Extravaganz und mehr handelsübliche Lösungen.

Das extrabreite Doppelwinkel-Logo an der Front bleibt dem Wagen zwar erhalten, ist aber nicht mehr Teil der Motorhaube und präsentiert sich im frischen, rundlicheren Design. Die Scheinwerfer haben nicht mehr den aparten Augenaufschlag, sondern sind in gerader Linie lang gezogen und schauen nun etwas aggressiver unter der Haube hervor. Die Heckleuchten wandern nach unten, das gerade Heckfenster musste einer stärker gerundeten Scheibe weichen. Der neue C4 ist mit 4,33 Metern fünf Zentimeter länger als der Vorgänger, außerdem etwas breiter und drei Zentimeter höher. Optional verfügt der Wagen über ein großes Panorama-Glasdach.

Auch im Cockpit geht es im Vergleich zum Vorgänger konventionell zu, was manch eingefleischten Citroën-Fan verprellen, aber viele potenzielle Neukunden freuen dürfte. "Die Bedienung fällt auf Anhieb leicht, der neue C4 weckt sofort das Vertrauen von Fahrer und Beifahrern", heißt es in einer Pressemitteilung - womit die Franzosen indirekt zugeben, dass die bisherige Cockpit-Philosophie nicht jedermanns Sache war.

Den Fahrer erwartet ein gewöhnliches, unten leicht abgeflachtes Lenkrad. Die Instrumente befinden sich wie bei jedem normalen Auto hinter dem Lenkrad, der Wahlhebel bei Automatik-Fahrzeugen auf der Mittelkonsole. Die Franzosen versprechen eine verbesserte Geräuschdämmung, ein Merkmal, das im Mini-Gegner DS3 bereits gut umgesetzt wurde. Der Kofferraum des C4 fasst 408 Liter. Er ist damit deutlich größer als beim Vorgänger und schluckt mehr Gepäck als beim Opel Astra (370 Liter), VW Golf (350 Liter) oder Ford Focus (396 Liter).

Bei der Ausstattung setzen die Franzosen auf gehobene Küche, schließlich soll das Auto sowohl Privat- als auch Business-Kunden ansprechen. Citroën hat noch immer den Ehrgeiz, im Flottengeschäft der deutschen Übermacht von Audi und Co. Paroli zu bieten. Zu den Optionen zählen Systeme zur Überwachung des toten Winkels, Spurwechselwarner, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, ein programmierbarer Tempomat, elektrisch verstellbare Sitze mit Massagefunktion, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht und eine 230 Volt-Steckdose. Der C4 hat eine elektronische Feststellbremse, alternativ zur Handschaltung gibt es ein automatisiertes Schaltgetriebe.

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