Montag, 28. Juli 2014
Ukraine Auf dem langen Weg zu neuer Stärke

Der Präsident der Ukraine gibt sich kraftstrotzend. Petro Poroschenko will die Separatisten vertreiben. Er kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Kiew an politischen Ideen mangelt. Die Menschen hoffen auf Normalität. Ihr Alltag - ein Albtraum.

Kämpfe in Libyen Raketen setzen Öltanks in Tripolis in Brand

Schweres Feuer in Tripolis: Bei den Kämpfen in der libyschen Hauptstadt ist ein Treibstofflager von Raketen getroffen worden. Die Betreiber fürchten eine schwere Explosion.

Gaza Israel Bomben, Oliver Weiken / dpa Israelische Bomben auf Gaza Tausend Kilo Tod

Bomben auf Wohnhäuser in Gaza: Vor zwölf Jahren war das noch ein Skandal. Jetzt ist alles anders. Was damals eine extreme Ausnahme war, ist jetzt offizielle Strategie. Noch schlimmer ist aber, dass in Israel fast niemand gegen diesen Automatismus protestiert.

Landtagswahlen in Ostdeutschland Euch geht es doch gut

In Thüringen könnte es bald den ersten linken Ministerpräsidenten geben. Doch statt über wichtige Fragen zu streiten, schläfern die Politiker die ostdeutschen Wähler ein. In Sachsen ist es ähnlich - dort lässt Ministerpräsident Tillich das TV-Duell platzen.

, AP / AP Ukraine-Konflikt USA: Ukraine wird von Russland aus beschossen

Washington legt Satellitenaufnahmen vor, die eine russische Attacke gegen ukrainische Streitkräfte belegen sollen. Russland wirft den USA im Gegenzug vor, die OSZE-Mission in der Ukraine zu behindern.

Al-Kassam-Brigaden, Mohammed Saber / dpa Gaza-Krieg Hamas zerschlagen heißt Schlimmeres riskieren

Ist die Hamas das kleinere Übel? Ein hoher US-Geheimdienstler warnt Israel davor, die Organisation zu zerschlagen. An ihre Stelle könnten noch militantere Gruppen treten.

Studie zur Betreuungsprämie Geld statt frühkindliche Bildung

Eine große Studie zeigt, was viele befürchtet hatten: Vor allem Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss und nicht-deutscher Herkunft beziehen Betreuungsgeld, anstatt ihre Kinder in die Kita zu schicken. Dabei ist der Wunsch nach einem Betreuungsplatz bei Migranten besonders groß.

Kaiser Wilhelm II. mit Franz Conrad von Hötzendorff, 1915 Erster Weltkrieg , Scherl / Scherl / SZ Photo Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 "Deutschland und Österreich sind hauptverantwortlich"

Heute vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Der Krieg wurde in Berlin und Wien geplant, sagt Annika Mombauer. Im Interview schildert die deutsch-britische Historikerin, wer 1914 den Frieden retten wollte und kritisiert Schwächen in Christopher Clarks Bestseller "Die Schlafwandler".

Israel launches offensive in Gaza, Atef Safadi / dpa Gaza-Konflikt UN fordern einstimmig sofortige Waffenruhe

Mehr als tausend Menschen sind bei dem jüngsten Konflikt in Gaza bereits getötet worden. Jetzt verlangt der UN-Sicherheitsrat mit den Stimmen aller 15 Mitglieder einen "sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand".

Neuer Streit um Familienleistung Grüne fordern sofortige Abschaffung des Betreuungsgelds

Gegner des Betreuungsgelds sehen durch eine Studie ihre Vorbehalte bestätigt. Die Grünen sprechen von einer "Familienpolitik ohne Sinn und Verstand" und fordern die Abschaffung der Familienleistung. Bei der SPD rennen sie offene Türen ein.

Russian President Vladimir Putin visits Severomorsk, Mikhail Klimentyev ;  Ria Novosti / dpa Ukraine-Krise Sanktionen könnten Russland in Rezession stürzen

Trotz wütender Proteste aus Moskau will die EU neue Strafen beschließen - sie könnten die russische Wirtschaft in große Schwierigkeiten bringen. Der Bundesnachrichtendienst sieht Brüche im Machtblock von Präsident Putin.

*** BESTPIX *** Tensions Remain High At Israeli Gaza Border, Andrew Burton / Getty Images Gaza-Konflikt Sicherheitsrat fordert einstimmig sofortige Waffenruhe

Mehr als tausend Menschen sind bei dem jüngsten Konflikt in Gaza bereits getötet worden. Jetzt verlangt der UN-Sicherheitsrat mit den Stimmen aller 15 Mitglieder einen "sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand".

, AP / AP Ukraine-Konflikt USA sprechen von russischem Raketenbeschuss

Washington legt Satellitenaufnahmen vor, die eine russische Attacke gegen ukrainische Streitkräfte belegen sollen. Russland wirft den USA indes vor, die OSZE-Mission in der Ukraine zu behindern.

Sonntag, 27. Juli 2014
Deckelung der Mieten SPD will Union bei Mietpreisbremse entgegenkommen

Künftige Hausbesitzer dürfte die Ankündigung freuen - Mieter entsetzen: Justizminister Heiko Maas denkt nach scharfer Kritik aus der Union darüber nach, die Mietpreisbremse weiter aufzuweichen. Prompt gibt es Kritik.

Israeli artillery fires from Israel into the Gaza Strip just befo, Avi Roccah / dpa Krieg in Gaza Feuer kennt keine Pause

Die Menschen in Gaza können kurz durchatmen, dann geht das Donnern des Krieges weiter. Israel und Hamas fallen in Drohgebärden zurück, die Vermittlung der USA scheitert. Das Feuer droht auch das Westjordanland zu entzünden.

Islamistische Terrorgruppe Boko Haram entführt Frau von Kameruns Vize-Premier

Die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram hat im benachbarten Kamerun das Haus des stellvertretenden Ministerpräsidenten attackiert. Der Politiker konnte flüchten - seine Frau und eine Hausangestellte befinden sich in der Gewalt der Islamisten.

NSA-Untersuchungsausschuss Grüne und Linke stellen Ultimatum für Snowden-Anhörung

Die Mehrheit im NSA-Untersuchungsausschuss soll ihren Entschluss, Edward Snowden nicht anzuhören, revidieren - und zwar unmittelbar nach der Sommerpause. Das fordert die Opposition. Sie begründet ihr Ultimatum mit einer neuen Eskalationsstufe in der Spionageaffäre.

Deutsche Infanteristen bei den Kämpfen um Lodz, 1914 Erster Weltkrieg, Scherl / Süddeutsche Zeitung Photo Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 Schlafwandler und Selbstmitleid

Christopher Clarks Buch über die Julikrise von 1914 wird in Deutschland vielfach instrumentalisiert. Der Erfolg der "Schlafwandler" hierzulande sagt viel aus: über die Befindlichkeiten der Deutschen.

Samstag, 26. Juli 2014
Ist der Frieden noch zu retten? Ausschnitt aus den Münchner Neuesten Nachrichten vom 27. Juli 1914, Oliver Das Gupta / Oliver Das Gupta Münchner Neueste Nachrichten vom 27. Juli 1914 London stemmt sich gegen Kriegsgeilheit

Vor 100 Jahren in der Zeitung: Der Erste Weltkrieg zeichnet sich ab, doch Großbritanniens Außenminister Grey versucht, den Frieden zu retten. Österreichische "Deserteure" werden nicht bestraft - und die SZ-Vorgängerin richtet einen Appell an "die Kapitalisten".

Titel der Münchner Neuesten Nachrichten vom 26. Juli 1914, Oliver Das Gupta / Oliver Das Gupta Münchner Neueste Nachrichten vom 26. Juli 1914 "Serbien wählt Krieg"

Vor 100 Jahren in der Zeitung: Österreich-Ungarn bereitet offen den Krieg gegen Serbien vor - und in Deutschland bricht Jubel aus. Auf den Straßen von Berlin und München feiern Tausende. Dass aus dem Militärschlag der Erste Weltkrieg erwächst, deutet sich in der Reaktion Russlands an.

, Dmitry Lovetsky / AP Neue Sanktionen gegen Russland Moskau wirft EU Gefährdung des globalen Anti-Terror-Kampfs vor

Russland reagiert scharf auf neue Sanktionen aus Brüssel: Die EU stelle die gemeinsame Sicherheitspolitik in Frage, so das Außenministerium in Moskau - das würde Terroristen in die Hände spielen.

Kinderflüchtlinge, Eric Gay / Eric Gay/AP Kinderflüchtlinge an der US-Grenze zu Mexiko Marsch der Minderjährigen

"Wir können nicht jedem Kind in der Welt helfen, das Probleme hat": 57.000 minderjährige Flüchtlinge sind seit Oktober über die Grenze in die USA gekommen - alleine. Die Behörden sind überfordert. Und die Politiker können sich kurz vor der Sommerpause nicht auf Hilfsmaßnahmen einigen.

Tripolis Flughafen Libyen Kämpfe Milizen, Uncredited / AP Kämpfe in Libyen USA evakuieren Botschaft in Tripolis

Die Kämpfe um den Flughäfen werden heftiger: Die USA ziehen ihr Botschaftspersonal aus der libyschen Hauptstadt ab. Auch deutsche Bürger sollen umgehend das Land verlassen.

, SAID KHATIB / AFP Nahostkonflikt Waffenruhe im Gazastreifen hält

+++ Israel und Hamas willigen in Feuerpause ein, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen +++ Waffenruhe gilt seit Samstagmorgen +++ Außenminister beraten in Paris +++

Freitag, 25. Juli 2014
Ausriss aus den Münchner Neuesten Nachrichten vom 25. Juli 1914, Oliver Das Gupta / Oliver Das Gupta Münchner Neueste Nachrichten vom 25. Juli 1914 Die Börsen wittern Krieg

Heute vor 100 Jahren in der Zeitung: Das Ultimatum von Österreich-Ungarn an Serbien versetzt Europa in Unruhe. Kommt ein Krieg? Die deutsche Führung heuchelt Unwissenheit, die Börsen sind alarmiert - und die SZ-Vorgängerzeitung straft sich selber Lügen.

Verwaltungsgericht Hamburg Mitfahrdienst Uber darf vorerst weitermachen

Uber darf seinen umstrittenen Mitfahrdienst in Hamburg vorerst weiter betreiben: Das Hamburger Verwaltungsgericht hat eine einstweilige Verfügung gegen den amerikanischen Anbieter aufgehoben.

Demonstrationen am Al-Kuds-Tag in Berlin, Rainer Jensen / dpa Anti-Israel-Demonstrationen "Das ist Berlin und nicht Gaza"

Aufgeladene Stimmung in der Hauptstadt: Am Al-Quds-Tag demonstrieren Hunderte Menschen in Berlin gegen Israel. Redner rufen dazu auf, sich an die Auflagen der Polizei zu halten. Zu Beginn wird es heikel.

Sanktionen gegen Russland Die EU muss ihre Drohung wahr machen

Wladimir Putin laviert, taktiert, lügt. Auch die Tragödie um Flug MH17 hat daran nichts geändert. Worauf wartet Europa? Die Zeit für harte Sanktionen ist gekommen. Sie können Russlands Wirtschaft schwer treffen.

Malaysia Airlines plane crashes in eastern Ukraine, Robert Ghement / dpa Ukraine Rebellen verteilen Maulkörbe und Handschellen

Wo sie die Kontrolle haben, drangsalieren Rebellen in der Ostukraine lokale wie internationale Journalisten nach Kräften. Jüngstes Opfer: ein 25 Jahre alter Mitarbeiter der "Süddeutschen Zeitung".

Meinungsumfragen in den USA: Darth Vader beliebter als Clinton und Obama, AP Meinungsumfragen in den USA Darth Vader for President

Star-Wars-Bösewicht Darth Vader hätte gute Chancen, nächster US-Präsident zu werden. Er ist noch beliebter als Hillary Clinton. Das zeigen Umfragewerte aus dem statistikverliebten Amerika.

A piece of the wreckage is seen at a crash site of the Malaysia Airlines Flight MH17 in the village of Petropavlivka (Petropavlovka), Donetsk region, MAXIM ZMEYEV / REUTERS Ostukraine Mehr als 200 000 Ukrainer auf der Flucht

+++ UN-Bericht: Etwa 230 000 Ukrainer sind geflohen +++ Niederlande und Australien planen Militäreinsatz zur Sicherung der Absturzstelle +++ Russische Truppen sollen den USA zufolge angeblich mit Artillerie auf ukrainisches Gebiet gefeuert haben +++

Furcht vor antisemitischen Übergriffen Fußball-Testspiel des SC Paderborn gegen Haifa verlegt

Ein Testspiel zwischen dem Fußball-Bundesligisten SC Paderborn und dem israelischen Verein Maccabi Haifa wird verlegt, weil der urspürngliche Austragungsort in Tirol die Sicherheit der Spieler nicht garantieren kann.

Kampfpanzer Leopard 2, Katharina Winkler / Katharina Winkler/dpa Umstrittene Waffenexporte Vertrag ist Vertrag

Wirtschaftsminister Gabriel hält nicht viel von deutschen Rüstungsexporten. Selbst von Schwarz-Gelb erteilte Genehmigungen für umstrittene Ausfuhren könnte er widerrufen. Doch dann müsste der Bund an die betroffenen Kunden zahlen.

Antisemitismus und die Linke Linke streitet über Auftritte bei israelkritischen Demos

Linken-Politiker in Nordrhein-Westfalen reagieren gereizt auf Vorwürfe aus den eigenen Reihen, sie hätten gemeinsam mit Antisemiten gegen Israel demonstriert. Statt sich selbstkritisch zu hinterfragen, gehen die NRW-Linken zum Gegenangriff über.

Informal dinner of Heads of states in Brussels, Julien Warnand / dpa Europas Umgang mit Russland Gefangen im Netz der Interessen

Russland befeuert den Krieg mit der Ukraine. Doch eine geschlossene Sanktionspolitik der EU scheitert an nationalen Wirtschaftsinteressen. Wollen die Europäer Putins Expansionskurs stoppen, müssen sie untereinander mehr Solidarität zeigen.

Pfarrer Kaspar Wurfbaum Erster Weltkrieg, Archivar des Archivs der Pfarrei Bruck / Archivar des Archivs der Pfarrei Erster Weltkrieg 1914 in der Heimat "Allgemeines Schluchzen"

Nationale Hysterie, Angst vor Fremden und die Trauer um die ersten Toten: Was Pfarrer Kaspar Wurfbaum 1914 über den Beginn des Ersten Weltkrieges in seiner bayerischen Heimat notiert hat.

Militant Islamist fighters take part in a military parade along the streets of northern Raqqa province, STRINGER / REUTERS Islamismus Vorgeschmack auf das Kalifat

Finanziert aus Öleinnahmen baut die Miliz Islamischer Staat ein krudes Gemeinwesen in von ihr kontrollierten Gebieten auf. So entsteht zwischen Aleppo und Mossul ein Staat, der mit Schleierzwang und Scharia-Gesetzen von sich reden macht, seinen Bewohnern aber einen wesentlichen Vorteil bietet.

An Israeli truck is seen near a tunnel during an operation to search for tunnels dug by the Palestinian militants, near Kibbutz Nir Am just outside the Gaza Strip, BAZ RATNER / REUTERS Tunnelsysteme der Hamas Krieg aus dem Untergrund

Sie dienen der Versorgung - aber auch als Lagerstätte für Raketen. Der Gazastreifen ist von Tunneln der Hamas durchzogen. Nun hat Israels Premier Netanjahu die Zerstörung der Gänge zum Ziel erklärt. Kritiker fragen: Warum erst jetzt?

Donnerstag, 24. Juli 2014
Sergej Udalzow, Sergei Ilnitsky / dpa Wegen Anti-Putin-Protest Russische Justiz geht gegen Oppositionelle vor

Ein Moskauer Gericht spricht den prominenten Regierungsgegner Sergej Udalzow schuldig - wegen der gewalttätigen Ausschreitungen am Tag vor Putins Amtseinführung. Die Verteidigung kritisiert den Prozess als politisch motiviert.

Irrwitziges Handbuch der US-Geheimdienste Jeder könnte ein Terrorverdächtiger sein

Spekulation, Hörensagen, Verdacht - all das reicht, um in das Visier der US-Geheimdienste zu geraten. Konkrete Fakten seien nicht nötig, heißt es in deren internem Handbuch, das nun aufgetaucht ist. Es zeigt, wie irre Amerika am Trauma von 9/11 geworden ist.