Während in Putins Russland immer neue Statuen von Stalin enthüllt werden, verschwinden immer mehr Denkmäler für Stalins Opfer. Wer an die Verfolgten von damals erinnert, muss vorsichtig sein. So war das früher, so ist es jetzt wieder.
Geschichte der politischen Propaganda
:Der schöne Schein der Manipulation
Meinungsmache mit Massenmedien – das nutzten von Anfang an vor allem die Kommunisten. Die Journalistin Ingrid Carlberg versucht, die damaligen Techniken der Beeinflussung mit dem Wirken heutiger Fake-News-Agitation zu verbinden.
Aktuelles Lexikon
:9. Mai 1945
Das Datum, an dem Russland traditionell den Sieg über Hitlerdeutschland feiert – einen Tag später als die übrigen Nationen der Siegermächte, aus einem bestimmten Grund.
Geschichtsbild
:Ein Amerikaner in Moskau
Steve Witkoff hat mit Russland den sogenannten Friedensplan für die Ukraine ausgehandelt. Einer seiner Vorgänger, Harry Hopkins, war von einem völlig anderen Kaliber. 1941 war er seinem Gesprächspartner in Moskau souverän gewachsen.
Russland
:Good Bye, Lenin?
Dass Putin eher was für Stalin übrig hat, ist kein Geheimnis. Aber die Russen stehen jetzt Schlange, um Lenins Leiche zu sehen. Sein Mausoleum soll renoviert werden. Und es gibt die Befürchtung, das könnte nur ein Vorwand sein, um ihn für immer zu begraben.
Literatur
:Wie schön alles ist
Maxim Biller hat eine Novelle über Jiří Weil geschrieben, einen tschechischen Schriftsteller, an den sich kaum mehr jemand erinnert. Doch dessen Leben und Schreiben erzählt auch über unsere Zeit viel Wesentliches.
Historie
:Die Stunde der „Großen Drei“
Wie die Siegermächte bei der Potsdamer Konferenz vor 80 Jahren die Welt neu aufteilten – und warum plötzlich keiner mehr dabei war, den Stalin wirklich respektierte.
Militarismus
:In den Abgrund geht’s mit Marschmusik
Stalin hatte welche, ‚Kim ‘Jong-un seine, Macron auch – und nun bekommt auch Donald Trump eine Militärparade. Dass die demonstrative Zurschaustellung von Macht oft dazu dient, Schwächen zu übertünchen, zeigt nicht zuletzt das Beispiel Iran.
Debatte
:Männerbücher gegen rechts? Bloß nicht
Können Jungs mit Literatur gegen den Frauenhass und rechtspopulistische Narrative im Netz immunisiert werden? Vorsicht, bei solchen Versuchen kann viel kaputtgehen.
Russland
:Wer an Stalins Opfer erinnert, bekommt es mit Putins Staatsmacht zu tun
Dass der Massenmörder Stalin jetzt wieder als Volksheld aufersteht, musste der Kreml nicht mal befehlen. Was manche eine „historische Amnesie“ nennen, ist die logische Folge von Putins Politik.
Bücher über das Kriegsende vor 80 Jahren
:In der Niemandszeit
Der Alltag der Menschen in der Ausnahmesituation des Frühjahrs 1945 ist Gegenstand zahlreicher Bücher zum Kriegsende. Doch nur Tagebucheintrag an Tagebucheintrag zu reihen, reicht nicht für eine große Erzählung zwischen Katastrophe und Neubeginn.
80 Jahre Kriegsende: Flucht und Vertreibung
:In den Häusern der anderen
1945 wurden die Deutschen aus Breslau, heute Wrocław, vertrieben. Auf sie folgten: ebenfalls Vertriebene – Polen, die Stalin umsiedeln ließ. Jetzt begeben sich junge Menschen auf ihre Spuren.
Russischer Roman
:Ein Brief, geschrieben mit Blut
Der russische Schriftsteller Georgi Demidow starb im Glauben, sein Werk sei vernichtet. Ein zweiter, unvergesslicher Roman erscheint nun auf Deutsch und erzählt die Geschichte eines sowjetischen Gefangenen.
Erste fundierte Biografie über Stepan Bandera
:Der verehrte Fanatiker
Den ukrainischen Radikalnationalisten Stepan Bandera umwabern zahllose Mythen. Grzegorz Rossoliński-Liebe hat sein Leben, seine Gewalttaten und den Kult nach seinem Tod akribisch erforscht. Jedoch fehlt an vielen Stellen die nötige Differenzierung.
Ismail Kadares letztes Buch „Der Anruf“
:Hallo, hier spricht Ihr Diktator
In seinem letzten Buch „Der Anruf“ versuchte der albanische Schriftsteller Ismail Kadare, ein Rätsel der Weltgeschichte zu lösen, das ihn lebenslang umtrieb. Und hat dabei der Unsterblichkeit seines Berufsstands, der Dichter, noch ein Denkmal gesetzt.
Russlanddeutsche Spätaussiedler
:„Postsowjetische Belastungsstörung“
2,5 Millionen Russlanddeutsche haben hier eine neue Heimat gefunden. Ira Peter ist eine von ihnen und erzählt von alten Bräuchen, Diktaturerfahrungen und dem Unwillkommensein.
Frauenrechte im Sozialismus
:„Ich musste in diese Bewegung hinein“
Wie die russische Revolutionärin Alexandra Kollontai versuchte, die Position der Frauen im Kommunismus der Lenin- und Stalin-Zeit neu zu bestimmen.
Dokuserie „Europa und der Eiserne Vorhang“ bei Arte
:Stalins langer Schatten
Die Regisseurin Tania Rakhmanova fragt nach dem Leben im früheren Ostblock – und zieht Verbindungen zu neuen russischen Machtansprüchen. Was fehlt, sind historische Einordnungen.
85. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen
:Das Wunder von Warschau
Im Zweiten Weltkrieg legten die Deutschen die polnische Hauptstadt in Schutt und Asche. Dennoch gelang es den Menschen dort, Warschau wieder aufzubauen – grüner und menschenfreundlicher als zuvor. Ein Spaziergang mit einem Kenner der Architektur.
Das Politische Buch
:Sowjetisch bedrohte Zone
Christian Neef schildert die Schreckensherrschaft der Geheimdienste in Ostdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Von den "Säuberungen" im Sinne Stalins lernte auch KGB-Mann Putin für sein Willkürregime.
SZ-Podcast „Auf den Punkt“
:„Wahl“ in Russland: Putins Farce
Russland wählt. Der Präsident bleibt. Warum sich Putin trotzdem die Mühe macht, Demokratie zu inszenieren.
Historie
:Der Untote auf dem Roten Platz
Vor 100 Jahren starb Lenin. In der Sowjetunion wurde er lange fast religiös verehrt. Doch der Revolutionsführer von 1917 hatte bleibendes Unglück über sein Land gebracht. Zu grausam war seine Herrschaft, zu mörderisch sein Erbe.
Dem Geheimnis auf der Spur
:Stalins Frankenstein
Wie der sowjetische Biologe Ilja Iwanow ein neues Wesen aus einer Kreuzung von Mensch und Affe schaffen wollte.
MeinungKrieg in Europa
:Putin will die Seele der Ukraine vernichten
Während viele westliche Gesellschaften hingebungsvoll einen Kulturkampf um Nichtigkeiten pflegen, tobt ein wirklicher um die Identität der ukrainischen Nation.
SZ-Podcast "Auf den Punkt"
:Holodomor in der Ukraine: "Ein Verbrechen, das nicht vergeht"
Gerade wird des Holodomors vor 90 Jahren gedacht, des Hungertods von Millionen Ukrainern unter Stalin. Der Osteuropa-Historiker Martin Schulze Wessel über ein Trauma der ukrainischen Geschichte.
Das Politische Buch
:Die Leichen ruhen nicht
Der russische Philologe Nikolai Epplée untersucht die nie aufgearbeiteten Staatsverbrechen Stalins. Doch seine brillante Analyse weist weit darüber hinaus, sie ist ein unverzichtbarer Kommentar zur aktuellen Situation der russischen Gesellschaft.
Regina Scheer: "Bittere Brunnen"
:Der Traum der Revolution
Für ihre Biographie "Bittere Brunnen" über ihre Tante Hertha Gordon-Walcher hat Regina Scheer den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse bekommen. Über ein außergewöhnliches Werk.
Das Politische Buch
:Ulbrichts langer Aufstieg zur Macht
Ilko-Sascha Kowalczuk legt am Beispiel Walter Ulbrichts nicht weniger als eine Geschichte des deutschen Kommunismus im 20. Jahrhundert vor. Das akribisch recherchierte Großwerk zeigt, dass der KPD-Politiker mehr war als nur Stalins treuer Parteisoldat.
Das Politische Buch
:Nicht nur Putins Krieg
Zwei Osteuropa-Experten erklären in einem neuen Buch, wie die russische Gesellschaft immer weiter verrohte, und begründen, warum sich das Land kaum ändern wird, sollte einmal jemand anderer im Kreml regieren.
Das Politische Buch
:Der Blutrausch der Revolutionäre
Lenins Traum endete in Mord, Rache und Terror - die russische Revolution von 1917 bis 1921 kostete Millionen Menschen das Leben. Der britische Historiker Antony Beevor entwirft daraus ein gigantisches Panorama aus Leidenschaft und Unmenschlichkeit.
Ukraine-Krieg in der Kunst
:Soldaten zu Dünger
Eine Dresdner Ausstellung zeigt Kunst aus der Ukraine als Versuch der angewandten Kriegs- und Krisenbewältigung
Maxim-Gorki-Theater Berlin
:Einmal Schlachtplatte für alle
Oliver Frljić massakriert am Berliner Maxim-Gorki-Theater Texte von Heiner Müller.
Das russische Judentum und der Krieg
:„Viele Gemeinden liegen in Trümmern“
Moskaus geflohener Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt über den Antisemitismus in Russland, ein ungewöhnliches Gebet und seinen Aufruf an Juden, das Land zu verlassen.
Ian Kershaw
:"Ich vermute, der Krieg ist in einem halben Jahr vorbei"
Der Historiker Ian Kershaw spricht im Interview über Selenskijs Führungsstärke und Putins Großmachtfantasien - und erklärt, warum er den russischen Präsidenten lieber mit Stalin als mit Hitler vergleicht.
Historie
:Homo sovieticus
Vor 100 Jahren wurde im prächtigen Moskauer Bolschoi-Theater die Sowjetunion offiziell gegründet – und von Stalin schon bald in ein Völkergefängnis verwandelt. Zu den Nachwirkungen gehört Putins Krieg gegen die Ukraine.
MeinungHolodomor
:Stalins Völkermord, Putins Verantwortung
Der Bundestag will den Hungertod von Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern vor 90 Jahren als Genozid anerkennen. Das ist mehr als eine Geste der Anteilnahme, es ist höchst bedeutsam für die politische Gegenwart.
Ukraine
:Bundestag will Holodomor als Völkermord anerkennen
Vor 90 Jahren ließ Stalin die Menschen in der Ukraine gezielt verhungern, Millionen starben. Im Westen blieb das Verbrechen lange wenig beachtet.
MeinungChina
:Hu Jintao und die Politik des Prangers
Die öffentliche Demütigung Hu Jintaos auf dem KP-Parteitag in Peking entspringt einer Tradition kommunistischer Gewaltherrschaft - und war genau so gedacht. Das sollten alle im Kopf behalten, die mit der Volksrepublik Geschäfte machen wollen.
Ukrainische Hungersnot 1933
:Der Augenzeuge des Grauens
"Wir warten auf den Tod", sagen ukrainische Bauern 1933 zum britischen Journalisten Gareth Jones. Der macht noch im selben Jahr das Holodomor-Verbrechen Stalins öffentlich. Nun zeichnet eine Biografie sein kurzes Leben nach.
Graphic Novel aus Russland
:Das Unglück ist immer ganz nah
Im Comic "Surwilo" erzählt Olga Lawrentjewa von Krieg und stalinistischem Terror - mit deutlichen Parallelen zur Gegenwart.
Geschichte Münchens
:"Ich bin müde zum Sterben, doch schlafen kann ich nicht"
Revolutionen, Weltkriege, Faschismus: Die Geschichte von Zenzl Mühsam, in der sich die großen Irrungen des 20. Jahrhunderts widerspiegeln.
SZ-Podcast "Auf den Punkt"
:Will Putin zurück zu imperialer Größe?
Russische Welt - und Moskau als "drittes Rom". Gespräch mit dem Historiker Reinhard Krumm über Orthodoxie, Volkstum und Selbstherrschaft. Und Putins "katastrophale Fehleinschätzung".
Regisseur Ilya Khrzhanovsky
:"Leider haben die Russen ein sehr kurzes Gedächtnis"
Putins Regime wird den Krieg nicht überstehen, sagt Ilya Khrzhanovsky, der künstlerische Leiter der Gedenkstätte Babyn Jar in Kiew. Ein Gespräch über die Standhaftigkeit der Ukrainer, die Gehirnwäsche in seinem Heimatland Russland und die Zeit nach dem Krieg.
Kino
:Frauenschicksale im Osten
Das Münchner Filmmuseum bringt einen der ersten deutschen Farbfilme auf die Leinwand.
Krieg und Historie
:Warum Putin die Ukraine nicht als Nation gelten lässt
In seiner Rede liefert der russische Präsident eine vermeintlich historisch legitimierte Begründung für seine Expansionspolitik. Was er sagte, welcher Lesart er folgt und was geschichtlich dahintersteckt.
Dem Geheimnis auf der Spur
:Der Agent mit dem Eispickel
Tod eines Revolutionärs: Wie Leo Trotzki 1940 in Mexiko erst einen Mordanschlag überlebte, aber dann doch den falschen Leuten vertraute.
MeinungUkrainische Geschichte
:Später Staat
Lange rangen die Ukrainer um ihre Unabhängigkeit. Schon mit der Annexion der Krim hat Putin das fragile russisch-ukrainische Verhältnis enorm belastet. Aber auch Deutschland trägt historische Verantwortung.
MeinungRussland
:Mutnehmer statt Mutmacher
Das Verbot von "Memorial" zeigt, was der Kreml von einer Zivilgesellschaft hält: nichts.
Aktuelles Lexikon
:Kalter Krieg
Eine Phase in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die vielen jetzt durch den Kopf geht.
Theater
:Überlebensimpuls
Armin Petras inszeniert am Schauspiel Köln "Metropol" nach dem Geschichtsroman von Eugen Ruge. Unbedingt sehenswert.