„Das können wir uns nicht leisten“: Miriam Davoudvandi hat einen Bestseller darüber geschrieben, was es bedeutet, in Deutschland nicht wohlhabend zu sein. Ein Gespräch über das trügerische Versprechen vom sozialen Aufstieg.
Paritätischer Wohlfahrtsverband
:Deutlich mehr Menschen von Armut betroffen
In Deutschland leben laut dem Paritätischen Gesamtverband so viele Menschen in Armut wie noch nie seit 2020. Im vergangenen Jahr seien 13,34 Millionen Menschen arm gewesen, erklärte der Verband am Dienstag unter Berufung auf Zahlen des Statistischen ...
Paritätischer Wohlfahrtsverband
:Bayern hat bundesweit die wenigsten Armen
Besonders niedrig sind die Armutsquoten in Schwaben (11,4 Prozent), Oberbayern (11,8) und Niederbayern (12,3), etwas höher in den drei fränkischen Regierungsbezirken und der Oberpfalz.
MeinungKatharina Greve
:Was ich mal werden will
Bildung
:Lesen lernen mit Lionel Messi
Kinder in Deutschland lesen seit Jahrzehnten immer schlechter. Nun wollen Forscher wie Ulrich Ludewig den Trend umkehren – ausgerechnet mithilfe von künstlicher Intelligenz.
Regensburger Armutsbericht
:„Ich habe das Gefühl, Armut kann man riechen“
Nach über einem Jahrzehnt veröffentlicht Regensburg wieder einen Armutsbericht. Der zeigt, dass auch in einer vermeintlich wohlhabenden Stadt Menschen am Rande des Existenzminimums leben – und sich dafür schämen.
Westafrika
:Die Rückkehr der Stummelaffen
In kaum einem Land der Welt wurden in den vergangenen Jahren mehr Bäume gefällt als in Sierra Leone. Umso bizarrer ist die Schönheit der Insel Tiwai, die vor allem von einem Mann gerettet wurde: Tommy Garnett.
Deutsches Schulbarometer
:Psychische Belastung von Schülern erstmals seit Corona gestiegen
Kindern und Jugendlichen geht es wieder schlechter, jeder Vierte fühlt sich laut einer repräsentativen Befragung belastet. Schulen könnten dem entgegenwirken, nutzen ihre Möglichkeiten aber zu wenig.
Kino
:Ein Film, den man an Schulen zeigen sollte
Die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne erzählen in ihrem neuen Kinofilm über „Junge Mütter“. Wer wissen will, warum der Sozialstaat unbedingt gebraucht wird, ist hier goldrichtig.
Organisiertes Verbrechen
:Südafrika schickt die Armee in die Townships
Bandenkriege erschüttern Kapstadt und andere Orte in Südafrika, die Polizei wirkt hilflos. Nun mobilisiert der Präsident Soldaten. Ist das eine gute Idee?
Sozialpolitik
:Neue Armutszahlen fachen Debatte über Sozialstaat an
Etwa 13,3 Millionen Menschen gelten inzwischen als armutsgefährdet, fast jeder sechste. Die SPD warnt vor Kürzungen bei der sozialen Sicherung. Die Union setzt darauf, die Menschen mit strengeren Regeln und Anreizen in Arbeit zu bringen.
Neue Einkommensstatistik
:Auch im reichen Bayern: 1,6 Millionen Menschen sind armutsgefährdet
Etwa 12,4 Prozent der Menschen im Freistaat leben an der Grenze zur Armut. Besonders gefährdet: Single-Haushalte und Alleinerziehende.
MeinungRente
:Wenn Armut ein junges Gesicht bekommt
Für die junge Generation bringt der demografische Wandel gewaltige finanzielle Belastungen. Höchste Zeit für einen Weckruf aus der Sicht einer jungen Autorin.
Bedürftige im Landkreis Fürstenfeldbruck
:Maisacher Tafel ist vorerst gerettet
Ein Hilferuf im Herbst hat große Solidarität ausgelöst. Dank vieler Spenden kann das Projekt der Bürgerstiftung weitergeführt werden. Warum es trotzdem nicht über den Berg ist.
Reden wir über Geld mit Philipp Herrmann
:„Zu Hause war das Thema Geld immer mit Angst verbunden“
Philipp Herrmann hat ein Unternehmen aufgebaut und es nach sieben Jahren für Millionen verkauft. Jetzt unterstützt er andere Gründer. Zu Geld hat er ein zwiespältiges Verhältnis.
Kindergesundheit
:„Wir haben mehr Depressionen, mehr Ängste, mehr Traurigkeit, mehr Hoffnungslosigkeit“
Martin Holtmann, Leiter der LWL-Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hamm, sieht eine Gesundheitskrise bei jungen Menschen. Eine verlorene Generation fürchtet er aber nicht.
Oxfam-Bericht
:Die Superreichen werden reicher und gefährden die Demokratie
Die Organisation Oxfam verzeichnet eine massiv ansteigende Ungleichheit. Sie warnt, dass diese nicht nur zu mehr Armut führt, sondern auch demokratische Strukturen zerstört.
Reden wir über Geld
:„Der Durchschnittsdeutsche ist dem Bürgergeldbezieher näher als dem Millionär“
Wenn Jobcenter Arbeitslose sanktionieren, gleicht der Verein von Helena Steinhaus das aus. Zu ihr kommen Mütter, die kein Geld für Babymilch haben – und sie sagt: Sparen müsste der Staat woanders.
Kinder- und Jugendentwicklung
:„Eltern sind heute mit ganz anderen Erwartungen konfrontiert“
Die einen spielen Klavier und Tennis, andere haben nicht einmal zwei Paar Schuhe – Kinder spüren solche Unterschiede. Pädagogikprofessorin Sabine Walper über die Ursachen und darüber, was zu tun wäre.
Wohnungslosigkeit
:Was bedeutet der Winter für Obdachlose?
Trotz der massiven Kälte nehmen nicht alle Betroffenen die zahlreich bestehenden Hilfsangebote an. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zu Besuch in der Wärmestube in Nürnberg.
Proteste in Iran
:„Wir können nicht mehr“
Iran erlebt die vierte Protestwelle in acht Jahren – wieder geht es auch um Freiheit, aber dieses Mal besonders um die wirtschaftliche Not. Auf die Straße wagen sich die Ärmeren, die Verzweifelten.
Schulden
:Wann die Privatinsolvenz hilft – und wann nicht
Immer mehr Menschen sind überschuldet. Viele suchen erst spät Hilfe. Eine Schuldnerberaterin erklärt, wie Betroffene den schwierigen ersten Schritt machen und wie das Verfahren abläuft.
SZ Gute Werke
:Was es bedeuten kann, zu früh geboren zu sein
Die Schwangerschaft einer jungen Frau verlief problemlos, bis sie mit Schmerzen in die Klinik fährt. Wegen einer Infektion kommen ihre Zwillinge viel zu früh auf die Welt. Was die alleinerziehende Mutter seitdem bewältigen muss.
Psychologie
:Die Kraft des Mitgefühls
Wer mit anderen Menschen fühlt, stärkt das eigene Empfinden von Sinn und Verbundenheit.
Sozialstaat
:Das Märchen von den armen Kindern
Geht es in Deutschland wirklich immer unsozialer zu? Der ehemalige Generalsekretär der Caritas, Georg Cremer, hält viele Klagen für „empiriefreie Empörung“ und fordert, genauer auf die Fakten zu schauen.
SZ Gute Werke
:„Armen fehlt oft der Zugang zu medizinischer Versorgung“
Schnell, unbürokratisch und gezielt helfen die Sozialpsychiatrischen Dienste mit den Spenden des SZ-Projekts Gute Werke. Die Einrichtung unter dem Dach der Diakonie kümmert sich um Menschen, die aufgrund von Krankheit in soziale Not geraten oder durch Armut krank geworden sind.
Kinderarmut
:Warum ein Zehnjähriger nie wieder einen Schulfreund zu sich einladen möchte
Nur ein Mal hat Ilyas zu Hause Besuch von einem Mitschüler bekommen. Als der Junge ihn am nächsten Tag in der Schule arm nennt, kommt er in Tränen aufgelöst nach Hause. Wie es für Kinder ist, in Armut aufzuwachsen.
SZ Gute Werke
:„Für Kinder ist Scham ein großes Thema“
Auch im Münchner Speckgürtel fehlt vielen Familien das Geld, um über die Runden zu kommen. Martina Rusch vom Kinderschutzbund Starnberg weiß, was das mit Kindern macht und wie man ihnen helfen könnte. SZ Gute Werke möchte sie dabei unterstützen – durch einen Zuschuss für den Hilfsfonds der Organisation.
Studie des DGB
:Zufrieden, aber schlecht bezahlt: So geht es den Azubis in Bayern
Mehr als die Hälfte der Lehrlinge kann kaum oder gar nicht von der Ausbildungsvergütung leben. Ein Problem: die hohen Mieten. Mancher muss sogar zu drastischen Mitteln greifen.
Studie
:Macht Wohnen arm?
Hohe Mieten sind ein Armutstreiber, argumentiert der Paritätische Gesamtverband. Das Problem sei aber bislang zu wenig sichtbar, sagt der Verband. Auch, weil es nicht präzise berechnet wurde.
Leben in Bayern
:Miete, Heizen, Strom: Fast jeder Fünfte ist danach arm
Die hohen Wohnkosten fressen oft einen guten Teil des Einkommens auf. Eine Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zeigt: Auch in Bayern sind viel mehr Menschen armutsgefährdet als gedacht.
Armut in München
:Der Mann, der kein Geld mehr für den Supermarkt hat
Die hohen Preise spüren alle, für Bedürftige aber ist die Lage dramatisch. Besuch bei einem Münchner, dessen Konto leer ist und der hofft, dass die Vorräte bis zum Monatsende reichen.
SZ Gute Werke
:„Ich sehe fast nichts mehr“
Er fuhr Motorrad, wanderte nach Teneriffa aus, führte ein Restaurant. Heute kann Hans-Peter R. kaum noch Miete und Essen bezahlen, nun wurde ihm die Wohnung gekündigt.
Vermögensunterschiede
:Wie man Reichtum verschleiert
Muss man, um als arm zu gelten, Hunger leiden? Ist ein Oberstudienrat reich? Der siebte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist voller Fehler und verharmlost die Armut.
Armut in München
:„Überall ging ich zu Fuß hin – egal, wie lang. Ein MVV-Ticket war zu teuer“
Ein Geburtstagsgeschenk zu besorgen, bringt Andreas in die Bredouille. Thomas pflegt seine Eltern, weil ein Heimplatz zu teuer ist. Und Henriettes Sohn kann nicht mehr in den Kindergarten gehen. Was Armut für Münchnerinnen und Münchner bedeutet.
Hilfe für Bedürftige
:Maisacher Tafel gerät in finanzielle Schieflage
Nach dem Ausfall zweier Großspender hält die Bürgerstiftung den Betrieb aufrecht, sucht aber dringend neue Spender. Wie es nun weitergehen soll.
Geschichte des Bayerischen Waldes
:Wie der Wilde Osten wirklich war
Richard Loibl räumt in einem neuen Buch gründlich mit Vorurteilen und Zerrbildern auf, die es über den Bayerischen Wald gibt. Bayerns jungem Königreich wirft er eine miserable Politik vor.
MeinungGreve
:Bald keine Minderheit mehr
Statistisches Bundesamt
:2,2 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland armutsgefährdet
Im vergangenen Jahr war etwa jedes siebte Kind von Armut bedroht. Der Anteil lag zwar unter dem EU-Durchschnitt, doch ist die Quote zuletzt gestiegen.
Johannesburg
:Ist diese Stadt noch zu retten?
Johannesburg ist bekannt für seine prächtige Natur, aber auch für Verfall und Verwahrlosung, Korruption und Kriminalität. Hier sollen sich jetzt also die G20 treffen? Über eine Stadt, die sich aufgegeben hat und Menschen, die das nicht hinnehmen.
Unterhaltsvorschuss
:Männer, die nicht zahlen wollen
Wenn ein Elternteil nicht für das gemeinsame Kind aufkommt, springt erst einmal der Staat ein. In den meisten Fällen bekommt er das Geld nicht zurück.
USA
:Amerikanischer Albtraum
Der Shutdown unter Trump macht Besserverdiener zu Bedürftigen. Im reichsten und mächtigsten Land der Welt gehen jetzt massenhaft Menschen zu einer Art Armenspeisung. Szenen aus Montgomery County.
Armut
:Jeder vierte Minderjährige auf Sozialleistungen angewiesen
Die Betroffenen wachsen in Haushalten auf, die ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise durch Transferleistungen bestreiten.
Auswirkungen des Shutdowns
:US-Armee schickt Soldaten zur Tafel
Wegen ungewisser Gehaltszahlungen gibt die Armee den Streitkräften Tipps zur Essensversorgung. Nur sind die Tafeln gar nicht zuständig – und reagieren „mindestens irritiert“.
MeinungPrivate Finanzen
:Es braucht andere Debatten, um das Leben besser zu machen
Die Hälfte der Deutschen hat keinen ausreichenden Notgroschen beiseitegelegt, viele schätzen ihre finanzielle Zukunft pessimistisch ein. Doch statt sich darum zu kümmern, führt die Politik Debatten übers Gendern oder das „Stadtbild“.
SZ JetztUngleichheit
:Warum sozialer Aufstieg eine Illusion ist
In Deutschland wird es immer schwerer, sich aus der Armut zu kämpfen. Unser Autor weiß: Wer es dennoch schafft, wird zu einer Erfolgsgeschichte gemacht, die es so kaum gibt.
Leiden an der Ungleichheit
:Menschen mit geringem Einkommen haben häufiger depressive Symptome
Aktuelle Daten zeigen, dass besonders arme Menschen mit niedrigem Bildungsstand unter den multiplen Krisen der Gegenwart leiden. Experten sehen den Zusammenhalt gefährdet, aber auch Lösungen.
MeinungNeue Grundsicherung
:Der Papst liebt die Armen, Merz eher nicht
Das Konzept der Bundesregierung hat zwei große potenzielle Gegner: das Bundesverfassungsgericht und den Vatikan.
Statistisches Bundesamt
:Fünf Millionen Menschen können Wohnung nicht ausreichend heizen
Das seien etwa 6,3 Prozent der Bevölkerung, teilt das Statistische Bundesamt mit. Der Anteil sei allerdings gegenüber dem Vorjahr kleiner geworden.
Reichensteuer
:„Ich halte die Ungleichheit für das Kardinalproblem unseres Landes“
Die Bundesregierung benötigt mehr Einnahmen. Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge erklärt, warum Milliardäre Teile ihres Vermögens den Armen in der Gesellschaft geben sollten.