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Meldungen im Rückblick:Die Coronavirus-Pandemie in Bayern - die Monate Januar und Februar

Coronavirus in Bayern - Gesundheitsministerin Melanie Huml

Wenige Stunden, nachdem der erste Coronavirus-Fall bekannt geworden ist, informiert die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml über die Folgen.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)
  • Am 27. Januar 2020 meldet das bayerische Gesundheitsministerium spätabends den ersten Coronavirus-Fall Deutschlands: Ein Mann aus Bayern hat sich mit dem neuartigen Erreger angesteckt.
  • In den Tagen darauf werden stetig neue Fälle bekannt, die Patienten in Krankenhäusern isoliert. Personen, die zu ihnen engeren Kontakt hatten, werden ebenfalls getestet und müssen teilweise zu Hause in Quarantäne bleiben. Der Automobilzulieferer Webasto, wo die ersten Fälle aufgetreten sind, schließt seine Zentrale in Stockdorf bei München für zwei Wochen komplett.
  • Am 27. Februar ist der Webasto-Ausbruch beendet, aber noch am selben Tag wird eine neue Coronavirus-Infektion bestätigt - diesmal geht sie auf Italien zurück.
  • In diesem Artikel finden Sie die Entwicklungen rund um den ersten Coronavirus-Ausbruch in Bayern von Januar bis Ende Februar.
  • Die aktuellsten Entwicklungen finden Sie im aktuellen Newsblog aus Bayern.
  • Die Meldungen im Rückblick: Januar und Februar, März, April, Mai und Juni.

Drei neue Fälle in Bayern

Samstag, 29. Februar, 22.28 Uhr: In Bayern gibt es drei weitere Coronavirus-Fälle. Es handele sich um Patienten aus Oberbayern, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Samstagabend mit. Die drei neuen Infektionen wurden nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bis zum späten Samstagnachmittag bestätigt. Aktuell gibt es nach Angaben des Ministeriums damit insgesamt vier bestätigte Krankheitsfälle im Freistaat. Die 14 bereits zuvor infizierten Menschen in Bayern sind bereits wieder auskuriert.

Nürnberger in Baden-Württemberg erkrankt

Freitag, 28. Februar, 17.31 Uhr: Ein Mann aus Nürnberg ist während einer Geschäftsreise nach Baden-Württemberg positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der 36-Jährige werde in einem Krankenhaus in Karlsruhe isoliert behandelt, teilten das Gesundheitsministerium in Stuttgart sowie die Stadt Nürnberg am Freitag mit. Auch seine Familie habe Symptome gezeigt, hieß es. Die Ehefrau, zwei Kinder sowie die Schwiegermutter des Mannes befänden sich in einer Nürnberger Isolierstation zur Abklärung. Mit den Testergebnissen werde frühestens am Samstag gerechnet.

Was die Behörden Italien-Urlaubern empfehlen

Freitag, 28. Februar, 16.25 Uhr: Zum Ende der bayerischen Faschingsferien hat das Gesundheitsministerium ein spezielles Informationsblatt für Rückkehrer aus dem Italien-Urlaub veröffentlicht. Wer in den vergangenen zwei Wochen in einem der Coronavirus-Risikogebiete gewesen sei, solle in jedem Fall zu Hause bleiben und "unnötige Kontakte" zu anderen Menschen vermeiden, heißt es darin. Als offizielles Risikogebiet gilt zum Beispiel die Region Lombardei westlich des Gardasees. Träten zudem innerhalb von zwei Wochen nach der Rückkehr von dort Krankheitssymptome auf, solle man sich sofort telefonisch beim Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 melden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Als mögliche Symptome werden genannt: Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen oder Durchfall.

Völlig unabhängig davon, ob er oder sie sich krank fühlt, muss sich jede Person beim örtlichen Gesundheitsamt melden, sollte sie in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem Menschen gehabt haben, bei dem das neuartige Coronavirus nachgewiesen wurde. Wer hingegen keinen solchen Patienten getroffen habe oder in einer anderen italienischen Region unterwegs war, der müsse "keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen" treffen, schreibt das Ministerium. Eine aktuelle Liste der offiziellen Risikogebiete nicht nur in Italien kann auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts abgerufen werden. Generell rät das Gesundheitsministerium derzeit älteren oder chronisch kranken Menschen von Reisen nach Norditalien ab.

Auch München beruft städtischen Krisenstab ein

Freitag, 28. Februar, 15.20 Uhr: Wegen des Coronavirus hat die Landeshauptstadt erstmals seit gut vier Jahren wieder einen "Stab für außergewöhnliche Ereignisse" einberufen. Er wolle sicher sein, dass München gut vorbereitet sei, "wie auch immer sich die Lage weiter entwickeln wird", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter. In diesem Stab sitzen, je nach Situation, Vertreter verschiedener Behörden zusammen. Er dient vor allem dazu, deren Arbeit zu koordinieren und Abstimmungen zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Im Rathaus hat man registriert, dass sich in den vergangenen Tagen vermehrt "besorgte" Bürger wegen des Coronavirus-Ausbruchs gemeldet haben - und diese Zahl werde weiter steigen, wenn jetzt viele Münchner aus den Ferien zurückkämen, heißt es in einer Mitteilung. Zuletzt wurde in der Stadt ein "Stab für außergewöhnliche Ereignisse" im Herbst 2015 eingesetzt: Damals kamen binnen weniger Tage Zehntausende Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof an, die die Behörden versorgen und unterbringen mussten.

Messen sollen Aussteller aus Risikogebieten ausladen

Freitag, 28. Februar, 14.15 Uhr: Wegen des Ausbruchs des Coronavirus bittet die Staatsregierung Messeveranstalter in Bayern, Aussteller aus Risikogebieten auszuladen. Sollte das nicht möglich sein, müsse überdacht werden, ob die komplette Messe abgesagt wird, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml am Freitag nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses. Es gehe um Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. Es sollten nicht alle Großveranstaltungen abgesagt werden, betonte die Ministerin. Die Veranstalter im Freistaat sollten aber alle in naher Zukunft geplanten Events den Gesundheitsbehörden melden. Dann solle gemeinsam entschieden werden, wie man damit umgeht. Erst am Donnerstag war die für kommende Woche geplante Waffen- und Jagdmesse IWA in Nürnberg verschoben worden.

Am Freitag berieten in der Staatskanzlei diverse Minister über den Umgang mit der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19. Im Anschluss teilte Huml mit, dass der Freistaat einen Krisenstab einrichtet. Darin sei vor allem das Innenministerium einbezogen. Bislang habe eine Arbeitsgruppe des Gesundheitsministeriums etwa 25-mal getagt, sagte Huml. Diese sei zuletzt schon mit Vertretern anderer Ministerien verstärkt worden.

In Bayern können derzeit täglich 1200 Proben auf das Virus Sars-CoV-2 untersucht werden. "Das wird schon noch mehr werden", sagte Andreas Zapf, der Leiter des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), der ebenfalls an der Sitzung des Kabinettsausschusses teilnahm. Die aktuelle Zahl beruhige ihn aber schon mal. Seit Januar werde die Laborkapazität erhöht. Auf den Erreger getestet werden inzwischen auch alle neu ankommenden Flüchtlinge und Asylbewerber - schon bei ihrer Ankunft in Bayern, wie Innenminister Joachim Herrmann sagte. Bislang sei kein positiver Fall dabei gewesen.

Ganze Ortschaften abzuriegeln, wie etwa in Italien geschehen, das steht in Bayern nicht zur Diskussion. "Definitiv nicht", sagte Herrmann. Der Freistaat verfolge die Strategie, Personen die krank sind oder bei denen ein Verdacht bestehe, zu isolieren und unter Quarantäne zu stellen.

Dem infizierten Oberarzt geht es nach eigenen Worten gut

Freitag, 28. Februar, 12.30 Uhr: Zum neuen Coronavirus-Fall in Bayern werden weitere Einzelheiten bekannt. Dem Mann gehe es gesundheitlich gut, er werde in einem Isolierzimmer überwacht, teilte das Uni-Klinikum Erlangen mit. In der dortigen Hautklinik arbeitet er als Oberarzt, wo er nun auch behandelt wird. "Ich war perplex, als ich am Mittwochabend den Anruf aus dem Gesundheitsamt bekam, dass ich mich womöglich von einem italienischen Kollegen bei einer Konferenz in München mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte", wird der Arzt in einer Mitteilung des Klinikums zitiert. Aktuell gehe es ihm gut: "Der Hals kratzt ein wenig, die Nase läuft, es ist wie bei einer leichten Erkältung." Fieber habe der Patient nicht, teilte das Klinikum mit, sein Zustand sei stabil.

In der betroffenen Hautklinik wird momentan beraten, wie das Haus mit dem Corona-Fall umgehen soll. Dies soll in den kommenden Stunden entschieden werden. Zunächst muss wohl überprüft werden, ob sich Patienten und Mitarbeiter, die mit dem betroffenen Mediziner Kontakt hatten, angesteckt haben. In der Hautklinik sollen in den kommenden Tagen dann voraussichtlich nur noch Notfälle behandelt werden und Patienten, die auf eine dauerhafte Therapie angewiesen sind. Ob Patienten, deren hautärztliche Therapie beendet ist, für 14 Tage in der Klinik bleiben müssen oder zur Quarantäne nach Hause geschickt werden können, muss dann wohl das Gesundheitsamt entscheiden.

Ministerin appelliert: Lasst kranke Kinder zu Hause!

Freitag, 28. Februar, 11.55 Uhr: Die bayerische Familienministerin Carolina Trautner ruft Eltern zur Besonnenheit auf. "Der Betrieb der Kitas läuft mit den ohnehin üblichen und allseits bekannten Hygienemaßnahmen uneingeschränkt weiter", sagte sie. Wenn ein Kind Krankheitssymptome aufweise, die auf das neuartige Coronavirus schließen lassen - wie etwa Husten oder Schnupfen -, sollte es nicht in den Kindergarten oder die Krippe geschickt werden, sondern erst dann wieder, wenn es ganz gesund sei. Haben sich die Kinder mit entsprechenden Symptomen in den bekannten Verbreitungsgebieten des Coronavirus aufgehalten, dürften sie die Kita nicht mehr besuchen, sagte Trautner. Eltern sollten mit ihren Kindern in diesem Fall auch nicht in Arztpraxen gehen, sondern den Hausarzt oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 anrufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Bayerns erster Patient berichtet von seiner Zeit in der Klinik

Freitag, 28. Februar, 11.45 Uhr: Deutschlands erster Coronavirus-Patient ist sich nach eigenen Worten nie richtig krank vorgekommen. "Ich habe mich nie in Lebensgefahr gefühlt", sagte er dem Radiosender Bayern 1 in einem Interview. Die Diagnose sei natürlich schockierend gewesen. "Mir kam das alles sehr surreal vor", berichtete der Mann aus dem Landkreis Landsberg. "Warum muss ich jetzt der Erste sein, der das hat?"

Der damals 33-Jährige hatte sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma Webasto angesteckt. "Für mich war sie komplett gesund", sagte der Mann über den Tag, als er die Frau bei einer Schulung traf. In den Tagen vor seiner Isolierung Ende Januar habe er zwar Schnupfen, Husten und Fieber gehabt, dies allerdings der Jahreszeit wegen als normal abgetan und sich dann auch wieder gesund gefühlt. "Mir ging es eigentlich auch nie schlecht."

Zweieinhalb Wochen war der Mann im Klinikum München-Schwabing. "Es war ein sehr, sehr langweiliger Alltag", sagte er. Zugleich wirft er den Behörden vor, sich sehr lange Zeit gelassen zu haben, um die Kriterien für eine Entlassung aus dem Krankenhaus festzulegen. "Da hat man keine Rücksicht auf uns genommen." Das Warten und die Perspektivlosigkeit hätten ihn und die anderen Patienten psychisch sehr belastet. "Wir waren gesund, wir waren mehr oder weniger gefangen in dieser Anstalt und wir mussten darauf warten, bis das Ministerium sich entscheidet." Der Mann wird nach eigenen Worten immer noch regelmäßig auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet. "Ich bin zu Hause, ich darf aber ganz normal rausgehen." Nur in die Arbeit dürfe er nach wie vor nicht.

Neuerlicher Coronavirus-Fall in Bayern

Donnerstag, 27. Februar, 22.25 Uhr: In Bayern gibt es einen neuen Coronavirus-Fall. Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte, handelt es sich dabei um einen Mann aus Mittelfranken. Dieser hatte offenbar bei einem Kongress in München Kontakt zu einem Italiener, der bei seiner Rückkehr nach Italien positiv auf das Virus getestet wurde. Man gehe daher davon aus, dass sich der Mann aus Mittelfranken bei dem Italiener angesteckt habe, erklärte der Ministeriumssprecher Jörg Säuberlich am Abend der SZ. Das zuständige Gesundheitsamt habe bereits damit begonnen, mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln. Sie müssen dann für zwei Wochen zu Hause in Quarantäne.

Später bestätigte das Ministerium SZ-Informationen, dass es sich bei dem infizierten Mann um einen Mediziner der Universitätsklinik Erlangen handelt. Dort wird er momentan auch behandelt und isoliert. Die Erlanger Hautklinik, in der der Mann tätig ist, will nun alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Patienten und Mitarbeiter zu schützen. Das Gesundheitsministerium will am Freitag weitere Details bekanntgeben.

Letzter Coronavirus-Patient darf Schwabinger Klinik verlassen

Donnerstag, 27. Februar, 17.18 Uhr: Nach gut vier Wochen ist Bayern offiziell wieder Coronavirus-frei - zumindest vorerst. Der letzte Patient sei aus dem Krankenhaus entlassen worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagnachmittag mit. Nähere Angaben zur Person machte es nicht. Er war im Klinikum München-Schwabing behandelt worden, nachdem er sich mit dem neuartigen Erreger Sars-CoV-2 angesteckt hatten. Insgesamt waren in Bayern 14 Coronavirus-Fälle bekannt geworden, der erste davon vor viereinhalb Wochen.

Waffen-Messe in Nürnberg abgesagt

Donnerstag, 27. Februar, 16.40 Uhr: Die Nürnberger Messegesellschaft hat am Donnerstagnachmittag die Waffen- und Jagdmesse IWA auf unbestimmte Zeit verschoben. Mit gut 1600 Ausstellern und 45 000 Fachbesuchern ist sie nach der Shot Show in Las Vegas die zweitgrößte Messe ihrer Art weltweit. Ursprünglich sollte sie vom 6. bis 9. März stattfinden. Traditionell tummeln sich auf der IWA sehr viele Aussteller und Besucher aus China und der Lombardei. "Wir sind aufgrund der neuesten Entwicklungen und Aussagen der Experten und des Gesundheitsministers zu der Entscheidung gelangt, die auch von der Branche so mitgetragen wird", sagte der Nürnberger Messesprecher-Thomas Koch. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest.

Coronavirus-Patient im Kino - Sitznachbarn in Quarantäne

Donnerstag, 27. Februar, 16.07 Uhr: Nach dem Kinobesuch eines Coronavirus-Patienten in Neu-Ulm müssen mehrere Sitznachbarn des Mannes in Quarantäne. Die vier Kinobesucher dürfen nach Anordnung des Gesundheitsamtes vorläufig ihre Wohnung nicht mehr verlassen, teilte das Landratsamt in Neu-Ulm am Donnerstag mit. Die Behörde geht davon aus, dass insgesamt acht Kinobesucher, die in unmittelbarer Nähe des erkrankten 25-Jährigen saßen, gefährdet sind. Nach den anderen vier Betroffenen wird noch gesucht.

Der 25-Jährige aus dem Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg hatte am Samstagabend das Kino in Neu-Ulm besucht. In dem Filmsaal saßen insgesamt 138 Besucher. Die anderen Gäste, die weiter entfernt von dem Patienten saßen, sollen in den kommenden Tagen auf Krankheitssymptome wie Fieber, Husten oder Schnupfen achten. Falls sie erkrankten, sollten die Kinogäste sofort die Kontakte zu anderen Menschen minimieren und ihren Hausarzt sowie das örtliche Gesundheitsamt anrufen.

Bayern verspricht von Corona betroffenen Betrieben Hilfe

Donnerstag, 27. Februar, 15.54 Uhr: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) stellt von den Auswirkungen des neuartigen Coronavirus betroffenen Betrieben finanzielle Hilfe in Aussicht. "Wir lassen unsere Unternehmen nicht im Stich, sollten sie wegen des Coronavirus in Schieflage geraten", sagte er am Donnerstag. Komme es zu Liquiditätsproblemen, beispielsweise durch unterbrochene Lieferketten, könnten Betriebe Kredite und Bürgschaften durch die LfA Förderbank Bayern erhalten, sofern sie über ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell verfügten.

Aiwanger sagte, er hoffe, dass es zu keiner dramatischen Zuspitzung der Situation kommen werde, "aber wir sind vorbereitet". Sollte die Situation "über die bayerischen Möglichkeiten hinaus eskalieren", erwarte er Unterstützung vom Bund. Künftig soll es jeweils Montagvormittag einen runden Tisch mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft und der Messen sowie der LfA Förderbank Bayern im Ministerium geben.

Sondersitzung des bayerischen Kabinetts

Donnerstag, 27. Februar, 14.25 Uhr: Die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 beschäftigt nun außer der Reihe die bayerische Staatsregierung. In einem Kabinettsausschuss wollen sich einzelne Ministerien mit Regierungschef Markus Söder (CSU) am Freitag mit Vertretern des Robert Koch-Institutes (RKI) über die Lage in Bayern und den anderen Bundesländern austauschen.

Im Fokus soll dabei die Frage stehen, wie der Freistaat auf eine möglicherweise bevorstehende Ausbreitung vorbereitet ist. Dabei geht es etwa um vorhandene Kapazitäten von geeigneten Quarantänebetten in Krankenhäusern. An der Sitzung nehmen laut Staatskanzlei teil: Gesundheitsministerin Melanie Huml, Innenminister Joachim Herrmann, Staatskanzleichef Florian Herrmann, Sozialministerin Carolina Trautner, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (alle CSU), Kultusminister Michael Piazolo, Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert (beide Freie Wähler) sowie RKI-Präsident Lothar Wieler und der Leiter des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.

Entwarnung bei spanischer Schülergruppe

Donnerstag, 27. Februar, 8.57 Uhr: Ein Coronavirus-Verdacht bei einer spanischen Reisegruppe in Oberbayern hat sich nicht bestätigt. Unter den Schülern mit Grippesymptomen gebe es keinen begründeten Verdachtsfall auf Covid-19, teilte das Landratsamt Rosenheim mit. Stattdessen gehe man von Grippe aus. Getestet auf das Coronavirus wurden die spanischen Schüler allerdings nicht. Am Mittwochnachmittag waren drei von ihnen mit Grippesymptomen in ein Krankenhaus gebracht worden. 15 weitere Personen aus der 32-köpfigen Reisegruppe wurden mit leichten Symptomen zur Beobachtung ebenfalls in Krankenhäuser gebracht. Die Gruppe hatte am Mittwoch das Schloss Herrenchiemsee besucht.

Coronavirus-Patient im Kino - Gesundheitsamt warnt andere Besucher

Mittwoch, 26. Februar, 14.20 Uhr: Nach dem Kinobesuch eines Coronavirus-Patienten in Neu-Ulm warnt das Gesundheitsamt andere Gäste des Filmtheaters vor einer möglichen Ansteckung. Wie das Landratsamt in Neu-Ulm am Mittwoch berichtete, hatte sich der Mann aus dem Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg am vergangenen Samstagabend den Krimi-Thriller "Bad Boys for Life" angeschaut. In dem Saal des Neu-Ulmer Kinos seien 138 Besucher gewesen. Später sei bei dem 25-Jährigen das neuartige Virus nachgewiesen worden.

"Die Möglichkeit einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus besteht für Personen, die mindestens 15 Minuten in Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt mit dem Erkrankten waren", heißt es in einer Mitteilung der Kreisbehörde. Auf welche Besucher dies möglicherweise zutreffe, könne im Nachhinein nicht näher bestimmt werden.

Besucher der Kinovorführung, die in den kommenden zehn Tagen Krankheitssymptome wie Fieber, Husten oder Schnupfen bekämen, sollten sofort die Kontakte zu anderen Menschen minimieren und ihren Hausarzt sowie das örtliche Gesundheitsamt anrufen, betonte das Landratsamt. Der 25-Jährige hatte sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt. Am Mittwoch wurde bekannt, dass sich auch seine Reisebegleiterin sowie deren Vater infiziert haben.

Preis für Mundschutzmasken 20 Mal höher

Mittwoch, 26. Februar, 14.20 Uhr: Die hohe Nachfrage nach Mundschutz- oder OP-Masken zum vermeintlichen Schutz vor dem Coronavirus führt vereinzelt zu extremen Preissprüngen. So bot zum Beispiel ein Händler bei Amazon eine Box mit 50 Gesichtsmasken "mit elastischen Ohrschlaufen weiß 3-lagig" des Herstellers SF am Mittwoch für 95,50 Euro an. Versandapotheken hatten das gleiche Produkt vor kurzem noch für 3,95 Euro im Angebot gehabt - jetzt ist es ausverkauft.

Dem US-Internetmagazin Wired zufolge hat Amazon einige überteuerte Angebote bereits von seinen Seiten entfernt und Händler gewarnt, keine unangemessenen Preise zu fordern. Ein Amazon-Sprecher sagte in München, Verkäufer setzten ihre Preise selbst fest, aber bei Verstößen gegen die Richtlinien werde Amazon Maßnahmen ergreifen. Ein SF-Mitarbeiter in Berlin sagte auf Anfrage, wegen der hohen Nachfrage habe es Preiserhöhungen gegeben, aber die Masken seien derzeit nicht mehr lieferbar. Das nutzten einige wohl spekulativ aus.

Ein weiterer Corona-Patient aus Klinikum Schwabing entlassen

Dienstag, 25. Februar, 16.55 Uhr: Wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte, befindet sich nur noch eine Person, bei der das Coronavirus bestätigt worden ist, im Krankenhaus in München-Schwabing. Am Dienstag sei ein weiterer Patient entlassen worden. Es bleibt nach Ministeriumsangaben beim Stand von 14 nachgewiesenen Corona-Fällen im Freistaat.

Bayern will Italien-Reisende wegen Coronavirus informieren

Dienstag, 25. Februar 16.11 Uhr: Wegen des Coronavirus-Ausbruchs in Italien will die Staatsregierung Reisende so gut wie möglich aufklären. Dafür hätten sich Vertreter unter anderem der Ministerien für Gesundheit, Verkehr und Inneres am Dienstag beraten, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). In den Faschingsferien seien derzeit viele Menschen in Italien und kämen per Flugzeug, Bus oder mit dem Auto zurück. Beispielsweise solle auch vermehrt in Zügen informiert werden, sagte Huml. Es sei ganz wichtig, "dass wir diejenigen, die betroffen sein könnten, erreichen". Das Infomaterial, das bisher stark auf China - als Ursprungsland der Epidemie - ausgelegt sei, solle aktualisiert werden. So habe das Robert Koch-Institut neue Risikogebiete benannt. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.

Italien-Rückkehrer dürfen vier Wochen kein Blut spenden

Dienstag, 25. Feburar, 15.53 Uhr: Zum Schutz vor weiteren Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus dürfen Reiserückkehrer aus Italien bei den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes und des Bayerischen Roten Kreuzes vier Wochen lang kein Blut spenden. Die Zeitspanne werde ab der Rückkehr berechnet, sagte Sprecher Patric Nohe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Für Reisende aus der gesamten Volksrepublik China sowie aus Nord- und Südkorea betrage die Sperre seit längerem ohnehin vier Wochen, allerdings wegen des Chikungunya-Virus. Es kann durch Stechmücken übertragen werden und die Tropenkrankheit Chikungunyafieber verursachen. "Die Inkubationszeit des neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) liegt bei bis zu 14 Tagen und ist somit durch diese Maßnahme ebenfalls abgedeckt", so Nohe.

Zug nach München am Brenner wegen Corona-Verdachts gestoppt

Montag, 24. Februar, 8.50 Uhr: Der aus Furcht vor dem Coronavirus am Brenner gestoppte Eurocity ist mit mehrstündiger Verspätung am frühen Montagmorgen in München angekommen. Zahlreiche Passagiere - vereinzelt mit Gesichtsmasken, verließen den aus Venedig eingetroffenen Zug am Hauptbahnhof.

Den Zwangsstopp für zwei Züge am italienisch-österreichischen Grenzübergang hatten zwei Frauen an Bord ausgelöst, die Fieber und starken Husten hatten. Nach Angaben des österreichischen Innenministeriums fiel ein Test auf das Virus negativ getestet. Kurz vor Mitternacht hatten die österreichischen Behörden dann grünes Licht für die Weiterfahrt der rund 500 Reisenden gegeben.

Zuvor waren alle Passagiere des Eurocitys (EC) 86 von Venedig nach München in den nachfolgenden EC 1288 ebenfalls mit dem Ziel München umgestiegen. Das österreichische Innenministerium teilte mit, bei allen Passagieren, die in Österreich aussteigen, würden Identitätsfeststellungen vorgenommen. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, er gehe nicht von einer Registrierung der Passagiere aus dem Zug in Deutschland aus. Die Aussteigenden dürften nach seinem Wissen den Bahnhof ohne Einschränkung verlassen. Der Zugverkehr mit Italien verlief am Montagmorgen wieder planmäßig.

Nur noch zwei Patienten im Krankenhaus

Freitag, 21. Februar, 14.10 Uhr: Erneut ist ein Patient aus dem Schwabinger Krankenhaus entlassen worden, das hat das Gesundheitsministerium mitgeteilt. Damit sind nur noch zwei Personen in Behandlung, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben.

Was in Schwabing über die Krankheit herausgefunden wurde

Freitag, 21. Februar, 13.10 Uhr: Clemens Wendtner und seine Kolleginnen und Kollegen in der München Klinik Schwabing haben lehrreiche Wochen hinter sich. Sie haben neun der 14 bayerischen Coronavirus-Patienten behandelt und dabei interessante Erkenntnisse über den neuen Erreger und die von ihm ausgelöste Krankheit Covid-19 gesammelt. Zum Beispiel, dass der sich nicht wie das verwandte Sars-Virus in den tieferen Atemwegen einnistet, sondern oben im Rachenraum. Oder dass die Patienten etwa zehn Tage, nachdem sie erste Symptome zeigen, immun gegen die Krankheit sind. Erkenntnisse wie diese helfen Ärzten weltweit bei der Bekämpfung des neuen Virus - und vielleicht auch bei einer Entwicklung des Impfstoffes, wie Wendtner berichtet.

Wie sich der Alltag in der Isolation anfühlt

Mittwoch, 19. Februar, 18.20 Uhr: Krank waren die allermeisten von ihnen nicht wirklich, beobachtet und getestet aber wurden sie so intensiv wie kaum ein Patient im Schwabinger Krankenhaus von München: Täglich Abstriche aus Nase und Rachen, dazu Hustenschleim, Stuhl-, Urin- und Blutproben. Kein Wunder: Die acht Männer und eine Frau hatten sich mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, für die Mediziner sind sie Ausnahmefälle und zugleich Forschungsobjekte im Kampf gegen eine globale Pandemie. Wie sich ihr Klinikaufenthalt gestaltete, das hat Chefarzt Clemens Wendtner nun erstmals öffentlich geschildert. Sechs Patienten sind mittlerweile entlassen, drei werden noch in Schwabing behandelt. Sie müssen weiter all die Proben abgeben - und dann warten. Bis zum Abend. Denn dann kommen erst die Ergebnisse aus den Labors und damit eine Antwort auf die Frage: Wie hoch ist die Viruslast noch? Wann kann ich nach Hause?

Erneut Patient entlassen

Mittwoch, 19. Februar, 14.35 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Patienten in Bayern sinkt weiter: Am Mittwoch wurde ein weiterer Patient aus dem Klinikum München-Schwabing entlassen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit werden dort nur noch drei Menschen behandelt, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst. Sie sind die letzten der zwischenzeitlich 14 Patienten, deren Infektionen in Bayern bekannt geworden waren. Und auch sie sähen "einer zeitnahen Entlassung" entgegen, ließ die Klinik wissen.

Puma fürchtet Einbußen, BMW und Audi produzieren wieder

Mittwoch, 19. Februar, 11.25 Uhr: Der fränkische Sportartikelhersteller Puma befürchtet Einbußen durch das Coronavirus in Asien. China ist der zweitgrößte Markt nach den USA für Puma und mit einer Wachstumsrate von 40 Prozent im vergangenen Jahr das sich am schnellsten entwickelnde Geschäftsfeld. Der Betrieb dort sei derzeit "stark beeinträchtigt", sagte Vorstandschef Björn Gulden. "Das Geschäft in anderen Märkten, vor allem in Asien, leidet unter dem Ausbleiben chinesischer Touristen." Eine genaue Vorhersage sei schwierig. Puma gehe aber derzeit davon aus, dass die Einbußen weitgehend kompensiert werden können.

Derweil produzieren die bayerischen Autofirmen Audi und BMW nach den krankheitsbedingten Einschränkungen wieder in China. Die Produktion laufe seit Montag wieder, teilte ein BMW-Sprecher mit. Eine Audi-Sprecherin sagte, sowohl in der Produktion im Joint Venture als auch in allen anderen Geschäftsbereichen sei wieder Normalbetrieb erreicht. Audis Marketing- und Vertriebsvorständin, Hildegard Wortmann, sagte der Zeitschrift Automobilwoche über die Geschäfte in China: "Im Moment treten Kunden überwiegend online in Kontakt mit Audi, darauf fokussieren wir aktuell auch unsere Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten. In den Showrooms und bei den Händlern passiert, je nach Region, gerade weniger."

Drei weitere Patienten entlassen

Dienstag, 18. Februar, 13.45 Uhr: Nach und nach können immer mehr Coronavirus-Patienten nach Hause: Bis Dienstagmittag seien drei weitere Erkrankte aus den Kliniken entlassen worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit. Zwei von ihnen wurden bis zum Montag in München-Schwabing behandelt, ein dritter in einem unbekannten Krankenhaus. Bei dieser Person handelt es sich um den letzten der bislang 14 Coronavirus-Fälle in Bayern, der erst vor einer Woche bekannt geworden war. Nähere Angaben zu den drei Personen machte das Ministerium nicht. Damit werden in Bayern nur noch vier Menschen behandelt, die sich mit dem neuartigen Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben. Sie alle befinden sich im Schwabinger Krankenhaus, seien "weitestgehend symptomfrei" und könnten vermutlich ebenfalls bald entlassen werden, teilte die Klinik mit.

Die meisten Quarantänen aufgehoben, seit einer Woche kein neuer Fall aufgetreten

Dienstag, 18. Februar, 8.40 Uhr: Drei Wochen nach dem Beginn des Coronavirus-Ausbruchs scheint sich die Lage in Bayern zu entspannen. Seit nunmehr sieben Tagen ist nach offiziellen Angaben kein neuer Fall aufgetreten, die Hälfte der bislang 14 Patienten ist aus den Kliniken entlassen und auch die meisten der sogenannten Kontaktpersonen, die zwei Wochen lang in Quarantäne bleiben mussten, dürfen ihre Wohnungen inzwischen wieder verlassen.

Am Montag vor drei Wochen war in Deutschland erstmals ein Mann positiv auf den neuartigen Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Der 33-Jährige aus Kaufering arbeitet für den Automobilzulieferer Webasto und hatte sich dort auch angesteckt. 13 weitere Fälle traten seitdem im Freistaat auf, alle sind auf Infektionen in der Firma zurückzuführen. Zuletzt waren vor einer Woche der Fall eines 49-jährigen Webasto-Beschäftigten sowie der Fall eines Angehörigen eines anderen Webasto-Mitarbeiters gemeldet worden. Beide hatten sich bereits zuvor zu Hause isolieren müssen. Bei beiden schlug, kurz bevor die Quarantäne enden sollte, der Abschlusstest positiv an. Dass seitdem, soweit öffentlich bekannt, keine weiteren Fälle aufgetreten sind, ist ein beruhigendes Zeichen, denn immer mehr Menschen werden aus der sogenannten "häuslichen Isolierung" entlassen, ohne dass beim abschließenden Test bei ihnen das Virus nachgewiesen wird.

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden in Bayern bislang etwa 230 Menschen dazu verpflichtet, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und Kontakt zu anderen Menschen zu meiden; bis zum Montag lief bei drei Viertel der Betroffenen die Quarantäne aus. Sie alle hatten engeren Kontakt zu einem der Coronavirus-Patienten und wurden mindestens zweimal auf den Erreger getestet und isoliert, auch ohne dass sie Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 zeigten, die das neuartige Virus auslöst.

Gute Nachrichten gibt es auch für einen weiteren Patienten, dessen Infektion ebenfalls auf den Coronavirus-Ausbruch bei Webasto zurückzuführen ist, den die Behörden aber nicht als deutschen oder bayerischen Fall führen, sondern als spanischen. Der 26-jährige Mann aus dem Landkreis Landsberg hatte vor gut drei Wochen Kontakt zu einem infizierten Webasto-Mitarbeiter und flog anschließend mit vier weiteren Männern in den Urlaub nach La Gomera. Dort wurde er positiv getestet und kam in eine Klinik, seine Reisegruppe wurde auf der spanischen Insel isoliert. Nach Informationen des LGL ist der 26-Jährige inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden und wie auch seine Mitreisenden nach Bayern zurückgekehrt.

Sieben von 14 Patienten wieder zu Hause

Montag, 17. Februar, 13.40 Uhr: Sieben der insgesamt 14 Coronavirus-Patienten in Bayern haben das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen - darunter auch eine Familie aus Siegsdorf, die gut zwei Wochen lang gemeinsam in der Kreisklinik Trostberg (Landkreis Traunstein) isoliert war. Das hat das bayerische Gesundheitsministerium am Montagmittag mitgeteilt. Bei dem Familienvater war das neuartige Virus Sars-CoV-2 bereits am 30. Januar nachgewiesen worden, später auch bei seiner Frau und zweien seiner drei Kinder. Der 38-Jährige hatte sich bei einem Kollegen angesteckt; er arbeitet für den Automobilzulieferer Webasto in Stockdorf bei München, wo vor drei Wochen der erste Coronavirus-Fall Deutschlands aufgetreten war. "Allen Familienmitgliedern geht es gesundheitlich bereits seit einigen Tagen gut", teilte das Klinikum mit, insbesondere die Kinder seien aber "durch die Quarantänesituation psychisch stark belastet gewesen".

Wer an der neuartigen Lungenkrankheit, die inzwischen den Namen Covid-19 trägt, erkrankt, wird in einem Krankenhaus isoliert. Das Robert-Koch-Institut des Bundes hat inzwischen deutschlandweit gültige Kriterien für eine Entlassung formuliert. Demnach darf ein Patient nur dann nach Hause, wenn er folgende Bedingungen erfüllt: Das erste Auftreten von Krankheitssymptomen liegt mindestens zehn Tage zurück, er ist seit mindestens zwei Tagen frei von Fieber und seit mindestens 24 Stunden auch von Krankheitssymptomen - und vor allem: Innerhalb von 24 Stunden waren mindestens zwei Tests auf den Erreger negativ. Auch aus dem Klinikum München-Schwabing sind seit dem Wochenende drei der neun Patienten dort entlassen worden.

Weitere Coronavirus-Patienten aus Klinik entlassen

Sonntag, 16. Februar, 13.09 Uhr: In Bayern sind am Wochenende weitere Coronavirus-Patienten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in München mit. Die Entlassungskriterien des Robert Koch-Institutes (RKI) seien erfüllt, sagte eine Ministeriumssprecherin. Nähere Angaben zu den Betroffenen wollte die Behörde nicht machen.

Der erste der insgesamt 14 im Freistaat registrierten Patienten war am vergangenen Mittwoch aus einer Münchner Klinik entlassen worden. Die Person sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, hatte das Krankenhaus mitgeteilt. Alle 14 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in Bayern stehen in Zusammenhang mit dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger im Januar bei einer Dienstreise eingeschleppt. Der Stammsitz war wegen der Infektionen zwei Wochen geschlossen und hatte am vergangenen Mittwoch wieder geöffnet.

Neben den 14 Fällen in Bayern gab es in Deutschland zwei weitere Infektionen. Die beiden Heimkehrer aus dem chinesischen Wuhan wurden am Freitag aus der Universitätsklinik Frankfurt entlassen, darunter eine Frau, die aus dem oberbayerischen Landkreis Freising kommt.

Fluggäste aus China werden genauer zu Coronavirus befragt

Samstag, 15. Februar, 10.45 Uhr: Flugpassagiere aus China werden vor der Landung an den Flughäfen Frankfurt und München nun genauer nach einem möglichen Kontakt mit dem Coronavirus befragt. Bei Direktflügen muss dafür ab sofort eine Selbstauskunft mit drei Fragen an Bord verteilt werden, wie das Bundesgesundheitsministerium und die Fachressorts in Hessen und Bayern am Samstag mitteilten.

Munich Re-Mitarbeiter möglicherweise mit Coronavirus infiziert - erstes Testergebnis negativ

Freitag, 14. Februar, 14.52 Uhr: Der Rückversicherer Munich Re hat bestätigt, dass ein Mitarbeiter des Konzerns in München möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert ist. "Wir haben unsere Mitarbeiter unterrichtet und entsprechende Maßnahmen ergriffen", sagte ein Sprecher der SZ. Das erste Testergebnis sei negativ gewesen, eine Infektion könne aber nur durch einen zweiten negativen Test am Ende der Inkubationszeit definitiv ausgeschlossen werden. In der Munich-Re-Hauptverwaltung in München sind 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Unternehmen hat alle Mitarbeiter, die direkt intensiveren Kontakt mit der betroffenen Person hatten, über den Verdacht informiert und gebeten, von zu Hause aus zu arbeiten. Dazu gehören Kolleginnen und Kollegen, die in demselben Büro sitzen oder mit denen die betroffene Person zu Mittag gegessen hat. Weitere Personen, die Begegnungen mit dem Mitarbeiter hatten, seien auf wirksame Hygienemaßnahmen hingewiesen worden.

Der Sprecher wollte nichts dazu sagen, wo die betroffene Person den Virus erhalten haben könnte. Im Unternehmen wird spekuliert, es handele sich nicht um jemand, der beruflich in China war, sondern im privaten Umfeld mit betroffenen Mitarbeitern der Webasto-Gruppe zu tun hatte.

Erstmals Patient aus Krankenhaus entlassen

Donnerstag, 13. Februar, 13.55 Uhr: Einer der 14 Coronavirus-Patienten in Bayern ist wieder nach Hause zurückgekehrt. Da die Person gesund und nicht mehr ansteckend sei, habe sie am Mittwoch das Krankenhaus verlassen können, teilten das Gesundheitsministerium und das Klinikum München-Schwabing mit. Dies ist die erste Entlassung, seitdem vor gut zwei Wochen der erste Coronavirus-Fall in Bayern bekannt geworden war. Man habe Kriterien entwickelt, wann dies bei Infizierten möglich sei, hieß es in der Mitteilung - etwa dass in den Atemwegssekreten kein Erreger mehr nachweisbar, dass die Person frei von Symptomen und lange genug isoliert worden sei. Auch bei weiteren der nunmehr acht Patienten in Schwabing sei eine Entlassung absehbar, teilte die Klinik mit.

Nun 16 Coronavirus-Patienten in Deutschland

Mittwoch, 12. Februar, 14.25 Uhr: Zu den beiden neuen Coronavirus-Fällen in Bayern hat das Gesundheitsministerium weitere Details genannt. Demnach handelt es sich bei einem der beiden Patienten, deren Erkrankung am Dienstagabend bekannt geworden war, um einen 49-jährigen Mitarbeiter der Firma Webasto. Er werde im Klinikum München-Schwabing behandelt und sei wie fast alle Patienten dort "aktuell weitestgehend symptomfrei", teilte das Klinikum mit. Beim zweiten Fall, der am Dienstag gemeldet wurde, handele es sich um das Familienmitglied eines Webasto-Beschäftigten, bei dem bereits in der vorvergangenen Woche der Erreger nachgewiesen wurde. Wo es behandelt wird, teilte das Ministerium nicht mit. Beide Patienten hätten als direkte Kontaktpersonen von Infizierten bereits unter häuslicher Quarantäne gestanden, hieß es bei Webasto. Sie seien routinemäßig nochmals getestet worden, bevor die Quarantäne aufgehoben werden sollte.

Bundesweit sind bislang 16 Coronavirus-Fälle aufgetreten, bis auf zwei gehen sie alle auf den Ausbruch in der Firma Webasto zurück. Damit steht Deutschland momentan, was die Zahl der Fälle betrifft, auf dem weltweit siebten Platz - nach China, Singapur, Thailand, Japan, Südkorea und Malaysia. Das geht aus der offiziellen Übersicht der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Zwei der deutschen Patienten werden derzeit in Frankfurt behandelt, sie waren vor zehn Tagen von der Luftwaffe aus dem chinesischen Wuhan ausgeflogen worden. Die übrigen 14 sind Beschäftigte von Webasto oder Angehörige. In der Zentrale des Autozulieferers in Stockdorf bei München war vor gut zwei Wochen der erste Coronavirus-Fall aufgetreten. Dem Ausbruch zuzurechnen ist mindestens noch ein weiterer Fall: Auf der spanischen Insel La Gomera wird derzeit ein Mann aus dem Landkreis Landsberg behandelt, der Kontakt zu einem infizierten Webasto-Mitarbeiter hatte, bevor er in den Urlaub flog - wo er schließlich positiv auf den Erreger getestet wurde.

Webasto will Zentrale trotz neuer Coronavirus-Fälle öffnen

Mittwoch, 12. Februar, 7.24 Uhr: Der Autozulieferer Webasto will am Mittwoch seine wegen mehrerer Coronavirus-Fälle seit zwei Wochen geschlossene Unternehmenszentrale in Gautinger Ortsteil Stockdorf wieder öffnen. Trotz der zwei am Dienstagabend neuen bestätigten Corona-Fällen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Eine Spezialfirma hatte das Gebäude in dem Münchner Vorort zuvor gereinigt und desinfiziert.

Der Webasto-Vorstandschef Holger Engelmann will am Mittwochmorgen um neun Uhr ein Pressestatement geben. Alle nunmehr 14 Corona-Fälle in Bayern stehen in Zusammenhang mit dem Automobilzulieferer.

Zwei neue Coronavirus-Fälle im Freistaat

Dienstag, 11. Februar, 19.02 Uhr: Zwei weitere Personen in Bayern haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend. Damit gibt es derzeit insgesamt 14 bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern. Die beiden neuen Fälle stünden im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto, bei dem viele der bereits infizierten Personen arbeiten. Einzelheiten zu den neuen Fällen will das Ministerium am Mittwoch bekanntgeben.

Webasto-Zentrale von Mittwoch an wieder offen

Dienstag, 11. Februar, 10.45 Uhr: Nach zwei Wochen wird der Autozulieferer Webasto, bei dem die ersten Coronavirus-Fälle in Deutschland aufgetreten sind, seine Zentrale wieder öffnen. Am morgigen Mittwoch soll dort wie geplant der Betrieb aufgenommen werden, teilte das Unternehmen mit. Seit dem 29. Januar hatten die allermeisten der gut 1000 Beschäftigten in Stockdorf südwestlich von München von zu Hause aus gearbeitet, die Zentrale wurde nahezu komplett dicht gemacht und inzwischen desinfiziert.

Bei Webasto haben sich, soweit bislang bekannt, acht Mitarbeiter mit dem neuartigen Erreger infiziert, sie liegen nach wie vor im Klinikum München-Schwabing und im Krankenhaus von Trostberg im Landkreis Traunstein. Webasto-Chef Holger Engelmann sagte am Dienstag, einige von ihnen würden "voraussichtlich in Kürze entlassen". Nach seinen Angaben hatten sich insgesamt 180 Mitarbeiter auf das Coronavirus testen lassen. "Wir sind erleichtert, dass seit Anfang vergangener Woche kein neuer Krankheitsfall unter unseren Mitarbeitern dazu gekommen ist", sagte Engelmann. Noch sei man vorsichtig, weil über den Erreger wenig bekannt sei. "Aber es sieht so aus, als hätten wir durch unser schnelles und entschiedenes Handeln nach dem ersten positiven Test die Infektionskette im Unternehmen unterbrochen."

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) würdigte das Vorgehen von Webasto, das in einer Pressemitteilung den LGL-Chef Andreas Zapf zitierte: "Die Konsequenz, mit der das Unternehmen in dieser Sondersituation agiert hat, ist lobenswert." Der Automobilzulieferer hat in China elf Standorte, einen davon in Wuhan, wo das Virus erstmals aufgetreten ist. Geschäftsreisen nach China hat die Firma nach eigenen Angaben bis Ende des Monats ausgesetzt.

Behörden heben Isolierungen von Kontaktpersonen auf

Sonntag, 9. Februar, 15.20 Uhr: Keine zwei Wochen nach dem Coronavirus-Ausbruch in Bayern sind die ersten Quarantänen wieder aufgehoben worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf Anfrage mit. Bei knapp 200 Personen sei bisher eine "häusliche Isolierung" angeordnet worden, weil sie engeren Kontakt zu einem der zwölf Patienten hatten, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde. Diese Quarantäne gelte für eine Dauer von zwei Wochen nach dem letzten möglichen Kontakt, sagte ein Sprecher; die ersten Personen dürften ihre Wohnungen bereits wieder verlassen. Bei einem großen Teil der Betroffenen wird das vermutlich in den kommenden Tagen der Fall sein.

Jeder, dem die Behörden anordnen, in "häuslicher Isolierung" zu bleiben, muss Kontakt zu anderen meiden, eigentlich auch zu Familienmitgliedern, er darf nicht nach draußen und wird täglich vom Gesundheitsamt angerufen. Am Ende der Quarantäne steht ein weiterer Test auf das Virus; fällt auch dieser negativ aus, gelten für die Betroffenen keine speziellen Auflagen mehr, wie das LGL mitteilt. Und auch für manche der zwölf Infizierten dürfte der Tag näher rücken, dass sie das Krankenhaus verlassen dürfen: Wann der richtige Zeitpunkt für eine Entlassung sei, werde "derzeit intensiv diskutiert", teilte das LGL am Wochenende mit, dort habe eine ärztliche Expertenkommission darüber beraten. "Die Empfehlung soll in Kürze vorliegen."

In Bayern sind inzwischen zwölf Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Erreger bekannt. Der bislang letzte wurde am Freitagabend gemeldet, er betrifft laut LGL eine 48 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Sie war zuvor selbst isoliert, da sie mit einem 52-jährigen Webasto-Mitarbeiter verheiratet ist, bei dem bereits in der vergangenen Woche der Erreger nachgewiesen wurde. Sie beide sind nun im Klinikum München-Schwabing, so wie sechs weitere Patienten auch. Allen gehe es gut, lediglich die Frau und ein weiterer Mann zeigten "grippeähnliche Symptome", hieß es aus der Klinik.

Weitere Frau mit Coronavirus infiziert

Freitag, 7. Februar, 19.37 Uhr In Bayern gibt es einen weiteren Coronavirus-Fall. Dies teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagabend unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Bei dem neuen Fall handelt es sich um die Frau eines Mannes, dessen positiver Befund vergangene Woche bekannt geworden war. Er wird derzeit in der München Klinik Schwabing behandelt. Der Mann ist Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Stockdorf bei München. Alle in Bayern aufgetretenen Fälle stehen in Zusammenhang mit Webasto. Dort hatten sich Mitarbeiter bei einer Kollegin aus China angesteckt. Die Frau wird nach Angaben des Gesundheitsministeriums medizinisch überwacht und ist in der München Klinik Schwabing isoliert, wo sich bereits sieben weitere Coronavirus-Patienten aus Bayern befinden.

Die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs für Webasto

Freitag, 7. Februar, 18.19 Uhr: Der Coronavirus-Ausbruch hat den bayerischen Autozulieferer Webasto schwer getroffen. In der Firmenzentrale in Stockdorf bei München gab es die erste Infektion, alle bisherigen Fälle in Bayern sind darauf zurückzuführen. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat Firmenchef Holger Engelmann nun ausführlich über diese Krisenzeit berichtet (SZ-Plus). Er findet vor allem enttäuschend, dass Mitarbeiter und deren Angehörige ausgegrenzt worden seien. "Ich würde mir wünschen, dass die Menschen etwas abgeklärter damit umgehen." Andernfalls würde das bewirken, dass zum Beispiel Firmen die Öffentlichkeit nicht mehr über solche Krankheitsfälle informieren. "Mir ist vor allem wichtig, dass die Schulen und Kindergärten eine einheitliche Linie haben", sagt Engelmann. "Es kann nicht sein, dass einzelne Einrichtungen Webasto-Kinder ausschließen." Im Interview berichtet der Webasto-Chef auch darüber, wie die Firma mit dem Ausbruch umgegangen ist, was er für das Geschäft bedeutet und warum er die Belegschaft in gewisser Weise auch zusammengeschweißt hat.

Coronavirus-Ausbruch weiter auf Bayern beschränkt

Freitag, 7. Februar, 15.05 Uhr: Der Verdacht, der bayerische Coronavirus-Ausbruch könnte sich auch in Baden-Württemberg fortsetzen, hat sich bislang nicht bestätigt. Die dortigen Behörden gaben am Freitag Entwarnung für neun Menschen, die in Baden-Württemberg unter besonderer Beobachtung standen. "Alle sind negativ getestet worden", sagte eine Sprecherin des Stuttgarter Regierungspräsidiums. Sieben von ihnen blieben vorsorglich bis Anfang der kommenden Woche zu Hause, weil die Inkubationszeit noch nicht vorbei sei. Die neun Menschen aus sechs baden-württembergischen Landkreisen hatten Kontakt zu einer infizierten Person in Bayern gehabt.

Frau von Webasto-Mitarbeiter infiziert

Donnerstag, 6. Februar, 13.35 Uhr: In Bayern hat sich eine weitere Frau mit dem Coronavirus angesteckt. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, handelt es sich um die Mutter der fünfköpfigen Familie aus Siegsdorf, deren Vater bei der Firma Webasto arbeitet und der sich über Kollegen mit dem neuen Erreger infiziert hat. Neben den Eltern sind auch zwei der Kinder positiv auf das Virus getestet worden; nur bei dem etwa sechs Monate alten Säugling ist nach offiziellen Angaben der Erreger noch nicht nachgewiesen worden.

Die Familie ist seit einer Woche im Krankenhaus von Trostberg im Landkreis Traunstein. Laut Ministerium zeigt die Mutter keine Krankheitssymptome. Die beiden Kinder hätten nur leichte gehabt, sagte der medizinische Direktor der Kliniken der Südostbayern AG, Stefan Paech. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters sei stabil. Er werde mit antiviralen Medikamenten behandelt. Die Familie, die dem Vernehmen nach auch auf eigenen Wunsch zusammenbleiben wollte, war auf behördliche Entscheidung hin in Quarantäne genommen worden. "Wir sind von vorneherein davon ausgegangen, dass die Familie insgesamt schon infiziert war", sagte Paech. Das bestätigten nun die Befunde, die Stück für Stück eingingen. Dass die Mutter erst jetzt positiv getestet worden sei, liege daran, dass die Reaktionszeit unterschiedlich sei.

Man habe bewusst entschieden, auch den Säugling bei der Familie zu lassen, zumal die Verläufe gerade in diesem Alter sehr milde seien, sagte Paech. Es habe eine Abwägung gegeben: "Kindstrennung versus dem möglichen Risiko eines milden klinischen Verlaufes. Da haben wir uns in Abstimmung mit den Kinderärzten so entschieden, und es hat sich bestätigt, dass das die richtige Vorgehensweise war." Der Familie gehe es den Umständen entsprechend gut, wenngleich die Situation der Quarantäne belastend sei.

Elfter Fall aus Bayern

Donnerstag, 6. Februar, 11.10 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Coronavirus-Ausbruch bei der Firma Webasto ist ein weiterer Fall aus Bayern bekannt geworden. Bei einem der infizierten Mitarbeiter hat sich auch ein 26-jähriger Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech angesteckt. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Donnerstag auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung mit. Auch der erste in Bayern bekanntgewordene Coronavirus-Patient stammt aus dem Landkreis Landsberg.

Der Mann befindet sich derzeit in einem Krankenhaus auf der spanischen Insel La Gomera. Dort war er positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Behörden in der Nacht zum Samstag mitgeteilt hatten. Am Dienstag sagte ein Sprecher der regionalen Gesundheitsbehörde, dass es dem Mann gut gehe und er noch keine Krankheitssymptome aufweise. Vier weitere Deutsche, die mit ihm in Kontakt waren, stünden in einer Klinik auf der Insel La Gomera unter Beobachtung. Bei ihnen sei bisher keine Infektion festgestellt worden.

Der Fall des 26-Jährigen ist somit die elfte Infektion mit dem neuartigen Erreger in Bayern, die die Experten auf betriebsinterne Schulungen bei dem Automobilzulieferer Webasto südwestlich von München zurückführen. Diese fanden vor zwei Wochen statt. Zehn Patienten werden derzeit in den Krankenhäusern München-Schwabing und Trostberg (Landkreis Traunstein) behandelt. Bislang haben die Behörden laut LGL in Bayern bereits 190 Personen ermittelt, die engeren Kontakt zu Infizierten hatten und die nun zwei Wochen zu Hause bleiben müssen und keine anderen Menschen treffen dürfen.

Experten beraten über Kriterien, wann Patienten entlassen werden

Donnerstag, 6. Februar, 9.10 Uhr: Für die ersten der zehn Corona-Patienten in den Kliniken in München und im Landkreis Traunstein rückt die Chance auf eine Entlassung näher. Womöglich noch diese Woche sollten die Kriterien dafür bekannt gegeben werden, sagte Chefarzt Clemens Wendtner vom Klinikum München-Schwabing. Dass die ersten noch diese Woche die Klinik verlassen können, sei aber unwahrscheinlich. Die Entscheidung liege letztlich bei den Gesundheitsbehörden, betonte Wendtner. Denn die Menschen seien nach dem Infektionsschutzgesetz amtlich eingewiesen worden. "Wir sind derzeit in sehr enger Abstimmung mit den Behörden."

Wendtner berichtete, manche seiner Patienten hätten leichten trockenen Husten, einer habe zudem leichtes Fieber. "Wir würden das subsumieren unter leichten grippeähnlichen Symptomen." Keiner der Patienten müsse derzeit mit antiviralen Medikamenten behandelt werden oder sei intensivstationsgefährdet. Für die Ärzte sei es eine "routinemäßige Situation".

Schwabinger Patienten liefern wichtige Erkenntnisse

Mittwoch, 5. Februar, 11.16 Uhr: Auch leicht Erkrankte können womöglich das Coronavirus übertragen - das schließen Experten aus der Beobachtung der derzeit sieben Patienten im Klinikum München-Schwabing. In mehreren Fällen habe man das Virus im Nasen-Rachen-Raum der Infizierten gefunden und in Zellkulturen anzüchten können, obwohl diese Personen nur Symptome einer harmlosen Erkältung zeigten, nicht etwa einer schwereren Erkrankung wie einer Lungenentzündung - das teilte das Klinikum am Mittwoch zusammen mit der Berliner Charité und dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München mit. Alle drei arbeiten bei den Tests der Patienten zusammen. Diese sind wichtig, weil sich die Forscher davon neue Erkenntnisse über die Übertragungswege des Coronavirus erhoffen, über das noch recht wenig bekannt ist.

Die Untersuchungen in Schwabing lieferten "deutliche Hinweise für eine Übertragbarkeit des Virus bereits bei milder oder beginnender Erkältungssymptomatik", schreiben die Mediziner in einer Pressemitteilung. Als Symptome nennen sie dabei Halsschmerzen, Zeichen einer akuten Nasennebenhöhlen-Infektion und leichtes allgemeines Krankheitsgefühl ohne Fieber.

Als vor gut einer Woche der erste Coronavirus-Fall in Bayern auftrat, waren die Experten überrascht: Dieser ging - wie auch alle weiteren Infektionen in Bayern bisher - zurück auf eine chinesische Mitarbeiterin des Autozulieferers Webasto, die in der vorvergangenen Woche an Schulungen in der Firmenzentrale in Stockdorf südwestlich von München teilnahm. Dabei habe sie, teilten die Behörden anfangs mit, keine Krankheitssymptome gezeigt - und dass ein sich gesund fühlender, mit dem Coronavirus infizierter Mensch andere Menschen anstecken kann, das wäre neu gewesen. Inzwischen ist aber klar geworden, dass sich die Frau durchaus unpässlich gefühlt hatte, dies aber nicht mit dem neuartigen Erreger in Verbindung gebracht hatte. "Sie hatte wohl schon eine leichte Symptomatik, hat das aber auf den Jetlag zurückgeführt", sagte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml am Dienstag. Erst nachdem die Frau nach China zurückgekehrt war und sich untersuchen ließ, erwies sich, dass auch sie mit dem Virus 2019-nCoV infiziert war.

Auch eine Freisingerin mit dem Coronavirus infiziert

Dienstag, 4. Februar, 17.31 Uhr: Eine Frau aus dem Landkreis Freising hat sich in China mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Wie das Landratsamt mitteilt, ist die 45-Jährige eine der beiden positiv getesteten Personen unter den Rückkehrern aus Wuhan, die am Samstag mit einer Bundeswehrmaschine aus der chinesischen Region ausgeflogen wurden und in Frankfurt gelandet waren. Sie befindet sich derzeit im Universitätsklinikum Frankfurt und ist in einem klinisch guten Zustand, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Zehnter Coronavirus-Fall ist ein Mann aus dem Landkreis München

Dienstag, 4. Februar, 16.40 Uhr: Der zuletzt positiv auf das Coronavirus geteste Mann ist ein 58-Jähriger aus dem Landkreis München. Das hat das Gesundheitsministerium mitgeteilt. Er gilt als bislang zehnter Coronavirus-Fall in Bayern, seine Erkrankung war am späten Montagabend bekannt geworden. Wie sechs weitere Patienten liegt der Mann nun im Klinikum München-Schwabing. Das Kind, dessen positives Testergebnis ebenfalls am Montagabend öffentlich wurde, ist laut Ministerium zwei Jahre alt.

Bayern fordert einheitlichen Umgang mit Coronavirus an den Flughäfen

Dienstag, 4. Februar, 15.07 Uhr: Bayern fordert eine bundeseinheitliche Regelung im Umgang mit den Risiken durch das Coronavirus an den deutschen Flughäfen. "Um die Ansteckungsgefahr durch Einreisende nach Deutschland bestmöglich zu minimieren, bedarf es rasch eines bundesweit einheitlichen Vorgehens", sagte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml nach einer Kabinettssitzung in München. Auch über eine europaweite Position solle gesprochen werden. Flugreisende aus China sollten detaillierter nach Verbindungen zur Region Wuhan befragt werden, in der das Virus erstmals aufgetreten war.

Patienten müssen weiter in Klinik bleiben

Dienstag, 4. Februar, 12.45 Uhr: Den bislang zehn bayerischen Coronavirus-Patienten geht es offenbar weiter gut. Die sieben im Schwabinger Krankenhaus Behandelten seien in einem klinisch stabilen Zustand, teilte die Klinik mit. Einer von ihnen habe eine erhöhte Temperatur und man sehe "radiologisch eine beginnende Entzündung der Atemwege", der Patient befinde sich aber "in keinem kritischen Zustand". Wie lange die sieben im Krankenhaus bleiben müssen, ist unklar. Sie würden weiter beobachtet und man stimme sich mit den zuständigen Behörden "über die Rahmenbedingungen für einen Entlasszeitpunkt" ab, teilte die Klinik mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte sie davon gesprochen, dass wichtig dafür sei, ob die Erreger bei den Patienten noch nachweisbar sind. Das werde täglich geprüft.

In einem "stabilen gesundheitlichen Zustand" befänden sich auch der Mann und seine zwei Kinder, die positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden, hatte bereits am Montagabend das bayerische Gesundheitsministerium mitgeteilt. Die Familie befindet sich im Krankenhaus von Trostberg im Landkreis Traunstein.

Weil sie engeren Kontakt zu den inzwischen zehn infizierten Menschen in Bayern hatten, müssen derzeit etwa 150 Menschen zu Hause bleiben und Kontakt zu anderen Menschen meiden - das war nach Auskunft des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zumindest der Stand am Montagabend. Diese Zahl werde sich "in den nächsten Tagen in der Folge der Ermittlungen weiterhin ändern", sagte eine Sprecherin.

Im Landkreis Starnberg, in dem die Zentrale der Firma Webasto liegt, wo die Coronavirus-Fälle aufgetreten sind, geben das Gesundheitsamt und die Regierung von Oberbayern derweil Entwarnung bei den Schulen. Aus dem Landkreis ist ein Mann mit 2019-nCov infiziert; bei denjenigen, die Kontakt zu ihm hatten, gebe es "aktuell keine Infektion", heißt es in einem Rundbrief an alle Schulen. Deshalb stehe eine Schließung von Schulen nicht bevor. Lehrer sollten jedoch aufmerksam sein, wenn Kinder sich nicht wohl fühlen und Krankheitsanzeichen zeigen.

Chinesische Webasto-Mitarbeiterin offenbar doch schon krank in Stockdorf

Dienstag, 4. Februar, 11.30 Uhr: Zum Coronavirus-Ausbruch in Deutschland gibt es neue Erkenntnisse: Anders als zunächst angenommen, hat die Webasto-Mitarbeiterin aus China die bayerischen Kollegen während ihres Besuchs in der vorvergangenen Woche offenbar doch nicht vor dem Ausbruch ihrer Erkrankung angesteckt. Wie das Wissenschaftsmagazin Science berichtet, fühlte sich die Chinesin bereits während ihres Aufenthalts in Deutschland krank, nahm aber Medikamente ein, um die Symptome zu unterdrücken. Sie war vom 19. bis zum 23. Januar in Deutschland und gab in dieser Zeit Schulungen in der Firmenzentrale von Webasto in Stockdorf südwestlich von München. Dabei steckte sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mehrere Kolleg(inn)en mit dem neuartigen Virus an.

Als vor einer Woche die erste Coronavirus-Infektion in Deutschland bekannt geworden war, hatten die Behörden mitgeteilt, dass die sogenannte "Indexpatientin" erst auf dem Rückflug nach China erste Anzeichen einer Erkrankung bemerkt hatte. Davon war auch noch am vergangenen Freitag eine rasch veröffentlichte Arbeit deutscher Ärzte und Wissenschaftler ausgegangen. Die Autoren der Arbeit sahen darin einen Hinweis, dass der Erreger womöglich schon in der Inkubationszeit - der Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung - übertragen werden kann. Ausgeschlossen ist eine solche Ansteckung in der symptomfreien Phase nun zwar immer noch nicht, sie ist aber unwahrscheinlicher geworden. Für Epidemiologen ist das eher eine gute Nachricht, denn das könnte bedeuten, dass das Virus doch weniger ansteckend ist als befürchtet.

Behörden melden zehnten Infektionsfall

Montag, 3. Februar, 21.07 Uhr: Ein weiterer Mitarbeiter der Firma Webasto ist an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Damit sind nun acht Mitarbeiter des Autozulieferers infiziert. Bayernweit sind es insgesamt zehn Fälle, bundesweit zwölf. Der Mann befinde sich in der Schwabinger Klinik in München, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit.

Zahl der Infizierten in Bayern steigt auf neun

Montag, 3. Februar, 19.48 Uhr: Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wurde das Virus bei einer weiteren Person festgestellt. "Damit gibt es insgesamt neun Coronavirus-Fälle in Bayern", heißt es in einer Erklärung. Der Mitteilung nach stammt das Kind aus der Familie eines positiv getesteten Webasto-Mitarbeiters, von dem bereits ein weiteres Kind erkrankt ist. "Alle drei Familienmitglieder, die positiv getestet worden sind, befinden sich nach Ärzte-Angaben derzeit in einem stabilen gesundheitlichen Zustand", heißt es von dem Ministerium. Die Familie wird im Krankenhaus von Trostberg im Landkreis Traunstein behandelt. Deutschlandweit steigt die Zahl der Infizierten damit auf elf.

Webasto-Firmenzentrale bleibt länger geschlossen

Montag, 3. Februar 11.37 Uhr: Die Webasto-Zentrale bleibt geschlossen: Statt an diesem Dienstag soll der Betrieb erst am 11. Februar wieder aufgenommen werden, meldet das Unternehmen. "Inzwischen sind insgesamt sieben unserer Mitarbeiter in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Das nehmen wir sehr ernst", sagt Vorstandsvorsitzender Holger Engelmann. Die Angestellten sind dazu angehalten, im Homeoffice zu arbeiten. Eine Ausnahme bildeten 20 Mitarbeiter für Tests und Prototypenbau von Dachsystemen, die freiwillig bereits am Dienstag erscheinen.

Am Sonntagmittag liefen Menschen in gelben Schutzanzügen, mit Hygienehauben und Mundschutzmasken durch die Webasto-Zentrale in Stockdorf südwestlich von München. Nach Angaben des Unternehmens desinfizierten sie das Gebäude.

Webasto hatte seine Firmenzentrale am 29. Januar geschlossen. "Da wir die Risikogruppen schnell eingegrenzt und die Mitarbeiter gebeten haben, im Homeoffice zu arbeiten, konnten wir die Infektionskette unterbrechen", erklärt Engelmann. Dass bereits am Dienstag 20 Mitarbeiter in der Zentrale erscheinen, sei mit dem Gesundheitsamt und dem Betriebsrat abgestimmt worden.

Ministerin: Notfalls Kapazität für mehrere hundert Patienten

Montag, 3. Februar, 10.51 Uhr: Die bayerischen Arztpraxen und Krankenhäuser sind laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gut auf eine mögliche Zunahme der Coronavirus-Infektionen vorbereitet. "Wir haben alle ambulanten Ärzte informiert und wir haben auch in den Krankenhäusern Bayerns, vor allem im südbayerischen Raum, nach Bettenkapazitäten gefragt, um hier eine gewisse Vorbereitung zu treffen, falls es notwendig sein sollte, mehrere hundert Personen isolieren zu müssen", sagte Huml dem Radiosender Bayern 2. Allerdings sei völlig offen, ob sich eine solche Notwendigkeit ergeben und wie sich die Lage entwickeln werde. "Das ist sehr, sehr schwer abzuschätzen. Wir tun alles, dass wir das möglichst eindämmen."

Huml sagte weiter, bisher sei es gelungen, die Herkunft der Fälle nachzuverfolgen. "Aber gleichzeitig ist es natürlich so, dass wir noch nicht die Sicherheit haben, dass man sagen kann "wir haben jetzt die Kette durchbrochen".

80 Bayern in "häuslicher Isolierung"

Montag, 3. Februar, 10.09 Uhr: Von einer häuslichen Quarantäne sind in Bayern nicht 140, sondern nur etwa 80 Personen betroffen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat seine Angaben präzisiert. Demnach wurden zwar, wie am Sonntag vermeldet, von gut 140 Mitarbeitern der Firma Webasto Abstriche entnommen, um sie auf das Coronavirus zu testen - die allermeisten mit negativem Ergebnis. Weiterhin zu Hause bleiben müssen davon aber nur 80 Personen, auch wenn bei ihnen der neuartige Erreger nicht nachgewiesen wurde.

Denn die Pflicht zur zweiwöchigen "häuslichen Isolierung", wie Gesundheitsexperten das nennen, besteht nur bei Menschen, die in die Kategorie I der Kontaktpersonen eingestuft werden. Das sind Menschen, die mit einem Infizierten mindestens 15 Minuten engeren Kontakt hatten, zum Beispiel bei einem Gespräch. Wer mit ihm nur in einem Zimmer zusammen war, ohne länger und direkt mit ihm zu sprechen, kommt in die Kategorie II. Dann wird er zwar auch von den Gesundheitsämtern beobachtet, muss aber nicht zu Hause bleiben. Die Zahlen seien immer nur Momentaufnahmen, da mögliche Kontaktpersonen laufend weiter ermittelt würden, sagte eine LGL-Sprecherin

Von den bislang acht bayerischen Coronavirus-Patienten haben sich nach Angaben des LGL vier bei einer Schulung in der Firma Webasto infiziert. Drei weitere sind ebenfalls Mitarbeiter, sie nahmen an der Schulung in der vorvergangenen Woche aber nicht teil - anders, als noch am Sonntag gemeldet. Und ein weiterer Patient ist das Kind eines Webasto-Beschäftigten.

Woher die Coronavirus-Patienten kommen

Sonntag, 2. Februar, 18.25 Uhr: Zu den bislang acht Coronavirus-Fällen in Bayern werden neue Einzelheiten bekannt. Auf Anfrage teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) der SZ die Herkunft aller Patienten mit. Demnach wohnen eine Frau und ein Mann in München, zwei Männer im Landkreis Fürstenfeldbruck, ein Mann und sein Kind im Landkreis Traunstein sowie je ein Mann in den Landkreisen Starnberg und Landsberg am Lech. Bis auf das Kind arbeiten die Infizierten alle für den Automobilzulieferer Webasto. Dessen Zentrale in Stockdorf südwestlich von München wird nach Firmenangaben erst am Dienstag wieder geöffnet - ursprünglich sollte sie nur bis zum heutigen Sonntag geschlossen bleiben. Am Wochenende wurde sie von Experten desinfiziert.

Nach den Erkenntnissen des LGL ist nun auch klar, dass sich die sieben Webasto-Mitarbeiter alle bei einer einzigen betriebsinternen Schulung in der vorvergangenen Woche angesteckt haben, wie eine Sprecherin sagte. Es wurden bislang also keine Infektionen von einem Teilnehmer dieses Seminars auf einen unbeteiligten Kollegen festgestellt. (Anmerkung der Redaktion: Diese Angaben wurde am Montag vom LGL korrigiert; siehe oben.) Geleitet hatte es eine chinesische Webasto-Mitarbeiterin, die sich erst auf dem Rückflug nach China krank fühlte und dort dann positiv auf das Virus 2019-nCov getestet wurde.

In der Firma wurden bislang von mehr als 140 Mitarbeitern Abstriche entnommen, um im Labor analysiert zu werden. Die allermeisten Proben lieferten keinen Nachweis auf den Erreger, trotzdem müssen die Betroffenen nun bis zu zwei Wochen lang "in häuslicher Isolierung" bleiben, wie die Behörden das nennen, und Kontakt zu anderen Menschen meiden. Darüber hinaus wurden laut LGL gut 100 Personen bislang auf das Virus getestet, darunter zum Beispiel auch Familienmitglieder von Webasto-Mitarbeitern. Mit Ausnahme der bekannten acht Fälle verliefen alle Tests negativ. Allerdings würden nach und nach auch von neu bekannten Fällen Kontaktpersonen ermittelt, die dann ebenfalls auf den neuartigen Erreger getestet würden, ließ das LGL wissen.

Zustand der acht Patienten "stabil"

Sonntag, 2. Februar, 11.50 Uhr: Die acht bayerischen Coronavirus-Patienten befinden sich in einem "klinisch stabilen Zustand", wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Bis auf den Mann und sein Kind, die im Krankenhaus von Trostberg (Landkreis Traunstein) liegen, werden sie im Münchner Klinikum Schwabing behandelt. Seine Patienten hätten "im Verlauf teilweise grippeähnliche Symptome" gezeigt und seien derzeit "weitestgehend symptomfrei", sagte der Schwabinger Chefarzt Clemens Wendtner. Zur Beobachtung blieben sie vorerst weiter im Krankenhaus.

In dem Kindergarten, den das mit dem Virus 2019-nCoV infizierte Kind besucht, habe keine Infektionsgefahr bestanden, teilte das Traunsteiner Gesundheitsamt mit. Man habe festgestellt, dass es, als es das letzte Mal dort gewesen sei, "nicht ansteckungs- oder krankheitsverdächtig" gewesen sei.

Erster Fall in München bestätigt

Samstag, 1. Februar, 19.01 Uhr: Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums vom Samstagabend handelt es sich dabei um einen 33-jährigen Mann, der in München wohnt. Auch er ist Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto. Am Sonntag wollen die zuständigen Behörden ausführlich über die aktuelle Lage informieren.

Alle Patienten in Bayern in stabilem Zustand

Samstag, 1. Februar, 11.22 Uhr: Die sieben Patienten in Bayern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sind nach Angaben der behandelnden Ärzte allesamt in stabilem Zustand. Lediglich der jüngst bekannt gewordene Fall, ein 52 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, zeige leichte Symptome, die anderen Patienten seien nahezu symptomfrei, sagte Dr. Clemens Wendtner vom Klinikum München-Schwabing. Zur klinischen Beobachtung bleiben die Patienten weiterhin im Krankenhaus - zwei von ihnen in Trostberg im Landkreis Traunstein, die übrigen im Schwabinger Klinikum.

Angesteckt bei Webasto-Mitarbeiter? Deutscher auf La Gomera infiziert

Samstag, 1. Februar, 4.16 Uhr: Die spanischen Gesundheitsbehörden haben erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Betroffen sei ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera, der mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen sein soll, teilte die Regierung auf Twitter mit. Er liegt nach ihren Angaben isoliert in einem Krankenhaus der Insel. Einzelheiten zu Alter oder Herkunftsort des Patienten wurden zunächst nicht bekannt. Insgesamt waren fünf Deutsche auf der Insel auf das Virus getestet worden. Sie sollen alle mit einem Webasto-Mitarbeiter in Kontakt gewesen sein, bei dem in Deutschland das Virus nachgewiesen worden war. Außerhalb Chinas wurde das Virus bisher bei mehr als 150 Menschen in über 25 Ländern nachgewiesen. In China stieg die Zahl der Infizierten auf rund 11 800. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle binnen eines Tages um rund 2000. 259 Menschen starben bereits.

Siebter Coronavirus-Fall in Bayern

Freitag, 31. Januar, 20.34 Uhr: In Bayern ist ein weiterer Mensch nachweislich an dem neuartigen Coronavirus infiziert. Damit stieg die Zahl der Betroffenen im Freistaat auf sieben. Bei dem neuen Infizierten handele es sich um einen Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagabend in München mit. Auch er arbeite beim Autozulieferer Webasto aus dem oberbayerischen Gauting-Stockdorf - wie die fünf ersten bekanntgewordenen Fälle. Zudem war ein Kind eines der Erkrankten ebenfalls positiv auf die neuartige Lungenkrankheit getestet worden. Von 128 jüngst (Stand 20.30 Uhr) vorliegenden Testergebnissen von Mitarbeitern der Firma waren 127 negativ und einer positiv.

Ministerium: 122 Tests auf Corona-Virus bei Webasto negativ

Freitag, 31. Januar, 19.14 Uhr: Nach den bisher sechs Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus haben weitere Tests bei der betroffenen Firma Webasto im Landkreis Starnberg vorerst keine weiteren Erkrankungen ergeben. Dies teilte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitagabend unter Verweis auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit. Danach seien insgesamt 122 Tests von Mitarbeitern der Firma Webasto negativ ausgefallen. Testergebnisse von weiteren untersuchten Menschen sollten demnächst folgen. Somit bleibt es derzeit bei insgesamt sechs bekannten Coronavirus-Fällen in Bayern. Alle Betroffenen befanden sich nach Ärzte-Angaben in einem stabilen Zustand. Am Nachmittag war der bisher sechste Fall bestätigt worden. Dabei handelt es sich um das Kind eines Mannes aus dem Landkreis Traunstein.

Bayern will Laborkapazitäten ausbauen

Freitag, 31. Januar, 18.18 Uhr: Um mögliche weitere Coronavirus-Fälle schneller diagnostizieren zu können, will der Freistaat nach SZ-Informationen die Laborkapazitäten ausbauen. Bislang werden Proben auf das neuartige Virus unter anderem im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim nördlich von München analysiert - und zwar bis zu 60 pro Tag. Zudem stehen in Bayern vier weitere Labore zur Verfügung, die zusammen zusätzlich 20 bis 40 Abstriche täglich auf das Virus 2019-nCoV testen können. Von allen 110 Menschen, die als enge Kontaktpersonen der ersten vier Infizierten gelten, habe man inzwischen Proben entnommen und analysiert, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Alle seien negativ, die Personen also nicht mit dem Coronavirus infiziert.

Betroffene Firma beklagt Ausgrenzung von Mitarbeitern

Freitag, 31. Januar, 15.06 Uhr: Die Angst vor dem Coronavirus führt offenbar dazu, dass Webasto-Mitarbeiter und deren Angehörige ausgegrenzt werden. "Uns erreichen vermehrt Meldungen von Mitarbeitern, die nicht zur Risikogruppe gehören, dass sie und ihre Familien von Institutionen, Firmen oder Geschäften abgewiesen werden, wenn bekannt wird, dass sie bei Webasto arbeiten", sagte der Vorstandschef des Autozulieferers, Holger Engelmann. "Wir verstehen, dass die aktuelle Situation Menschen verunsichert und auch ängstigt, aber das ist eine enorme Belastung für die Familien unserer Mitarbeiter."

Laut einer Sprecherin haben Mitarbeiter unter anderem davon berichtet, dass ihre Eltern oder Ehepartner von deren Arbeitgebern nach Hause geschickt worden seien. Kinder seien von Kindergärten nicht mehr angenommen worden. In einem Fall habe es zudem eine Autowerkstatt mit Verweis auf das Virus abgelehnt, das Auto eines Mitarbeiters zu reparieren.

Familie im Krankenhaus Trostberg isoliert

Freitag, 31. Januar, 14.36 Uhr: Die Familie des Mannes und des Kindes, die sich beide mit dem Coronavirus infiziert haben, befindet sich im Krankenhaus von Trostberg im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Das teilten die örtlichen Behörden mit. Die Erkrankten würden isoliert. Man gehe davon aus, dass alle Familienmitglieder, darunter ein Säugling, das neuartige Virus in sich trügen; hier stünden die Testergebnisse aber noch aus.

Der Mann hat nach offiziellen Angaben drei Kinder im Alter zwischen einem halben Jahr und fünf Jahren. Details wurden mit Verweis auf den Schutz der Familie nicht bekanntgegeben. Chefarzt Thomas Glück sagte: "Wir haben die Familie in einem Zimmer untergebracht - das hat sich die Familie so gewünscht." Mögliche Personen, die länger Kontakt mit den Familienmitgliedern hatten, würden derzeit ermittelt, teilte das Landratsamt mit. Der Kindergarten, in dem das infizierte Kind war, bleibe zunächst geöffnet. Zunächst werde ermittelt, seit wann das Kind infektiös war. Man wisse, wann es das letzte Mal im Kindergarten war - und wenn sich dieser Zeitraum überschneide, wolle man mit der Einrichtung und den Eltern reden, wie weiter vorgegangen wird.

Sechs Bayern mit Coronavirus infiziert

Freitag, 31. Januar, 14.03 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Deutschland hat sich auf sechs erhöht - unter ihnen ist nun auch ein Kind. Das meldete das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagmittag. Bei dem sechsten Fall handele es sich um ein Kind des Mannes aus dem Landkreis Traunstein, dessen positiver Befund am späten Donnerstagabend bekannt geworden war. Damit hat sich erstmals in Deutschland ein Familienmitglied eines bereits Infizierten mit dem Virus 2019-nCoV angesteckt. Alle Erkrankten befänden sich nach Angaben der behandelnden Ärzte "derzeit in einem stabilen gesundheitlichen Zustand", ließ das Ministerium wissen.

Damit gibt es insgesamt sechs Coronavirus-Fälle in Bayern. Bis auf das Kind arbeiten alle Patienten für den Autozulieferer Webasto, der in Stockdorf südwestlich von Münchens sitzt. Dort weilte in der vergangenen Woche eine infizierte Kollegin aus China zu internen Schulungen, sie hatte ihre Erkrankung erst auf dem Rückflug bemerkt. Die Tests von weiteren Webasto-Mitarbeitern auf den neuartigen Erreger hätten bislang keinen weiteren positiven Befund ergeben, teilte das Ministerium mit. Wie viele der mehr als 100 Proben, die entnommen werden sollten, bereits in den Laboren analysiert wurden, ist unklar.

Fünfter Coronavirus-Fall in Bayern

Donnerstag, 30. Januar, 22.16 Uhr: Im Freistaat hat sich ein weiterer Patient mit dem Coronavirus infiziert. Der fünfte nun bestätigte Patient wohnt den Angaben zufolge im Landkreis Traunstein. Weitere Informationen wollte das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilen. Es handelt sich um einen Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch die vier bislang bekannten Fälle beschäftigt sind, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend in München mitteilte.

Klinik Schwabing könnte bis zu 30 Coronavirus-Patienten behandeln

Donnerstag, 30. Januar, 17.46 Uhr: Im Notfall könnte die München Klinik Schwabing, in der die vier Coronavirus-Patienten aus Bayern behandelt werden, die Kapazitäten aufstocken. "Dann hätten wir bis zu 30 Betten in Schwabing für die Versorgung von Coronavirus-Patienten zur Verfügung", sagte Chefarzt Clemens Wendtner.

Diese Betten sollten aber ausschließlich für bestätigte Coronavirus-Patienten vorgehalten werden, betonte er. "Deshalb gilt: Wer hohes Fieber hat, hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine normale Erkältung oder Grippe", sagte Wendtner. "Bevor diese Patienten in Schwabing in unserer Infektiologie aufgenommen werden, sollte der Coronavirus-Test erfolgt sein." Verdachtsfälle sollten nicht automatisch nach Schwabing geschickt werden.

110 Bayern werden zu Hause isoliert

Donnerstag, 30. Januar, 17.23 Uhr: Im Großraum München müssen nun noch mehr Menschen zu Hause bleiben, weil sie womöglich das Coronavirus in sich tragen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) führt nun 110 Personen auf der Liste derer, die "in häusliche Isolierung" sollen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Am Mittwoch waren es noch 80. Sie alle werden zugleich auf das Virus getestet. Bei den bereits erfolgten Laboranalysen bestätigte sich aber bisher noch kein weiterer Fall neben den vier bereits bekannten Corona-Patienten, die im Klinikum München-Schwabing liegen. Diese 17 neuen negativen Testergebnisse stammen alle von Personen, die bei Webasto arbeiten, die Untersuchung der restlichen Personen geht nun weiter.

Diese 110 Menschen hatten alle engeren Kontakt zu einem der vier infizierten Webasto-Mitarbeitern. Mit der Entscheidung, sie alle ebenfalls zu testen, weichen die Behörden von ihrer bisherigen Linie ab: Die sah vor, dass ein Test nur dann nötig ist, wenn jemand in China war, wo das Virus ausgebrochen ist, oder Kontakt zu einer infizierten Person hatte und wenn er zugleich Krankheitssymptome zeigte - also etwa Husten oder Fieber. Letztere Bedingung gilt nun nicht mehr im Fall der Infektionen, die bei dem Autozulieferer Webasto in Stockdorf im Süden Münchens aufgetreten sind. Alle vier Patienten sind Mitarbeiter der Firma.

Probleme bei Info-Hotline zu Coronavirus

Donnerstag, 30. Januar, 16.20 Uhr: Seit Dienstagnachmittag hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein Infotelefon für Fragen rund um das Coronavirus freigeschaltet. Das aber ist offenkundig ziemlich überlastet, nahezu ständig belegt und kaum zu erreichen. Eine LGL-Sprecherin sprach am Donnerstagnachmittag von einem "hohen Aufkommen" und bislang "mehreren hundert Anrufen". Diese nimmt aber nur ein einziger LGL-Mitarbeiter entgegen.

Da viele sehr fachspezifische Fragen gestellt würden, müsse am Telefon ein Mediziner sitzen, erläuterte die Sprecherin. Die Experten der Behörde sind aber offenkundig mehr als beschäftigt damit, den Ausbruch des Coronavirus im Süden Münchens einzudämmen, Kontaktpersonen der bislang vier Infizierten zu ermitteln und auf das Virus zu testen. Man habe versucht, zusätzliche Mitarbeiter für diese Aufgabe freizustellen, sagte die Sprecherin. Die Arbeit an der Aufklärung und Ermittlung der Coronavirus-Infektionen im Freistaat habe aber "derzeit Vorrang".

Besetzt ist die Hotline, die unter der Nummer 09131/6808-5101 zu erreichen ist, im Schichtbetrieb von 8 bis 22 Uhr. Wegen der hohen Nachfrage hatte Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch noch gesagt, man habe die Hotline "personell aufgestockt". Die Aufstockung habe sich darauf bezogen, dass man die Zeiten ausgeweitet habe, sagte die LGL-Sprecherin. Entgegengenommen würden die Anrufer weiter nur von einem Mitarbeiter.

Neben der Hotline des LGL können sich Bürger mit ihren Fragen auch an die Info-Telefone mehrerer Krankenkassen im Freistaat wenden. Anrufer erhalten Informationen darüber, wer besonders gefährdet ist, wie man sich schützen und einen Verdachtsfall erkennen kann und welche Hygienemaßnahmen zum persönlichen Schutz sinnvoll sind. Die Barmer bietet diesen kostenfreien Service bereits jetzt rund um die Uhr an unter 0800/ 84 84 111. Die DAK Gesundheit bietet am Freitag (31. Januar) ebenfalls eine Hotline an unter 0800/ 1111 841. Ist die Nachfrage groß, soll diese Hotline auch in den kommenden Tagen angeboten werden. Die AOK beantwortet Fragen ihrer Versicherten unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/1265265.

BMW lässt Produktion in China ruhen

Donnerstag, 30. Januar, 13.54 Uhr: Der Münchner Autohersteller BMW hat angesichts der Ausbreitung des Coronavirus in China seine drei Werke in der Millionenstadt Shenyang geschlossen. Die einwöchigen Neujahrsferien seien jetzt um eine weitere Woche bis 9. Februar verlängert worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Nur die Büroangestellten arbeiteten ab kommenden Montag wieder, jedoch von zu Hause aus.

Shenyang ist der weltweit größte Standort des Autobauers: Etwa 18 000 Mitarbeiter fertigen dort jährlich eine halbe Million Autos sowie Motoren. Wie es ab 10. Februar weitergehe, sei noch offen, sagte der Sprecher.

Fünf Test-Labore in Bayern

Donnerstag, 30. Januar, 13.45 Uhr: In Bayern gibt es nun deutlich mehr Labore, die eine Infektion mit dem Coronavirus zweifelsfrei diagnostizieren können. Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München, das den ersten Infektionsfall in Deutschland festgestellt hatte, steht auch weiterhin zur Verfügung. Hinzu kommen die Labore des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim bei München, das Virologische Institut der Universität Erlangen, das Institut für Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie das Institut für Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Regensburg. Als Probenmaterial für die Labore eignen sich insbesondere Auswurf sowie Abstriche aus der Nase und dem Rachenraum der Patienten.

Bayerns Krankenhäuser rüsten sich

Donnerstag, 30. Januar, 12.25 Uhr: Bayerns Krankenhäuser bereiten sich derzeit intensiv auf den Fall vor, dass bei ihnen Patienten mit dem Verdacht auf eine Coronaviren-Infektion auftauchen. Seit Wochenbeginn stehen viele der Kliniken in einem engen Informationsaustausch mit dem Robert-Koch-Institut, der für Infektionskrankheiten zuständigen Bundesbehörde, sowie mit den örtlichen Gesundheitsämtern. Die Bayerische Krankenhausgesellschaft hat mittlerweile an die etwa 370 Krankenhäuser im Freistaat ein Informationsblatt des Gesundheitsministeriums weitergeleitet. Darin werden die Häuser gebeten, "sich auf die Aufnahme von begründeten Verdachtsfällen und von mit dem 2019-nCOV infizierten Patienten vorzubereiten". Zu diesem Zweck müssten in den einzelnen Häusern Isolierzimmer mit einem Vorraum oder einer Schleuse eingerichtet werden. Zudem werden für das Personal entsprechende Hygiene-Maßnahmen angeraten - etwa bezüglich der Schutzkleidung. Auch die Ärzte selbst tauschen sich derzeit rege über WhatsApp aus, wie Steffen Herdtle, der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im Krankenhaus Agatharied (Kreis Miesbach), bestätigt.

Wie die vier Patienten in München behandelt werden

Donnerstag, 30. Januar, 12.10 Uhr: Langeweile scheint derzeit das größte Problem zu sein der vier Menschen, die sich in Deutschland bislang mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das berichten zumindest die behandelnden Ärzte. Alle vier liegen im Schwabinger Krankenhaus in München, isoliert von anderen Patienten. Kontakt nach draußen haben sie nur per Handy. Sie fühlen sich offenbar gut, müssen aber trotzdem in der Klinik bleiben - denn die Ärzte erhoffen sich von den Untersuchungen wichtige Erkenntnisse über das neuartige Virus.

Schwabinger Klinik bittet um Unterstützung

Mittwoch, 29. Januar, 17.30 Uhr: Am Klinikum München-Schwabing werden die vier mit dem Coronavirus infizierten Personen aus Bayern medizinisch betreut, der Betrieb geht gleichwohl "ohne Einschränkung" weiter. Das versichert Christian Unzicker von der Klinikleitung. Die Zimmer seien isoliert, es bestehe keine Ansteckungsgefahr für andere Patienten oder Klinik-Besucher. Den Coronavirus-Patienten geht es derweil gut: "Die Vier sind pumperlgsund, haben keine Symptomatik, sind fieberfrei, husten nicht", berichtet der behandelnde Chefarzt Clemens Wendtner. "Denen ist so langweilig, dass sie uns ständig mit der Entlass-Frage nerven." Allerdings lässt das Klinikum bereits anklingen, dass es auf Dauer nicht die Versorgung aller Corona-Fälle übernehmen könne: "Wir brauchen die Unterstützung der anderen Krankenhäuser in der Region", sagt Axel Fischer, der Geschäftsführer des städtischen Konzerns München Klinik. Das bespreche man derzeit auch mit dem bayerischen Gesundheitsministerium.

80 Menschen sollen "in häusliche Isolierung"

Mittwoch, 29. Januar, 16.50 Uhr: Die bayerischen Behörden wollen deutlich mehr Menschen zu Hause isolieren, weil sie womöglich das neue Coronavirus in sich tragen. Bisher gingen sie von 40 Personen aus, die engeren Kontakt zu Infizierten hatten, nun ist die Rede von 80 Personen. "Wir haben die Kontaktpersonen angewiesen, in häusliche Isolierung zu gehen", sagte Andreas Zapf, der Präsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Kontakt zu anderen Menschen sollten sie meiden. Die interessante Fragestellung sei, wie lange jemand mit anderen Kontakt gehabt haben muss, damit es zu einer Infektion mit dem neuartigen Virus kommt - hier könne man bisher keine Auskunft geben.

Bei dem Automobilzulieferer Webasto seien am Mittwoch 40 Personen auf Corona getestet worden, teilte das Unternehmen mit. Von diesen Proben liege noch kein einziges Laborergebnis vor; das LGL rechnet mit diesen im Laufe des Donnerstags. Zudem soll am Donnerstag bei weiteren etwa 40 Menschen ein Abstrich entnommen werden. Alle vier bayerischen Coronavirus-Patienten sind Mitarbeiter von Webasto.

Weitere Tests: Keine neuen Coronavirus-Fälle bekannt

Mittwoch, 29. Januar, 16.10 Uhr: Auch wenn die Behörden weitere Menschen getestet haben, die engeren Kontakt zu den vier mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Bayern hatten - ein neuer Fall ist bislang nicht aufgetreten. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochnachmittag mit. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte in der Zentrale der Firma Webasto bei München diese sogenannten Kontaktpersonen befragt und auf Corona getestet.

Bei den vier infizierten Mitarbeitern des Automobilzulieferers Webasto handelt es sich um drei Männer im Alter von 27, 33 und 40 Jahren sowie um eine 33-jährige Frau, wie das Ministerium mitteilte. "Auch die Familien der bislang positiv getesteten Personen wurden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Die vier Coronavirus-Patienten sind "symptomfrei"

Mittwoch, 29. Januar, 15.20 Uhr: Die vier bayerischen Coronavirus-Patienten befinden sich laut bayerischem Gesundheitsministerium in einem klinisch guten Zustand. Alle seien nach Angaben des behandelnden Chefarztes "symptomfrei", sagte ein Sprecher. Die vier Patienten - drei Männer und eine Frau - liegen derzeit in der Klinik für Infektiologie am Klinikum München-Schwabing. Sie sind Mitarbeiter der Firma Webasto aus Stockdorf im Süden Münchens. Ein 33-Jähriger hatte sich nach bisherigen Erkenntnissen in der vergangenen Woche bei einer aus China eingereisten Kollegin angesteckt. Die Infektion der drei weiteren Menschen hatte das Ministerium am Dienstagabend bestätigt. Laut Ministerium laufen weitere Untersuchungen, Testergebnisse zweier Personen seien am Mittwoch negativ gewesen.

Frau und Kind des ersten Corona-Patienten weiterhin gesund

Mittwoch, 29. Januar, 11.39 Uhr: Die Familienangehörigen des ersten Patienten mit Coronavirus in Deutschland sind weiterhin gesund. "Mutter und Kind haben nach wie vor keine Symptome", sagte der Pressesprecher des Landratsamts Landsberg am Lech, Wolfgang Müller, am Mittwoch unter Verweis auf aktuelle Informationen zum Gesundheitszustand der beiden. Deshalb sei auch die Kinderkrippe, in der das Kind normalerweise betreut wird, weiterhin geöffnet.

"Wir haben gestern Nachmittag die Kindergartenleitung und auch die Eltern direkt mit einem kleinen Anschreiben informiert und darauf hingewiesen, dass es eine Kontaktperson gibt", schilderte Müller. Weitere Maßnahmen seien nach Einschätzung der Experten nicht erforderlich, weil das Kind bislang nicht erkrankt sei. Die Entscheidung, offensiv über die Erkrankung seines Vaters zu informieren, sei mit der Task-Force Infektiologie des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit abgesprochen gewesen, berichtete Müller. "Lieber zu viel informiert als einmal zu wenig und hinterher dem Vorwurf ausgesetzt sein, dass wir die Gefahr verharmlost hätten."

Am Dienstag wurde bekannt, dass der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland ein 33 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech ist. Seine Frau und das Kind werden derzeit in ihrem Zuhause isoliert.

Zusätzliches Labor für Coronavirus-Test

Mittwoch, 29. Januar, 11.17 Uhr: Um für weitere Coronavirus-Fälle gerüstet zu sein, hat das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) neue Testmöglichkeiten geschaffen. Seit Montag können Abstriche von Patienten auch in einem Labor des LGL in Oberschleißheim bei München analysiert werden. Zuvor war das in Bayern nur im Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr im Münchner Norden möglich. Dort war am Montagabend auch der erste Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt worden.

Wenn ein Arzt, gegebenenfalls in Rücksprache mit dem örtlichen Gesundheitsamt, entscheidet, eine Person auf das neue Virus testen zu lassen, nimmt er einen Rachenabstrich. Der geht dann auf direktem Weg in eines der Labore, wie das LGL wissen lässt. Dort liegt ein Ergebnis normalerweise binnen vier, fünf Stunden vor. Getestet wird aber nur, wenn ein Patient nicht nur bestimmte Symptome zeigt wie Fieber, Unwohlsein oder Husten. Er muss zudem entweder in einem Corona-Risikogebiet in China gewesen sein oder engeren Kontakt zu einem mit dem Virus infizierten Menschen gehabt haben.

Krisenstab trifft sich in Webasto-Zentrale

Mittwoch, 29. Januar, 8.23 Uhr: 40 Personen, die Kontakt mit den infizierten Webasto-Mitarbeitern hatten, sind für den Mittwochmorgen in die Zentrale des Autozulieferers einbestellt worden. Dort sollen sie nach SZ-Informationen befragt und auf eine mögliche Erkrankung hin getestet werden. In der Webasto-Zentrale in Stockdorf im Landkreis Starnberg berät eine Art Krisenstab aus Konzernführung und Gesundheitsamt über die weiteren Schritte. Am Vormittag will sich das Gesundheitsministerium zur aktuellen Lage äußern. Nachdem inzwischen fünf Webasto-Mitarbeiter erkrankt sind - vier in Stockdorf, dazu eine Kollegin aus China -, dürfen die Mitarbeiter am Mittwochmorgen nur noch ihre Laptops abholen. Dann ist die Zentrale bis Sonntag dicht.

Autozulieferer Webasto schließt zeitweise seine Zentrale in Stockdorf

Dienstag, 28. Januar, 22.25 Uhr: Wegen der Coronavirus-Infektionen schließt Webasto seinen Stammsitz im oberbayerischen Stockdorf, einem Ortsteil von Gauting, bis Sonntag. Bis dahin sollen Mitarbeiter der Firmenzentrale auch nicht an nationale und internationale Standorte reisen, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Webasto ist ein großer Zulieferer für die Autoindustrie mit etwa 13 000 Mitarbeitern an weltweit mehr als 50 Standorten. In China gibt es elf Standorte, einen davon in Wuhan.

Drei weitere Coronavirus-Fälle in Bayern

Dienstag, 28. Januar, 21.10 Uhr: Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Dienstagabend mitteilte, haben sich drei weitere Angestellte des oberbayerischen Automobilzulieferers Webasto mit dem Coronavirus infiziert. Auch diese drei Personen werden nun im Klinikum Schwabing in München isoliert und medizinisch überwacht. Laut dem Gesundheitsministerium laufen derzeit auch bei weiteren Kontaktpersonen Ansteckungstests.

Die erste in Deutschland gemeldete Coronavirus-Infektion war die eines weiteren Webasto-Mitarbeiters, die in der Nacht von Montag auf Dienstag bekannt gemacht worden war. Der Mann hatte sich offenbar im Rahmen einer Fortbildung bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die jedoch bereits nach China zurückgekehrt ist.

Chinesisches Frühlingsfest in Unterhaching abgesagt

Dienstag, 28. Januar, 19.17 Uhr: Es sollte ein großes Fest der Begegnung werden, mit einem Kulturprogramm, einem Büfett mit Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern und allerlei Prominenz. Doch wenige Tage vor dem interkulturellen chinesischen Frühlingsfest am Samstag in der Hachinga-Halle in Unterhaching haben die beiden Organisatorinnen Wenping Tang und Inci Ahmad alles wieder abgesagt. Grund dafür ist das Coronavirus, das zuerst in der zentralchinesischen Region Wuhan aufgetreten war, sich von dort aus inzwischen verbreitet und derzeit die Schlagzeilen beherrscht. "Unsere Veranstaltung ist zwar ein Fest von und für Leute, die schon lange im Landkreis München leben, wir erwarten auch keine Gäste aus China", sagt Wenping Tang; dennoch hätten sie in den vergangenen Tagen viele besorgte Anrufe erreicht, begründet die Unterhachingerin die Absage.

Insbesondere habe es Nachfragen gegeben, ob nicht Personen anwesend sein könnten, die gerade von eine Reise aus Asien zurückgekehrt sind, so Wanping Tang. "Das kann ich natürlich nicht garantieren. Das kann keiner, der zu einer großen Veranstaltung einlädt, auch andere Institutionen oder die Schulen nicht." Aber spätestens seit am Montagabend der erste Corona-Fall in Bayern bekannt wurde, sei ihr klar geworden, "dass es besser ist, das Fest abzusagen oder zumindest zu verschieben" - bis sich die Lage beruhigt hat. Sie tue das schweren Herzens, denn sie habe nach der eher spontanen Party beim Debüt im vergangenen Jahr dieses Mal viel vorbereitet und Zusagen von hochkarätigen Mitwirkenden erhalten.

Mundschutz in einzelnen Apotheken ausverkauft

Dienstag, 28. Januar, 16.05 Uhr: Auch wenn Mediziner ihren Einsatz in Deutschland nicht für sinnvoll halten: In Bayern sind Mundschutzmasken in einzelnen Apotheken bereits ausverkauft. Er habe Entsprechendes von Betrieben in Unterfranken und München gehört, sagte ein Sprecher des bayerischen Apothekerverbandes am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit gebe es angesichts des Coronavirus eine verstärkte Nachfrage. Zudem sei es bei einigen Großhändlern schwierig, Nachschub zu bekommen.

Am Dienstag wurde bekannt, dass der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland ein 33 Jahre alter Mann aus Kaufering im Landkreis Landsberg am Lech ist. Er liegt derzeit auf der Isolierstation des Klinikums Schwabing in München. Seine Frau und sein Kind würden derzeit im häuslichen Umfeld isoliert, sagte ein Sprecher des Landratsamts.

Auch der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels bestätigte, dass einzelne Großhändler die Nachfrage aus den Apotheken nicht bedienen könnten. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg, hält nichts von der Anwendung der Masken: "Persönlicher Schutz ist im Augenblick vollkommen unsinnig", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken sind dem Experten zufolge zudem eigentlich nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht, sondern sollen verhindern, dass möglicherweise infektiöse Tröpfchen aus dem Atemtrakt von Chirurgen in das Operationsgebiet gelangen. Es ergebe Sinn, zum Beispiel als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen. "Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit", sagte Salzberger.

Webasto bei Starnberg: Zwei chinesische Schulungsgäste ohne Corona-Symptome

Dienstag, 28. Januar, 15.05 Uhr: Bei dem oberbayerischen Autozulieferer Webasto, bei dem ein Mitarbeiter an dem Coronavirus erkrankt ist, sind derzeit keine Kollegen aus China mehr zu Gast. Der 33-Jährige hatte gemeinsam mit drei chinesischen Gästen und weiteren Kollegen an einer Schulung am Standort in Gauting-Stockdorf teilgenommen. Alle drei Gäste seien am 23. Januar nach China zurückgereist, sagte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag. Eine chinesische Kollegin erkrankte dann an dem Virus. Von den beiden anderen chinesischen Mitarbeitern seien bisher keine Krankheitssymptome bekannt, sagte die Sprecherin.

Der erkrankte Mitarbeiter aus Gauting habe bei der Schulung den ganzen Tag mit der später erkrankten chinesischen Kollegin in einem Raum gesessen. Ob beide Tischnachbarn waren oder sich gegenüber saßen, so dass die Ansteckungsgefahr erhöht war, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Webasto sagte alle Reisen nach und von China für mindestens die kommenden zwei Wochen ab. Webasto stellt hauptsächlich Autoschiebedächer und Standheizungen her und hat in China mehr als zehn Standorte. Die größte Fabrik befindet sich in der Millionenmetropole Wuhan, in der die neuartige Lungenkrankheit zuerst ausbrach.

Behörden wollen weitere Maßnahmen einleiten

Dienstag, 28. Januar, 14.22 Uhr: Die Behörden wollen nun nach und nach weitere Maßnahmen in Bayern einleiten. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) schaltete am Dienstag eine spezielle Hotline frei. Sie ist unter der Telefonnummer 09131/6808-5101 zu erreichen. Dort beantworten freie Mitarbeiter des LGL Fragen von Bürgerinnen und Bürgern oder auch Firmen zum Umgang mit dem Coronavirus, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Auch einige Krankenkassen haben eigene Info-Telefone eingerichtet. Am Münchner Flughafen werden die Passagiere nach Angaben des Landesamtes mit Plakaten in drei Sprachen aufgefordert, bei Verdacht einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus einen Arzt aufzusuchen.

Weitere Eskalationsstufen des Alarmplans sind möglich: Derzeit werde gemeinsam mit dem Bund beraten, "ob es sinnvoll sein kann, an Flughäfen Fieber zu messen", sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Die weltgrößte Spielwarenmesse in Nürnberg erwartet angesichts des Coronavirus-Ausbruchs in diesem Jahr weniger Besucher aus China.

Einen Grund zur Panik gebe es trotz allem nicht, betonte Huml - ebenso wie ihr Amtskollege, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der Fall zeige, "dass wir gut vorbereitet sind", sagte er am Morgen. Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland bleibe auch nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts weiterhin gering.

Bayerische Unternehmen bremsen oder stoppen Chinareisen

Dienstag, 28. Januar, 13.37 Uhr: Wegen des Coronavirus treten bayerische Unternehmen bei Dienstreisen nach China auf die Bremse. BMW, Audi, und Siemens erklärten am Dienstag auf Nachfragen, dass nur noch zwingend notwendige Dienstreisen nach China angetreten werden. Die Allianz hat Geschäftsreisen aus Singapur, dem Sitz ihrer Holding für Asien und den Pazifikraum, nach China vorübergehend gestoppt. Zudem bittet der Konzern alle seine Mitarbeiter, Reisen nach China nach Möglichkeit auszusetzen.

Der Automobilzulieferer Webasto, bei dem ein Mitarbeiter in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert ist, stoppte Dienstreisen nach China und innerhalb Chinas komplett. Bei Schaeffler gilt bereits seit vergangener Woche ein Reiseverbot nach und aus China. Von Brose hieß es am Dienstag, man nehme "von Dienstreisen nach China Abstand", Einzelfälle würden geprüft.

"Wir empfehlen den Mitarbeitern, dringend zu überlegen, ob sie wirklich aktuell nach China reisen müssen, auf Telefonkonferenzen oder virtuelle Meetings zurückzugreifen oder die Reise zu verschieben", sagte eine Siemens-Sprecherin. Der Konzern hat in der betroffenen chinesischen Stadt Wuhan einen Standort mit rund 900 Mitarbeitern. Derzeit seien dort keine Erkrankungen bei Mitarbeitern bekannt. Auch bei Brose sind keine Erkrankungen in China bekannt, der Konzern hat in Wuhan ein Joint Venture mit rund 300 Mitarbeitern.

Krippe im Kreis Landsberg am Lech bleibt offen

Dienstag, 28. Januar, 12.35 Uhr: Die Kinderkrippe in Kaufering, in der das Kind des an dem Coronavirus erkrankten Mannes betreut wird, bleibt vorerst geöffnet. "Wir sehen derzeit keine Veranlassung dazu, die Krippe zu schließen", sagte ein Sprecher des Landratsamts Landsberg am Dienstag. "Weder die Frau noch das Kind des Patienten sind bisher erkrankt."

Die Eltern der betroffenen Einrichtung würden nun informiert, sagte der Sprecher. Ihre Kinder könnten diese aber weiter besuchen.

Informationsplakate zu Coronavirus am Münchner Flughafen

Dienstag, 28. Januar, 11.55 Uhr: Am Münchner Flughafen werden die Passagiere mit Plakaten in drei Sprachen aufgefordert, bei Verdacht einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus einen Arzt aufzusuchen. Das hat das Landesamt für Gesundheit veranlasst, wie ein Sprecher des Flughafens am Dienstag sagte. Auf Deutsch, Englisch und Chinesisch werden die Symptome und Vorbeugungsmaßnahmen bei Reisen in die Risikogebiete kurz beschrieben und Ansprechpartner genannt.

Entworfen wurden die Plakate vom Frankfurter Gesundheitsamt, auch am dortigen Flughafen sowie an den Berliner Flughäfen sind die Plakate aufgestellt worden. Regie bei Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen haben die Behörden. Am Münchner Flughafen gibt es eine Task Force Infektiologie, die rund um die Uhr einsatzbereit ist.

Vorsichtsmaßnahmen bei Webasto nach Coronavirus-Infektionen

Dienstag, 28. Januar, 11.40 Uhr: Nach den Coronavirus-Infektionen zweier Mitarbeiter hat der oberbayerische Autozulieferer Webasto eine ganze Reihe von Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Sowohl Dienstreisen nach China als auch innerhalb Chinas sind vorerst ausgesetzt, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. In der Unternehmenszentrale in Stockdorf südwestlich von München ist den 1000 dort beschäftigten Kolleginnen und Kollegen freigestellt, zu Hause zu arbeiten.

Die Mitarbeiter wurden darüber hinaus gebeten, Termine mit externen Besuchern in Stockdorf zu verschieben oder auf Telefonkonferenzen auszuweichen. Bei Terminen außer Haus sollen Stockdorfer Kolleginnen und Kollegen ihren Ansprechpartnern anbieten, bereits ausgemachte Termine zu verschieben oder sie telefonisch abzuhalten. Beides gilt zunächst für die nächsten zwei Wochen. Webasto hatte zuvor bestätigt, dass ein Mitarbeiter in Stockdorf von einer chinesischen Kollegin aus Schanghai mit dem neuen Coronavirus angesteckt worden sei, die vergangene Woche zu Besuch war und erst nach ihrem Rückflug in China positiv getestet wurde. Beide seien stationär in ärztlicher Behandlung, es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut, erklärte Vorstandschef Holger Engelmann. Das Unternehmen prüft derzeit, mit welchen Kollegen die beiden Erkrankten in Kontakt waren. Die Betreffenden sollen dann sämtlich informiert werden.

Webasto stellt hauptsächlich Autodächer und Standheizungen her und hat in China mehr als zehn Standorte, einen davon in der Millionenmetropole Wuhan, in der die neuartige Lungenkrankheit zuerst ausgebrochen war. Die Schanghaier Mitarbeiterin war demnach nicht in Wuhan, hat dort aber Familie.

Art der Ansteckung im Coronavirus-Fall in Bayern "neu"

Dienstag, 28. Januar, 11.02 Uhr: Der erste bestätigte Coronavirus-Fall in Deutschland liefert nach Ansicht der bayerischen Gesundheitsbehörden neue Erkenntnisse über die Ansteckungswege der Lungenkrankheit. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag in München mitteilte, hat sich der 33 Jahre alte Mann nach ersten Erkenntnissen bei einer Chinesin angesteckt, die zu dem Zeitpunkt noch keine Symptome der Krankheit zeigte. "Das ist neu, dass wir das so wissen", sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch. Die Behörden müssten aber noch mit der Chinesin sprechen, um das zu bestätigen.

Landesamt: Bislang keine weiteren Verdachtsfälle

Dienstag, 28. Januar, 10.39 Uhr: Bislang hat es in Deutschland nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag keine weiteren Verdachtsfälle gegeben. "Wir haben bislang keinen finden können, der noch weitere Symptome hat", sagte LGL-Präsident Andreas Zapf in München. Das sei aber "Stand jetzt, 10.30 Uhr". Die Behörden seien derzeit damit beschäftigt, herauszufinden, mit wem die beiden Mitarbeiter der Firma Webasto Kontakt hatten. Das müsse jetzt "ganz rasch" gehen.

Die bayerischen Behörden überprüfen jedoch 40 Kontaktpersonen in der Firma und der Familie des erkrankten Webasto-Mitarbeiters. Das sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch, am Dienstag in München. "Die Zahl kann noch steigen."

Rotes Kreuz mit Sondereinheiten

Dienstag, 28. Januar, 10.13 Uhr: Sollte sich das Coronavirus in Bayern verbreiten, stehen beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) zwölf Schnelleinsatzgruppen bereit. Diese Sondereinheiten seien auf die Behandlung, Betreuung und den fachgerechten Transport von beispielsweise hochinfektiösen Patienten spezialisiert, teilte das BRK am Dienstag mit.

Bereits am Wochenende sind laut BRK standardisierte Prozeduren für den Ernstfall entwickelt worden, die allen Einsatzdiensten zur Verfügung stünden. "Im Vorgehen für die Einsatzkräfte ändert sich zunächst nichts", sagte Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. Persönliche Schutzausrüstung wie Mundschutz, Atemschutzmasken und Schutzanzüge und -brillen würden ohnehin in allen Rettungsfahrzeugen mitgeführt.

Erster Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt

Montag, 27. Januar 2020: In Deutschland ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern habe sich infiziert, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am späten Montagabend mit.

Rückblick

Die Meldungen im Rückblick: Januar und Februar, März, April, Mai und Juni.

© SZ.de/dpa/kast/mmo
Parkende Autos und Verkehr am Wallberg am Tegernsee, 2020

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