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Newsblog aus Bayern:Coronavirus: Am Brenner gestoppter Zug in München angekommen

Wegen Corona-Verdachts gestoppter Zug in München angekommen

Wegen Corona-Verdachts haben italienische Behörden die Weiterfahrt eines Eurocity nach München am Brenner gestoppt. In der Nacht auf Montag erreichte der Zug den Hauptbahnhof.

(Foto: Lino Mirgeler/dpa)
  • Gut drei Wochen nach dem Beginn des Coronavirus-Ausbruchs in Bayern ziehen die Ärzte eine erste Zwischenbilanz - die Lage hat sich etwas entspannt.
  • Im Klinikum München-Schwabing haben sie wichtige Erkenntnisse über die neuartige Lungenkrankheit gesammelt.
  • Zwölf der 14 Patienten sind wieder zu Hause. Unter ihnen ist auch die Familie aus Siegsdorf, die gut zwei Wochen lang isoliert war, weil sich die Eltern und zwei der drei Kinder mit dem Erreger infiziert hatten.
  • Auch die meisten der etwa 230 Kontaktpersonen, die zu Hause unter Quarantäne gestellt worden waren, durften ihre Wohnungen wieder verlassen.

Zug nach München am Brenner wegen Corono-Verdachts gestoppt

Montag, 24. Feburar, 8:50: Der aus Furcht vor dem Coronavirus am Brenner gestoppte Eurocity ist mit mehrstündiger Verspätung am frühen Montagmorgen in München angekommen. Zahlreiche Passagiere - vereinzelt mit Gesichtsmasken, verließen den aus Venedig eingetroffenen Zug am Hauptbahnhof.

Den Zwangsstopp für zwei Züge am italienisch-österreichischen Grenzübergang hatten zwei Frauen an Bord ausgelöst, die Fieber und starken Husten hatten. Nach Angaben des österreichischen Innenministeriums fiel ein Test auf das Virus negativ getestet. Kurz vor Mitternacht hatten die österreichischen Behörden dann grünes Licht für die Weiterfahrt der rund 500 Reisenden gegeben.

Zuvor waren alle Passagiere des Eurocitys (EC) 86 von Venedig nach München in den nachfolgenden EC 1288 ebenfalls mit dem Ziel München umgestiegen. Das österreichische Innenministerium teilte mit, bei allen Passagieren, die in Österreich aussteigen, würden Identitätsfeststellungen vorgenommen. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, er gehe nicht von einer Registrierung der Passagiere aus dem Zug in Deutschland aus. Die Aussteigenden dürften nach seinem Wissen den Bahnhof ohne Einschränkung verlassen. Der Zugverkehr mit Italien verlief am Montagmorgen wieder planmäßig.

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In Südkorea hat eine Frau wahrscheinlich Dutzende andere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Was das bedeutet. Die wissenschaftlichen Entwicklungen im Newsblog.

Nur noch zwei Patienten im Krankenhaus

Freitag, 21. Februar, 14.10 Uhr: Erneut ist ein Patient aus dem Schwabinger Krankenhaus entlassen worden, das hat das Gesundheitsministerium mitgeteilt. Damit sind nur noch zwei Personen in Behandlung, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben.

Was in Schwabing über die Krankheit herausgefunden wurde

Freitag, 21. Februar, 13.10 Uhr: Clemens Wendtner und seine Kolleginnen und Kollegen in der München Klinik Schwabing haben lehrreiche Wochen hinter sich. Sie haben neun der 14 bayerischen Coronavirus-Patienten behandelt und dabei interessante Erkenntnisse über den neuen Erreger und die von ihm ausgelöste Krankheit Covid-19 gesammelt. Zum Beispiel, dass der sich nicht wie das verwandte Sars-Virus in den tieferen Atemwegen einnistet, sondern oben im Rachenraum. Oder dass die Patienten etwa zehn Tage, nachdem sie erste Symptome zeigen, immun gegen die Krankheit sind. Erkenntnisse wie diese helfen Ärzten weltweit bei der Bekämpfung des neuen Virus - und vielleicht auch bei einer Entwicklung des Impfstoffes, wie Wendtner berichtet.

Puma - Jahreszahlen

Puma-Chef Björn Gulden spricht während der Bilanz-Pressekonferenz über die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs auf sein Unternehmen.

(Foto: dpa)

Wie sich der Alltag in der Isolation anfühlt

Mittwoch, 19. Februar, 18.20 Uhr: Krank waren die allermeisten von ihnen nicht wirklich, beobachtet und getestet aber wurden sie so intensiv wie kaum ein Patient im Schwabinger Krankenhaus von München: Täglich Abstriche aus Nase und Rachen, dazu Hustenschleim, Stuhl-, Urin- und Blutproben. Kein Wunder: Die acht Männer und eine Frau hatten sich mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, für die Mediziner sind sie Ausnahmefälle und zugleich Forschungsobjekte im Kampf gegen eine globale Pandemie. Wie sich ihr Klinikaufenthalt gestaltete, das hat Chefarzt Clemens Wendtner nun erstmals öffentlich geschildert. Sechs Patienten sind mittlerweile entlassen, drei werden noch in Schwabing behandelt. Sie müssen weiter all die Proben abgeben - und dann warten. Bis zum Abend. Denn dann kommen erst die Ergebnisse aus den Labors und damit eine Antwort auf die Frage: Wie hoch ist die Viruslast noch? Wann kann ich nach Hause?

Erneut Patient entlassen

Mittwoch, 19. Februar, 14.35 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Patienten in Bayern sinkt weiter: Am Mittwoch wurde ein weiterer Patient aus dem Klinikum München-Schwabing entlassen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit werden dort nur noch drei Menschen behandelt, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst. Sie sind die letzten der zwischenzeitlich 14 Patienten, deren Infektionen in Bayern bekannt geworden waren. Und auch sie sähen "einer zeitnahen Entlassung" entgegen, ließ die Klinik wissen.

Puma fürchtet Einbußen, BMW und Audi produzieren wieder

Mittwoch, 19. Februar, 11.25 Uhr: Der fränkische Sportartikelhersteller Puma befürchtet Einbußen durch das Coronavirus in Asien. China ist der zweitgrößte Markt nach den USA für Puma und mit einer Wachstumsrate von 40 Prozent im vergangenen Jahr das sich am schnellsten entwickelnde Geschäftsfeld. Der Betrieb dort sei derzeit "stark beeinträchtigt", sagte Vorstandschef Björn Gulden. "Das Geschäft in anderen Märkten, vor allem in Asien, leidet unter dem Ausbleiben chinesischer Touristen." Eine genaue Vorhersage sei schwierig. Puma gehe aber derzeit davon aus, dass die Einbußen weitgehend kompensiert werden können.

Derweil produzieren die bayerischen Autofirmen Audi und BMW nach den krankheitsbedingten Einschränkungen wieder in China. Die Produktion laufe seit Montag wieder, teilte ein BMW-Sprecher mit. Eine Audi-Sprecherin sagte, sowohl in der Produktion im Joint Venture als auch in allen anderen Geschäftsbereichen sei wieder Normalbetrieb erreicht. Audis Marketing- und Vertriebsvorständin, Hildegard Wortmann, sagte der Zeitschrift Automobilwoche über die Geschäfte in China: "Im Moment treten Kunden überwiegend online in Kontakt mit Audi, darauf fokussieren wir aktuell auch unsere Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten. In den Showrooms und bei den Händlern passiert, je nach Region, gerade weniger."

Drei weitere Patienten entlassen

Dienstag, 18. Februar, 13.45 Uhr: Nach und nach können immer mehr Coronavirus-Patienten nach Hause: Bis Dienstagmittag seien drei weitere Erkrankte aus den Kliniken entlassen worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit. Zwei von ihnen wurden bis zum Montag in München-Schwabing behandelt, ein dritter in einem unbekannten Krankenhaus. Bei dieser Person handelt es sich um den letzten der bislang 14 Coronavirus-Fälle in Bayern, der erst vor einer Woche bekannt geworden war. Nähere Angaben zu den drei Personen machte das Ministerium nicht. Damit werden in Bayern nur noch vier Menschen behandelt, die sich mit dem neuartigen Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben. Sie alle befinden sich im Schwabinger Krankenhaus, seien "weitestgehend symptomfrei" und könnten vermutlich ebenfalls bald entlassen werden, teilte die Klinik mit.

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Lorenz Schröfl war einer der ersten Mediziner in Europa, der Kontakt zum Coronavirus hatte. Seit vergangener Woche versucht er, Menschen ausfindig zu machen, die engen Umgang mit Infizierten hatten.   Von Carolin Fries

Die meisten Quarantänen aufgehoben, seit einer Woche kein neuer Fall aufgetreten

Dienstag, 18. Februar, 8.40 Uhr: Drei Wochen nach dem Beginn des Coronavirus-Ausbruchs scheint sich die Lage in Bayern zu entspannen. Seit nunmehr sieben Tagen ist nach offiziellen Angaben kein neuer Fall aufgetreten, die Hälfte der bislang 14 Patienten ist aus den Kliniken entlassen und auch die meisten der sogenannten Kontaktpersonen, die zwei Wochen lang in Quarantäne bleiben mussten, dürfen ihre Wohnungen inzwischen wieder verlassen.

Am Montag vor drei Wochen war in Deutschland erstmals ein Mann positiv auf den neuartigen Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Der 33-Jährige aus Kaufering arbeitet für den Automobilzulieferer Webasto und hatte sich dort auch angesteckt. 13 weitere Fälle traten seitdem im Freistaat auf, alle sind auf Infektionen in der Firma zurückzuführen. Zuletzt waren vor einer Woche der Fall eines 49-jährigen Webasto-Beschäftigten sowie der Fall eines Angehörigen eines anderen Webasto-Mitarbeiters gemeldet worden. Beide hatten sich bereits zuvor zu Hause isolieren müssen. Bei beiden schlug, kurz bevor die Quarantäne enden sollte, der Abschlusstest positiv an. Dass seitdem, soweit öffentlich bekannt, keine weiteren Fälle aufgetreten sind, ist ein beruhigendes Zeichen, denn immer mehr Menschen werden aus der sogenannten "häuslichen Isolierung" entlassen, ohne dass beim abschließenden Test bei ihnen das Virus nachgewiesen wird.

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden in Bayern bislang etwa 230 Menschen dazu verpflichtet, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und Kontakt zu anderen Menschen zu meiden; bis zum Montag lief bei drei Viertel der Betroffenen die Quarantäne aus. Sie alle hatten engeren Kontakt zu einem der Coronavirus-Patienten und wurden mindestens zweimal auf den Erreger getestet und isoliert, auch ohne dass sie Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 zeigten, die das neuartige Virus auslöst.

Gute Nachrichten gibt es auch für einen weiteren Patienten, dessen Infektion ebenfalls auf den Coronavirus-Ausbruch bei Webasto zurückzuführen ist, den die Behörden aber nicht als deutschen oder bayerischen Fall führen, sondern als spanischen. Der 26-jährige Mann aus dem Landkreis Landsberg hatte vor gut drei Wochen Kontakt zu einem infizierten Webasto-Mitarbeiter und flog anschließend mit vier weiteren Männern in den Urlaub nach La Gomera. Dort wurde er positiv getestet und kam in eine Klinik, seine Reisegruppe wurde auf der spanischen Insel isoliert. Nach Informationen des LGL ist der 26-Jährige inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden und wie auch seine Mitreisenden nach Bayern zurückgekehrt.

Sieben von 14 Patienten wieder zu Hause

Montag, 17. Februar, 13.40 Uhr: Sieben der insgesamt 14 Coronavirus-Patienten in Bayern haben das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen - darunter auch eine Familie aus Siegsdorf, die gut zwei Wochen lang gemeinsam in der Kreisklinik Trostberg (Landkreis Traunstein) isoliert war. Das hat das bayerische Gesundheitsministerium am Montagmittag mitgeteilt. Bei dem Familienvater war das neuartige Virus Sars-CoV-2 bereits am 30. Januar nachgewiesen worden, später auch bei seiner Frau und zweien seiner drei Kinder. Der 38-Jährige hatte sich bei einem Kollegen angesteckt; er arbeitet für den Automobilzulieferer Webasto in Stockdorf bei München, wo vor drei Wochen der erste Coronavirus-Fall Deutschlands aufgetreten war. "Allen Familienmitgliedern geht es gesundheitlich bereits seit einigen Tagen gut", teilte das Klinikum mit, insbesondere die Kinder seien aber "durch die Quarantänesituation psychisch stark belastet gewesen".

Wer an der neuartigen Lungenkrankheit, die inzwischen den Namen Covid-19 trägt, erkrankt, wird in einem Krankenhaus isoliert. Das Robert-Koch-Institut des Bundes hat inzwischen deutschlandweit gültige Kriterien für eine Entlassung formuliert. Demnach darf ein Patient nur dann nach Hause, wenn er folgende Bedingungen erfüllt: Das erste Auftreten von Krankheitssymptomen liegt mindestens zehn Tage zurück, er ist seit mindestens zwei Tagen frei von Fieber und seit mindestens 24 Stunden auch von Krankheitssymptomen - und vor allem: Innerhalb von 24 Stunden waren mindestens zwei Tests auf den Erreger negativ. Auch aus dem Klinikum München-Schwabing sind seit dem Wochenende drei der neun Patienten dort entlassen worden.

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Weitere Coronavirus-Patienten aus Klinik entlassen

Sonntag, 16. Februar, 13.09 Uhr: In Bayern sind am Wochenende weitere Coronavirus-Patienten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in München mit. Die Entlassungskriterien des Robert Koch-Institutes (RKI) seien erfüllt, sagte eine Ministeriumssprecherin. Nähere Angaben zu den Betroffenen wollte die Behörde nicht machen.

Der erste der insgesamt 14 im Freistaat registrierten Patienten war am vergangenen Mittwoch aus einer Münchner Klinik entlassen worden. Die Person sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, hatte das Krankenhaus mitgeteilt. Alle 14 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in Bayern stehen in Zusammenhang mit dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger im Januar bei einer Dienstreise eingeschleppt. Der Stammsitz war wegen der Infektionen zwei Wochen geschlossen und hatte am vergangenen Mittwoch wieder geöffnet.

Neben den 14 Fällen in Bayern gab es in Deutschland zwei weitere Infektionen. Die beiden Heimkehrer aus dem chinesischen Wuhan wurden am Freitag aus der Universitätsklinik Frankfurt entlassen, darunter eine Frau, die aus dem oberbayerischen Landkreis Freising kommt.

Fluggäste aus China werden genauer zu Coronavirus befragt

Samstag, 15. Februar, 10.45 Uhr: Flugpassagiere aus China werden vor der Landung an den Flughäfen Frankfurt und München nun genauer nach einem möglichen Kontakt mit dem Coronavirus befragt. Bei Direktflügen muss dafür ab sofort eine Selbstauskunft mit drei Fragen an Bord verteilt werden, wie das Bundesgesundheitsministerium und die Fachressorts in Hessen und Bayern am Samstag mitteilten.

Munich Re-Mitarbeiter möglicherweise mit Coronavirus infiziert - erstes Testergebnis negativ

Freitag, 14. Februar, 14.52 Uhr: Der Rückversicherer Munich Re hat bestätigt, dass ein Mitarbeiter des Konzerns in München möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert ist. "Wir haben unsere Mitarbeiter unterrichtet und entsprechende Maßnahmen ergriffen", sagte ein Sprecher der SZ. Das erste Testergebnis sei negativ gewesen, eine Infektion könne aber nur durch einen zweiten negativen Test am Ende der Inkubationszeit definitiv ausgeschlossen werden. In der Munich-Re-Hauptverwaltung in München sind 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Unternehmen hat alle Mitarbeiter, die direkt intensiveren Kontakt mit der betroffenen Person hatten, über den Verdacht informiert und gebeten, von zu Hause aus zu arbeiten. Dazu gehören Kolleginnen und Kollegen, die in demselben Büro sitzen oder mit denen die betroffene Person zu Mittag gegessen hat. Weitere Personen, die Begegnungen mit dem Mitarbeiter hatten, seien auf wirksame Hygienemaßnahmen hingewiesen worden.

Der Sprecher wollte nichts dazu sagen, wo die betroffene Person den Virus erhalten haben könnte. Im Unternehmen wird spekuliert, es handele sich nicht um jemand, der beruflich in China war, sondern im privaten Umfeld mit betroffenen Mitarbeitern der Webasto-Gruppe zu tun hatte.

Erstmals Patient aus Krankenhaus entlassen

Donnerstag, 13. Februar, 13.55 Uhr: Einer der 14 Coronavirus-Patienten in Bayern ist wieder nach Hause zurückgekehrt. Da die Person gesund und nicht mehr ansteckend sei, habe sie am Mittwoch das Krankenhaus verlassen können, teilten das Gesundheitsministerium und das Klinikum München-Schwabing mit. Dies ist die erste Entlassung, seitdem vor gut zwei Wochen der erste Coronavirus-Fall in Bayern bekannt geworden war. Man habe Kriterien entwickelt, wann dies bei Infizierten möglich sei, hieß es in der Mitteilung - etwa dass in den Atemwegssekreten kein Erreger mehr nachweisbar, dass die Person frei von Symptomen und lange genug isoliert worden sei. Auch bei weiteren der nunmehr acht Patienten in Schwabing sei eine Entlassung absehbar, teilte die Klinik mit.

Nun 16 Coronavirus-Patienten in Deutschland

Mittwoch, 12. Februar, 14.25 Uhr: Zu den beiden neuen Coronavirus-Fällen in Bayern hat das Gesundheitsministerium weitere Details genannt. Demnach handelt es sich bei einem der beiden Patienten, deren Erkrankung am Dienstagabend bekannt geworden war, um einen 49-jährigen Mitarbeiter der Firma Webasto. Er werde im Klinikum München-Schwabing behandelt und sei wie fast alle Patienten dort "aktuell weitestgehend symptomfrei", teilte das Klinikum mit. Beim zweiten Fall, der am Dienstag gemeldet wurde, handele es sich um das Familienmitglied eines Webasto-Beschäftigten, bei dem bereits in der vorvergangenen Woche der Erreger nachgewiesen wurde. Wo es behandelt wird, teilte das Ministerium nicht mit. Beide Patienten hätten als direkte Kontaktpersonen von Infizierten bereits unter häuslicher Quarantäne gestanden, hieß es bei Webasto. Sie seien routinemäßig nochmals getestet worden, bevor die Quarantäne aufgehoben werden sollte.

Bundesweit sind bislang 16 Coronavirus-Fälle aufgetreten, bis auf zwei gehen sie alle auf den Ausbruch in der Firma Webasto zurück. Damit steht Deutschland momentan, was die Zahl der Fälle betrifft, auf dem weltweit siebten Platz - nach China, Singapur, Thailand, Japan, Südkorea und Malaysia. Das geht aus der offiziellen Übersicht der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Zwei der deutschen Patienten werden derzeit in Frankfurt behandelt, sie waren vor zehn Tagen von der Luftwaffe aus dem chinesischen Wuhan ausgeflogen worden. Die übrigen 14 sind Beschäftigte von Webasto oder Angehörige. In der Zentrale des Autozulieferers in Stockdorf bei München war vor gut zwei Wochen der erste Coronavirus-Fall aufgetreten. Dem Ausbruch zuzurechnen ist mindestens noch ein weiterer Fall: Auf der spanischen Insel La Gomera wird derzeit ein Mann aus dem Landkreis Landsberg behandelt, der Kontakt zu einem infizierten Webasto-Mitarbeiter hatte, bevor er in den Urlaub flog - wo er schließlich positiv auf den Erreger getestet wurde.

Webasto will Zentrale trotz neuer Coronavirus-Fälle öffnen

Mittwoch, 12. Februar, 7.24 Uhr: Der Autozulieferer Webasto will am Mittwoch seine wegen mehrerer Coronavirus-Fälle seit zwei Wochen geschlossene Unternehmenszentrale in Gautinger Ortsteil Stockdorf wieder öffnen. Trotz der zwei am Dienstagabend neuen bestätigten Corona-Fällen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Eine Spezialfirma hatte das Gebäude in dem Münchner Vorort zuvor gereinigt und desinfiziert.

Der Webasto-Vorstandschef Holger Engelmann will am Mittwochmorgen um neun Uhr ein Pressestatement geben. Alle nunmehr 14 Corona-Fälle in Bayern stehen in Zusammenhang mit dem Automobilzulieferer.

Zwei neue Coronavirus-Fälle im Freistaat

Dienstag, 11. Februar, 19.02 Uhr: Zwei weitere Personen in Bayern haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend. Damit gibt es derzeit insgesamt 14 bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern. Die beiden neuen Fälle stünden im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto, bei dem viele der bereits infizierten Personen arbeiten. Einzelheiten zu den neuen Fällen will das Ministerium am Mittwoch bekanntgeben.

Webasto-Zentrale von Mittwoch an wieder offen

Dienstag, 11. Februar, 10.45 Uhr: Nach zwei Wochen wird der Autozulieferer Webasto, bei dem die ersten Coronavirus-Fälle in Deutschland aufgetreten sind, seine Zentrale wieder öffnen. Am morgigen Mittwoch soll dort wie geplant der Betrieb aufgenommen werden, teilte das Unternehmen mit. Seit dem 29. Januar hatten die allermeisten der gut 1000 Beschäftigten in Stockdorf südwestlich von München von zu Hause aus gearbeitet, die Zentrale wurde nahezu komplett dicht gemacht und inzwischen desinfiziert.

Bei Webasto haben sich, soweit bislang bekannt, acht Mitarbeiter mit dem neuartigen Erreger infiziert, sie liegen nach wie vor im Klinikum München-Schwabing und im Krankenhaus von Trostberg im Landkreis Traunstein. Webasto-Chef Holger Engelmann sagte am Dienstag, einige von ihnen würden "voraussichtlich in Kürze entlassen". Nach seinen Angaben hatten sich insgesamt 180 Mitarbeiter auf das Coronavirus testen lassen. "Wir sind erleichtert, dass seit Anfang vergangener Woche kein neuer Krankheitsfall unter unseren Mitarbeitern dazu gekommen ist", sagte Engelmann. Noch sei man vorsichtig, weil über den Erreger wenig bekannt sei. "Aber es sieht so aus, als hätten wir durch unser schnelles und entschiedenes Handeln nach dem ersten positiven Test die Infektionskette im Unternehmen unterbrochen."

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) würdigte das Vorgehen von Webasto, das in einer Pressemitteilung den LGL-Chef Andreas Zapf zitierte: "Die Konsequenz, mit der das Unternehmen in dieser Sondersituation agiert hat, ist lobenswert." Der Automobilzulieferer hat in China elf Standorte, einen davon in Wuhan, wo das Virus erstmals aufgetreten ist. Geschäftsreisen nach China hat die Firma nach eigenen Angaben bis Ende des Monats ausgesetzt.

Behörden heben Isolierungen von Kontaktpersonen auf

Sonntag, 9. Februar, 15.20 Uhr: Keine zwei Wochen nach dem Coronavirus-Ausbruch in Bayern sind die ersten Quarantänen wieder aufgehoben worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf Anfrage mit. Bei knapp 200 Personen sei bisher eine "häusliche Isolierung" angeordnet worden, weil sie engeren Kontakt zu einem der zwölf Patienten hatten, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde. Diese Quarantäne gelte für eine Dauer von zwei Wochen nach dem letzten möglichen Kontakt, sagte ein Sprecher; die ersten Personen dürften ihre Wohnungen bereits wieder verlassen. Bei einem großen Teil der Betroffenen wird das vermutlich in den kommenden Tagen der Fall sein.

Jeder, dem die Behörden anordnen, in "häuslicher Isolierung" zu bleiben, muss Kontakt zu anderen meiden, eigentlich auch zu Familienmitgliedern, er darf nicht nach draußen und wird täglich vom Gesundheitsamt angerufen. Am Ende der Quarantäne steht ein weiterer Test auf das Virus; fällt auch dieser negativ aus, gelten für die Betroffenen keine speziellen Auflagen mehr, wie das LGL mitteilt. Und auch für manche der zwölf Infizierten dürfte der Tag näher rücken, dass sie das Krankenhaus verlassen dürfen: Wann der richtige Zeitpunkt für eine Entlassung sei, werde "derzeit intensiv diskutiert", teilte das LGL am Wochenende mit, dort habe eine ärztliche Expertenkommission darüber beraten. "Die Empfehlung soll in Kürze vorliegen."

In Bayern sind inzwischen zwölf Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Erreger bekannt. Der bislang letzte wurde am Freitagabend gemeldet, er betrifft laut LGL eine 48 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Sie war zuvor selbst isoliert, da sie mit einem 52-jährigen Webasto-Mitarbeiter verheiratet ist, bei dem bereits in der vergangenen Woche der Erreger nachgewiesen wurde. Sie beide sind nun im Klinikum München-Schwabing, so wie sechs weitere Patienten auch. Allen gehe es gut, lediglich die Frau und ein weiterer Mann zeigten "grippeähnliche Symptome", hieß es aus der Klinik.

Weitere Frau mit Coronavirus infiziert

Freitag, 7. Februar, 19.37 Uhr In Bayern gibt es einen weiteren Coronavirus-Fall. Dies teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagabend unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Bei dem neuen Fall handelt es sich um die Frau eines Mannes, dessen positiver Befund vergangene Woche bekannt geworden war. Er wird derzeit in der München Klinik Schwabing behandelt. Der Mann ist Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Stockdorf bei München. Alle in Bayern aufgetretenen Fälle stehen in Zusammenhang mit Webasto. Dort hatten sich Mitarbeiter bei einer Kollegin aus China angesteckt. Die Frau wird nach Angaben des Gesundheitsministeriums medizinisch überwacht und ist in der München Klinik Schwabing isoliert, wo sich bereits sieben weitere Coronavirus-Patienten aus Bayern befinden.

Die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs für Webasto

Freitag, 7. Februar, 18.19 Uhr: Der Coronavirus-Ausbruch hat den bayerischen Autozulieferer Webasto schwer getroffen. In der Firmenzentrale in Stockdorf bei München gab es die erste Infektion, alle bisherigen Fälle in Bayern sind darauf zurückzuführen. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat Firmenchef Holger Engelmann nun ausführlich über diese Krisenzeit berichtet (SZ-Plus). Er findet vor allem enttäuschend, dass Mitarbeiter und deren Angehörige ausgegrenzt worden seien. "Ich würde mir wünschen, dass die Menschen etwas abgeklärter damit umgehen." Andernfalls würde das bewirken, dass zum Beispiel Firmen die Öffentlichkeit nicht mehr über solche Krankheitsfälle informieren. "Mir ist vor allem wichtig, dass die Schulen und Kindergärten eine einheitliche Linie haben", sagt Engelmann. "Es kann nicht sein, dass einzelne Einrichtungen Webasto-Kinder ausschließen." Im Interview berichtet der Webasto-Chef auch darüber, wie die Firma mit dem Ausbruch umgegangen ist, was er für das Geschäft bedeutet und warum er die Belegschaft in gewisser Weise auch zusammengeschweißt hat.

Coronavirus-Ausbruch weiter auf Bayern beschränkt

Freitag, 7. Februar, 15.05 Uhr: Der Verdacht, der bayerische Coronavirus-Ausbruch könnte sich auch in Baden-Württemberg fortsetzen, hat sich bislang nicht bestätigt. Die dortigen Behörden gaben am Freitag Entwarnung für neun Menschen, die in Baden-Württemberg unter besonderer Beobachtung standen. "Alle sind negativ getestet worden", sagte eine Sprecherin des Stuttgarter Regierungspräsidiums. Sieben von ihnen blieben vorsorglich bis Anfang der kommenden Woche zu Hause, weil die Inkubationszeit noch nicht vorbei sei. Die neun Menschen aus sechs baden-württembergischen Landkreisen hatten Kontakt zu einer infizierten Person in Bayern gehabt.

Die bayerischen Fälle gehen alle auf betriebsinterne Schulungen in der Firma Webasto bei München zurück. Was über den Ausbruch bislang bekannt ist, zeigt diese SZ-Grafik. Nicht enthalten ist der Fall einer Frau aus dem Landkreis Freising, die ebenfalls wegen einer Coronavirus-Infektion derzeit in Frankfurt in einer Klinik behandelt wird. Sie war am vergangenen Wochenende aus Wuhan ausgeflogen worden, wo der Erreger erstmals aufgetreten war. Ihre Infektion hat nichts mit den Fällen in der Firma Webasto zu tun.

Frau von Webasto-Mitarbeiter infiziert

Donnerstag, 6. Februar, 13.35 Uhr: In Bayern hat sich eine weitere Frau mit dem Coronavirus angesteckt. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, handelt es sich um die Mutter der fünfköpfigen Familie aus Siegsdorf, deren Vater bei der Firma Webasto arbeitet und der sich über Kollegen mit dem neuen Erreger infiziert hat. Neben den Eltern sind auch zwei der Kinder positiv auf das Virus getestet worden; nur bei dem etwa sechs Monate alten Säugling ist nach offiziellen Angaben der Erreger noch nicht nachgewiesen worden.

Die Familie ist seit einer Woche im Krankenhaus von Trostberg im Landkreis Traunstein. Laut Ministerium zeigt die Mutter keine Krankheitssymptome. Die beiden Kinder hätten nur leichte gehabt, sagte der medizinische Direktor der Kliniken der Südostbayern AG, Stefan Paech. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters sei stabil. Er werde mit antiviralen Medikamenten behandelt. Die Familie, die dem Vernehmen nach auch auf eigenen Wunsch zusammenbleiben wollte, war auf behördliche Entscheidung hin in Quarantäne genommen worden. "Wir sind von vorneherein davon ausgegangen, dass die Familie insgesamt schon infiziert war", sagte Paech. Das bestätigten nun die Befunde, die Stück für Stück eingingen. Dass die Mutter erst jetzt positiv getestet worden sei, liege daran, dass die Reaktionszeit unterschiedlich sei.

Man habe bewusst entschieden, auch den Säugling bei der Familie zu lassen, zumal die Verläufe gerade in diesem Alter sehr milde seien, sagte Paech. Es habe eine Abwägung gegeben: "Kindstrennung versus dem möglichen Risiko eines milden klinischen Verlaufes. Da haben wir uns in Abstimmung mit den Kinderärzten so entschieden, und es hat sich bestätigt, dass das die richtige Vorgehensweise war." Der Familie gehe es den Umständen entsprechend gut, wenngleich die Situation der Quarantäne belastend sei.

Elfter Fall aus Bayern

Donnerstag, 6. Februar, 11.10 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Coronavirus-Ausbruch bei der Firma Webasto ist ein weiterer Fall aus Bayern bekannt geworden. Bei einem der infizierten Mitarbeiter hat sich auch ein 26-jähriger Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech angesteckt. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Donnerstag auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung mit. Auch der erste in Bayern bekanntgewordene Coronavirus-Patient stammt aus dem Landkreis Landsberg.

Der Mann befindet sich derzeit in einem Krankenhaus auf der spanischen Insel La Gomera. Dort war er positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Behörden in der Nacht zum Samstag mitgeteilt hatten. Am Dienstag sagte ein Sprecher der regionalen Gesundheitsbehörde, dass es dem Mann gut gehe und er noch keine Krankheitssymptome aufweise. Vier weitere Deutsche, die mit ihm in Kontakt waren, stünden in einer Klinik auf der Insel La Gomera unter Beobachtung. Bei ihnen sei bisher keine Infektion festgestellt worden.

Der Fall des 26-Jährigen ist somit die elfte Infektion mit dem neuartigen Erreger in Bayern, die die Experten auf betriebsinterne Schulungen bei dem Automobilzulieferer Webasto südwestlich von München zurückführen. Diese fanden vor zwei Wochen statt. Zehn Patienten werden derzeit in den Krankenhäusern München-Schwabing und Trostberg (Landkreis Traunstein) behandelt. Bislang haben die Behörden laut LGL in Bayern bereits 190 Personen ermittelt, die engeren Kontakt zu Infizierten hatten und die nun zwei Wochen zu Hause bleiben müssen und keine anderen Menschen treffen dürfen.

Experten beraten über Kriterien, wann Patienten entlassen werden

Donnerstag, 6. Februar, 9.10 Uhr: Für die ersten der zehn Corona-Patienten in den Kliniken in München und im Landkreis Traunstein rückt die Chance auf eine Entlassung näher. Womöglich noch diese Woche sollten die Kriterien dafür bekannt gegeben werden, sagte Chefarzt Clemens Wendtner vom Klinikum München-Schwabing. Dass die ersten noch diese Woche die Klinik verlassen können, sei aber unwahrscheinlich. Die Entscheidung liege letztlich bei den Gesundheitsbehörden, betonte Wendtner. Denn die Menschen seien nach dem Infektionsschutzgesetz amtlich eingewiesen worden. "Wir sind derzeit in sehr enger Abstimmung mit den Behörden."

Wendtner berichtete, manche seiner Patienten hätten leichten trockenen Husten, einer habe zudem leichtes Fieber. "Wir würden das subsumieren unter leichten grippeähnlichen Symptomen." Keiner der Patienten müsse derzeit mit antiviralen Medikamenten behandelt werden oder sei intensivstationsgefährdet. Für die Ärzte sei es eine "routinemäßige Situation".

Schwabinger Patienten liefern wichtige Erkenntnisse

Mittwoch, 5. Februar, 11.16 Uhr: Auch leicht Erkrankte können womöglich das Coronavirus übertragen - das schließen Experten aus der Beobachtung der derzeit sieben Patienten im Klinikum München-Schwabing. In mehreren Fällen habe man das Virus im Nasen-Rachen-Raum der Infizierten gefunden und in Zellkulturen anzüchten können, obwohl diese Personen nur Symptome einer harmlosen Erkältung zeigten, nicht etwa einer schwereren Erkrankung wie einer Lungenentzündung - das teilte das Klinikum am Mittwoch zusammen mit der Berliner Charité und dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München mit. Alle drei arbeiten bei den Tests der Patienten zusammen. Diese sind wichtig, weil sich die Forscher davon neue Erkenntnisse über die Übertragungswege des Coronavirus erhoffen, über das noch recht wenig bekannt ist.

Die Untersuchungen in Schwabing lieferten "deutliche Hinweise für eine Übertragbarkeit des Virus bereits bei milder oder beginnender Erkältungssymptomatik", schreiben die Mediziner in einer Pressemitteilung. Als Symptome nennen sie dabei Halsschmerzen, Zeichen einer akuten Nasennebenhöhlen-Infektion und leichtes allgemeines Krankheitsgefühl ohne Fieber.

Als vor gut einer Woche der erste Coronavirus-Fall in Bayern auftrat, waren die Experten überrascht: Dieser ging - wie auch alle weiteren Infektionen in Bayern bisher - zurück auf eine chinesische Mitarbeiterin des Autozulieferers Webasto, die in der vorvergangenen Woche an Schulungen in der Firmenzentrale in Stockdorf südwestlich von München teilnahm. Dabei habe sie, teilten die Behörden anfangs mit, keine Krankheitssymptome gezeigt - und dass ein sich gesund fühlender, mit dem Coronavirus infizierter Mensch andere Menschen anstecken kann, das wäre neu gewesen. Inzwischen ist aber klar geworden, dass sich die Frau durchaus unpässlich gefühlt hatte, dies aber nicht mit dem neuartigen Erreger in Verbindung gebracht hatte. "Sie hatte wohl schon eine leichte Symptomatik, hat das aber auf den Jetlag zurückgeführt", sagte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml am Dienstag. Erst nachdem die Frau nach China zurückgekehrt war und sich untersuchen ließ, erwies sich, dass auch sie mit dem Virus 2019-nCoV infiziert war.

Auch eine Freisingerin mit dem Coronavirus infiziert

Dienstag, 4. Februar, 17.31 Uhr: Eine Frau aus dem Landkreis Freising hat sich in China mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Wie das Landratsamt mitteilt, ist die 45-Jährige eine der beiden positiv getesteten Personen unter den Rückkehrern aus Wuhan, die am Samstag mit einer Bundeswehrmaschine aus der chinesischen Region ausgeflogen wurden und in Frankfurt gelandet waren. Sie befindet sich derzeit im Universitätsklinikum Frankfurt und ist in einem klinisch guten Zustand, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Zehnter Coronavirus-Fall ist ein Mann aus dem Landkreis München

Dienstag, 4. Februar, 16.40 Uhr: Der zuletzt positiv auf das Coronavirus geteste Mann ist ein 58-Jähriger aus dem Landkreis München. Das hat das Gesundheitsministerium mitgeteilt. Er gilt als bislang zehnter Coronavirus-Fall in Bayern, seine Erkrankung war am späten Montagabend bekannt geworden. Wie sechs weitere Patienten liegt der Mann nun im Klinikum München-Schwabing. Das Kind, dessen positives Testergebnis ebenfalls am Montagabend öffentlich wurde, ist laut Ministerium zwei Jahre alt.

Bayern fordert einheitlichen Umgang mit Coronavirus an den Flughäfen

Dienstag, 4. Februar, 15.07 Uhr: Bayern fordert eine bundeseinheitliche Regelung im Umgang mit den Risiken durch das Coronavirus an den deutschen Flughäfen. "Um die Ansteckungsgefahr durch Einreisende nach Deutschland bestmöglich zu minimieren, bedarf es rasch eines bundesweit einheitlichen Vorgehens", sagte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml nach einer Kabinettssitzung in München. Auch über eine europaweite Position solle gesprochen werden. Flugreisende aus China sollten detaillierter nach Verbindungen zur Region Wuhan befragt werden, in der das Virus erstmals aufgetreten war.

Patienten müssen weiter in Klinik bleiben

Dienstag, 4. Februar, 12.45 Uhr: Den bislang zehn bayerischen Coronavirus-Patienten geht es offenbar weiter gut. Die sieben im Schwabinger Krankenhaus Behandelten seien in einem klinisch stabilen Zustand, teilte die Klinik mit. Einer von ihnen habe eine erhöhte Temperatur und man sehe "radiologisch eine beginnende Entzündung der Atemwege", der Patient befinde sich aber "in keinem kritischen Zustand". Wie lange die sieben im Krankenhaus bleiben müssen, ist unklar. Sie würden weiter beobachtet und man stimme sich mit den zuständigen Behörden "über die Rahmenbedingungen für einen Entlasszeitpunkt" ab, teilte die Klinik mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte sie davon gesprochen, dass wichtig dafür sei, ob die Erreger bei den Patienten noch nachweisbar sind. Das werde täglich geprüft.

In einem "stabilen gesundheitlichen Zustand" befänden sich auch der Mann und seine zwei Kinder, die positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden, hatte bereits am Montagabend das bayerische Gesundheitsministerium mitgeteilt. Die Familie befindet sich im Krankenhaus von Trostberg im Landkreis Traunstein.

Weil sie engeren Kontakt zu den inzwischen zehn infizierten Menschen in Bayern hatten, müssen derzeit etwa 150 Menschen zu Hause bleiben und Kontakt zu anderen Menschen meiden - das war nach Auskunft des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zumindest der Stand am Montagabend. Diese Zahl werde sich "in den nächsten Tagen in der Folge der Ermittlungen weiterhin ändern", sagte eine Sprecherin.

Im Landkreis Starnberg, in dem die Zentrale der Firma Webasto liegt, wo die Coronavirus-Fälle aufgetreten sind, geben das Gesundheitsamt und die Regierung von Oberbayern derweil Entwarnung bei den Schulen. Aus dem Landkreis ist ein Mann mit 2019-nCov infiziert; bei denjenigen, die Kontakt zu ihm hatten, gebe es "aktuell keine Infektion", heißt es in einem Rundbrief an alle Schulen. Deshalb stehe eine Schließung von Schulen nicht bevor. Lehrer sollten jedoch aufmerksam sein, wenn Kinder sich nicht wohl fühlen und Krankheitsanzeichen zeigen.

Chinesische Webasto-Mitarbeiterin offenbar doch schon krank in Stockdorf

Dienstag, 4. Februar, 11.30 Uhr: Zum Coronavirus-Ausbruch in Deutschland gibt es neue Erkenntnisse: Anders als zunächst angenommen, hat die Webasto-Mitarbeiterin aus China die bayerischen Kollegen während ihres Besuchs in der vorvergangenen Woche offenbar doch nicht vor dem Ausbruch ihrer Erkrankung angesteckt. Wie das Wissenschaftsmagazin Science berichtet, fühlte sich die Chinesin bereits während ihres Aufenthalts in Deutschland krank, nahm aber Medikamente ein, um die Symptome zu unterdrücken. Sie war vom 19. bis zum 23. Januar in Deutschland und gab in dieser Zeit Schulungen in der Firmenzentrale von Webasto in Stockdorf südwestlich von München. Dabei steckte sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mehrere Kolleg(inn)en mit dem neuartigen Virus an.

Als vor einer Woche die erste Coronavirus-Infektion in Deutschland bekannt geworden war, hatten die Behörden mitgeteilt, dass die sogenannte "Indexpatientin" erst auf dem Rückflug nach China erste Anzeichen einer Erkrankung bemerkt hatte. Davon war auch noch am vergangenen Freitag eine rasch veröffentlichte Arbeit deutscher Ärzte und Wissenschaftler ausgegangen. Die Autoren der Arbeit sahen darin einen Hinweis, dass der Erreger womöglich schon in der Inkubationszeit - der Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung - übertragen werden kann. Ausgeschlossen ist eine solche Ansteckung in der symptomfreien Phase nun zwar immer noch nicht, sie ist aber unwahrscheinlicher geworden. Für Epidemiologen ist das eher eine gute Nachricht, denn das könnte bedeuten, dass das Virus doch weniger ansteckend ist als befürchtet.

Behörden melden zehnten Infektionsfall

Montag, 3. Februar, 21.07 Uhr: Ein weiterer Mitarbeiter der Firma Webasto ist an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Damit sind nun acht Mitarbeiter des Autozulieferers infiziert. Bayernweit sind es insgesamt zehn Fälle, bundesweit zwölf. Der Mann befinde sich in der Schwabinger Klinik in München, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit.

Zahl der Infizierten in Bayern steigt auf neun

Montag, 3. Februar, 19.48 Uhr: Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wurde das Virus bei einer weiteren Person festgestellt. "Damit gibt es insgesamt neun Coronavirus-Fälle in Bayern", heißt es in einer Erklärung. Der Mitteilung nach stammt das Kind aus der Familie eines positiv getesteten Webasto-Mitarbeiters, von dem bereits ein weiteres Kind erkrankt ist. "Alle drei Familienmitglieder, die positiv getestet worden sind, befinden sich nach Ärzte-Angaben derzeit in einem stabilen gesundheitlichen Zustand", heißt es von dem Ministerium. Die Familie wird im Krankenhaus von Trostberg im Landkreis Traunstein behandelt. Deutschlandweit steigt die Zahl der Infizierten damit auf elf.

Webasto-Firmenzentrale bleibt länger geschlossen

Montag, 3. Februar 11.37 Uhr: Die Webasto-Zentrale bleibt geschlossen: Statt an diesem Dienstag soll der Betrieb erst am 11. Februar wieder aufgenommen werden, meldet das Unternehmen. "Inzwischen sind insgesamt sieben unserer Mitarbeiter in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Das nehmen wir sehr ernst", sagt Vorstandsvorsitzender Holger Engelmann. Die Angestellten sind dazu angehalten, im Homeoffice zu arbeiten. Eine Ausnahme bildeten 20 Mitarbeiter für Tests und Prototypenbau von Dachsystemen, die freiwillig bereits am Dienstag erscheinen.

Am Sonntagmittag liefen Menschen in gelben Schutzanzügen, mit Hygienehauben und Mundschutzmasken durch die Webasto-Zentrale in Stockdorf südwestlich von München. Nach Angaben des Unternehmens desinfizierten sie das Gebäude.

Webasto hatte seine Firmenzentrale am 29. Januar geschlossen. "Da wir die Risikogruppen schnell eingegrenzt und die Mitarbeiter gebeten haben, im Homeoffice zu arbeiten, konnten wir die Infektionskette unterbrechen", erklärt Engelmann. Dass bereits am Dienstag 20 Mitarbeiter in der Zentrale erscheinen, sei mit dem Gesundheitsamt und dem Betriebsrat abgestimmt worden.

Ministerin: Notfalls Kapazität für mehrere hundert Patienten

Montag, 3. Februar, 10.51 Uhr: Die bayerischen Arztpraxen und Krankenhäuser sind laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gut auf eine mögliche Zunahme der Coronavirus-Infektionen vorbereitet. "Wir haben alle ambulanten Ärzte informiert und wir haben auch in den Krankenhäusern Bayerns, vor allem im südbayerischen Raum, nach Bettenkapazitäten gefragt, um hier eine gewisse Vorbereitung zu treffen, falls es notwendig sein sollte, mehrere hundert Personen isolieren zu müssen", sagte Huml dem Radiosender Bayern 2. Allerdings sei völlig offen, ob sich eine solche Notwendigkeit ergeben und wie sich die Lage entwickeln werde. "Das ist sehr, sehr schwer abzuschätzen. Wir tun alles, dass wir das möglichst eindämmen."

Huml sagte weiter, bisher sei es gelungen, die Herkunft der Fälle nachzuverfolgen. "Aber gleichzeitig ist es natürlich so, dass wir noch nicht die Sicherheit haben, dass man sagen kann "wir haben jetzt die Kette durchbrochen".

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© SZ.de/dpa/kast/mmo
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