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Covid-19:Frankreich bestätigt ersten Coronavirus-Toten in Europa

Coronavirus - Flughafen München

Nach den ersten Fällen in Bayern erschienen auf Infodisplays am Münchner Flughafen Informationen zum Coronavirus.

(Foto: dpa)
  • Die französische Gesundheitsministerin bestätigt den ersten Corona-Toten in Europa.
  • Es handelt sich um einen 80 Jahre alten chinesischen Touristen.
  • Das Bundesgesundheitsministerium erlässt neue Regeln für Einreisende aus China.
  • Zwei Deutsche sind auf dem vor Japan unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiff positiv auf das Virus getestet worden.

Die französische Regierung hat den ersten Toten infolge des Coronavirus außerhalb Chinas und in Europa gemeldet. Es handelt sich Gesundheitsministerin Agnès Buzyn zufolge um einen 80-jährigen Touristen aus China. Er kam aus der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch Wuhan liegt.

Der Mann sei in einer Pariser Klinik der Krankheit erlegen. Er sei am 16. Januar nach Frankreich eingereist und seit 25. Januar in der Klinik in Quarantäne gewesen. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen. Auch seine Tochter werde stationär behandelt, teilten die Behörden mit. Es werde erwartet, dass sie wieder gesund werde.

Passagiere auf Chinaflügen werden überprüft

Die deutsche Bundesregierung verstärkt derweil die Schutzmaßnahmen vor der Infektion: Flugpassagiere aus China werden vor der Landung an den Flughäfen Frankfurt und München nun genauer nach einem möglichen Kontakt mit dem Coronavirus befragt. Bei Direktflügen muss dafür ab sofort eine Selbstauskunft mit drei Fragen an Bord verteilt werden, wie das Bundesgesundheitsministerium und die Fachressorts in Hessen und Bayern am Samstag mitteilten. Dabei geht es darum, ob Reisende mit infizierten Menschen Kontakt hatten oder sich im Infektionsgebiet in China aufgehalten haben.

Schon bisher müssen es Piloten beim Tower melden, wenn Passagiere offensichtlich krank sind. Die Selbstauskunft soll dem Bordpersonal eine weitere Entscheidungshilfe dafür geben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Das ist eine der Lage angemessene Methode, um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und Europa zu verhindern." Das zusätzliche Verfahren war im Kreis der EU-Ressortchefs abgestimmt worden.

Deutsche auf Kreuzfahrtschiff infiziert

Während die Vereinigten Staaten US-Bürger von dem unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff Diamond Princess vor Japan ausfliegen wollen, gab die Deutsche Botschaft in Tokio bekannt, dass unter den Infizierten an Bord zwei Deutsche sind. Inzwischen beläuft sich die Zahl der positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getesteten Passagiere und Crewmitglieder der Diamond Princess auf 285. Die Betroffenen werden laut Behördenangaben in örtliche Krankenhäuser gebracht.

Nach Angaben des japanischen Außenministeriums sollen bis Montag alle Passagiere getestet sein, so dass die Resultate spätestens am Mittwoch vorliegen. Bis dahin gilt die über das Schiff im Hafen von Yokohama verhängte Quarantäne. Negativ getestete Passagiere sollen ab Mittwoch das Schiff verlassen können, hieß es.

Mehr als 1500 Todesfälle durch Coronavirus

In China steigen unterdessen die Fallzahlen weiter drastisch an: Wie die Gesundheitskommission in Peking mitteilte, wurden seit Freitag landesweit 143 neue Todesfälle bestätigt. Damit sind nun nach offiziellen Angaben 1523 Opfer auf dem chinesischen Festland bestätigt worden. Die Zahl der neu nachgewiesenen Erkrankungen stieg dort um 2641 Fälle auf 66 492. Außerhalb des chinesischen Festlands sind weltweit bislang etwa 600 Erkrankungen bestätigt.

© SZ.de/dpa/rtr/bix/sebi
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