Nach dem Tod von zwei Bankräubern und den ersten Vernehmungen ihrer Komplizin überschlagen sich die Ereignisse: Von dem Trio führt nicht nur eine Spur zu der 2007 ermordeten Polizistin Michele K., sondern auch zu neun Migranten, die zwischen 2000 und 2006 erschossen wurden. Warum wurden die Rechtsradikalen nicht früher gestoppt? Hatten sie weitere Unterstützer? Hintergünde und Aktuelles zu den Ermittlungen.
Exklusiv
Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe schweigt vor Gericht, doch einem rechtsextremen Häftling schrieb sie vor dem Prozess 26 Seiten. Der Brief ist hochproblematisch für die Verteidigung. Nebenkläger wollen das Schriftstück ins Verfahren einführen.
Von Annette Ramelsberger und Tanjev Schultzmehr...
Die Zahl ihrer Anhänger geht dem Verfassungsschutz zufolge zurück, doch die Behörde warnt in ihrem aktuellen Bericht vor erneuten Gewalttaten aus der rechten Szene. Nach der Aufdeckung des NSU sei die Existenz weiterer rechtsterroristischer Strukturen möglich. In der islamistischen Szene erhalten demnach die Salafisten starken Zulauf.
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Auch ein Angeklagter im NSU-Prozess und seine Angehörigen sind dort schon untergekommen: Eine Wohngemeinschaft in München-Obermenzing avanciert zum Treffpunkt der gewaltbereiten Neonazi-Szene. Die Vermieterin kann wenig tun.
Von Bernd Kastnermehr...
Meinung
V-Leute können Aufschneider, Lügner oder Wichtigtuer sein. Es gibt kein Gesetz, das regelt, wie sie ausgewählt und kontrolliert werden - ein Grund für das Versagen bei der Aufklärung der NSU-Morde. Doch was die Innenminister nun zum Umgang mit V-Leuten vereinbart haben, ist wie ein Witz.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
Carsten S. hat dem NSU-Trio eine Pistole samt Schalldämpfer besorgt, neun Menschen wurden damit ermordet. Der ehemalige Neonazi ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, nun will er aussagen - auch, damit er endlich sein altes Leben hinter sich lassen kann.
Von Annette Ramelsberger und Tanjev Schultzmehr...
Er soll der NSU-Terrorzelle die Tatwaffe geliefert haben: Als erster Angeklagter im NSU-Prozess bricht Carsten S. sein Schweigen. Er erzählt dem Gericht von seiner Jugend bei den Nazis, dem Coming-Out - und warum er dem Terror-Trio die Ceska-Pistole besorgte.
Von Annette Ramelsberger, Münchenmehr...
Starke Skepsis gegenüber den Fahndern: Die Mutter von Uwe Böhnhard, einem der drei mutmaßlichen Rechtsterroristen, hat sich vor dem NSU-Untersuchungsausschuss in Thüringen geäußert - und stellt die Arbeit der Ermittler in Frage.
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Der NSU-Ausschuss des Bundestages offenbart, wie kompliziert eine Reform des umstrittenen V-Mann-Wesens ist. Die föderalen Strukturen behindern den Austausch von Informationen zwischen Verfassungsschützern auf Länder- und Bundesebene und der Polizei - manchmal fehlt auch schlicht der Wille.
Von Hans Leyendecker und Tanjev Schultzmehr...
Konsequenz aus dem Versagen der Behörden: Eine Kommission will die Zugriffsrechte des Generalbundesanwalts bei schweren Straftaten ausweiten. "Eine Reihe von Sicherungsfunktionen" hätten bei den Ermittlungen zur Terrorgruppe NSU versagt, so die Experten.
Von Tanjev Schultzmehr...
Anders als in einem Zeitungsbericht dargestellt, hatte das Innenministerium von Baden-Württemberg dem NSU-Ausschuss doch angeforderte Akten über einen V-Mann zugeschickt. Er soll Informationen zum Heilbronner Polizistenmord geliefert haben.
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Das Münchner Oberlandesgericht weist den Befangenheitsantrag gegen drei Richter im NSU-Prozess zurück. Der Antrag der Verteidiger von Ralf Wohlleben sei nicht begründet, hieß es. Allerdings haben die Anwälte von Beate Zschäpe ebenfalls einen Befangenheitsantrag gestellt.
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Angeklagt für zehn Morde, zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle: Bei ihrem ersten Auftritt vor Gericht wirkt Beate Zschäpe gelöst und locker. Die Attacken überlässt die einzige Überlebende des NSU ihren Verteidigern. Dass nur wenige Meter entfernt die Angehörigen der Opfer sitzen, scheint sie nicht zu stören.
Aus dem Gericht von Anna Fischhabermehr...
Der erste Prozesstag gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte beginnt mit Befangenheitsanträgen - und endet mit einer mehrtägigen Verschiebung. Zuvor hatten die Verteidiger von Zschäpe und dem mutmaßlichen NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben die Richter attackiert.
Der erste Prozesstag zum Nachlesen im SZ-Newsblog.mehr...
Der Kampf gegen den Terrorismus, der nach den Anschlägen im September 2001 verschärft wurde, hat die Gesellschaft fundamental verändert. Der Gesetzgeber schuf viele Sonderregeln und legte so das Fundament für den Präventionsstaat, der nur ein Motto kennt: "Wer nichts zu verbergen hat, der hat nichts zu befürchten."
Von Heribert Prantlmehr...
Mit seinem Urteil zum Luftsicherheitsgesetz hat das Verfassungsgericht den politischen Irrglauben zurückgewiesen, dass der Terror seit dem 11. September 2001 zu außergewöhnlichen Maßnahmen berechtigen könne. Bei der Verteidigung des Rechts gegen den Terror darf das Recht dem Terror nicht geopfert werden.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
Zehn Menschen sind gestorben, Dutzende wurden verletzt: 13 Jahre zog der NSU mordend durch Deutschland. Längst sind die Toten begraben, doch an den Tatorten haben die Menschen noch immer Angst. Zum NSU-Prozess hat die SZ diese Orte besucht. Eine interaktive Reise auf den Spuren des rechten Terrors.
Von Annette Ramelsberger (Text), Regina Schmeken und Jürgen Schrader (Fotos)mehr...
Er gilt als beschlagener Jurist und "Wahrheitssuchender", aber auch als harter Hund. Manfred Götzl soll als Vorsitzender Richter das verwickelte NSU-Verfahren vorantreiben. Das Gespür für die Dimension dieses Prozesses scheint ihm jedoch zu fehlen.
Von Annette Ramelsbergermehr...
Exklusiv
Bundesinnenminister Friedrich drängt seine Kollegen in den Bundesländern zur Kooperation im Kampf gegen Neonazis. Anlass für die Intervention des Ministers ist der Verdacht, dass sich gewaltbereite Rechtsextremisten in ganz Deutschland zu einem Netzwerk zusammenschließen.
Von Susanne Höll, Berlinmehr...
Das Münchner Oberlandesgericht vergibt die Presseplätze im NSU-Prozess jetzt per Losverfahren. Für türkische Medien werden vier Plätze reserviert. Doch nun droht neuer Ärger.
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Die Thüringer Polizei ist verärgert über die Berliner Kollegen. Diese sollen wichtige Hinweise eines Informanten nicht weitergegeben haben. Das habe zu Ermittlungspannen geführt, die den Thüringer Beamten zu Unrecht angelastet würden. Besonders pikant: Der V-Mann ist inzwischen selbst Beschuldigter im NSU-Verfahren.
Von Tanjev Schultzmehr...
Im Mai beginnt der NSU-Prozess in München, die Hauptangeklagte ist Beate Zschäpe. Nun ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Erfurt gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin: Es werde dem Anfangsverdacht des "versuchten mittäterschaftlichen Mordes oder Totschlags" nachgegangen.
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Das Los hat über die Presseplätze im NSU-Verfahren entschieden - und es macht keinen Unterschied zwischen großen und kleinen, politischen und Unterhaltungsmedien. Viele überregionale Medien gehen dabei leer aus. Eine Umkehr der Verhältnisse. Mehrere überregionale Zeitungen prüfen nun eine Klage.
Von Annette Ramelsbergermehr...
Kontaktfreudig, selbstbewusst, unbefangen: Der renommierte Psychiater Saß hält die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe für voll schuldfähig. Zwar gebe es Anzeichen für eine schwierige Kindheit, doch deute nichts auf eine psychische Störung der 38-Jährigen hin.
Von Tanjev Schultzmehr...
Warnung des baden-württembergischen Landeskriminalamts: Der Ku-Klux-Klan hat sich in Schwäbisch Hall neu gegründet. Den rassistischen Geheimbund gab es in der Stadt schon früher - damals waren sogar zwei Polizisten Mitglied.
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Der Prozess ist um drei Wochen verlegt, viele Fragen sind noch immer ungeklärt: Die Verschiebung des NSU-Verfahrens birgt für die Angehörigen der Opfer hohe Zusatzbelastungen. Zumindest für einen finanziellen Ausgleich will Bayerns Justizministerin Merk jetzt sorgen.
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