Interaktiv
Auch zwei Jahre nachdem die Erde in Haiti bebte und ein ganzes Land den Halt verlor, leben Hunderttausende noch in Notunterkünften. Szenen aus der Hauptstadt Port-au-Prince im Vorher-nachher-Vergleich.
Tsunami in Japan, Erdbeben in Neuseeland: Nie waren die Schäden durch Naturkatastrophen so groß wie 2011. Zwar treten sie statistisch so extrem nur einmal in 1000 Jahren auf - doch der Klimawandel könnte dafür sorgen, dass diese Rechnung bald nicht mehr stimmt.
Von
Alina Fichter
Ein schweres Erdbeben hat am Neujahrstag den Osten und Nord-Osten Japans erschüttert. Mit einer Stärke von 7,0 brachte das Beben viele Gebäude in der Hauptstadt Tokio zum schwanken. Berichte über Verletzte oder Schäden gibt es jedoch nicht.
An zwei Stellen schlägt das Ortungsgerät an, doch Grabungen bringen keine Hinweise auf Katharina: Die Bergungsmission einer verschütteten Zehnjährigen auf Rügen lässt die Helfer verzweifeln. In der Nacht musste die Suche nach dem Kind erneut abgebrochen werden - vermutlich für längere Zeit.
Sturm und drohende Felsabbrüche hatten die Suche nach einer verschütteten Zehnjährigen auf Rügen zwangsweise beendet. Nun wollen Helfer weiter in den Kreidemassen graben - die Chance, das Kind noch lebend zu finden, ist jedoch sehr gering.
Ein Erdbeben der Stärke 6,6 hat in Sibirien die Erde erzittern lassen. Das Epizentrum lag etwa 100 Kilometer östlich von Kysyl, der Hauptstadt der russischen Republik Tuwa an der Grenze zur Mongolei.
Ausflüge zum Kap Arkona auf Rügen sind äußerst beliebt - und können lebensgefährlich sein: Nachdem eine Zehnjährige von abbrechenden Felsen verschüttet wurde, wird nun neu über eine Sperrung des Küstenabschnitts diskutiert.
Von
Jens Schneider
Für eine dreiköpfige Familie endet ein Weihnachtsspaziergang auf der Insel Rügen tragisch: Bei einem Küstenabbruch werden die Mutter und ihre 14-jährige Tochter verletzt, eine Zehnjährige wird vermisst. Die Marathonsuche im Geröllberg haben die Helfer nun abgebrochen.
In der neuseeländischen Stadt Christchurch hat erneut die Erde gebebt. Im Februar waren dort bei schweren Erschütterungen mehr als 180 Menschen ums Leben gekommen - viele Bewohner versetzte das neuerliche Beben in Angst.
Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Tropensturm "Washi" auf den Philippinen könnte drastisch steigen: Nach Angaben der Behörden gelten noch Hunderte Menschen als vermisst. Immer wieder werden an den Stränden der südlichen Insel Mindanao Leichen angeschwemmt.
Das Entsetzen und die Trauer mischen sich nach der Flutkatastrophe auf den Philippinen mit der Angst vor Seuchen. Die Behörden beginnen, Massengräber für die mehr als 700 Opfer auszuheben. Vielen von ihnen sind noch nicht einmal identifiziert.
Der Taifun "Washi" ist weitergezogen - und noch immer kennt niemand das Ausmaß der Katastrophe auf den Philippinen. Mindestens 653 Menschen starben, Zehntausende sind obdachlos und hausen in Notlagern. Dabei haben Soldaten und Mitarbeiter des Roten Kreuzes noch nicht einmal alle Unglücksorte erreicht.
Mehr als 520 Todesopfer hat der Taifun "Washi" mit seinen Wassermassen seit der Nacht zu Samstag auf den Philippinen gefordert. Hunderte Filipinos werden noch vermisst, mindestens 20.000 sind obdachlos. Es war ein verheerendes Unglück, das eine ohnehin von Naturkatastrophen, Armut und Gewalt geplagte Region getroffen hat. Plantagenbesitzer Alfonso Macalong überlebte - und steht nun vor dem Nichts.
Szenen aus dem Katastrophengebiet. Von
Jürgen Schmieder
Der Taifun "Washi" kam ohne Ankündigung und brachte Regenmassen mit sich: Kinder ertranken in den Sturzfluten, Überlebende wurde aus teils meterhohen Wassermassen gerettet. Mindestens 440 Menschen wurden Opfer des Tropensturms und der Überschwemmungen, die er nach sich zog. Rettungskräfte suchen noch nach Hunderten Vermissten.
Bei Sturzfluten nach einem Tropensturm sind im Süden der Philippinen knapp 200 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte werden noch vermisst. Der Sturm "Washi" traf die betroffene Region mitten in der Nacht. Das Fernsehen zeigte dramatische Bilder von Menschen, die aus Fenstern ihrer Häuser sprangen.
Die Lage bleibt dramatisch: Bangkoks Flutdeiche halten vorerst, aber der Fluss Chao Phraya schwappt nun über die Ufer. Im Westen steigt das Wasser in den Straßen immer höher. Die Innenstadt bleibt zunächst trocken.
Thailand erlebt die schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Ein Drittel des Landes ist betroffen, 377 Menschen sind in den Wassermassen ums Leben gekommen. An diesem Samstag soll die Flut ihren Scheitelpunkt erreichen - und die Zwölf-Millionen-Metropole Bangkok überspülen.
Von
Tobias Matern
Zehntausende Menschen in Bangkok sollen sich vor dem Hochwasser in Sicherheit bringen. Die vorsorglich errichteten Wälle würden die anrollenden Fluten wohl nicht aufhalten können, sagte Ministerpräsidentin Yingluck. Über das erwartete Ausmaß der Überschwemmungen gibt es - zur Verunsicherung der Einwohner - keine klaren Aussagen.
Allen offiziellen Beteuerungen zum Trotz: Die Hilfe im Erdbebengebiet der Osttürkei stockt und ist schlecht organisiert. Wo Zelte verteilt werden, kommt es zu Tumulten, viele übernachten im Freien - und fürchten den ersten Schnee.
Von
Kai Strittmatter, Van
Ein Auto, unter Trümmern begraben, ein zusammengesacktes Studentenwohnheim, mehr als 260 Tote: Am Tag nach dem Beben im Osten der Türkei zählen die Bewohner von Ercis die Opfer der Katastrophe. Sie machen sich mit Berichten von Geretteten gegenseitig Hoffnung - und kritisieren die mangelnde Vorsorge.
Von
Kai Strittmatter, Ercis
Minutenlang bebt die Erde, Putz bröckelt von den Hauswänden, Dächer stürzen ein: Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali hat ein schweres Erdbeben Panik ausgelöst. Dutzende Menschen wurden verletzt. Ein Tsunami ist jedoch zunächst nicht zu befürchten.
2011 wird wohl das teuerste Naturkatastrophenjahr. Bislang. Hitzeperioden, Stürme und Starkregen könnten bald Normalität sein. Die Meteorologie-Professoren Gerhard Berz und Peter Höppe über stürmische Zeiten für die Region und was sie an Klimakonferenzen kritisieren.
Interview:
Michael Ruhland