Wenn die Busse vor den Pflegeanstalten auftauchten, dann war ihr Schicksal besiegelt. Die Nazis holten Hunderttausende behinderter Menschen aus Heimen, um sie zu ermorden. In "Die Belasteten" kritisiert Götz Aly die verklemmte Diskretion der Angehörigen von Opfern, durch die die NS-Täter erst zum Holocaust animiert worden seien.
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"Durch ein Fenster beobachtete ein Arzt das Sterben der Menschen": 3000 Münchner wurden Opfer der NS-"Euthanasie", Ärzte töteten Patienten durch Mangelernährung. Der Psychiater Michael von Cranach erläutert im SZ-Gespräch die Hintergründe der Krankenmorde, an die jetzt in München erinnert wird.
Von Wolfgang Görlmehr...
Nach dem Tod der unheilbar kranken Chantal Sébire werden in Frankreich Stimmen laut, die eine Aufweichung des Sterbehilfe-Verbots fordern. Premierminister Fillon lässt die Gesetzeslage nun überprüfen.
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Generaloberin Benigna und Domkapitular Anneser über die "Euthanasie"-Opfer aus Schönbrunn während der Jahre 1940 bis 1945.
Interview: Thomas Soyermehr...
Der langjährige Ärztepräsident Hans-Joachim Sewering wurde jüngst geehrt - und mit alten Vorwürfen konfrontiert: Er sei in der NS-Zeit an der Ermordung behinderter Kinder beteiligt gewesen. "Unfug", sagt der hochbetagte Internist.
Von Oliver Das Guptamehr...
Das Franziskuswerk im oberbayerischen Schönbrunn ist eine der wichtigsten sozialen Einrichtungen der Kirche für geistig Behinderte. Jetzt wird bekannt, dass zur Nazi-Zeit Hunderte Bewohner deportiert wurden. Forschern zufolge gab es kaum Widerstand.
Von Wolfgang Eitlermehr...
Der Vernichtungsapparat der Nazis war viel größer als heute bekannt, erklärt das Washingtoner Holocaust Memorial Museum. Das Netzwerk der Ghettos, Zwangsbordelle und Lager für Arbeitssklaven sei so dicht gewesen, dass es bis nach München-Schwabing reichte. Den Deutschen habe damals die grausame Maschinerie nicht verborgen geblieben sein können.
Von Oliver Das Guptamehr...
Ein Blick ins Gesicht eines anderen Menschen reicht uns, um jemanden als vertrauenswürdig einzuschätzen. Und schon die Augenfarbe verrät, welche Männer einen Vertrauensvorschuss bekommen.
Von Markus C. Schulte von Drachmehr...
Die Homo-Ehe spaltet Polen: Während das Parlament über die Einführung einer "eingetragenen Lebenspartnerschaft" berät, wächst der Widerstand bei Konservativen und in der Kirche. In der Bevölkerung allerdings macht sich ein Wertewandel bemerkbar.
Von Klaus Brill, Warschaumehr...
Er ist der ranghöchste Katholik Schottlands, bald wird er den neuen Papst mitwählen: Jetzt hat Kardinal Keith O'Brien gefordert, das Eheverbot für katholische Priester zu überdenken. Für mehr Rechte für Homosexuelle reicht sein Reformeifer jedoch nicht aus.
Von Jakob Schulzmehr...
Im September wollen christliche Gruppierungen mit einem "Marsch für das Leben" gegen Abtreibungen demonstrieren - und erhalten für die Anreise vergünstigte Tickets der Deutschen Bahn. Das empört nicht nur erklärte Feministinnen. Auf der Facebook-Seite des Konzerns und auf Twitter häufen sich die Beschwerden.
Von Hannah Beitzermehr...
Australien gilt als Vorreiter in der Debatte um Euthanasie: Als erstes Land weltweit hat es 1996 Sterbehilfe erlaubt - und diese acht Monate später wieder verboten. Die Diskussion aber hält an.
Von Varinia Bernaumehr...
In den Niederlanden stehen unheilbar Kranken nun mobile Sterbehilfe-Teams zur Verfügung - sie kommen zu Sterbewiligen nach Hause, wenn der Hausarzt die Tötung verweigert. Gegner sprechen von einem menschenverachtenden Angebot.
Von Thomas Kirchnermehr...
Mario Adorf hat der Berliner Akademie der Künste sein Privatarchiv überlassen. Es zeigt, wie er in seinen Rollen vom kleinen Banditen zum gewichtigen Patriarchen wurde. Doch Adorf kann nicht nur den Schauspieler geben - die Ausstellung würdigt ihn auch als Foto-Künstler und Autor.
Von Anke Sterneborgmehr...
70 Jahre nach der Papstwahl von Pius XII.: Theologe Hans Küng weist auf Parallelen im Herrschaftsdenken des umstrittenen Papstes und des NS-Staates hin - und warnt vor seiner Heiligsprechung.
Interview: Oliver Das Guptamehr...
Sozialpolitiker werden aufschreien: Der Historiker Götz Aly hat ein provozierendes Buch geschrieben, in dem er das sozialstaatliche Gerechtigkeitsstreben für eine der Voraussetzungen des Holocaust hält. Seine These: Die Juden seien die größten Gewinner der Modernisierung im 19. Jahrhundert gewesen und hätten so Neid auf sich gezogen.
Von Gustav Seibtmehr...
Der Tod ist in ihrem Job allgegenwärtig: Margit Kreibe und Gabriele Grünewald arbeiten für den Münchner Hospizdienst "Da Sein". Sie gehen zu unheilbar kranken Menschen nach Hause oder ins Krankenhaus und kümmern sich um sie - auch wenn es ihnen selbst manchmal schwerfällt.
Interview: Melanie Staudinger und Rani Nguyenmehr...
Der Arbeitskreis "Ge(h)denksteine" erforscht die Lebenswege von psychisch Kranken und Behinderten, die von den Nazis ermordert wurden - eine mühsame Suche.
Von Suse Bucher-Pinellmehr...
Abtreibung im dritten oder sechsten Monat - oder viel später? Zwei australische Ethiker fordern in einem Aufsatz, auch die Tötung von Neugeborenen zu erlauben - und provozieren damit heftige Reaktionen. Wie kommt jemand auf die Idee, man dürfte Babys töten?
Von Lena Jakatmehr...
Weil der Vater der Jungtiere kein reinrassiger Sibirischer Tiger ist, hat der Magdeburger Zoo drei Raubtierbabys eingeschläfert. Im Prozess spricht die Staatsanwältin von "Euthanasie".
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Der Streit um die Gesundheitsreform in den USA wird schärfer: Die Republikanerin Sarah Palin wirft Präsident Barack Obama jetzt gar vor, die geplante Reform führe zur Euthanasie.
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Jahrzehntelanges Schweigen: Der Historiker Gerrit Hohendorf spricht über das Euthanasieprogramm der Nazis und fatale Marginalisierung.
Interview: M. Bernstein und W. Eitlermehr...
Das Hygiene-Museum Dresden zeigt in einer Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum den Weg von der medizinisch motivierten "Selektion" zum rassistisch fundierten Massenmord.
Von Thomas Thiemeyermehr...
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