Sieben Jahre war der CDU-Mann Christian Wulff Ministerpräsident in Niedersachsen, von 2010 an hatte er das höchste Amt im Staate inne. Doch dann setzten ein Privatkredit und immer neue Enthüllungen den Bundespräsidenten unter Druck - bis er im Februar 2012 schließlich seinen Rücktritt erklärte. Hintergründe, Analysen, Kommentare zum Fall Wulff.
Die Wahl in Nordrhein-Westfalen war für die CDU ein Debakel - jetzt muss Norbert Röttgen dafür seinen Hut nehmen. Doch er ist in prominenter Gesellschaft: Er ist bereits der siebte Minister, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren der einstigen Wunsch-Koalition ausgetauscht wird.
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Hat der Filmunternehmer Groenewold in Niedersachsens Regierungszentrale daran gearbeitet, seine Medienfonds steuerlich begünstigen zu lassen? Der Staatsanwaltschaft soll belastendes Material dazu vorliegen. Auch der damalige Ministerpräsident und Freund Wulff erschien laut "Spiegel" zu mindestens einem Treffen.
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Multikulti? Nein, danke. Kurz vor der Islamkonferenz hat Unionsfraktionschef Kauder der Aussage des früheren Bundespräsidenten Wulff widersprochen, der Islam sei ein Teil Deutschlands. Die Religion sei "nicht Teil unserer Tradition und Identität". Die Türkische Gemeinde in Deutschland kritisierte, dass Innenminister Friedrich die Ergebnisse der Konferenz allein und nicht gemeinsam mit muslimischen Verbänden vorstellen will.
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Seine Amtszeit war kurz, aber ereignisreich - inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn: Nach seinem Rücktritt schreibt Ex-Bundespräsident Christian Wulff eine Biographie seines politischen Lebens. Auch Ehefrau Bettina verfasst ein Buch über ihre Zeit als "First Lady".
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Männer an den Kinderwagen: In einem offenen Brief fordern Frauen den werdenden Papa Sigmar Gabriel auf, jungen Vätern ein Vorbild zu sein und Elternzeit zu nehmen. Auch die einstige SPD-Bundespräsidentschaftskandidatin Gesine Schwan hat unterschrieben. Gabriel reagiert verärgert auf die Aktion.
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Melanie Staudingermehr...
Geht es der Presse nur noch um "Sensatiönchen und Skandälchen"? Horst Köhler übt scharfe Kritik an den Medien. Der Ex-Bundespräsident, der sich von den Medien unverstanden fühlte und deshalb zurücktrat, vermisst bei vielen Journalisten Verantwortungsgefühl und Verständnis - und befürchtet negative Auswirkungen der reißerischen Berichterstattung auf die Gesellschaft.
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Der lebenslange Ehrensold wurde Ex-Bundespräsident Christian Wulff trotz seines Rücktritts zugebilligt. Doch damit hat er nicht auch automatisch Anspruch auf ein Büro samt Mitarbeiter. Im Haushaltsausschuss des Bundestags scheinen sich alle Parteien darüber einig zu sein, Wulff diese Amtsausstattung nur begrenzt zu genehmigen.
Von
Robert Roßmannmehr...
Bilder
Etwa 200 Gäste im Schloss Bellevue, geschätzte 250 Demonstranten davor: Beim großen Zapfenstreich in Berlin wird der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff mit militärischen Ehren verabschiedet - und mit viel Lärm. In Bildern.
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"Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt": Bundespräsident Wulff verabschiedet sich mit versöhnlichen Worten - und kündigt an, sich weiterhin für Deutschland engagieren zu wollen.
Wulffs Rede
im Wortlautmehr...
Lärmen gegen das ehemalige Staatsoberhaupt: Mit Vuvuzelas, Hupen und Pfeifen drücken Demonstranten ihren Ärger über die militärischen Ehrungen für Christian Wulff aus. Die Gäste im Garten von Schloss Bellevue versuchen die Störung zu ignorieren.
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Mit höchsten militärischen Ehren wird Christian Wulff heute verabschiedet. Doch für den Großen Zapfenstreich hagelt es Absagen - nicht nur aus politischen Gründen. Der ehemalige Bundespräsident könnte aber mehr Musik bekommen, als ihm lieb ist: Kritiker rufen zum "Großen Vuvuzela-Zapfenstreich" auf.
Von
Kathrin Haimerlmehr...
Die Sehnsuchtsmelodie eines jungen Mädchens aus Kansas: Mit "Over the Rainbow" lässt sich Christian Wulff beim Großen Zapfenstreich aus dem Amt verabschieden. Passend, meint der Jazz-Pianist Paul Kuhn. Wer als Vorbild eines Landes "Ich lerne noch" sagt, der kann sich auch ein naives Märchenlied vorspielen lassen.
Interview:
Martin Zipsmehr...
Dass dem 52-jährigen Christian Wulff nach nur knapp zwei Jahren im Amt 200.000 Euro Ehrensold im Jahr zustehen, finden viele ungerecht. Nun hat die SPD eine Reform des Pensionsanspruchs vorgeschlagen. Amtszeit und Alter sollen bei den Ansprüchen beachtet werden, findet auch Bundestagspräsident Lammert.
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Meinung
Christian Wulff hat die fälligen Konsequenzen seines Verhaltens gezogen und ist vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten. Vielen Menschen genügt das jedoch nicht, sie wollen ihm nun auch noch den Zapfenstreich zum Abschied verwehren - und ihn am liebsten einer gesellschaftlichen Ächtung unterziehen. Das ist ebenso erbarmungs- wie verantwortungslos.
Ein Kommentar von
Detlef Esslingermehr...
Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff hat eingeladen - doch die Gästeliste irritiert viele. Die Fraktionschefs von Union und FDP sind nicht gebeten, Wulffs Vorgänger schon - doch sie sagen alle ab. Dass ein Abschied vom höchsten Staatsamt auch ohne Fackeln und Soldaten ehrenvoll wirken kann, zeigte einer von Wulffs Vorgängern.
Von
Peter Blechschmidt, Sarah Ehrmann und Oliver Das Guptamehr...
Christian Wulff wird mit höchsten militärischen Ehren verabschiedet, dem Großen Zapfenstreich. Dabei soll das Stabsmusikkorps vier statt der üblichen drei Lieder spielen. So wünscht es sich das ehemalige Staatsoberhaupt, das sich zur Melodie von "Over the Rainbow" in den vorzeitigen Ruhestand begeben will.
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Abschied ohne Amtskollegen: Keiner der vier noch lebenden Vorgänger von Ex-Bundespräsident Christian Wulff nimmt nach SZ-Informationen am Großen Zapfenstreich teil.
Von
Oliver Das Guptamehr...
Verteidigungsminister de Maizière nennt es eine "geübte Staatspraxis". Doch SPD und Bund der Steuerzahler sprechen sich gegen eine pompöse Verabschiedung des Ex-Bundespräsidenten Wulff aus. Und fordern "Demut". Auch Altkanzler Schmidt mischt sich ein.
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Die Staatsanwaltschaft Hannover hat das Haus des zurückgetretenen Bundespräsidenten Wulff in Großburgwedel durchsucht - allerdings ohne richterlichen Durchsuchungsbeschluss: Wulff habe in die Aktion eingewilligt, teilte die Behörde mit.
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Wulffs Ehrensold ist rechtens - zu dieser Entscheidung kommt der Haushaltsausschuss des Bundestags. Selbst bei einer Verurteilung Wulffs haben die Haushaltspolitiker keine Bedenken. In einer Sache aber haben die Ausschussmitglieder noch nicht entschieden.
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Die Staatsanwaltschaft Hannover hat die Privatwohnung und mehrere Büroräume von David Groenewold durchsuchen lassen. Der Filmunternehmer und Wulff-Vertraute soll dem ehemaligen Bundespräsidenten mehrere Urlaube bezahlt haben.
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Meinung
545 Euro am Tag, dazu Wagen, Chauffeur, ein Büro sowie Personenschutz: Angesichts der aktuellen Empörung wird Christian Wulff Letzteren wohl gut gebrauchen können. Doch bei aller Kritik darf nicht vergessen werden, dass ein funktionierender Staat seinen Preis hat. Tatsächlich sind Politiker in Deutschland häufiger unterbewertet als überbezahlt.
Ein Kommentar von
Nico Friedmehr...
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